Der SV Wippingen unter Corona-Bedingungen

Der Corona-Lockdown ist auch für den Wippinger Sportverein eine große Bewährungsprobe. Mitten im Spielbetrieb, mitten aus dem Vereinsleben heraus, müsste jeder Aktive den Hammer fallen lassen. Die Fußballsaison konnte nicht zu Ende gebracht werden. Nach Angaben des 1. Vorsitzenden des SV Wippingen, Andreas Schwering, sieht es so aus, dass die Saison anders als in den Bundesligen, nicht zu Ende gespielt wird. Ende Juni werde es im Fußballverband eine Abstimmung geben, die den Saisonabbruch wohl offiziell beschließen werde.

Es wird dann keine Absteiger geben, wohl aber Aufsteiger, die nach der Quotientenregel (Punkteschnitt pro absolviertem Spiel) errechnet werden. Für den SV Wippingen hat diese Regel keine Bedeutung, da die Mannschaften weder ganz oben noch ganz unten platziert sind.

Den Sportbetrieb jetzt mit den beginnenden Lockerungen wieder einzuleiten, ist ein mühsames Geschäft. Die beiden Herrenmannschaften trainieren derzeit unter Corona-Bedingungen, d. h. unter Beachtung der Abstandsregelungen, was bei dieser kampfbetonten Sportart nicht wirklich passt. Unter Leitung der Trainer Bernd Sievers für die 1. Herrenmannschaft und von Christian Brands und Heiko Behrens für die 2. Herrenmannschaft wird versucht, durch Übungen, die die Abstandswahrung erlauben, zumindest die Fitness und einige Techniken zu erhalten. Auch die Mädchenmannschaft mit ihrer Trainerin Marlen Wobbe und dem Trainer Franz Holterhus trainiert unter diesen besonderen Bedingungen. Dabei ist immer noch nicht klar, wofür eigentlich trainiert wird. Andreas Schwering hofft, dass nach der Sommerpause, die in der nächsten Woche beginnt, Anfang September der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Ganz bitter traf es Ende Februar die Initiative für eine neue Volleyballmannschaft im Rahmen des SV Wippingen. Lisa Niehaus hatte es geschafft, genügend interessierte Frauen zusammen zu trommeln, der Sportverein hatte das Equipment besorgt und die Übungszeiten in der Halle waren gebucht, als der Lockdown diese Vorbereitungen zunichte machte. Jetzt möchte der Vorstand mit den Initiatorinnen besprechen, ob und wie weitergemacht werden kann.

Dass die Homepage des SV Wippingen unter ihrer Adresse SVWippingen.net nicht mehr erreicht werden kann, ist allerdings nicht dem Coronavirus geschuldet. Der Vorstand hatte diese Seite, die zeitweise tagesaktuell über das Vereinsleben berichtete, wieder abgemeldet, weil diese Arbeit in der Form nicht mehr geleistet werden konnte. Andreas Schwering bedauernd: „Die Kosten für die Seite konnten wir nicht mehr verantworten, wenn sie nicht mehr gepflegt werden kann.“ [jdm]

Radziwill-Ausstellung in Oldenburg – unzureichende Berücksichtigung der NS-Zeit?

In der Emszeitung vom 3. Juni 2020 war ein Bericht über die Ausstellung „Franz Radziwill“ im Landesmuseum Oldenburg zu lesen – Titel des Artikels „Magier und Mitläufer - Franz Radziwill und das Dritte Reich? Oldenburger Ausstellung umgeht fällige Debatte".

Der Artikel stellt nicht die Kunstkritik in den Mittelpunkt, sondern es wird ein Vergleich angedeutet mit Emil Nolde, dessen „zweifelhaftes Verhalten im Dritten Reich“ mit entsprechenden wissenschaftlichen Forschungsergebnissen in den letzten Jahren aufgearbeitet wurde. Im Fall Radziwill belasse es das Oldenburger Museum bei einer freundlichen Hommage – eine Unterlassungssünde, so der Autor.

„Die Retrospektive ‚Franz Radziwill′ widmet sich dem gesamten Leben und Wirken Franz Radziwills, so auch Radziwills Rolle während der NS-Zeit“, antwortet das Landesmuseum auf unsere Bitte um Stellungnahme zum NOZ-Artikel. Zum Nachweis verweist die Pressestelle auf einen virtuellen Ausstellungsrundgang (ab Minute 28) mit dem Museumsdirektor Rainer Stamm. (mehr …)