Neues Bild zeigt verborgene Chemie im Herzen der Milchstraße

Dieses Bild zeigt die komplexe Verteilung von molekularem Gas in der zentralen Molekülzone (CMZ) der Milchstraße.
Herkunftsnachweis: ALMA(ESO/NAOJ/NRAO)/S. Longmore et al. Background: ESO/D. Minniti et al., 25.02.2026, eso2603

Astronom*innen haben die zentrale Region unserer Milchstraße in einem beeindruckenden neuen Bild festgehalten und dabei ein komplexes Netzwerk aus Filamenten kosmischen Gases in bisher unerreichter Detailgenauigkeit sichtbar gemacht. Die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) gewonnenen umfangreichen Daten ermöglichen es Astronom*innen, das Leben von Sternen in der extremsten Region unserer Heimatgalaxie neben dem supermassereichen Schwarzen Loch in ihrem Zentrum zu untersuchen.

„Es ist ein Ort der Extreme, für unsere Augen unsichtbar, aber jetzt in außergewöhnlicher Detailgenauigkeit sichtbar gemacht“, sagt Ashley Barnes, Astronom bei der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Deutschland, der zu dem Team gehört, das die neuen Daten erhoben hat. Die Beobachtungen liefern einen einzigartigen Einblick in das kalte Gas – den Rohstoff, aus dem Sterne entstehen – innerhalb der sogenannten zentralen Molekülzone (engl. Central Molecular Zone, kurz CMZ) unserer Galaxie. Es ist das erste Mal, dass das kalte Gas in dieser gesamten Region so detailliert untersucht wurde.

Die Region, die auf dem neuen Bild zu sehen ist, erstreckt sich über mehr als 650 Lichtjahre. Sie beherbergt dichte Gas- und Staubwolken, die das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie umgeben. „Es ist der einzige galaktische Kern, der nah genug an der Erde liegt, dass wir ihn so detailliert untersuchen können“, sagt Barnes. Der Datensatz zeigt die CMZ wie nie zuvor, von Gasstrukturen mit einem Durchmesser von Dutzenden von Lichtjahren bis hin zu kleinen Gaswolken um einzelne Sterne.

Die ausführliche Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) und die Bilder findet man auf der ESO-Homepage. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Knüppelfreitag

Friesische Flagge

Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit. Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen. Zu diesem Gedenktag erscheint es angebracht, sich mit Sprachgemeinschaften zu beschäftigen, die das Recht, ihre eigene Muttersprache zu sprechen, für sich erkämpfen mussten. So zum Beispiel die Bevölkerung der niederländischen Provinz Fryslân, damals noch Friesland.

Am 16. November 1951 erschienen der Chefredakteur des Heerenveense Koerier, Fedde Schurer und der Abgeordnete des Provinzparlaments der niederländischen Provinz Friesland, Tjsebbe de Jong, der auch Kolumnist des Bolswarder Nieuwsblad war, vor Gericht. Sie mussten sich verantworten, weil sie angeblich in beleidigender Weise über einen Richter des Amtsgerichts Heerenveen geschrieben hatten.

Der Richter namens Wolthers hatte am 17. Oktober 1951 dem Tierarzt Van der Burg während eines Gerichtsverfahrens verboten, sich zu seiner Anklage wegen eines Verkehrsdelikts in friesischer Sprache zu äußern. Nachdem Van der Burg stundenlang vergeblich auf einen Dolmetscher gewartet hatte, durfte er das Gerichtsgebäude verlassen. Er suchte unverzüglich die Redaktion des Heerenveense Koerier auf und berichtete von seinem Erlebnis im Gerichtssaal. Die beiden Journalisten schrieben daraufhin einen Artikel, in dem das Verhalten des Richters scharf und zynisch kritisiert wurde.

Richter Wolthers hatte bereits zuvor, 1948, den Gebrauch der friesischen Sprache im Gerichtssaal verboten. Das Vergehen, das dort behandelt wurde, war von zwei Landwirten begangen worden: sie hatten verbotenerweise „Molke“ und „Sûpe“ auf ihre Milchkannen geschrieben, die friesischen Wörter für „Milch“ und „Buttermilch“.

Am Freitag, dem 16. November 1951 mussten Schurer und de Jong sich also in der Provinzhauptstadt Leeuwarden vor Gericht verantworten wegen ihres Artikels, in dem es unter anderem hieß:

Die Beantwortung der Frage, warum Herr Wolthers beim Hören der Sprache des Volkes, über welches er nun schon jahrelang Recht gesprochen hat, so ungeheuer ärgert, eignet sich besser für einen Psychiater als für uns. Aber die Tatsache, dass er diese Reizbarkeit in seiner Rolle als Beamter so schlecht verbergen kann, betrifft uns alle. Morgen könnten auch wir vor Gericht stehen. Dieses kindische, beleidigende und schikanierende Auftreten gegenüber einem Prominenten wie Herrn Van der Burg ist eine offene Provokation des friesischen Volkes im Allgemeinen und seiner studierenden Jugend im Besonderen. Herr Wolthers, der offiziell kein Kind mehr ist, sollte sich dessen bewusst sein…“

Während der Verhandlung versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude in Leeuwarden zahlreiche Sympathisanten Schurers und der friesischen Sache. Obwohl der Staatsanwalt „nur“ eine Strafe von 150 Gulden forderte, wurde Schurer zu 14 Tagen Haft verurteilt wegen Beleidigung und übler Nachrede. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil wurde von den Anhängern Schurers mit Protesten beantwortet. Als die Menschenmenge sich am Abend noch immer nicht zerstreut hatte, wurden die Demonstranten von der Polizei mit Gummiknüppeln und improvisierten Wasserwerfern (Löschspritzen der Feuerwehr) verjagt. An diesen Tag erinnern sich die Menschen in Fryslân als den Kneppelfreed zu Deutsch „Knüppelfreitag“.

In den Wochen nach dem Knüppelfreitag musste die Fryske Beweging weiterhin diskriminierende Maßnahmen erdulden. So wurden durch den Binnenlandse Veiligheidsdienst (Sicherheitsdienst des Innern) unter der Regie des Staatsanwalts Hollander willkürlich ausgewählte Mitglieder der Organisation der Sprecher des Friesischen nachts aus dem Bett geholt, darunter auch minderjährige Schüler und der friesische Dichter und Autor des friesischen Wörterbuchs, Marten Sikkema.

Um die Situation in Friesland zu beruhigen, beschloss die Regierung in Den Haag, der Fryske Beweging mit einigen Maßnahmen entgegenzukommen. Zunächst wurde der Staatsanwalt Hollander nach Utrecht versetzt. 1955 wurde der Gebrauch des Friesischen in den Grundschulen zugelassen. Das Recht, im Gerichtssaal Friesisch zu sprechen wurde 1956 offiziell bestätigt.

Heutiger Status

Seit den fünfziger Jahren hat sich für das Friesische und die Friesen in der Provinz Fryslân einiges zum Guten gewendet. Das Gesetz vom 2. Oktober 2013 über den Gebrauch der friesischen Sprache in der öffentlichen Verwaltung und im Rechtswesen bestimmt, dass als offizielle Sprachen in der Provinz Fryslân das Niederländische und das Friesische gelten.

Schüler können mittlerweile ihre Abiturprüfung in friesischer Sprache ablegen. An der Universität in Groningen (das nicht zur benachbarten Provinz Fryslân gehört) kann man Friesisch als Hauptfach studieren. Ebenso existiert ein Lehramtsstudiengang Friesisch an der Fachhochschule in der Provinzhauptstadt Ljouwert (Leeuwarden). Der Fernsehsender Omrop Fryslân für die Provinz Fryslân sendet überwiegend in friesischer Sprache, ebenso das Radioprogramm von Omrop Fryslân. Der offizielle Name der Provinz ist mittlerweile der friesische Name Fryslân und nicht das niederländische Friesland.

Als autochthone Minderheitensprache steht das Friesische, gesprochen von ca. 440.000 Menschen, unter dem Schutz der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitssprachen. [Hyazinth Sievering]

Erinnerung: Heimatverein am Sonntag mit Angebot im Schloss Clemenswerth

Wie wird eigentlich eine Tunschere gefertigt? Und wie backt man Buchweizenpfannkuchen? Antworten und prakti auf diese Fragen geben die Heimatvereine Berßen und Wippingen am Sonntag, den 22.02.2026, von 12 bis 17 Uhr auf Schloss Clemenswerth, im Pavillon Paderborn.

Tunscheren sowie Buchweizenpfannkuchen werden vor Ort hergestellt. Bei einem Stehkaffee lädt die Veranstaltung außerdem dazu ein, über Sinn und Bedeutung alter Traditionen ins Gespräch zu kommen. Im Pavillon Clemens August findet eine Ausstellung von Bildern von Schloss Clemenswerth statt. Zudem wird eine Sammlung verschiedener Tunscheren präsentiert. Der Eintritt ist frei. Sie sind herzlich willkommen! [Stefan Kellner]

Mitmach-Mittwoch im Museum

Das Emsland Archäologie Museum startet am Mittwoch, 18. Februar, mit dem neuen Format „Mitmach-Mittwoch“ eine kreative Workshop-Reihe für Kinder ab 8 Jahren. Ab 15 Uhr sind junge Entdeckerinnen und Entdecker eingeladen, in 90 Minuten spielerisch in die Welt der Steinzeitmenschen einzutauchen.

Im Mittelpunkt des Workshops steht das aktive Mitmachen. Beim gemeinsamen Basteln, Experimentieren und Ausprobieren lernen die Kinder, wie die Menschen aus der Vorzeit lebten, jagten und ihre Umwelt nutzten. Typische Techniken und Materialien der Steinzeit werden altersgerecht vermittelt und selbst erforscht und angewendet. So entsteht auf spielerische Weise ein kindgerechter Zugang zur Archäologie, der Wissen, Kreativität und handwerkliches Geschick gleichermaßen fördert.

Die Workshop-Reihe findet mehrmals im Jahr statt und widmet sich jeweils wechselnden Themenschwerpunkten. Jede Einheit ist in sich abgeschlossen, sodass ein einzelner Besuch möglich ist und keine Vorkenntnisse oder vorherige Teilnahmen erforderlich sind.

Der Mitmach-Mittwoch im Museum regt zur Neugier, Fantasie und Teamarbeit an und lässt Kinder die älteste Geschichte des Emslandes hautnah erleben. Eine Anmeldung wird erbeten unter der Telefonnummer 05931 6605 oder der E-Mail-Adresse info@archaeologie-emsland.de. Teilnahmegebühr 4 Euro. Mehr dazu. [Landkreis Emsland]

Die Hannoversche Westbahn – Blogbeitrag vom Emslandmuseum Lingen

Bahnhof Kluse 1908
Bahnhof Kluse 1908

Das Emslandmuseum Lingen erinnert in einem Blog-Beitrag an den ersten Eisenbahnzug, der vor 170 Jahren 1856 in den neuen Lingener Bahnhof einfuhr. Damit war die "Hannoversche Westbahn" von Münster nach Emden fertiggestellt.

Bahnhof Kluse 1984
Bahnhof Kluse 1984

Auch in Kluse gab es damals ein stattliches Bahnhofsgebäude, das in den 1970er Jahren zunächst zurückgebaut und schließlich in den 1980ern eingeebnet wurde. Kluse hat heute keinen Bahnhof mehr. Auch der Bahnhof Ihrhove wurde in dem Bestreben, die Bahn für den Aktienmarkt tauglich zu schrumpfen, abgebaut. Ihrhove bekommt demnächst wieder eine Bahnhaltestelle. Für Kluse gibt es leider keine solchen Pläne. [jdm]

Heimatverein mit Angebot im Schloss Clemenswerth

Wie wird eigentlich eine Tunschere gefertigt? Und wie backt man Buchweizenpfannkuchen? Antworten und prakti auf diese Fragen geben die Heimatvereine Berßen und Wippingen am Sonntag, den 22.02.2026, von 12 bis 17 Uhr auf Schloss Clemenswerth, im Pavillon Paderborn.

Tunscheren sowie Buchweizenpfannkuchen werden vor Ort hergestellt. Bei einem Stehkaffee lädt die Veranstaltung außerdem dazu ein, über Sinn und Bedeutung alter Traditionen ins Gespräch zu kommen.

Im Pavillon Clemens August findet eine Ausstellung von Bildern von Schloss Clemenswerth statt. Zudem wird eine Sammlung verschiedener Tunscheren präsentiert. Der Eintritt ist frei. Sie sind herzlich willkommen! [Stefan Kellner]

Radikale und extreme Rechte in der Bundesrepublik – Seminar im HÖB Papenburg

Vom 20.-22. Februar 2026 findet in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Papenburg ein Seminar der Interessengemeinschaft niedersächsischer Gedenkstätten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen statt.

Das Grundgesetz der Bundesrepublik verlangt als erste und oberste Gesetze die Würde, Gleichheit und Freiheit der Menschen als grundsätzliche Übereinkunft der Gesellschaft. Den Hintergrund bildete zum einen der Eindruck des gerade durch die Alliierten besiegten nationalsozialistischen Regimes und die Frage, welche rechtlichen Bedingungen der Weimarer Verfassung zu diesem geführt hatten.

Heute erleben wir in der Bundesrepublik – sowie innerhalb und außerhalb Europas – eine Virulenz des Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus, die im Widerspruch zur Erinnerungspolitik steht. Der Rechtsextremismus richtet sich explizit gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung und ignoriert die im Grundgesetz verbürgten Rechte aller Menschen.

Wie können wir diese Entwicklungen sprachlich und praktisch begreifen? Was bedeutet Rechtsextremismus heute? Wer sind die Akteure? Welche Strategien verfolgen rechtsextreme Netzwerke und Parteien? Was können wir der Erosion der im Grundgesetz und der Erklärung der Menschenrechte verbürgten Grundlagen unserer (globalen) Gesellschaft entgegensetzen? Wie können wir uns und andere schützen?

In unserem diesjährigen Seminar möchten wir uns spezifisch mit dem Rechtsextremismus in der Gegenwart befassen. Neben informativen Beiträgen tragen Workshops dazu bei, Handlungsstrategien und Interventionsmöglichkeiten kennenzulernen und zu diskutieren. Für das Programm konnten wir Andrea Röpke gewinnen, die einen einführenden Vortrag mit Bezug auf Niedersachsen halten wird. Am Samstag wird Berit Kö über Geschichtsbilder und Mythen in der extremen Rechten sprechen. Danach diskutieren wir mit Dr. Nils Schumacher Strategien der Handlungsfähigkeit gegen Rechts. In einem Workshop widmen wir uns Handlungsstrategien und Schutzstrukturen auch in Gedenkstätten und Initiativen (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus). Im zweiten, parallel laufenden Workshop lernen wir mehr darüber, wie sich Menschen radikalisieren – und was sie davor schützen kann (Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen). Schließlich können wir mit Dr. Alexander Hensel am Sonntag einen Blick auf Strategien und Strukturen rechtspopulistischer Parteien werfen.

Anmeldung unter: https://www.hoeb.de/seminar/radikale-und-extreme-rechte-in-der-bundesrepublik/. Mehr Infos im Flyer. [PM]

Schwimmkurse im Freibad Börger

Flyer Freibad Börger
Flyer Freibad Börger

Unter fachkundiger Leitung von Frau Sabrina Schulte bietet das Freibad Börger Schwimmkurse in den Sommerferien 2026 vom 08.07.2026 - 31.07.07.2026 an. Ab sofort können Sie Ihre Kinder anmelden und Ihrem Kind die Möglichkeit geben, spielerisch schwimmen zu lernen oder die Technik zu verbessern. Telefonische Anmeldung bei der Gemeinde Börger unter der Telefonnummer 05953/323.

Kurs 1: Abzeichen : Silber und Gold, Voraussetzung Bronze in der Zeit von 9.00 Uhr – 9.45 Uhr 
Kurs 2: Abzeichen: Bronze, Voraussetzung Sicheres Schwimmen oder Seepferdchen, in der Zeit von 10.00 – 10.45 Uhr
Kurs 3: Anfänger/innen, eine Bezugsperson ab 16 Jahren begleitet das Kind im Wasser, in der Zeit von 11.00 Uhr - 11.45 Uhr
Kurs 4: Anfänger/innen, eine Bezugsperson ab 16 Jahren begleitet das Kind im Wasser, in der Zeit von 12.00 Uhr - 12.45 Uhr.

Die Kosten betragen pro Kurs 50,00 Euro und sind bei Kursbeginn im Freibad zu entrichten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Kurstermine finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Börger. [jdm]

Candlelight Genusskonzert in Lathen

Plakat Candlelight Dinner im Markt 7, Lathen, 14.02.2026

Beim Candlelight Genusskonzert stehen Arndt Baeck und Britta Hugh live on stage und sorgen für eine intime, stilvolle Atmosphäre. Zwei Stimmen. Bekannte Songs – neu interpretiert, gefühlvoll und reduziert.

Von zeitlosen Klassikern von Elton John über „Mamma Mia“ von ABBA bis hin zu „Purple Rain“ von Prince. Ein Konzertabend für Paare, Freunde und alle, die Musik bewusst erleben möchten.

Ein erstes Getränk und ein kleiner Gaumenschmaus sind im Ticketpreis enthalten. Am 14.02.2026 im Markt 7, Lathen. Beginn: 19:00 Uhr. Tickets sind in der Tourist Information Lathen und digital bei EVENTIM erhältlich. [jdm]

Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“: Neues aus dem Emsland Archäologie Museum

Das Emsland Archäologie Museum lädt am Dienstag, 3. Februar, um 18 Uhr zu einem spannenden Blick hinter die Kulissen des Museums ein. Im Rahmen der Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“ präsentieren Museumsleiterin Lisa Schadow und Kreisarchäologe Thomas Kassens ausgewählte Funde aus dem Emsland und ordnen diese in aktuelle archäologische Forschungsfragen ein. Im Depot des Museums lagern zahlreiche archäologische Schätze: Von unscheinbaren Alltagsgegenständen vergangener Jahrhunderte bis hin zu spektakulären Entdeckungen, die unser Bild der Regionalgeschichte neu prägen. 

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“, die alle zwei Monate jeweils am ersten Dienstag um 18 Uhr im Atrium des Emsland Archäologie Museums stattfindet. Renommierte Fachreferent*innen aus den Bereichen Archäologie, Geschichte und Kulturwissenschaft stellen dabei aktuelle Forschungsergebnisse vor. Eine Anmeldung wird erbeten unter Telefon 05931 6605 oder per E-Mail an info@archaeologie-emsland.de. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. [Landkreis Emsland]

Ausstellung am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth zeigt Winterbräuche im Emsland – Heimatverein Wippingen beteiligt

Screenshot Ausstellung Winterbräuche Clemenswerth 02-2026

Der Winter ist die vierte Jahreszeit. Er rundet das Jahr ab, lässt es zur Ruhe kommen, verleiht der Natur einen anderen Klang und ein neues Gesicht. Unter der Decke aus weißem Schnee und eisigem Frost kann sie sich erholen, Kraft sammeln und Anlauf nehmen für einen oder viele Neuanfänge. Und heute wie früher sind die Tage kurz und die Sonne steht tief, so dass die Stimmung zwischen Gemütlichkeit und Winterblues hin und her schwankt.

Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth nutzt die Zeit, um mit Besuchern über die unterschiedlichen Bräuche und Geschichten ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung wird zu einem Erzählcafé, in dem geklönt und geschnackt wird.

Die Ausstellung zeigt Fotografien von Lambert Brand und Georg Schröer. Lambert Brand aus Werpeloh ist Wippingern möglicherweise namentlich bekannt, weil viele Berichte über Wippingen im EL-Kurier und NOZ von ihm stammen. Beteiligt sind zudem die Heimatvereine Sögel, Berßen und Wippingen. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 1. Februar, um 12 Uhr zu den Tönen der Winterhörner vom Heimatverein Sögel. Dazu gibt es Tee und Neujahrskuchen. Mehr dazu auf Clemenswerth.de. [jdm]

Massive Störungen der Aura: Theatergruppe Wippingen spielt auf

Plakat Theatergruppe Wippingen 2026

"Aura up Crashkurs": Ab morgen geht es los mit den Aufführungen der Theatergruppe Wippingen in der Mehrzweckhalle.

Am Freitag um 16 Uhr findet die Generalprobe statt. Am Samstag, dem 31.01.2026 hat nach der Aufführung um 19 Uhr ein DJ seinen Auftritt.

Am Sonntag, dem 1. Februar findet die Aufführung nach der Kaffee und Kuchen-Tafel um 15 Uhr statt. Am Freitag, dem 6. Februar gibt es nach der Aufführung um 19 Uhr Tanz. Und die letzte Chance für den diesjährigen Theaterbesuch gibt es am Sonntag, dem 8. Februar um 19 Uhr.

In der plattdeutschen Komödie von Michael Schmidt geht es um Bernie, die gerade ein Video für ihr neues Unternehmen "Knodel" dreht, dem kosmisch-neutralen Ort der energetischen Liebe. Beratungen, ganz ohne Rechnung, nur Spenden, denn sie möchte keine Steuern zahlen. Dann kommt ihr Mann früher von einer Geschäftsreise heim und Isa vom Finanzamt taucht auf. Es wird hektisch und die Aura wird massiv gestört. [jdm]

Kinderkirche und Familiengottesdienst im Praxischeck – mit neuem Schwung und guten Ideen Kirche sein

KEB-Flyer Kurs Kinderkirche 02/2026

Bewährte Freiwillige und auch engagierte Einsteiger:innen im Bereich von Kinderkirche und Familiengottesdiensten sind oft auf der Suche nach neuen inhaltlichen Ideen und Umsetzungsformen. Dabei lohnt es sich auch einmal darauf zu schauen wie wir bei der Planung vorgehen, wen und was wir bewusst berücksichtigen wollen und worauf es sich lohnt zu achten, damit unser Einsatz uns und anderen Freude machen kann.

Die Fortbildung für Kinderkirche-Leitende und Familiengottesdienst-Leitende schaut auf dem Hintergrund der Erfahrungen auf die Organisationsabläufe und Einbettung der Kinderkirch- und Familiengottesdienstaktivitäten, gibt Tipps und neue Ideen für eine gute Praxis.
- das kleine Einmaleins und die Top 10 von Kinderkirche und Familiengottesdienst im Praxischeck
- Zielgruppengenauigkeit und methodische Ansätze
- Formen für Kinderkirche und Familiengottesdienste im Austausch
- praktische Hilfen und Ideenquellen

Der Kurs der KEB findet am Mi. 25.02.2026 um 19:30 Uhr Pfarrer-Schniers-Haus, Schulstraße 5, 26892 Wippingen, Raum 1, statt. Kursgebühr 10 €. Anmeldung bei Anita Gerdes, Tel. 990055. [Anita Gerdes]

Erinnerung an Zoo in Logabirum – Tiere hinter Gittern

Ansichtskarte des Zoos Logabirum

Wenn Volksschüler aus Wippingen in den 1960er Jahren mit der Schule einen Ausflug zu einem Zoo machten, war das Ziel in der Regel der Zoo in Logabirum. Logabirum ist ein altes 1973 nach Leer eingemeindetes Dorf. Dort gab es von 1906 bis Ende der 1970er-Jahre einen Zoo, der als „Onkel Heini“ bekannt war. Neben den Tieren des Zoos war der Spielplatz Teil der Attraktion.

Hier gab es exotische Tiere zu sehen – unter den Bedingungen, wie sie früher für Zoos unwidersprochen normal waren. Eine Ansichtskarte des Zoos in Logabirum macht die dortigen Verhältnisse deutlich. Hier gab es den traurigen, in einem engen Käfig gehaltenen Elefanten, der den ganzen Tag den Kopf mit Rüssel hin- und herschlug. In einem wohnzimmergroßen Käfig gingen Löwen und Tiger an den Gitterstäben neurotisch hin- und her. Die Robben hatten die Wahl zwischen einem kleinen Wasserbecken und dem durch einen Zaun begrenzten Betonboden.

In der Erinnerung fällt einem dazu meist die erste Strophe des Gedichtes „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke ein:

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Zoos – auch zoologische Gärten genannt – entstanden meist Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie dienten der Ausstellung von „exotischen“ Tieren und waren eine Zurschaustellung der eroberten Gebiete in den Kolonien der europäischen Staaten. Die ausgestellten Tiere wurden in den Kolonien in freier Wildbahn gefangen und in die Zoos transportiert. Kommerzielle Aussteller, wie Hagenbeck in Hamburg, entwickelten das Konzept des gitterlosen Zoos, in dem die Tiere in einer Umgebung, die an ihre Lebensräume erinnerte, gezeigt wurden.

1909. Kaiser Wilhelm II. im Gespräch mit den Aethiopiern bei Carl Hagenbeck in Hamburg.
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Kaiser Wilhelm II. im Gespräch mit den Aethiopiern bei Carl Hagenbeck in Hamburg.

Die Europäer glaubten sich zu Herrschern der Welt ausersehen und die Zoos wollten die eroberten Länder den Einheimischen als Sensation präsentieren. So verwundert es nicht, dass im Rahmen sogenannter Völkerschauen als „exotisch“ empfundene Menschen zur Schau gestellt wurden. Wikipedia schreibt von 300 verschiedenen nichteuropäischen Menschengruppen, die in „anthropologisch-zoologischen Ausstellungen“ unter starker, Unterhaltungszwecken geschuldeter Verfremdung ihrer Gebräuche im Sinne von Klischeevorstellungen und völkischem Chauvinismus ausgestellt wurden.

Heutige Zoos sehen ihre Hauptaufgaben nicht mehr unter dem Sensationsaspekt, sondern in der Bildung. Zoos sollen nicht mehr der Unterhaltung dienen, aber durchaus noch der Erholung der Besucher. Die Tierhaltung soll der Forschung dienen und dem Natur- und Artenschutz. Es werden keine Tiere mehr der freien Wildbahn entnommen, sondern im Gegenteil sollen Zuchtprogramme zum Erhalt der Arten dienen. Durch Auswilderungen soll der Wildbestand gesichert werden. Dennoch geraten Zoos auch heute in Rechtfertigungsdruck – wie auch die Tierhaltung im Zirkus. Zuletzt geriet der Zoo Nürnberg in Kritik, weil Paviane an die Raubtiere verfüttert wurden. [jdm/Foto (1) Bundesarchiv, Bild 183-R52035 / CC-BY-SA 3.0]

Europäische Identität und die Bergpredigt

Kette

Die atlantische Wertegemeinschaft, Trump hat sie umgebracht. Gottseidank.

Ulrich Scholz
  • Interkulturelle Kompetenz ist ohne eine eigene verinnerlichte Kultur nicht möglich

Als Michael Gorbatschow 1991 den Warschauer Pakt auflöste, hing die NATO mit ihrem Feindbild in der Luft und damit auch der Verfassungsauftrag der Bundeswehr, Landesverteidigung. Es gab keinen Feind mehr. Neue Aufgaben ließen nicht lange auf sich warten. Nachdem das Bundesverfassungsgericht 1994 Out of Area Einsätze der Bundeswehr gebilligt hatte, beteiligten sich (und beteiligen sich noch heute) deutsche Soldaten bei sogenannten Peace Support Operations an Brennpunkten in Afrika und Asien. Neben den Besonderheiten der asymmetrischen Kriegführung - der Gegner waren nicht mehr Armeen, sondern unkonventionell kämpfende Rebellengruppen – war eines der wichigsten Ausbildungsthemen für unsere Soldaten interkulturelle Kompetenz. Nicht mehr einen Krieg gewinnen war Auftrag, sondern “the winning of hearts and minds” der einheimischen Bevölkerung. Dazu war es wichtig, deren Kultur zu kennen und zu verstehen. Der damit verbundene Paradigmenwechsel im Selbstverständnis eines Militärs fand natürlich auch in der Führungsausbildung der Bundeswehr Eingang. Das neue Unterrichtsthema an der Führungsakadmie der Bundeswehr lautete Interkulturelle Kompetenz.

  • Christentum als das Wesen von europäischer Identität

Bei einem dieser Unterrichte bemerkte ein Hauptmann und Kompaniechef des Heeres (Afghanistan-Veteran), dass eine solche Kompetenz doch nur dann zu erlangen sei, wenn man selbst eine Identität in der eigenen Kultur besitzt. Er war der Ansicht, dass diese bei den meisten Soldaten nur oberflächlich ausgeprägt ist. Im Hörsaal wurde trefflich diskutiert. Man war sich einig, dass Symbole, Bekenntnisse und Rituale nicht ausreichten. Die Landesfarben zur Schau tragen, Demokratie beschwören, das Absingen der 3. Strophe der Nationalhymne und an Heiligabend in die Kirche zum Krippenspiel gehen, machen noch keine Identität. Es sind die Antworten auf existenzielle Fragen, die sie erkennen lassen, wie wie zum Beispiel: An was glaubst Du (Religion)? – Woher kommst Du (Geschichte)? – Wie stehst Du zu Deinen Mitmenschen (Männer, Frauen, Kinder, Alte, Fremde, Andersdenkende)? – Identität wird nicht so sehr an den Antworten auf diese Fragen erkennbar, sondern vor allem an der Haltung, wie jemand ist. Adjektive geben darüber Aufschluss. Wenn Menschen bedingungslos liebevoll und freundlich und darüber hinaus tolerant und selbstkritisch sind, lässt sich auf eine gemeinsame Identität schließen, die es erst möglich macht, Menschen anderer Kulturkreise zu verstehen und auf sie zuzugehen. Meine Erfahrungen als Deutscher und Europäer machen mich sicher, dass wir in diesem Sinne als Volk und europäische Völkergemeinschaft eine gemeinsame Identität besitzen. Die gleichen Haltungen kennzeichnen auch Menschen anderer Länder, wie in den USA. Kanada und Australien. Ursache ist die gemeinsame historische Herkunft, die vom Christentum geprägt wurde. Auch Menschen anderer Kulturen, die von ihren Religionen, wie dem Islam oder dem Buddhismus geprägt wurden, kennen und wertschätzen diese christlichen Attribute. Sie scheinen universell zu sein.

  • Der Verrat an einer europäischen Identität

Wie die Kriege und Konflikte der Neuzeit zeigen, treten sie zurück, wenn Gruppen-Interessen, die meistens wirtschaftlicher Natur sind, nur noch das Trennende zum Thema machen. Von Scharfmachern mit Methode betrieben, schaaren sich Menschen um die Fahne der eigenen Gruppe und sehen in der anderen nur noch den Feind. Die Gewalt, die damit einhergeht, bestätigt das eigene Rechthaben und bringt sogar Demokratien dazu, Kriege zu führen, zu rechtfertigen und zu rüsten, um sich auf neue Kriege vorzubereiten. Aktuelle Beispiele dieses Musters sind die Kriege in der Ukraine und in West-Asien. Ob man damit mehr Sicherheit vor Agressionen bekommt sei dahingestellt. Nachhaltigen Frieden, der ohne Versöhnung nicht möglich ist, erreicht man auf diese Weise nicht. Europas Geschichte nach zweien Weltkriegen sprechen für sich. Sie scheinen vegessen. Heute lassen sich sogar demokratische Gesellschaften, die ihren Ursprung im Christentum haben, wieder von Scharfmachern spalten.

  • Kulturelle Identität, made in USA

Das herausstechende Beispiel ist die Innenpolitik des momentanen US-Präsidenten Donald Trump. Der hat sich vorgenommen, wieder eine “reine” US-Gesellschaft zu schaffen. Neu-gegründete Polizei-Einheiten wurden aufgestellt, die Jagd auf Menschen machen, die nicht in das Bild eines “gereinigten” Amerikas passen. Prominente US-Bürger, die sich gegen eine solche Politik wehren, werden diffamiert. Man schickt sogar Militär in die Städte, um Proteste aus der Bevölkerung mit Gewalt zu unterdrücken. Hatte man schon vorher im politischen Europa Schmerzen mit der Außen- und Wirtschaftspolitik dieses Präsidenten gehabt, werden jetzt gewichtige Stimmen laut, die die atlantische Wertegemeinschaft überhaupt in Frage stellen. Man hätte sie schon vorher in Frage stellen müssen, wenn man sich einer europäischen Identität bewusst gewesen wäre.

In den USA werden Straftäter von einfachen Bürgern in einem Geschworenengericht zum Tode zu verurteilt, um sie dann jahrelang wegzusperren, bis sie irgendwann hingerichtet werden. Ein solches System lässt sich nicht mehr mit “Anderes Rechtsverständnis einer Demokratie” rechtfertigen. In Europa wurde im Eingungsprozess die Todesstrafe verboten. Sie verstösst eklatant gegen europäische Werte. Das Gleiche gilt für Drohnenexekutionen durch das US-Militär in Asien und Afrika unter In Kaufnahme von Tausenden unschuldiger Opfer (“Kollateralschäden”) sowie für das Foltern von muslimischen Gefangenen im Militärgefängnis von Guantanamo Bay. Wir müssten eigentlich Herrn Trump dankbar sein, wenn seine Politik zu einem Bruch in der atlantischen Wertegemeinschaft geführt hat. Er zwingt nämlich die Europäer dazu, sich ihrer eigenen Identität bewusst zu werden und endlich zu einer eigenständigen wahrlich christlichen Politik zu finden. Eine solche Politik wird sicherlich nicht zu einem Zulauf bei den christlichen Kirchen in Europa führen und ist auch nicht ihre Aufgabe. Die Trennung von Staat und Religion ist ein wesentliches Merkmal unserer Demokratie. Die Überzeugungskraft einer solchen Politik liegt eben nicht nur im Glauben der Menschen, sondern kann über die Wissenschaften argumentiert werden.

  • Die Wissenschaft, Sekundant einer christlichen Identität

Aus der Hirnforschung wissen wir, dass alle Wahnehmungen nur subjektiv sein können. Aus ihnen Wahrheiten abzuleiten, ist schlicht unwissenschaftlich. Diese Erkenntnis hat bei uns schon längst Eingang gefunden. In der Scheidungsrechtssprechung hat man das Schuldprinzip abgeschafft. In der Psychotherapie werden zwischenmenschliche Konflikte nicht mehr dadurch gelöst, dass man nach Schuldigen sucht (der andere Ehepartner, unangenehme Chefs und Mitarbeiter oder störende Kinder), sondern man konzentriert sich auf “kranke” Beziehungen. Die sind deswegen krank, weil es an christlichen Haltungen gefehlt hat. Bedingungslos liebevoll und freundlich, tolerant und selbstkritisch. Diese Geisteshaltung finden wir in der Bergpredigt von Jesus Christus wieder. Sie wendet sich u.a. gegen Zorn, Beleidigung und Töten, gegen das ultimative “Ja oder Nein”, gegen Vergeltung und fordert sogar Feindesliebe. Sie sehen, dass Wissenschaft und Christentum kein Widerspruch sein müssen,sondern sich sogar gegenseitig bestätigen. Bleibt die Frage, wie man eine Identität, die auf solchen Erkenntnissen beruht, zum Leben erweckt.

  • Ein Weg zu einer neuen europäischen Identität

Bildung, das Wissen und das Verstehen um die eigene Kultur, gehören sicherlich dazu. Die wichtigste Veränderung auf diesem Weg liegt jedoch beim einzelnen. Sie äußert sich im Anspruch an sich selbst, Ich sage nicht mehr “Man müsste”, sondern stattdessen “Ich soll”. Wer von dieser Haltung immer schon beseelt war, der weiß um die Wirkung auf seine Mitmenschen. Wenn politische Verantwortliche in Europa sie übernehmen würden, stünde die Tür zu einer wahrlich europäischen Gesellschaft weit offen. Der Einfluss auf die Welt bestünde nicht nur aus Wirtschaftskraft und militärischer Stärke, sondern auf gelebten Werten, denen sich auch andere Kulturen nicht entziehen könnten. Im Angesicht von Not und Leiden in der Welt wäre die skizzierte europäische Identität JETZT so wichtig. [Ulrich Scholz, erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Morgen kommen die Sternsinger

Flyer Sternsinger 2026

Morgen, am 4. Januar, sind die Sternsinger ab 10 Uhr unterwegs. Sie bringen den Segen in die Häuser und sammeln Spenden für Kinder in Not. Die diesjährige Aktion heißt "Sternsinger gegen Kinderarbeit - Schule Statt Fabrik". Sie unterstützt Kinder in Bangladesch, damit sie zur Schule gehen können und geschützt aufwachsen. [Kirchengemeinde]

Theatergruppe Börger führt das Stück „Opa ward verköfft“ auf

Für Freunde des plattdeutschen Theaters öffnet sich in Börger in der aktuellen Theatersaison ab morgen der Vorhang. Der Klassiker ""Opa ward verköfft" entstammt der Feder von Franz Streicher und ist im Karl Mahnke Theaterverlag erschienen. Übersetzt ins Niederdeutsche wurde der Schwank von Dieter Jorschik.

In dem Stück geht es um den Bauern Kulenkamp, der den Opa loswerden will. Die Spieltermine im Gemeinde- und Kulturzentrum Börger sind: Sa., 03.01./So., 04.01.2026 - 15:00 Uhr: Seniorenaufführungen, Fr., 09.01.2026: 1. Aufführung, Sa.,17.01.2026: 2. Aufführung, Sa.,31.01.2026: 3. Aufführung. Mehr Infos ... [jdm]

Was ist das: Ein Brett mit zwei geschmückten Bögen?

Die touristische Internetpräsenz des Landkreises Emsland wartet derzeit mit einem Quiz über die hiesigen Bräuche auf. Gleich in der ersten Frage wird ein Gebilde aus zwei gekrüllten Holzbögen gezeigt und es wird gefragt, ob dies eine Tunschere oder einen Hochzeitsbogen darstelle. Diese Frage kann praktisch jeder Wippinger beantworten, aber natürlich besonders Heinz Holtermann, dessen Kreation auf dem Bild dargestellt ist. In der Antwort wird dann auch auf Wippingen verwiesen. [jdm]

Klassisches in Papenburg und Sögel

Morgen, am Sonntag. 14.12.2025 gibt es um 15:00 Uhr · Stadthalle Forum Alte Werft Papenburg das Noël Adventskonzert. Zum 75. Jubiläum des Knabenchors Hannover erklingt ein festliches Weihnachtsprogramm mit dem renommierten Ensemble London Brass. Gemeinsam präsentieren sie britische und deutsche Advents- und Weihnachtslieder von Praetorius, Händel, Mendelssohn, Rutter und anderen. Schlagzeuger Andreas Greiter bereichert den festlichen Klang. Während der Knabenchor sein 75-jähriges Bestehen feiert, freut sich London Brass bereits auf sein 40. Jubiläum. Ein Abend voller Tradition, Virtuosität und festlicher Musik!

Ebenfalls morgen um 17:00 Uhr in der Villa Dieckhaus gibt es Weltklassik am Klavier. Internationale Pianisten spielen Meisterwerke von Bach bis Liszt — regelmäßig jeden zweiten Sonntag.

Das Märchen Hänsel und Gretel wird am Sonntag, 21.12.2025 um 15:00 Uhr in der Stadthalle Forum Alte Werft Papenburg mit einer anderen Handlung als von den Grimm-Brüdern bekannt aufgeführt. Hänsel und Gretel leben eigentlich vergnüglich mit ihren Eltern am Waldrand und freuen sich auf einen saftigen Geburtstagskuchen für Hänsel. Doch die Freude findet ein jähes Ende, als die Vermieterin Roggenschneider Mietschulden einfordert und als Anzahlung den Esel und die Beeren für den Kuchen mitnimmt. Hänsel und Gretel beschließen, wenigstens den Kuchen zu retten, und machen sich im Wald auf die Suche nach neuen Beeren. Dabei treffen sie auf einen gefräßigen Hasen, einen schlauen Raben und eine listige Hexe. Eine abenteuerliche, lustige und musikalische Geschichte für alle Märchenfans ab 5 Jahren.

Der Kulturkreis Clemenswerth Sögel wurde von der Sperrung der Aula des Gymnasiums hart getroffen. Für das Neujahrskonzert am 10 Januar 2026 wurde ein ungewöhnlicher Veranstaltungsort gefunden. Die Kölner Symphoniker werden um 17 Uhr im Autohaus Bartels, Hümmlinger Ring 1, 49751 Sögel, spielen. Der Kulturkreis wirbt hier mit freier Platzwahl. Das Konzert vereint heitere wie auch besinnliche Töne – mit schwungvollen Polkas aus dem Repertoire der Strauß- Dynastie ebenso wie mit bezaubernden Melodien aus weltberühmten Opern, Operetten und klassischen Musicals. Auszüge aus „Die lustige Witwe“, „Der Vetter aus Dingsda“ und natürlich der Königin der Operette, „Die Fledermaus“, dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie zauberhafte Arien und Ensembles aus beliebten Werken wie „My Fair Lady“. [jdm]

Weihnachtskonzert in St. Jakobus Sögel

Am 30. Dezember 2025 findet in der St. Jakobus Pfarrkirche Sögel um 19.30 Uhr das traditionelle Weihnachtskonzert statt. In diesem Jahr führt der Kirchenchor St. Jakobus zusammen mit dem Projectorkest Twente Werke von Georg Friedrich Händel sowie von Georg Philipp Telemann auf.

Der Eintritt kostet 18 €, im Vorverkauf 15 €, erm. 5 €. Karten sind ab sofort in der Tourist-Information Sögel erhältlich. [jdm]

Der Nikolaus brachte heute mit Hilfe des Nikolausvereins den Kindern Freude

Nikolaus in Wippingen am 05.12.2025

In 44 Haushalten warteten heute abend 96 Kinder auf den Besuch vom Nikolaus. Der brachte dann nicht nur ein paar Süßigkeiten, sondern auch prächtige Geschenke. Dass der Nikolaus die Geschenke bringt, ist im Emsland, in Ostfriesland und in den Niederlanden eine alte Tradition, auch wenn manche Kinder an Weihnachten womöglich ein zweites Mal beschert werden.

Um alle Haushalte bedienen zu können, bevor die Kinder schon im Bett liegen (sollten), nutzten der Nikolaus und sein Helfer Knecht Ruprecht gleich vier Treckergespanne. Das Wetter entsprach zwar nicht dem eigentlich angemessenen Winterwetter, sondern es wehte eher ein laues Lüftchen, was es der Dreierbesatzung auf dem Treckergespann allerdings etwas angenehmer machte.

Für den Knecht Ruprecht gab es in diesem Jahr erstmals eine angenehme innovative Neuerung. Statt mit einem Korken und Kerzenruß wurde das Gesicht in diesem Jahr mit professioneller Theaterschminke geschwärzt. Das erspart ihnen hinterher eine lange Reinigungsprozedur und seltsame Blicke am Tag danach ob der Restschwärze im Gesicht. Allerdings wirkten die Gesichter im Zusammenhang mit der schwarzen Kapuze schon sehr tief schwarz.

Ein vierjähriges Kind bekam durch die Anwesenheit vom Knecht Ruprecht derartige Angst, dass der Nikolaus den Knecht vor die Tür schicken musste. Dies ist das erste Mal in den bisher 21 Jahren des Nikolausvereins passiert. Nachdem der Knecht Ruprecht den Raum verlassen hatte, taute das Kind auf und erzählte dem Nikolaus geradezu hyperaktiv alles, was es auf dem Herzen hatte und konnte auch mehrere Gedichte vortragen.

Überhaupt gab es nicht wenige Kinder, die dem Nikolaus Gedichte - auch lange Gedichte - vortragen konnten. Das freute den Nikolaus und seinen Begleiter sehr. Nach der getanen Arbeit machten der Nikolaus und seine Helfer Station im Heinrich-Schniers-Haus, das in diesem Jahr erstmals der Vor- und Nachbereitung diente. Die fünf Frauen, die die Werbung, den Einsatzplan, die Finanzierung und die Einkleidung organisiert haben, blieben im Hintergrund und konnten sich -wie im Theater der Regisseur - über die gelungene Vorstellung freuen. [jdm]

Sternsinger gesucht

Flyer Sternsinger gesucht 2026

Die Kirchengemeinde sucht Sternsinger, die am 4. Januar in Wippingen von Haus zu Haus gehen, die Häuser segnen und um eine Spende für Kinderhilfsprojekte bitten.

Das Vorbereitungstreffen ist am 16. 12.2025 um 16 Uhr im Pfarrer-Schniers-Haus. Dann werden auch Gewänder ausgegeben. [Anita Gerdes]

Mensch und Jagd vor 400.000 Jahren – Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“ im Emsland Archäologie Museum

Das Emsland Archäologie Museum in Meppen lädt am Dienstag, 2. Dezember, um 18 Uhr zu einem spannenden Fachvortrag des Landesarchäologen Dr. Henning Haßmann (Hannover) ein. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Schöninger Speere, die als älteste erhaltene Jagdwaffe der Welt gelten.

Die Holzspeere sind zwischen 290.000 und 337.000 Jahre alt und wurden von unseren Vorfahren, dem Homo heidelbergensis, zur Jagd genutzt. Sie zählen zu den bedeutendsten Funden der Altsteinzeit. Entdeckt wurden insgesamt neun Wurf- und Stoßwaffen bei Ausgrabungen zwischen 1994 und 1998 am Rand des Braunkohletagebaus im niedersächsischen Schöningen. Haßman gibt an diesem Abend Einblicke in die Fundgeschichte, den Forschungsstand und die erstaunlichen Erkenntnisse, die diese unscheinbar wirkenden Objekte über die früheste Jagdtechnik liefern.

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“, die alle zwei Monate jeweils am ersten Dienstag um 18 Uhr im Atrium des Emsland Archäologie Museums stattfindet. Renommierte Fachreferentinnen und Fachreferenten aus Archäologie, Geschichte und Kulturwissenschaft stellen dabei aktuelle Forschungsergebnisse vor.

Eine Anmeldung wird erbeten unter der Telefonnummer 05931/6605 oder der E-Mail-Adresse info@archaeologie-emsland.de. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Weitere Informationen unter www.archaeologie-emsland.de. [Landkreis Emsland]

Ensemble Bell´arte Salzburg gastiert zum Adventskonzert in Alter Rheder Kirche

Das gemeinsame Interesse an der reichen deutschen und österreichischen Musikkultur des 17. und 18. Jahrhunderts verbindet die Musiker des Ensembles Bell’arte Salzburg, die auch in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit zu einem Adventskonzert in der Alten Rheder Kirche aufspielen werden.

Unter der künstlerischen Leitung der Geigerin Annegret Siedel (Barockvioline) präsentiert das Ensemble am ersten Adventssonntag, 30 November, ab 17 Uhr Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Nikolaus Bruhns und Andreas Hammerschmidt. Dazu entsteht mit Werken von Franz Tunder, Johann Hermann Schein, Jan Dismas Zelenka und Johann Eccard ein umfassendes Bild des beliebtesten christlichen Festes. Das Konzertprogramm der international renommierten Musiker zeigt, welche Vielfalt an musikalischen Formen aus der Barockzeit für das Weihnachtsfest überliefert ist.

Das umfangreiche Repertoire erfordert verschiedene Besetzungen des Ensembles, das bei Bedarf von der Kernbesetzung mit Michaela Storch (Barockvioline) und Arno Jochem (Viola da gamba) zum Quartett bis zum größeren Kammermusikensemble erweitert werden kann. Unterstützung erhalten die Musiker des Ensembles an diesem Abend von Hermann Hickethier (Violine) und Margit Schultheiß (Orgel). Darüber hinaus werden sie begleitet von den namhaften Sängern Hanna Zumsande (Sopran) und Wolf Matthias Friedrich (Bass).

Veranstalter ist der Landkreis Emsland. Karten sind an der Abendkasse für 15 Euro (Erwachsene) und 7,50 Euro (Jugendliche) erhältlich. Weitere Informationen zum Ensemble sind unter www.BellArteSalzburg.de zu finden. [Landkreis Emsland]

Menschenfänger – Von Soldaten und Kindern

Wer Andere anzünden will, der muss selbst brennen. – Augustinus

Der erste Tag im Stabsoffizierslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr war Begrüßungstag. Nach der Willkommensrede durch den Akademie-Kommandeur traf man sich mit seinem Hörsaalleiter im Unterrichtsraum des Hörsaals. Der Hörsaalleiter, im Dienstgrad Oberstleutnant, war gleichzeitig der Dozent für Führung und Management und der beurteilende Vorgesetzte für 15 angehende Stabsoffiziere von Heer, Luftwaffe und Marine. Für mich war es die letzte Verwendung vor meiner Pensionierung. In der ersten Unterrichtsstunde werden normalerweise eine Vorstellungsrunde durchgeführt sowie Inhalte und Ablauf des Lehrgangs vorgestellt. Auch formale Regeln, wie Anzugsordnung, Grußpflicht und Hörsaaldienste, werden angesprochen. Wir sind ja schließlich beim Militär. Wie dem auch sei, mein Anfang sah anders aus.

Nachdem jeder Platz genommen hatte, startete ich einen YouTube-Clip. „Meditation“ aus der Oper Thais von Jules Massenet, gespielt von der französischen Geigerin Marina Chiche. Als der Clip zu Ende war, fragte ich sie, was sie in den letzten 5 Minuten gedacht haben. Die meisten waren verunsichert und hatten sich gefragt: Warum spielt er uns das vor? - Ein Offizier der Marine (U-Boot Kommandant) traute sich. Er meinte: Die Musik ist sehr schön und die Geigerin hübsch. Ich genieß das jetzt Mal. Ich nahm die Vorlage an und fragte nach Gefühlen. Sie ließen sich darauf ein und begannen sogar, von eigenen Gefühlen auf die Handlung der Oper zu schließen. Unglückliche Liebe, Trennung, Traurigkeit, Verzweiflung. Ich habe ihnen die Handlung kurz erzählt. Es war für sie ein Erfolgserlebnis der etwas anderen Art. Sie waren auf den Lehrgang gekommen, um Leistung zu zeigen. Und nun hatten sie sich gleich am ersten Tag mit Gefühlen beschäftigt. Die Tragik der Thais-Geschichte fand dann doch noch ein lustiges Happy End. Jemand fragte, ob „Gefühle“ prüfungsrelevant sei. Das entscheiden Sie, bekamen sie zur Antwort. Der Verlauf des Lehrganges und das Ergebnis zeigten, dass sie verstanden hatten.

Alle hatten bestanden. Im Notenschnitt war der Hörsaal sogar einer der besten von insgesamt neun. Das mag Zufall gewesen sein. Natürlich waren alle extrinsisch motiviert gewesen. Eine gute Note sicherte die Teilnahme am Generalstabslehrgang und eine förderliche Anschlussverwendung auf einem A13 Dienstposten (Major/Korvettenkapitän). Was sie in 13 Wochen Pauken und Prüfungen getragen hatte, war nicht so sehr der Ehrgeiz, sondern das tägliche Arbeiten und Leben in der Gemeinschaft. Man hielt zusammen. Stärkere arbeiteten die Lernunterlagen auf und halfen damit den Schwächeren zu verstehen und zu behalten. Vor Allem aber sorgte man sich um das Wohlergehen des anderen, im dienstlichen wie im privaten. „Wie geht es Dir?“ war keine Floskel, sondern eine ernst gemeinte Frage. Ich weiß es, weil ich sie als ihr Hörsaalleiter in Unterrichten und beim Selbststudium nach Dienst begleitet habe. Als pflichtgemäßer Beobachter brauchte ich nicht zu führen. Sie führten sich selbst. – Das Zulassen von Gefühlen und diese in einer verkopften Welt das Handeln bestimmen lassen, hatten es möglich gemacht. Nach über 35 Jahren Menschführung in den Streitkräften besteht für mich kein Zweifel. Wenn ich Soldaten bewegen will, geht es nur über das Gefühl. Motivation, Einsatz und Leistung folgen. Dasselbe gilt im Übrigen auch für Kinder. Ich habe es in den letzten 10 Jahren als Vertretungslehrer an Gymnasien und Gesamtschulen ausprobiert. Die Geschichte des ersten Mal möchte ich Ihnen stellvertretend für die vielen Male danach im Folgenden erzählen.

Ich war für die Mittelstufe eines Gymnasiums als Geografie-Lehrer engagiert worden. Mein erster Unterricht war gleich morgens um 08.00 Uhr. Wegen der Vorbereitung des Unterrichtsraums war ich schon eine halbe Stunde eher gekommen. Die eintrudelnden Schüler nahmen mich mit versteckter Neugier wahr. Einige begannen, mich auszufragen. Ob ich der „Kampfpilot“ sei, der bei ihnen jetzt Geografie unterrichten wird. Meine Ankunft als Vertretungslehrer hatte in der Schule inzwischen die Runde gemacht. Ich begann die Unterrichtsstunde mit einem YouTube Clip, was die Klasse in ein gespanntes Schweigen versetzte. Zu dem Song „Bring me to life“ von Evanescence , rollten Kampfflugzeuge der Schweizer Luftwaffe auf die Startbahn, um sich zu einem faszinierenden Flugspektakel in den Schweizer Alpen in die Lüfte zu schwingen. Als nach 4 Minuten der Clip zu Ende war, habe ich die Selbstvorstellung mit ein paar Worten abgeschlossen. Über 20 Jahre habe ich solche Flugzeuge geflogen. Es war mein Traumberuf gewesen. Ich machte aber auch keinen Hehl daraus, dass ich Kampfjets inzwischen für überflüssig halte. Zu teuer und zum Frieden machen ungeeignet. Trotzdem wollte ich die Schüler an meiner vergangenen Welt ein bisschen teilhaben lassen und schlug ihnen vor, dass sie während des Schulhalbjahres ein Briefing halten sollten. Dauer 10 Minuten. Jeden Tag ist ein anderer dran. Das Geografie-Thema konnten sie sich aussuchen. Bedingung war, dass sie ein Alltagsthema vorstellen und damit zum Geografie-Thema überleiten. Ich habe ihnen ein Beispiel vorgeführt.

Der Kabinenroller des Prof. Messerschmitt aus den 1950er Jahren. Ein Motorroller, in dem zwei Personen hintereinander unter einem Kabinendach saßen. Danach zeigte ich ihnen Bilder von der Me109 und der Me 262, Jagdflugzeuge der deutschen Luftwaffe, die Prof. Messerschmitt im 2. Weltkrieg entwickelt hatte. Die Me 109 war Propeller-getrieben, die Me262 hatte zwei Düsen-Triebwerke. Nachdem ich ihnen kurz die Funktionsweisen des Jet- und des Propellerantriebs erklärt hatte, habe ich zum Geografie-Thema übergeleitet und ihnen die Troposphäre vorgestellt. Das ist die Luftschicht über der Erde, in der das Wetter stattfindet und an deren Obergrenze in ca. 10 000 Meter (der Tropopause) wegen der kalten Temperaturen und des geringen Luftdrucks Jetflugzeuge sehr effektiv (hohe Geschwindigkeit) und effizient (wenig Treibstoffverbrauch) operieren können. Ende des Briefings.

Die Umsetzung der „Morning-Briefings“ zeigte, dass die Schüler verstanden hatten. Insbesondere bei der Auswahl der Themen und deren Verknüpfung zeigten sie große Kreativität. Ein Schüler brachte seinen Fußball von Adidas mit. Alle Fußbälle, auch die bei großen Turnieren, werden von Adidas gestellt. Er erzählte etwas über die Firmengründer, die Brüder Adidas, die neben ihren Sportartikeln während des 2. Weltkrieges auch eine Panzerfaust entwickelt hatten. Sein Geografie-Thema war das Ausrichtungsland der Fußball-WM, Brasilien. Eine Schülerin brachte ihre Zahnbürste mit und fragte die Klasse, aus welchem Material diese hergestellt ist. Aus der Antwort – Erdöl – leitete sie auf einer Weltkarte zu den Erdöl fördernden Ländern über. Ferien bei den geliebten Großeltern führten zu einer Vorstellung der Ostseehalbinsel Darß. Jedes Morning-Briefing wurde mit Spannung erwartet. Wenn einmal jemand nicht vorbereitet war, der eigentlich dran war, haben wir verschoben. Ängste vor einer schlechten Note waren in den Briefing-Regeln nicht vorgesehen. Natürlich gab es Noten. Die Schüler selbst haben den Briefer benotet. Grundlage war, was gut gefallen hatte. Der Rest wurde unter „etwas gelernt“ verbucht. Der Leiter der Schule bemerkte einmal zu mir, dass ich zu gute Noten gäbe. Ich habe widersprochen. Wer so motiviert fleißig ist und Leistung bringt, wie meine Geografie-Schüler, der verdient nur die besten Noten. Was sie tatsächlich bewegt hat, sich in den Geografie-Unterricht so einzubringen, wie sie es getan hatten, weiß ich nicht. Ich bin überzeugt davon, dass es etwas mit Gefühl zu tun hat. Die Frage einer Schülerin, die sie mir zum Ende des Schuljahres gestellt hatte, lässt darauf schließen. Sie fragte mich:

Wenn man jeden Tag solche Flugzeuge geflogen ist, wie kann man es sich antun, jeden Tag als Lehrer seine Zeit mit schrecklichen Kindern zu verbringen? [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newesletter]

Clemenswerther Adventsmarkt am 2. Adventswochenende

Es duftet und glitzert, es leuchtet und tönt. Der Clemenswerther Adventsmarkt läutet am Samstag, den 06.12.2025 von 13 - 22 Uhr und am Sonntag den 07.12.2025 von 11 - 19 Uhr mit festlicher Atmosphäre die Vorweihnachtszeit ein. Bei freiem Eintritt veranstaltet das Emslandmuseum rund um das Schlossgelände den traditionellen Adventsmarkt und lädt zum Bummeln, Verweilen und Genießen ein, mit Lichterzauber und musikalischem Programm.

Die Lichtinszenierung wird um 17 Uhr am Samstag von Landrat Marc-André Burgdorf eröffnet. Sie taucht den Schlossplatz der barocken Jagdsternanlage in ein besonderes Licht und lässt den Stern des Emslands erstrahlen. Auf dem Schlossgelände warten verschiedene Stände mit Glühwein, verschiedenen Leckereien und schönen Dingen – von handgemacht bis fein erlesen.

An beiden Tagen treten zudem verschiedene Gesangsvereine und Kirchenchöre auf, um mit weihnachtlichen Liedern zu begeistern. Zu den besonderen Darbietungen zählen am Samstag, 6. Dezember, die Märchenerzählungen von Anita Jacobi um 16 Uhr in der Kapelle und um 19 Uhr das Konzert des Jazz-Duos Enchanté auf der Bühne. Mehr Infos bei www.clemenswerth.de/. [PM/Foto Screenshot Clemenswerth.de]

Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung

Flyer Fischereilehrgang Steinbild 01/2026

Der nächste Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung in Steinbild beginnt am 05.01.2026 und läuft bis zum 20.01.2026 jeweils von 18:00 – 20:00 Uhr. Die Lehrgangsgebühr beträgt 60 €. Anmeldungen bei Werner Kremer unter: Email: werner.kremer@ewetel.net Telefon: 05933-1482. [jdm]

Ein „Pflugbild“ zur Hochzeit

Um dem Arbeitskollegen eine Freude zur Hochzeit zu machen entstand an der Schützenstraße dieses Luftbild mit den Namen des Brautpaars. Leider musste der Schriftzug schon eine Woche später den Erfordernissen der Landwirtschaft weichen. [jdm]

„man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen,…“ – Back to the roots der Evangelischen Kirche – Auch Atomwaffen erwägenswert

Nach dem zweiten Weltkrieg und der moralischen Katastrophe der evangelischen Kirche, die als „Deutsche Christen“ mehrheitlich eine Stütze der Nazis gewesen war, gefiel es den Kirchenoberen, sich an die Bekennende Kirche zu erinnern, die als Minderheit in der Kirche wenigstens partiell Widerstand gegen die Nazis und ihre Ideologie geleistet hatte.

In der Zeit der Entspannungspolitik der1960er/1970er Jahre hielt die evangelische Kirche dann auch eine friedliche Politik für opportun, denn die Orientierung am Regierungshandeln ist ihr immer wichtig. Sogar Pazifismus wurde für gut befunden. Damit kam man als Deutsche mit der etwas „unglücklichen“ Geschichte in der „dunklen Zeit“ international auch gut an.

Jetzt verlangen die westlichen Regierungen Kriegstüchtigkeit und die evangelische Kirche ist sofort bereit, mit der Friedensdenkschrift 2025 ihre theologischen Grundlagen anzupassen. Schon Luther forderte im Bauernkrieg „wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern […] man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“

Die evangelische Kirche möchte am liebsten wider die bösen Russen Gottes Zorn und Feuerstrahl herabbeten, aber die evangelische Synode ist auch mit einem strammen Aufrüstungskurs zufrieden. Sämtliche Friedenspreise der letzten Zeit haben es vorgemacht: Krieg ist Frieden.

Dem will die evangelische Kirche nicht nachstehen: „(Die EKD-Ratsvorsitzende) Fehrs sagte, gerechter Frieden sei mehr als Abwesenheit von Krieg. ‚Es bleibt ein Gebot der Nächstenliebe, dass wir Menschen, die an Leib, Leben und ihrer Würde bedroht sind, nicht schutzlos der Gewalt ausgesetzt lassen.’ Waffenlieferungen dürfen laut Denkschrift nur dem Schutz der Bevölkerung und der Wiederherstellung des Friedens dienen. Ein besonderer Punkt ist die Abwägung zur atomaren Abschreckung. Die Denkschrift ächtet Atomwaffen wie bereits 2007 weiterhin als friedensethisch nicht zu rechtfertigen, erkennt aber an, dass die Drohung mit Atomwaffen einer wirkungsvollen Verteidigung dienen kann.“

Zu Zeiten der Entspannungspolitik gab es noch den Ausspruch Willy Brandts "Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts." Und Cicero wusste schon: "Ein schlechter Frieden ist besser als ein guter Krieg." Von diesen Erkenntnissen ist die evangelische "Friedens"-Ethik, oder sollte man besser Kriegsethik sagen, meilenweit entfernt.

Geradezu witzig wird es, wenn es in der Pressemitteilung der Synode heißt: „Demokratien seien angewiesen auf mündige Bürgerinnen und Bürger, formuliert das Papier und verweist dabei unter anderem auf Bildung und den Schutz demokratischer Diskurse. An dieser Stelle sieht sie sich als auch selbst in der Pflicht, aufzuklären und Polarisierung entgegenzuwirken.“

Das heißt, hier fordert die Synode die evangelischen Gläubigen auf, „aufzuklären“, also ihre Sicht zur Pflicht von Aufrüstung und Krieg zu verbreiten. Und das soll dann der Polarisierung entgegen wirken.

Wenn man sich überhaupt nicht mit den Ursachen von Krieg beschäftigt, die Rolle der Kriegswirtschaft und der Rüstungskonzerne, die wirtschaftlichen Krisenerscheinungen des Kapitalismus und die Konkurrenzkämpfe der verschiedenen Zentren nicht zur Kenntnis nimmt, und sämtliche Narrative der Kriegspolitiker eins zu eins übernimmt, kann man auch nur zur lammfrommen Befolgung der aktuellen Kriegspolitik kommen. Auf jeden Fall kann man der evangelischen Kirche nicht vorwerfen, sie wäre nicht traditionsbewusst. [jdm]