Dobrindt: Aktionärsrenditen wichtiger als die Verfassung?

Die Bundesregierung möchte verhindern, dass Aktionäre von Immobilienkonzernen ihre hohen Renditen aus der Ausbeutung von Mietern verlieren. Bekannt ist, dass die Immobilienhaie über 40 % der Mieten als reinen Gewinn an die Aktionäre ausschütten. Die eingenommenen Mieten werden also nicht in die Instandsetzung oder gar den Neubau von Mietwohnungen investiert.

Die Bundesregierung möchte diese sprudelnde Profitquelle auf Kosten der Mieter auf keinen Fall trocken legen.

Genau das Gegenteil möchten die Berliner Volksentscheid-Initiative und die Linken. Sie möchten die Konzerne vergesellschaften und die Mietwohnungsbestände gemeinnützig verwalten. Das Grundgesetz bietet die Möglichkeit. Grüne und SPD in Berlin haben den Vorschlag der Linken bereits verwässert, aber sich dennoch grundsätzlich dazu bereit erklärt.

ZDF-Beitrag zur Verfassungsmäßigkeit des Investitionsschutzgesetzes

Dobrindt möchte mit seinem "Investitionsschutzgesetz" eine Vergesellschaftung verbieten. Das Gesetz hat nichts mit Investitionsschutz zu tun, sondern ist ein Gesetz, dass die Anwendung des Grundgesetzes für den Mieterschutz verbieten will. Dobrindt weiß, dass dieses Gesetz verfassungswidrig ist. Aber er weiß auch, dass ein Bundesgesetz dennoch für das Land Berlin so lange verbindlich wäre, wie es nicht vom Verfassungsgericht aufgehoben wurde. Und das kann Jahre dauern. Siehe dazu auch den Bericht von ZDF heute.

In einer bessereren Welt würde das Verfassungsgericht in Fällen, in denen das Grundgesetz offensichtlich missachtet wird und die Verfahrensdauer vor dem Gericht offensichtlich missbraucht wird, mit einem Eilverfahren den Missbrauch verhindern.

Dobrindt ist ein Mann der systematischen Rechtsbrüche: Er trieb gegen EU-Recht die Ausländermaut voran und verursachte für den deutschen Staat mehrere hundert Millionen Schaden. Das ihm unterstellte Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) schönte beim Abgasskandal Untersuchungsberichte und Dobrindt verhinderte Sammelklagen gegen die Autokonzerne. Er ließ rechtswidrig Grenzkontrollen durchführen, obwohl Verwaltungsgerichte dies untersagten.

Und dieser systematische Rechtsbrecher plant öffentlich einen Grundgesetzbruch. Und die beiden Regierungsparteien CDU und SPD belassen ihn weiter im wichtigen Amt des Bundesinnenministers: Der Mann, der die Verfassung schützen sollte, ist als oberster Verfassungsbrecher tätig, um die Profite der Aktionäre zu sichern. [jdm]

Neues Urnengräberfeld auf dem Friedhof Wippingen

Kirchenvorstand und Erwachsenenmessdiener nach dem Pflanzen der Blutbuche
Nach dem Pflanzen der Blutbuche: v.l.: Josef Schmunkamp, Johannes Tangen, Alois Haasken, Wilhem Apke, Josef Koers, Wilfried Schmunkamp, Alois Wolters, Willi Kaiser, Alex Ganseforth, Christian Griep-Raming

In der Spitze im westlichen Teil des Friedhofs ist ein kreisförmiger Bereich entstanden, der umgeben ist von einer Taxushecke. "Hier entsteht ein Feld in dem demnächst Urnen beigesetzt werden können. In der Mitte ist ein Baum gepflanzt, um dem Wunsch vieler Menschen nachzukommen, im Umfeld eines Baumes beigesetzt zu werden.", so Hermann Haasken vom Friedhofsausschuss.

In der neuen Friedhofsordnung, die zum 1. August 2026 in Kraft getreten ist, ist diese neue Form der Bestattung bereits festgeschrieben. Auch in die neue Gebührenordnung ist diese Bestattungsart eingearbeitet.

Es entsteht damit eine neue Bestattungsform einer pflegeleichten Grabstätte. In dem neu entstandenen Kreis ist Rasen eingesät. Die Stelle an der künftig eine Urne beigesetzt wird, wird von einem Stein markiert, der bodentief eingesetzt wird. Dieser Stein verweist auf die Urne. In dem Feld wird dann in der nächsten Zeit noch eine Steele aufgestellt. Die Namen der Verstorbenen werden auf einem Schild an dieser Steele festgehalten.

In der Mitte des neuen Urnenfelds ist eine Pyramiden-Blutbuche gepflanzt worden. Gespendet wurde der Baum von den erwachsenen Messdienern aus Wippingen. "Eine tolle Überraschung und ein sehr schönes Geschenk für unseren Friedhof. Es zeigt die Verbundenheit der Messdiener mit unserem Friedhof.", so Wilfried Schmunkamp vom Kirchenvorstand.

Die erwachsenen Messdiener stehen treu mit ihrem Dienst bei Beerdigungen zur Verfügung. Dieser Baum zeichnet sich durch seine pyramidenartige Form und seine dunkelroten Blätter aus, er steht symbolisch für Lebenskraft und Stärke, für Beständigkeit und Neuanfang. Mit Bedacht hat Alex Ganseforth diesen Baum für das neue Urnengrabfeld ausgesucht. Der Baum hebt sich von den anderen Bäumen auf unserem Friedhof ab.

Diese Form eines Urnengrabfeldes bereichert unseren Friedhof und bietet eine weitere Form der Urnenbestattung. Bei der Neugestaltung wurde der Kirchenvorstand tatkräftig von Alex Ganseforth und Josef Schmunkamp unterstützt. Ihnen und unseren erwachsenen Messdienern gilt unserer besonderer Dank! [Christian Griep-Raming/jdm]

Morgen wird Zwischenstand bei der Endlagersuche bekannt gebeben

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat auf ihrer Homepage bekannt gegeben, dass sie am 27. Oktober die aktuellen Arbeitsstände bei der Suche nach einem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für das Endlager für Deutschlands hochradioaktive Abfälle bekannt geben möchte. Auf NOZ-Online berichtet Lisa Seidel, die zuständige Abteilungsleiterin der BGE, im Interview (hinter der Paywall), dass es sich bei dieser Veröffentlichung um einen weiteren Zwischenschritt hin zu einer Shortlist für die sogenannten Standortregionen handelt. Diese Shortlist soll Ende 2027 vorliegen, und der Bundestag stimmt dann darüber ab, welche davon vorort weiter untersucht werden sollen.

An der morgigen Veranstaltung von 18 Uhr bis 20.00 Uhr können alle Interessierten teilnehmen. Die Veranstaltung wird per Zoom übertragen:

Meeting-ID: 648 8775 7917
Kenncode: 823229
Teilnahme per Zoom (externer Link)
Teilnahme per YouTube (externer Link)

Die Ermittlung von Standortregionen ist der nächste große Meilenstein in der Endlagersuche für Deutschlands hochradioaktive Abfälle. Standortregionen sind diejenigen Regionen in der Endlagersuche, die in der nächsten Phase des Standortauswahlverfahrens erkundet werden sollen. Nicht allzu große und nicht allzu viele Gebiete sollen der Aufsichtsbehörde, dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), zu diesem Zweck vorgeschlagen werden.

Die BGE mit ihren Fachleuten aus dem Bereich Standortauswahl wird die nun aktuellen Arbeitsstände aus den rvSU vorstellen. Im Anschluss an die Vorträge beantworten die Expert*innen der BGE Fragen zu den vorgestellten Themen. [jdm]

Einladung zur Generalversammlung des Schießvereins

Der Schießverein Wippingen führt am Freitag, den 30. Oktober 2026, um 20.00 Uhr im Schützenhaus seine Generalversammlung durch. Alle Mitglieder und Freunde des Schießsports sind herzlich eingeladen. [Hermann Jansen]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 26.10.2026: Schwefingen
Dienstag, 27.10.2026: Dörpen
Mittwoch, 28.10.2026: Wesuwermoor
Donnerstag, 29.10.2026: Twist
Freitag, 30.10.2026: Herzlake
Samstag, 31.10.2026: Hebelermeer
Sonntag, 01.11.2026: Hummeldorf
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 26.10.2026 bis Freitag, den 30.10.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Vier Defibrillatoren für Wippingen – die Umsetzung rückt näher – Notfallversorgung in Wippingen

Defibrillator

Die Planungen zur Anschaffung von vier Defibrillatoren (AED) für die Gemeinde Wippingen sind weit fortgeschritten. In den vergangenen Monaten wurden verschiedene Angebote eingeholt und verglichen, die geeigneten Geräte ausgewählt sowie die Beschaffung und Finanzierung umfassend vorbereitet.

Ausgangspunkt war die Idee, die Notfallversorgung in Wippingen durch frei zugängliche Defibrillatoren zu verbessern. Daraus hat sich ein gemeinsames Projekt des Schützenvereins Wippingen, der Gemeinde Wippingen und des Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) entwickelt, dessen Umsetzung nun näher rückt.

Die vier Geräte sollen an folgenden Standorten installiert werden:

  • Schützenhaus Wippingen
  • Mehrzweckhalle Wippingen
  • Industriegebiet Püngel
  • Industriegebiet Neudörpener Straße

Ziel ist es, im Notfall schnell verfügbare Hilfe zu ermöglichen und die Sicherheit in unserer Gemeinde zu verbessern.

Zusätzlich sind zeitnah Einweisungstermine in Wippingen geplant. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen dabei die Möglichkeit erhalten, sich mit den Geräten vertraut zu machen und deren einfache Bedienung praktisch kennenzulernen.

Sobald die Termine feststehen, werden wir diese rechtzeitig bekannt geben. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot nutzen. [Hermann Lammers]

Abrüstungsappell jetzt unterschreiben!

Banner Abrüstungsappell

Fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung sollen die NATO-Staaten künftig für Militär und kriegsrelevante Infrastruktur ausgeben. Diese willkürliche Festlegung ist unverantwortlich. Fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprächen nach heutigen Zahlen fast der Hälfte des deutschen Bundeshaushalts, mindestens 200 Milliarden Euro. Jedes Jahr!

Das Nezwerk Friedenskooperative ist der Auffassung, dass die Aufrüstung in die Sackgasse führt. Dass Frieden und Sicherheit durch immer mehr Waffen und Abschreckung erreichbar wären, sei ein Trugschluss. Wie verschwenderisch mit öffentlichen Geldern umgegangen wird, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Ein einziger Schuss Munition für einen Leopard-Panzer kostet 9.000 Euro – schon sechs Übungsschüsse entsprechen dem Jahresgehalt einer zusätzlichen Lehrkraft an einer Grundschule. Während an Schulen Personal fehlt und bei der Bildung gespart wird, verpuffen Unmengen an Geld bei Militärmanövern, wie zuletzt bei Red Storm Charlie in Hamburg.

Die Friedenskooperative hat zusammen mit "Ohne Rüstung Leben", IPPNW, DFG-VK, dem Bund für Soziale Verteidigung, pax christi, der Kooperation für den Frieden und den Naturfreunden bisher über 18.000 Unterschriften gesammelt für einen Abrüstungsappell an die Bundesregierung. Hier können Sie unterschreiben. [jdm]

Einfach weiter so: Sehr raffiniert! – Die neue alte Raffineriestrategie

Als Folge des Angriffskriegs der USA gegen den Iran ist es zur Sperrung der Straße von Hormuz gekommen. Dadurch wiederum steht etwa ein Fünftel der weltweiten Ölkapazität nicht mehr zur Verfügung mit den entsprechenden Folgen für den Ölpreis.

Was sich aber mittlerweile noch viel stärker auf diesen Preis auswirkt ist, dass es auch eine Verknappung der Ölprodukte gibt. In den letzten 20 Jahren haben die Golfstaaten stark in die  Veredelung von Rohöl investiert, so dass sie etwa die Hälfte ihrer Produktion selbst in Raffinerien verarbeiten. Somit fehlen auf dem Weltmarkt etwa 15 % der Kapazitäten an Diesel, Kerosin und Benzin.

Die Industriestaaten den Nordens, also die Verbraucherländer, haben ihre Raffineriekapazitäten wegen der Konkurrenz in den Golfstaaten nicht mehr erneuert oder erweitert, so dass die fehlenden Kapazitäten nicht kurzfristig ersetzt werden können, selbst wenn das Rohöl wieder fließen würde.

Zwar beziehen wir in Deutschland nur wenig Öl und Ölfertigprodukte aus den Golfstaaten, aber die Preise werden auf dem Weltmarkt gebildet. Es gibt keine Vorzugspreise für Öl aus Norwegen.

Die Bundesregierung will im Frühjahr 2027 eine Raffineriestrategie vorlegen. Katharina Reiches Wirtschaftsministerium will die Bedingungen für Raffinerien erleichtern. Es heißt auch, dass der Umbau zur Produktion von klimafreundlicheren Energieträgern vorangetrieben werden solle.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Michael Kellner, kritisierte dennoch die Strategie der Bundesregierung. Sie wirke wie "der Versuch, eine Laufzeitverlängerung für Öl hinzubekommen", sagte er der "Rheinischen Post".

Bisher hat sich Reiche dadurch ausgezeichnet, dass sie bei Energiefragen vor allem die Belange der privatwirtschaftlichen Mineralölwirtschaft berücksichtigt. Statt die Raffineriekapazitäten zu erhöhen, wäre ja auch eine Forcierung der Energiewende weg von fossilen Brennstoffen denkbar. Statt mehr Raffineriekapazitäten für Dieselkraftstoffe bräuchte es vielleicht eine Verlagerung von Transporten auf die Schiene.

Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis dagegen bleibt eisern auf dem Kurs der Sozialpartnerschaft, die keine ernsthafte Kritik an den Arbeitgebern zulässt. Er sagte bei der Auftaktveranstaltung des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin „Deshalb geht es hier auch um die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts als Ganzes und um die Resilienz Deutschlands in Europa.“

Der IGBCE-Vorsitzende hob die Bedeutung der Raffinerien für die industriellen Produktionsprozesse insgesamt hervor. Die 13 deutschen Standorte stünden vor allem in der chemischen Industrie am Anfang vieler Wertschöpfungsketten. Die Schließung einer Raffinerie würde nicht nur gut bezahlte Arbeitsplätze im Betrieb selbst treffen, sondern in der Folge jeweils eine fünfstellige Zahl bei den weiterverarbeitenden Branchen im direkten Umfeld gefährden.

Die IGBCE wolle gemeinsam mit den Unternehmen der Mineralölindustrie den Wandel der Branche organisieren, so Vassiliadis. „Im Gegenzug erwarten wir ein klares Bekenntnis zu Tarifbindung, Mitbestimmung und Investitionen in den Standort.“ Resilienz und Versorgungssicherheit in bewegten Zeiten – für die Industrie und ihre Beschäftigten, für die Verbraucher und die Gesellschaft.“

Die IGBCE hat zu diesem Thema allerdings keine neue Idee entwickelt. Wie schon zuvor zum Thema Sozialabbau bietet sich für die IGBCE wieder nur die Forderung nach Senkung der Abgaben für CO2-Emissionen über den CO2-Zertifikatehandel an, um den Konzernen ihre Profite zu sichern. Dabei wurde die Verknappung von CO2-Zertifikaten für 2026 von der EU schon abgesenkt, so dass die Forderung der IGBCE auf eine langsame aber sichere Beendigung der CO2-Bepreisung hinausläuft.

Ein krisenfestes Energiesystem ist sicher nicht in der Fortführung der fossilen Energiewirtschaft zu finden - im Gegenteil: Gerade dieses System befindet sich in der Krise. Der ungebremste Marsch in die Klimakatastrophe ist auch für Beschäftigte in der Energie – und Chemiebranche keine Option.

Die Erde steuert bis 2100 auf eine Erwärmung von 2,8 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu, wenn die Staaten ihre aktuelle Politik beibehalten. Das geht aus dem neuen Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms (UNEP) hervor, den die Organisation am 21. Oktober 2026 veröffentlichte. [jdm]

Neudörpen: Abriss des Gemeindezentrums soll im November erfolgen

In Neudörpen soll ein neues Gemeindezentrum an der Stelle des bisherigen Gebäudes gebaut werden. Aus diesem Grunde muss das bestehende Gebäude zunächst rückgebaut werden. Die Ausschreibung ist hierfür bereits erfolgt und der Auftrag vergeben. Ab dem 9. November soll der Abriss erfolgen.

Auch die Rohbauarbeiten sind bereits vergeben, hat uns die Verwaltung weiter mitgeteilt. Die Ausschreibungen für die übrigen Gewerke sind in der Vorbereitung. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-de]

Acht Jahre nach großflächigen Waldschäden: Niedersachsen startet Wiederbewaldung im Harz

Ministerin Miriam Staudte bei der Baumpflanzaktion mit Ministerpräsident Olaf Lies, Minister Christian Meyer, dem Präsidenten der NLF, Dr. Klaus Merker (3. v. l.), und dem Vizepräsidenten der NLF, Dr. Hans-Martin Hauskeller (Bild: ML Niedersachsen)
Ministerin Miriam Staudte bei der Baumpflanzaktion mit Ministerpräsident Olaf Lies, Minister Christian Meyer, dem Präsidenten der NLF, Dr. Klaus Merker (3. v. l.), und dem Vizepräsidenten der NLF, Dr. Hans-Martin Hauskeller (Bild: ML Niedersachsen)

Im Jahr 2018 traten großflächige Waldschäden im Harz auf. Ganze acht Jahre hat es gedauert, bis gestern der offizielle Startschuss für die Wiederbewaldung gegeben wurde. Dafür waren Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und Umweltminister Christian Meyer extra in den Harz gereist. Offenbar war die Aussicht auf schöne Pressefotos ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl im September 2027 ein wichtiger Anlass, und dabei störte es anscheinend auch nicht, dass bereits im Jahr 2021 über Aufforstungen im Harz berichtet wurde.

Die Landespolitiker pflanzten junge Eichen gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Lauterberg, teilt das Landwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung mit. Dieses gehöre, vor allem im Bereich Braunlage, zu den am meisten geschädigten Bereichen im Harz, erfährt man weiter.

Grundlage für die Wiederbewaldung ist das von den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) entwickelte „Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz“, das die Niedersächsische Landesregierung beschlossen hat. Die Gesamtkosten für die Umsetzung werden auf rund 130 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren geschätzt. Rund 117 Millionen Euro werden aus zweckgebundenen Rücklagen der Niedersächsischen Landesforsten sowie aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich des Sondervermögens „Wirtschaftsförderfonds“ des Landes finanziert.

Das „Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz“ basiert auf dem Waldbauprogramm LÖWE+. Ziel ist es, die betroffenen Flächen, insgesamt 30.000 Hektar, zu widerstandsfähigen, artenreichen und an die Folgen des Klimawandels angepassten Bergmischwäldern zu entwickeln. Die NLF setzen laut Pressemitteilung des Landwirtschaftsministerium dabei gleichermaßen auf die natürliche Ansamung verschiedenster Baumarten des Harzes in Verbindung mit Pflanzungen zusätzlich geeigneter klimaangepasster Baumarten. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf trockenheitsresistenten Laub- und Nadelbaumarten, wobei Pionier- und Lichtbaumarten einen hohen Anfangsanteil einnehmen.

Mittel- bis langfristig soll die Baumartenzusammensetzung überwiegend aus sogenannten Schlusswaldbaumarten wie Buche, Bergahorn, Lärche, Tanne und Douglasie bestehen, wobei grundsätzlich mindestens zwei Drittel der Bestände aus Laubbäumen gebildet werden. Die ehemals weit verbreitete Fichte bleibt auch weiterhin als Struktur- und Wirtschaftsbaumart zu geringeren Anteilen erhalten. Was die Landespolitiker vor Ort zu Protokoll gegeben haben und weitere Informationen zu ihrer Harzreise findet man in der Pressemitteilung.

Vor genau 200 Jahren wurde übrigens der Bericht zur Harzreise von Heinrich Heine, damals Student in Göttingen, veröffentlicht. Heine ließ sich im Jahr 1824 allerdings nicht chauffieren, sondern wanderte durch den Harz. Der Text wurde zwei Jahre später im ersten von vier Bänden der Reisebilder im Verlag Hoffmann & Campe in Hamburg veröffentlicht. Er war Heines erster großer Publikumserfolg und ist bis heute einer seiner beliebtesten Texte, schreibt Wikipedia. Nachvollziehbar, kann hier nach eigener Lektüre vor wenigen Wochen angemerkt werden.
Die Harzreise (1. Teil der "Reisebilder") ist übrigens auch im Projekt Gutenberg veröffentlicht worden und kann dort kostenlos gelesen werden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Rudernachwuchs aus dem Nordwesten trainiert auf dem Küstenkanal bei Dörpen

Auf dem Küstenkanal zwischen der Schleuse Dörpen und der Brücke in Dörpen-Haar kann man zurzeit viele Ruderboote mit jungen Ruderer/innen sehen. Es handelt sich um Nachwuchssportler aus Vereinen im Nordwesten Niedersachsens, die sich zum Team NordWest e.V. zusammengeschlossen haben, um den Ruderleistungssport gemeinsam zu fördern. Ziel der angehenden Leistungssportler ist die Teilnahme an nationalen und internationalen Regatten.

In Dörpen trainieren vornehmlich Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren, haben wir von einer Betreuerin erfahren. Bei ihren Fahrten auf dem Küstenkanal werden sie von ihren Betreuern in einem Motorboot begleitet und erhalten von hier Hinweise zur Verbesserung der Rudertechnik. Untergebracht sind die jungen Ruderer/innen im Vereinsheim des Wassersportvereins Dörpen. Vom Anleger am Stichkanal sind es nur wenige Meter bis zum Küstenkanal. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Einladung zur Digitalen Infoveranstaltung zur Endlagersuche am Dienstag, 03.11.2026

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle erreicht bald eine wichtige Phase: Ab Ende 2027 konzentriert sich das Verfahren auf wenige Regionen in Deutschland. Aber welche Regionen kommen in Frage? Hierzu veröffentlicht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), die die Suche durchführt, im Oktober 2026 einen aktuellen Einblick in den Fortschritt ihrer Arbeiten.

Unsere digitale Info-Veranstaltung „Zukunft sicher gestalten: Endlagersuche in Deutschland“ bietet Ihnen einen kompakten und verständlichen Einstieg in das Suchverfahren. Der nächste Termin findet am 03.  November 2026 statt.

Mit der digitalen Info-Veranstaltung „Zukunft sicher gestalten: Endlagersuche in Deutschland“ bieten das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) und der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bietet Ihnen einen kompakten und verständlichen Einstieg in das Suchverfahren. Die BGE ist das mit der Endlagersuche beauftragte Unternehmen. Sie erkundet dafür den geologischen Untergrund Deutschlands. Das BASE ist die staatliche Aufsichtsbehörde im Suchverfahren und hat die Aufgabe, die Öffentlichkeitsbeteiligung zu organisieren.

Das erwartet Sie: Vertreter:innen beider Organisationen geben Ihnen einen Überblick über das Suchverfahren, den aktuellen Stand der Arbeiten und Ihre Möglichkeiten zur Beteiligung. Für das BASE wird Ina Stelljes, Abteilungsleiterin der Abteilung Beteiligung, und für die BGE wird Dagmar Dehmer, Leiterin der Abteilung Kommunikation, anwesend sein. Nach dem einführenden Vortrag ist ausreichend Zeit für Ihre Fragen und Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.

Wann und wie: Die Veranstaltung findet regelmäßig statt und ist offen für alle Interessierten. Es ist keine vorherige Anmeldung notwendig. Der nächste Termin findet am 03.  November 2026 statt. Der letzte Termin in diesem Jahr findet am 02.12.2026 statt. Die Veranstaltung am 03.11. wird zudem live auf dem YouTube-Kanal der BGE übertragen.

Datum: Dienstag, 03.11.2026
Uhrzeit: 17 Uhr - 19 Uhr

Die Zugangsdaten lauten: Einwahl-Link: https://eu01web.zoom.us/j/63832658577?pwd=x6gGy5e0QkW3RTrnEiAvN09IM21d1a.1, Meeting-ID: 638 3265 8577, Kenncode: 989335. Den Zugangslink zur Veranstaltung finden Sie zudem auch hier. [PM]

„Investitionsgipfel“: Merz will deutsche Infrastruktur durch Privatisierung an Blackrock und Co. übereignen

Die Unternehmen investierten seit 2020 rund 470 Milliarden Euro weniger, als nach dem historischen Trend zu erwarten gewesen wäre. Der Staat investierte dagegen rund 50 Milliarden Euro mehr. Zusammengenommen ergeben sich so geschätzte Investitionsausfälle von rund 420 Milliarden Euro. 

Selbst 2026 haben die privaten Investitionen immer noch nicht ihr Vor-Corona-Niveau erreicht. Sie lagen im zweiten Quartal dieses Jahres mehr als zehn Prozent unter dem Jahresdurchschnitt 2019. Anders ist es bei den öffentlichen Investitionen: Sie liegen 20 Prozent höher als 2019. Grund sind zuletzt das Sondervermögen Infrastruktur und die Ausnahme bei der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben. Eine aktuelle IW-Studie zeigt: Zwischen 2020 und 2025 wuchs die deutsche Wirtschaft nur dank höherer Staatsausgaben.

Da es sich bei den Rüstungsausgaben aber nicht um Investitionen handelt, die weitere wirtschaftliche Impulse nach sich ziehen, handelt es sich eigentlich um staatliche Konsumausgaben.

Eine weitere IW-Studie kommt zu dem Schluss, dass US-Unternehmen nur noch 11,8 Milliarden Euro in Deutschland investierten – ein Rückgang um fast 44 Prozent gegenüber 2024. Ihr Anteil an allen ausländischen Investitionen hierzulande schrumpfte damit von mehr als 36 Prozent auf rund 14 Prozent. Der mit Abstand größte Teil des ausländischen Investitionskapitals kommt weiterhin aus Europa. Die EU-Staaten (ohne Deutschland) investierten 2025 – trotz eines leichten Rückgangs um 2,7 Prozent – rund 43 Milliarden Euro in Deutschland. Das entspricht gut 50 Prozent aller ausländischen Investitionen. Zählt man das Vereinigte Königreich hinzu, kommen mehr als 80 Prozent der ausländischen Investitionen aus Europa.

Für USA-Fan Merz ist das kein guter Zustand. Er lud deshalb 200 CEOs, Wirtschaftsbosse und Investoren zu einem Wirtschaftsgipfel ein. Alles lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab.

Die Wirtschaftsbosse hatten im Vorfeld schon ihre Forderungen genannt. So müsse die deutsche Altersvorsorge auf Kapitaldeckung umgestellt werden. Denn die Finanzinstitute wie Blackrock oder JP Morgan geiern auf die Rentenbeiträge der Arbeiter, die sie gern investieren würden. Als Vorbild pries Blackrock-Chef Laurence Fink die Privatisierung der Rente in den Niederlanden.

Die US-Investmentgesellschaft KKR hatte im September vorgeschlagen, eine Verteilnetz-GmbH in Deutschland zu entwickeln, in der die Stromnetze von Hunderten Stadtwerken gebündelt werden, damit Investoren einsteigen können. Damit wäre dann auch diese wichtige Infrastruktur durch Privatisierung der demokratischen Kontrolle der Städte entrissen.

Laut der Linken-Bundestagsfraktion geht aus der Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage zum Investitionsgipfel hervor, dass sich die Wirtschaftsministerin Reiche mit dem Chef der KKR schon mehrfach zu diesem Thema getroffen hat. [jdm]

Universität Bremen: Ringvorlesung zum Wolf auch als Zoom-Webinar zu verfolgen

Gemeinsam mit der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V. (GzSdW) veranstaltet die Forschungsstelle für Tier- und Tierschutzrecht (FTT) der Universität Bremen im laufenden Wintersemester eine Ringvorlesung zum Thema Wolf.

Die Ringvorlesung verfolgt das Ziel, theoretisches und praktisches Wissen zum Thema Wolf zu vermitteln: Sie möchte zu diesem Zweck informieren über das Wesen von Wölfen, über ihre Lebens- und Verhaltensweisen, über ihr Verhältnis zum Menschen und bestehende Konfliktpotenziale, aber auch über den rechtlichen Rahmen des Zusammenlebens mit Wölfen.

Für Kurzentschlossene gibt es heute um 17 Uhr die Möglichkeit einen Vortrag zum Thema "Die Bedeutung des „günstigen Erhaltungszustands“ nach der Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes" von Jochen Schumacher anzuhören.

Die Teilnahme via Zoom-Webinar ist unter folgendem Link möglich:
https://uni-bremen.zoom-x.de/j/69816460710?pwd=c1iJR66XCbgZRpmfvSjFUV42qfXhhC.1

Alternativ kann man sich aber auch mit einer Webinar-ID und Kennwort bei Zoom in das Webinar einwählen:
Webinar: ID: 698 1646 0710; Kenncode: 928048. [HM/gruenealternative.de/forum-d]

Hallo-Wippingen seit 25 Jahren online

Ei pardauz, jetzt haben wir gestern unser 25jähriges Jubiläum übersehen! Am 18. Oktober 2001 schaltete Helmut Frericks Hallo-Wippingen online. Zunächst veröffentlichten wir noch unter dem Namen Wippingen.de. Das hat dann nicht jedem gefallen, weil unsere Seite damit quasi einen offiziellen Charakter annahm. Aber das wollten wir selbst auch nicht.

Hallo-Wippingen sieht sich weiter den Wippingern und der Dorföffentlichkeit verpflichtet. Gleichzeitig sehen wir uns aber auch als meinungsstarkes Themenportal mit den Schwerpunkten Lokales, Lokalgeschichte, Service, Friedenspolitik und Sozialpolitik. Selbstkritisch müssen wir leider feststellen, dass die Lokalgeschichte in letzter Zeit etwas ins Hintertreffen geraten ist. Hier handelt es sich um ein zeitintensives Feld. Wir versprechen aber Besserung.

Wir waren am Anfang stolz, als wir die Schwelle von hundert LeserInnen täglich überschritten hatten. Mittlerweile zeigt uns der Zähler des Providers andere Zahlen an. Im September 2026 hatten wir im Durchschnitt täglich 6006 verschiedene LeserInnen; am 2. September waren es 3.831 LeserInnen, am 27. September waren es 10.769.

Hallo-Wippingen entsteht ehrenamtlich. Wir danken den VertreterInnen der Vereine und Gruppen, die Hallo-Wippingen mit ihren Beiträgen und Hinweisen erst möglich machen. Wir freuen uns über jeden Leser und jede Leserin und sind dankbar für jedes Lob und jede Kritik. [jdm]

Niedersachsen: Jagdzeiten bei Wolf und Gänsen per Verordnung ausgeweitet

Die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen), hat Anfang Oktober 2026 eine Änderung der Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes erlassen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Wolfsabschüsse bis Ende Februar möglich. Ist für die Tierart Wolf ein revierübergreifender Managementplan aufgestellt worden, so darf die Jagd auf die Tierart Wolf nun ausgeübt werden

1. als Schnellabschuss von Wölfen jeden Alters vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar oder
2. in einem Interventionsgebiet
a) auf Jungwölfe vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar und
b) auf die übrigen Wölfe vom 1. November bis zum Ablauf des Monats Februar.
Hierzu enthält die Verordnung vom 6. Oktober 2026 weitere Detailinformationen.

Für aktive Jäger werden die Veränderungen bei Gänsen eher von praktischer Bedeutung sein:
Nilgänse dürfen nun vom 16. Juli bis 31. Januar geschossen werden (zuvor 16. Juli – 15. Januar)
Jungnilgänse sind sogar ganzjährig für die Jagd frei.

Wenn Wildgänse aufgeschreckt werden, verursacht der fluchtartige Start hohe Energieverluste, die über weitere Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden müssen.

Bei Grau- und Kanadagänsen verlängert sich die Jagdzeit vom 16. Juli bis 15. Februar (zuvor 16. Juli – 15. Januar). Damit werden wir zukünftig bis Mitte Februar beobachten können, wie Hobbyjäger Scharen von Wildgänsen aufscheuchen, um vielleicht einige wenige Tiere zu erlegen. Dabei werden sicherlich viele Gänse angeschossen und später unter Qualen verenden.

Die aufgescheuchten Tiere müssen den unnötigen Energieverlust durch zusätzliche Futteraufnahme ausgleichen, womit Schäden in der Landwirtschaft erhöht werden können. Lässt man die Gänse dagegen in Ruhe auf abgeernteten Maisflächen nach Futter suchen, halten sich die Schäden in Grenzen. Hierzu erinnern wir an unseren Beitrag vom Januar 2026, in dem wir über die Gänsejagd in Neubörger kurz vor Ende der Jagdzeit berichteten.

Die Tierschutzorganisation Peta hat uns zur Änderung der Jagdzeiten in Niedersachsen folgende Stellungnahme übermittelt:
„Wir sind nach der schwachen Reform des Landesjagdgesetzes im Juni dieses Jahres abermals enttäuscht von der Landesregierung, dass die Jagdzeiten für Gänse sowie die Tötung von Wölfen ausgeweitet wurden. Sämtliche Maßnahmen lehnen wir aus Tierschutzsicht ab, sie sind auch aus fachlicher Sicht unsinnig. Wir werden uns weiterhin für die Abschaffung der Hobbyjagd einsetzen. Anstatt den Jägern und ihrer Lust am Töten noch weiteren Spielraum zu geben, sollte die Landwirtschaftsministerin Staudte lieber das Staatsziel Tierschutz im Blick haben und das Töten ohne vernünftigen Grund untersagen.“ [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

UPM nimmt Bioraffinerie in Leuna in Betrieb

Der finnische Forst-, Holz-, Zellstoff- und Papierkonzern UPM, zu dem Nordland Papier in Dörpen gehört, hat seine Bioraffinerie in Leuna (Sachsen-Anhalt) offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage sei auf eine Jahreskapazität von 220.000 t ausgelegt, teilte das Unternehmen mit. Die Gesamtinvestition beziffert UPM auf 1,37 Mrd. Euro.

Nach Unternehmensangaben sind die enzymatische Hydrolyse und die Herstellung ligninbasierter Spezialchemikalien inzwischen stabil angelaufen. Die Anlage verarbeitet Buchenholz aus Durchforstungen und Sägewerksreststoffe aus einem Umkreis von rund 200 km. Bei der enzymatischen Hydrolyse wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Diese dienen als Rohstoffe für die Chemieindustrie und können fossile Vorprodukte ersetzen.

Allerdings verlief in Leuna nicht alles wie geplant. Anlässlich eines Besuchs des Bundespräsidenten im Sommer 2021 auf der Baustelle in Leuna berichtete UPM am 23. Juni 2021, dass dort ab 2023 produziert werden solle, also verzögerte sich der Start der Produktion um drei Jahre. Auch die Kosten liefen aus dem Ruder: Statt der geplanten 550 Millionen Euro wurden es schließlich mehr als doppelt so viel. Auf der Homepage des MDR findet man hierzu einen Bericht. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

WhatsApp-fähige Handys gesucht

Alte Handys

Wer hat noch ein funktionsfähiges Smartphone herumliegen, das er zur Verfügung stellen kann. Ich suche für Betreute funktionsfähige Smartphones. Die Personen haben als Pflegeheimbewohner nur ein Taschengeld und können sich keine Geräte kaufen.

Die Smartphones sollten noch WhatsApp-fähig sein und man sollte mit ihnen telefonieren können. Weitere Anforderungen bestehen nicht. Vor der Abgabe sollten sie auf Werkseinstellung zurückgestellt werden, so dass alle bisherigen Daten gelöscht sind. Hierbei kann aber auch Hilfestellung geleistet werden. Bitte melden bei deters.wippingen@gmx.de. [jdm]

Berliner Sondierungspapier macht die militaristische Rechte aggressiv

Die Tagesschau hat es heute in der Ausgabe um 20.15 Uhr fertig gebracht, darüber zu berichten, dass in Berlin die Parteien Die Linken, Die Grünen und die SPD eine gemeinsames Sondierungspapier beschlossen haben, das Grundlage für Koalitionsverhandlungen sein soll, ohne auf den Inhalt des Sondierungspapiers einzugehen.

Stattdessen kaute die Tagesschau die Antisemitismus-Verleumdungen gegen die Linken wieder. Und berichtete ausführlich, warum die Parteispitzen von SPD, Grünen und Union diese Einigung ablehnen.

Das Sondierungspapier enthält nicht das, was die Wähler der Berliner Linken gewollt haben, aber es ist immerhin ein Papier, das die Politik endlich mal wieder eine andere Richtung zu einem Mehr an Lebensqualität und Sicherheit für die Arbeiterklasse bringt. Kein Wunder, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf dem Karrieristentreffen der Jungen Union schäumte.

Die Situation der Mieter steht im Mittelpunkt des Papiers. Die Verhandler haben festgehalten, dass eine Vergesellschaftung ein Mittel sein kann und bei dessen Umsetzung die Vorarbeiten des Volksentscheids einbezogen werden sollen - allerdings soll das Gesetz erst 2028 kommen. Und die SPD und Grünen haben hineinverhandelt, dass die Anwendung bei privaten Unternehmen erst ab 10.000 Wohnungen gilt, nicht bei 3.000, wie der Volksentscheid und die Linken gefordert hatten. Bis dahin wird die Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) wohl das grundgesetzwidrige Gesetz unter Dach und Fach haben, mit dem sie den Grundgesetzartikel 15 zur Vergesellschaftung außer Kraft setzen will.

Immerhin: Das Sondierungspapier will 100.000 neue Wohnungen schaffen, aber nicht wie bei der Rechten üblich allein durch Ausweisung von Baugebieten und Abschaffung von Umweltschutz und sonstigen Bauvorschriften, sondern mindestens die Hälfte des Neubaus soll durch landeseigene Wohnungsunternehmen und gemeinwohlorientierte Akteure erfolgen. Dazu will die neue Koalition ein öffentliches Wohnungsbauprogramm starten.

Auch Klimaschutz findet endlich mal wieder Erwähnung, der Nahverkehr soll verbessert werden und bezahlbar bleiben. Und Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen sind ebenfalls ein Thema.

Die Parteizentralen werden weiter versuchen, diese Einigung schlecht zu reden. Wenn Söder von einer Brandmauer gegen Links spricht, dann meint er im Eigentlichen eine Brandmauer gegen Arbeiterforderungen. Er möchte nicht, dass von links seine Sozialabbaupläne und der Umbau Deutschlands in eine militaristische Kriegsmaschine behindert wird. Die - wenn auch noch zaghaften - Pläne von Rot-Rot-Grün in Berlin könnten die uneingeschränkte Machtübernahme des militärisch-industriellen Komplexes in Deutschland bremsen. [jdm]

WSA versperrt Kanalzufahrt in Kluse mit Steinblöcken

Steinblöcke versperren nun die Zufahrt zum Seitenkanal in Kluse

Nachdem es am Seitenkanal Gleesen-Papenburg in Kluse im Bereich der ehemaligen Badestellen mehrmals zu Sandentnahmen aus dem Kanaldamm gekommen war, hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) die Zufahrt im Jahr 2022 mit drei Pfosten versperrt. Im Sommer 2026 wurde dann der mittlere Pfosten an der Ostseite des Kanals am Boden abgesägt (s. a. unseren Bericht vom 9. September 2026).

Das WSA Ems-Nordsee wolle deshalb eine von der bisherigen Ausführung abweichende, geeignetere Barriere an dieser Stelle errichten, wurde uns von dort mitgeteilt. Dies ist nun geschehen: An beiden Seiten des Kanals versperren jeweils drei Gesteinsblöcke zusätzlich die Zufahrt zum Kanal.

Diese Maßnahme erscheint auch uns geeigneter als die bisherigen Pfosten. Damit könnte man sicherlich auch das Befahren des Kanaldamms an anderer Stelle verhindern. Beispielsweise sind an der westlichen Kanalseite südlich der Neudörpener Straße immer wieder Fahrzeuge von Anglern auf dem Damm zu sehen, obwohl hier das Angeln wegen der im Kanal vermuteten Munition aus dem Zweiten Weltkrieg verboten ist. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Dörpen: Umbau des Kreisels beim Edeka-Markt zieht sich hin – Kostensteigerung nicht auszuschließen

In unserem Artikel vom 12.10.2026 war zu lesen, dass sich die Preise im Straßenbau im Vergleich von August 2025 und August 2026 um fast 7 % erhöht haben; dies hatte das Statistische Bundesamt ermittelt. Wir haben in der Verwaltung nachgefragt, ob, und ggf. wie sich diese Kostensteigerung auf in Dörpen geplante Baumaßnahmen auswirken.

Der Edeka-Kreisel in Dörpen wird später als geplant umgebaut
Der Edeka-Kreisel in Dörpen wird später als geplant umgebaut

Offenbar musste eine größere Baumaßnahme insgesamt wegen unerwartet hoher Kosten verschoben werden, haben wir erfahren. Laut Verwaltung wird in diesem Jahr die geplante Neugestaltung des Kreisverkehrs beim Edeka-Markt nicht umgesetzt. Für diese Maßnahme, die laut Haushaltsplan 2026 als Ergebnis eines einige Jahre zuvor beschlossenen Verkehrskonzeptes umgesetzt werden soll, waren Kosten von 490.000 € veranschlagt worden.

Im Frühjahr dieses Jahres fand eine Ausschreibung der Baumaßnahme statt, die jedoch nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führte. Es gab nur einen Bieter, dessen Angebot deutlich über der Kostenschätzung lag. Deshalb wurde die Ausschreibung aufgehoben. Dieses Ergebnis hänge sehr wahrscheinlich damit zusammen, dass sich die Auslastung in der Tiefbaubranche nicht zuletzt wegen der staatlichen Investitionsprogramme deutlich verbessert habe, führt die Verwaltung als Erklärung an.

Was sind nun die Folgen? Bei einer angenommenen Kostensteigerung von 7 % würden sich zusätzliche Kosten von etwa 34.000 Euro ergeben. Die Verwaltung sieht eine Erhöhung der Kosten für den Kreisel allerdings nicht in diesem Umfang auf sich zukommen.

„Wir gehen in diesem Einzelfall sicher davon aus, dass eine erneute Ausschreibung zu einem günstigeren Zeitpunkt zu deutlich besseren Ergebnissen führen wird“, lautet die optimistische Einschätzung der Verwaltung. Neben dem allgemeinen Preisniveau spiele auch die Auslastung der regionalen Bauwirtschaft zum jeweiligen Ausschreibungszeitpunkt eine wesentliche Rolle für die Preisbildung. Die einfache Logik der Verwaltung scheint zu lauten, dass weniger Aufträge für die Bauwirtschaft niedrigere Preise ergeben.

Doch zurzeit ist nach unserer Einschätzung wohl nicht von einer Verschlechterung der Auftragslage im Straßenbau auszugehen. Und auch die Verwaltung bleibt vorsichtig optimistisch: Ob die Kostenschätzung angepasst werden müsse, sei zum jetzigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Jedenfalls gehe man nicht davon aus, dass eine etwaige Kostensteigerung Ausmaße erreicht, die die Finanzierung der Maßnahme generell gefährden würde. Gleichwohl bleibe der Straßenbau in der Gemeinde Dörpen eine Daueraufgabe. Vor diesem Hintergrund seien größere Preissteigerungen natürlich immer unerfreulich und eine Herausforderung. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Die Bremer Stadtmusikanten auf dem Weg nach Indien

Wenn Worte zu Bildern werden und Kinder zum Lernen begeistern

  • Ohne Begeisterung gibt es kein Lernen

Seit geraumer Zeit liest man immer wieder Nachrichten aus skandinavischen Ländern, die darüber berichten, dass man die Gestaltung des Schulunterrichts ändern will. Man ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Digitalisierung des Unterrichts beim Lernen eher hinderlich sei und will wieder zurück zu Büchern, Papier und Bleistift. Besonnene Stimmen weisen zurecht daraufhin, dass die Wahl der Lehrmittel nicht ausschließlich sein darf. Für den Lehrer gilt zu entscheiden. Wann ist es besser auf Computer, Laptops, das Internet und Lernprogramme zurückzugreifen, und wann sollte man Bücher lesen und Aufgaben handschriftlich anfertigen lassen? – Mit der „richtigen“ Antwort ist es wie bei den Führungsstilen. Soll man einfach anordnen, soll man eine Vorgehensweise diskutieren oder soll man die Schüler einfach machen lassen? - Es kommt darauf an. Die für unser Schulsystem typische Diskussion darüber lässt eines außer Acht. Gleichgültig, welches Lehrmittel als das „Richtige“ befunden wird, gilt es für einen Lehrer zuallererst, den Kindern Lust auf das anstehende Thema zu machen. Denn ohne sie wird Lernen sehr schnell zu einer für Kinder ekeligen Dressur. An zwei Beispielen soll eine altbewährte Methode vorgestellt werden, mit der man Kinder begeistern kann. - Geschichten erzählen. -

  • Mogli – Der beste Reiseführer durch Indien

Im Geografie-Unterricht einer 7. Klasse ist „Indien“ das Thema. Im Erdkundebuch wird das Land anhand von Überschriften wie Bevölkerung, Geschichte, Klima, Flora und Fauna u.a. in zusammengefasster Textform vorgestellt. Am Ende des Kapitels stehen Fragen, die die Schüler unter Nutzung des Buches in schriftlicher Form beantworten sollen. Wie die Erfahrung zeigt, ist die Begeisterung für diese Arbeit nicht sehr groß. Das Thema interessiert sie nicht, und mit der Hand schreiben mögen sie schon gar nicht. Da taucht dann sehr schnell die Frage auf, warum sie das machen sollen. Die typischen Lehrer-Antworten sind dann autoritär und töten jede Motivation, sich mit dem Thema beschäftigen zu wollen. „Weil ich das sage“ oder „weil es in der nächsten Klassenarbeit drankommt“. Eine solche Situation stand mir in einer 7. Klasse Gymnasium bevor. - Zur Einführung hatte ich „das Dschungelbuch“ von Rudyard Kippling mitgebracht und las den Kindern die Geschichte von Rikki-Tikki-Tavi vor. Sie handelt von einem Mungo, der in Indien zum Schutz gegen Giftschlangen in Haushalten gehalten wird. Rikkis Aufgabe bestand darin, die Kinder des britischen Haushaltes vor einem Kobrapaar zu beschützen, das in Haus und Garten Schrecken verbreitete. In der Handlung tötet der Mungo beide Schlangen in einem wilden Kampf und vernichtet deren Brut. Für die Schüler, die das Dschungelbuch nur in der süßen Disney-Version kannten, war es ein ganz neue Erfahrung. Dass ich ihnen auch einen Youtube Clip über Mungos und Kobras gezeigt habe, war selbstverständlich. Sie wollten noch mehr Geschichten aus dem Kipplingbuch hören. Ich habe es ihnen versprochen. Die Tür zu Indien und ihrem Erdkundebuch wurde weit aufgestoßen. Sie begannen, zu verstehen und selbstständig zu denken. Geschichten, die sie berührt hatten, waren der Türöffner. Es waren keine passiven Animationserlebnisse auf dem Handy, sondern innere Bilder, die durch das Erzählen oder dem Vorlesen von Geschichten in ihnen aufgeblüht waren. Man könnte sie Fantasie nennen.

  • Die Bremer Stadtmusikanten – der Beginn einer Reise

Diese wichtige Entwicklung des menschlichen Hirns beginnt schon im Kindergartenalter. Eltern wissen darum, vor Allem, wenn Ihnen selbst als Kinder vor dem Einschlafen vorgelesen wurde. Leider ist dieses Ritual immer mehr eingeschlafen. Stattdessen bedient man sich digitaler Krücken, um Kinder aus der Welt des Tages in den Schlaf zu befördern. Ein Clip mit ihren digitalen Helden auf dem Laptop sind die idealen Sandmännchen. Wir haben sie in meiner Familie auch benutzt. Trotzdem haben wir immer wieder auch vorgelesen. Nicht zuletzt verlangten die Kinder danach. Als ich einmal wieder an der Reihe war, habe ich ihnen die Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten erzählt. Ich konnte Märchen erzählen, ohne sie vorzulesen, weil ich in meiner Jugend alle gängigen Märchenbücher immer wieder gelesen hatte. Die Zwillinge, damals 5 Jahre alt, hingen an meinen Lippen, wenn ich mit verstellter Stimme die Helden der Gechichte sprechen ließ. - Beim nächsten Mal war meine Frau wieder der Geschichtenerzähler. Die Zwillinge bestanden auf die Bremer Stadtmusikanten. Als es zum Happy-End kam, geschah das Unausweichliche. Im Buch heißt es: Nachdem die Räuber aus ihrem Haus vertrieben wurden, beschlossen die Tiere, in dem Räuberhaus zu bleiben und lebten dort bis zu ihrem Ende. Protest von den Kindern. Das stimmt nicht. Sie sind nach Bremen weitergezogen, wo sie herzlich aufgenommen wurden und als Musikanten bis zu ihrem Ende bleiben durften. Das war meine Version, die ich ihnen als Bremer erzählt hatte. Das Ende der Buchgeschichte hatten sie kategorisch abgelehnt. Meine Version fand später ihre Bestätigung.

Bei einem Besuch in Bremen hatte ich ihnen das Denkmal der Stadtmusikanten gleich neben dem Rathaus gezeigt. Kommentar des einen Zwilling: Siehste Mama, sie waren doch hier. Die Moral von der Geschicht. Erzählte Geschichten schlagen jedes Buch. Das bezieht sich nicht auf die Richtigkeit von Inhalten, sondern allein auf die Begeisterung, die ein begeisteter Erzähler bei ihnen auslöst. In diesem Sinne werden wir weder mit Digitaltrechnik noch mit Bücher lesen und handschriftlichen Ausarbeitungen klügere Kinder bekommen. Es reichen erwachsene Bezugspersonen wie Eltern, Großeltern und Lehrer, die davon beseelt sind, Kindern Geschichten zu erzählen. Lernen könnte ein Selbstläufer werden, den es nur noch zu moderieren gilt. - Könnte! - Der Konjunktiv ist auch hier, wie bei allen Vorhersagen menschlichen Verhaltens, angebracht. Es kann gelingen, muss aber nicht. Ein Versuch ist Kindern Geschichten erzählen, um sie zu begeistern, allemal wert. Er ist ein Zeichen von Liebe, und davon können sie nicht genug bekommen. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 19.10.2026: Meppen
Dienstag, 20.10.2026: Klein Hesepe
Mittwoch, 21.10.2026: Neumehringen
Donnerstag, 22.10.2026: Papenburg
Freitag, 23.10.2026: Eisten
Samstag, 24.10.2026: Lingen
Sonntag, 25.10.2026: Dörpen
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Die WTD 91 meldet nur für den 21.10.2026 und 22.20.2026 auf dem Schlagbrückener Weg Sperrungen. [jdm]

Bundestag beschließt Werbekampagne gegen die gesetzliche Rente

194 Millionen Euro jährlich investiert der Bund in die "Frühstartrente" genannte Werbekampagne für die Aktienrente. Denn um nichts anderes handelt es sich hier. Die bis zum 18. Lebensjahr angesammelten 1440 Euro spielen für nichts ein Rolle.

Dass sich die SPD für diese maximal dumme Idee zur Verfügung stellt, zeigt, dass sie überhaupt keinen Bezug mehr zur realen Lebenswelt der Arbeiterklasse hat. Damit hatte der neue Sozialminister von der SPD auch einen maximal schlechten Start. [jdm]

Infrastrukturgesetz stellt für Bundeswehr rechtsfreien Raum her

Im Juli 2026 beschloss das Kabinett ein Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetz. So wird es in den politischen Beratungen genannt, rechtlich heißt es „Gesetz für den Bau und Betrieb von Infrastruktur für Zwecke der Bundeswehr (Bundeswehrbaugesetz – BwBauG)“.

Durch dieses Gesetz werden nach Einschätzung der Informationsstelle Militarisierung e. V. viele der in den letzten Jahrzehnten erarbeiteten Gesetzesvorgaben bei Immissionen, Umweltverträglichkeit, Wasserhaushalt, Wald- und Naturschutz abgeschafft, wenn die Bundeswehr sie als hinderlich erachtet.

Genehmigungsverfahren sind damit nicht mehr nötig, wenn die Bundeswehr etwas will. Windräder können nicht mehr gebaut werden, wenn die Bundeswehr ein Gebiet zum „Schutzgebiet“ erklärt. Den Waldschutz müssen sogar zivile Rüstungsunternehmen nicht mehr ernst nehmen.

Enteignungen von Immobilienhaien, damit Mieter sich ihre Wohnungen noch leisten können, findet die Bundesregierung gar nicht gut. Aber für Bundeswehrzwecke werden Enteignungen vereinfacht.

Kommunen haben nichts mehr mitzureden, wenn es um Liegenschaften der Bundeswehr geht. Das Gesetz definiert die Bundeswehraufrüstung als ein überragendes Interesse des Staates, dem alles andere nachzuordnen ist. Die Aufrüstung und die Konversion von zivilen Einrichtungen und Industriebetrieben soll jetzt schnell durchgesetzt werden, bevor sich der Widerstand dagegen entwickeln kann – bevor den Menschen klar wird, dass ihnen die Bundeswehr gerade die Butter vom Brot und in vielen Fällen auch das Brot selbst gestohlen hat.

Den meisten Menschen ist bereits klar, dass die Milliardensummen für die Aufrüstung der eigentliche Grund für die Renten- und Sozialleistungskürzungen sind. Aber noch begehren sie nicht auf, weil die Folgen noch nicht so spürbar sind. Wenn es denn so weit ist und vielleicht auch schon hunderttausende Menschen dagegen auf die Straßen gehen, wie in Spanien oder Frankreich, soll dieses „Beschleunigungsgesetz“ schon so viele Fakten geschaffen haben, dass die Kriegsvorbereitung schon geschehen ist.

Bis 2030 soll die Bundeswehr mit etwa 700 Mrd. Euro aufgerüstet werden. Angeblich soll damit unsere Sicherheit steigen. Doch wie Julia Manek im neuen Medico-Rundschreiben 03/2026 im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Gesundheitssystems auf den Kriegsfall schreibt: „Indem die Regierung soziale Infrastrukturen und Sicherungssysteme schleift, schürt sie das Gegenteil, von dem was Resilienz (=Widerstandsfähigkeit von Menschen bei Krisen) ausmacht: Verunsicherung, Abstiegsängste und damit das Gefühl von Verwundbarkeit.“ Und: „Der militärisch-industrielle Komplex produziert die Ängste, die er reduzieren soll, letztendlich selbst. Eine Gesellschaft rüstet dann auf, wenn sie glaubt, ihre Zukunft nicht mehr oder nicht anders gestalten zu können. Statt sich also auf den Krieg vorzubereiten, geht es darum, andere Formen der kollektiven Sicherheit zu entwickeln.“ [jdm]

Blutspendetermin in Renkenberge am 28. Oktober

Logo SV Renkenberge

Der nächste Blutspendetermin des SV Renkenberge ist am Mittwoch, den 28. Oktober 2026 ab 16:30 Uhr im Gemeindehaus.  

Da die Versorgungslage mit Blutpräparaten immer noch sehr angespannt ist, werden immer noch dringend Blutkonserven benötigt. Jeden Tag werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden benötigt. Wir bitten daher um zahlreiche Teilnahme.

Ab dem 18. Lebensjahr darf jeder Blut spenden. Bitte bringen Sie einen gültigen Personalausweis mit. Da ein dringender Bedarf an Erstspendern besteht, würden wir uns freuen, wenn wir viele Spender und Erstspender begrüßen können!   

Im Jahr 2027 ist der erste Spendetermin am: Mittwoch, 27. Januar 2027 ab 16:30 Uhr im Gemeindehaus. [Alwin Illenseer]