Forderung der Verbände: Atommülllager-Suchprozess muss jetzt pausieren!

Der Zwischenbericht mit den möglichen Standorten für ein Atommülllager hat 54 Prozent des Bundesgebietes als ‚Teilgebiet‘ für die Standortsuche vorgestellt. 289 der bundesweit 401 Landkreise und kreisfreien Städte sind betroffen.

Die Karte der BGE führt nach einer Analyse von "ausgestrahlt" dazu, dass regionale Betroffenheit erst gar nicht aufkommt. Wer etwa über einem Salzstock lebt, der mit in der Auswahl ist, nun jedoch auf der Karte riesige Tongebiete im Umkreis sieht, kommt möglicherweise zu dem Eindruck, er oder sie müsse sich gar nicht mehr als andere mit dem Thema beschäftigen. (mehr …)

NDR-Berichte

Screenshot NDR: Bohrplatz 1977

Gestern berichteten die Info-Sendungen von NDR 3 mehrfach darüber, dass auch Wippingen mit seinem Salzstock wieder im Fokus für ein Atommülllager steht. Hier sind die Links zur Mediathek, wo die Sendungen noch etwa eine Woche aufgerufen werden können: Niedersachsen 18 Uhr, Hallo Niedersachsen, NDR Info.

Screenshot NDR: Protestschild 1977

In der NDR-Info-Sendung wurden auch Filme von 1976/77 aus dem NDR-Archiv mit Bildern vom damaligen Bohrplatz und der Treckerdemo gezeigt. [jdm/Fotos: Screenshots NDR]

Salzstock Wahn ist ein Teilgebiet

Screenshot der interaktiven Karte des BGE

Der Salzstock bei Wippingen, der unter dem Namen Wahn geführt wird, ist einer der benannten Teilgebiete für ein Atommülllager. In der Kurzfassung des "Steckbriefes" wird trotz zweier "nichtgünstiger" Bedingungen die mögliche Eignung für ein Endlager festgestellt:

"Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten. " Hier geht es zur Langfassung des Steckbriefes ...

Auch zwei Salzstöcke bei Börger/Spahnharrenstätte und Fresenburg/Lathen werden als geeignet betrachtet.

Weiter gelten das Tongestein in weiten Bereichen des nördlichen Emslandes (Tertiäres Tongestein) und des südlichen Emslandes (Prätertiäres Tongestein) als geeignet. Das Gleiche gilt für die Steinsalzformationen von Berßen bis Lingen. [jdm]

Atommüll: Am Montag wird’s ernst

Titelbild des BGE-Magazins „Einblicke“

Am Montag, den 28. September 2020 veröffentlicht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den Zwischenbericht Teilgebiete. Er markiert nach der Sprachregelung des BGE das Ende der weißen Landkarte: Denn erstmals werden Teilgebiete genannt, die eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung erwarten lassen. Zudem werden die Gebiete beschrieben, die nicht für ein Endlager in Frage kommen, weil sie eines oder mehrere Ausschlusskriterien erfüllen.

Protestschild der BI von 1976
Der Salzstock Wahn
Der Salzstock Wahn

Allgemein wird erwartet, dass der Salzstock Wahn einer der benannten Standorte sein wird. Sie sehen hier auf einer Karte den Salzstock gelb markiert. Diese Karte wurde in den 1970er Jahren genutzt, um den Ort für die damals geplante Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage zu markieren (schwarze Balken). Damals sollte in einem Radius von 6 km jede Wohnbebauung verschwinden: Somit wären die Orte Wippingen, Werpeloh und Renkenberge ausradiert worden. In dem Salzstock sollte zudem ein Endlager für den Atommüll entstehen.

Treckerdemo auf dem Bohrplatz beim Uhlenberg am 29.11.1976
Treckerdemo auf dem Bohrplatz beim Uhlenberg am 29.11.1976

Die Frage der Wiederaufbereitungsanlage hat sich nach dem Scheitern von Wackersdorf endgültig erledigt. Ein Lager für den schier endlos strahlenden Atommüll sucht man immer noch. Und jetzt sind die Atomkonzerne nah dran, sich ihren Wunsch erfüllen zu lassen. Die Verantwortung für den Müll haben sie gegen eine Einmalzahlung von 24 Mrd. € in einen Fonds an den Staat abtreten können. Und jetzt sind die staatlichen Konkursverwalter der Atomindustrie auf dem Weg, der Bevölkerung mit vorgespielter Transparenz und angeblicher Wissenschaftlichkeit einen Standort aufzuzwingen. Am Montag ab 10 Uhr soll die Liste auf der Homepage des BGE öffentlich zur Verfügung stehen. [jdm]

Online-Veranstaltung zum Atommülllager: Wie jetzt in Wippingen reagieren?

Online-Veranstaltung zum Atommülllager-Suchverfahren
Online-Veranstaltung zum Atommülllager-Suchverfahren

„Ausgestrahlt“ ist in diesen Wochen auf Tour mit einer zum „Atomklo“ umgebauten Dixi-Toilette, um in potenziell betroffenen Regionen über die Standortsuche zu informieren und war am letzten Samstag in Lingen. Und auf einer Online-Veranstaltung mit Helge Bauer speziell für die Emsländer wurde am Mittwoch über das Standortsuchverfahren für ein sogenanntes Endlager informiert. Auch einige Wippinger waren online dabei und machen sich jetzt ihre Gedanken.

Noch befindet sich das Suchverfahren in Phase 1. Ein bedeutender Zwischenschritt findet am 28. September statt, wenn das Atommüll-Bundesamt Base eine Liste von möglichen Standorten benennt. Angeblich soll die Liste eine hohe 2-stellige Zahl von Standorten enthalten. (mehr …)

Morgen online an Veranstaltung zum Atommüll teilnehmen

Für die Veranstaltung des Bündnis AgiEL - Atomkraftgegner*innen im Emsland mit Helge Bauer von "ausgestrahlt" am 16. September um 19 Uhr zur aktuellen Entwicklung der Standortsuche und der Frage: Wie lässt sich ein schlechtes Lager verhindern? konnte in Wippingen kein öffentlicher Raum mit W-LAN gefunden werden. Sie können aber von Zuhause aus online daran teilnehmen, denn die Veranstaltung findet in Form einer Videokonferenz statt, kann aber auch am Telefon verfolgt werden. Sie dauert zwischen 60 bis 90 Minuten.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich. Alle Angemeldeten bekommen die Zugangsdaten, technische Hinweise und Informationen zum Ablauf der Veranstaltung.

Das Emsland könnte von der Suche nach einem Standort für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktiven Atommüll betroffen sein. Denn hier gibt es Gesteinsvorkommen, die grundsätzlich für das Suchverfahren infrage kommen. Dazu gehört auch das Salzvorkommen im Dreieck von Wippingen, Renkenberge und Werpeloh. [jdm]

Nawalny-Affäre: Durch stetiges Wiederholen zur Wahrheitsillusion

Im Fall Nawalny gibt es nicht den Hauch eines Beweises, dass der rechtsnationalistische russische Oppositionspoliker im Auftrag der russischen Regierung vergiftet worden ist. Zwar ist das möglich, obwohl kein Interesse erkennbar ist. Genauso möglich sind alle anderen Spekulationen: dass es einen kriminellen Hintergrund gebe, dass eine ausländische Macht dahinter stehe (z.B. die CIA), dass es sich um eine fehlerhafte Medikation handele, usw..

Fest steht aber, dass die USA diesen Vorfall nutzen wollen, um die Beziehungen zu Russland zu verschlechtern und dass die US-Firmen, die ihr Fracking-Gas verkaufen wollen, an einem Ende des Baus der russischen Gas-Pipeline North-Stream interessiert sind. Und fest steht, dass die in der Atlantik-Brücke organisierten US-Fans, wie Merz und Röttgen, sowie der kleine Außenministerdarsteller Maas jeden Wunsch von US-Konzern-Vertretern von deren Mund ablesen. Auch die Grünen, die sich von einer früheren Friedenspartei zu einem neoliberalen Rüstungsclub gewandelt haben, singen mit im Chor von Sanktionen und Ende der Zusammenarbeit mit Russland.

Das Problem, dass es keinen Beweis für die angebliche Untat der russischen Regierung gibt, wird einfach durch ständige Wiederholung gelöst. Wenn oft genug behauptet wird, dass es so ist, wird es allgemein geglaubt. Dass diese Methode funktioniert beweisen nicht nur die verschiedenen Lügen, die jeweils für Kriege in die Welt gesetzt wurden, wie Emser Depesche, Polnischer Überfall auf den Sender Gleiwitz, Tongking-Zwischenfall, Hufeisenplan oder Massenvernichtungswaffen im Irak. Spektrum.de berichtet über ein psychologisches Experiment, das zeigte, dass wir das, was wir ein zweites Mal hören, eher für wahr halten als beim ersten Mal. Dieser Wiederholungseffekt, oft »Wahrheitseffekt« genannt, wurde schon vielfach belegt. Jetzt haben zwei Psychologinnen nachgewiesen, dass ihm Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterliegen und somit auch unterschiedliche Vorkenntnisse nicht davor bewahren.

Unsere Tagesschau und die US-hörigen Politiker werden also ihre Behauptung von der Verantwortung der russischen Regierung für die Vergiftung solange wiederholen, bis sich niemand mehr traut, diese Version anzuzweifeln und jeder die Verschärfung der Kriegsgefahr akzeptiert. [jdm]

Online-Veranstaltung am 16. September zum Atommülllager

Banner zur Online-Veranstaltung am 16.09.2020

Das Emsland könnte von der Suche nach einem Standort für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktiven Atommüll betroffen sein. Denn hier gibt es Gesteinsvorkommen, die grundsätzlich für das Suchverfahren infrage kommen. Dazu gehört auch das Salzvorkommen im Dreick von Wippingen, Renkenberge und Werpeloh.

Auf Einladung des Bündnis AgiEL - Atomkraftgegner*innen im Emsland wird Helge Bauer von "ausgestrahlt" am 16. September um 19 Uhr die aktuelle Entwicklung zur Standortsuche beleuchten und der Frage nachgehen: Wie lässt sich ein schlechtes Lager verhindern?

Die Veranstaltung findet in Form einer Videokonferenz statt, kann aber auch am Telefon verfolgt werden. Sie dauert zwischen 60 bis 90 Minuten.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich. Alle Angemeldeten bekommen die Zugangsdaten, technische Hinweise und Informationen zum Ablauf der Veranstaltung.

Für Wippingen ist derzeit in Planung, an dieser Online-Veranstaltung gemeinsam in einem Raum teilnehmen zu können. Also bitte den Termin vormerken. [jdm]

Standortvorschläge für Atommülllager werden jetzt am 28.09.2020 bekannt gegeben.

Am 7. Juli hatte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ihr Gesamtkonzept zur Vorstellung des Zwischenberichts Teilgebiete und ihren Vorschlag zur Information auf der Fachkonferenz Teilgebiete veröffentlicht. Jetzt hat die BGE ihr Konzept überarbeitet und den Termin für die Veröffentlichung des Zwischenberichtes Teilgebiete noch einmal um drei Tage vorgezogen auf den 28. September 2020.

Die BGE übergibt den  Zwischenbericht Teilgebiete am 28. September 2020 dem BASE. In einer Pressekonferenz wird die BGE die Kernergebnisse des Zwischenberichts Teilgebiete vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen. Durch weitere Erklär-Videos, die auf die Aussagen des Zwischenberichts eingehen, werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert und zugänglich sein. Konkret vorgesehen ist eine Veröffentlichung auf der Seite der  BGE, www.bge.de, durch die barrierefreie Bereitstellung des Zwischenberichts Teilgebiete, nebst aller untersetzenden  Unterlagen im pdf-Format. Darüber hinaus bietet die BGE eine Karte mit den Teilgebieten auf ihrer Homepage an.

Das Konzept sieht für die Vorstellung des Zwischenberichts am 17. Oktober 2020 eine für Fachtagungen aller Art übliche Tagesordnung vor; Auftakttalk mit Fragerunde, mehrere Plena mit Vorstellung des Berichtes und Verständnisfragen, Kaffeepausen.

Das ist so weit nicht verwerflich. Aber dieses Verfahren sollte durch ein transparentes Verfahren jeden Betroffenen in die Standortsuche einbeziehen und letztlich den gefundenen Standort in einem großen Konsens ermitteln. Herausgekommen ist ein Verfahren, das für die Aneignung eines beliebigen Bildungsthemas geeignet sein mag, aber meilenweit hinter den Möglichkeiten zurück bleibt, die bei Genehmigungsverfahren für industrielle Großanlagen  mittlerweile Standard sind. Das Standortsuchverfahren dient immer offener nicht einer Konsensbildung, sondern der Abwehr von in anderen Verfahren gegebenen Widerstandsmöglichkeiten. [jdm]

Klage gegen Brennelement-Exporte aus Lingen eingereicht

Anti-Atomkraft-Initiativen aus Aachen, Lingen, Bonn und Münster sowie die Ärzteorganisation IPPNW und das Umweltinstitut München gehen erstmals gerichtlich gegen eine Exportgenehmigung für Brennelemente aus der Brennelementefabrik in Lingen vor. Stellvertretend für die Initiativen reichte ein Atomkraftgegner aus Aachen vor dem zuständigen Verwaltungsgericht Frankfurt Klage ein. Sie richtet sich gegen die am 18. März 2020 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilte Genehmigung für den Export von Brennelementen von Lingen für die beiden belgischen Reaktoren Doel 1 und 2 bei Antwerpen. Zuvor war vom BAFA ein Widerspruch mehrerer AtomkraftgegnerInnen zurückgewiesen worden. Die Klage hat aufschiebende Wirkung. Rechtsbeistand ist die renommierte Fachanwältin Dr. Cornelia Ziehm. Mehr in der PM des Umweltinstituts München ... [jdm]

Atommülllager: Standort wird politisch festgelegt, nicht nach wissenschaftlichen Kriterien

Das Suchverfahren für ein Atommüll-Endlager sollte so transparent vor sich gehen, dass jedem Menschen zum Schluss einsichtig ist, warum die Standortentscheidung so gefallen ist. Damit sollte dann Akzeptanz für die Entscheidung hergestellt werden.

Das bisherige Verfahren zeigt allerdings, dass dies gar nicht erst versucht wird. Die wissenschaftliche Grundlage für das Suchverfahren ist schon nicht gegeben, weil die Datenlage äußerst dürftig ist. Denn es werden nur die Daten, die bisher zufällig vorhanden sind gesichtet. (mehr …)

Transport von 78 m langen Rotorflügeln durch Wippingen

Schwertransport Rotorflügel in Wippingen am 03.08.2020
Schwertransport nähert sich der Kreuzung bei Hackmann

Gestern abend kurz nach 22 Uhr kam von Neudörpen der Transport mit drei 78 m langen Rotorflügeln auf die Kreuzung bei Hackmann zu. Die Rundumleuchten der Gertzen-Transporter und der zahlreichen Begleitfahrzeuge der Firma C. F. Protec zeigten den ungewöhnlichen Transport von weitem an.

Es handelte sich um die drei Rotorblätter für eines der Windkraftwerke, die bei Fehndorf aufgestellt werden sollen. Die Windflügel von Enercon waren auf dem Wasserweg bis nach Dörpen gekommen.

Schwertransport Rotorflügel in Wippingen am 03.08.2020
Schwertransport Rotorflügel in Wippingen am 03.08.2020
Fahrzeug biegt über die provisorische Abbiegespur Richtung Neubörger ein

Im Vorfeld hatte die Firma C. F. Protec zwischen Kreisstraße und dem Gelände der Firma Rehnen mit Metallplatten eine provisorische Abbiegespur gelegt. Ein direktes Abbiegen nach rechts in Richtung Kluse war mit dem langen Gespann wegen der Enge der Örtlichkeit nicht möglich. Das Gespann mit dem Rotorblatt konnte so bei Hackmann links in die K114 (Strootburg) Richtung Neubörger einbiegen und fuhr bis zur Höhe des Anwesens Klaas, um dann rückwärts in die neue Gewerbegebietsstraße „Bei den Tannen“ zurück zu setzen. Auch hierfür war im Vorfeld eine provisorische Abbiegespur erstellt worden. Von hier aus konnte das Gespann dann vorwärts auf die Kreisstraße in Richtung Kluse abbiegen. Die anderen beiden Gespanne folgten demselben Weg.

Dieser Schwertransport konnte ohne Polizeibegleitung durchgeführt werden, weil seit einem Pilotprojekt im Jahr 2016 speziell ausgebildete Hilfspolizisten bei Enercon-Schwertransporten im Einsatz sind, die über einzelne polizeiliche Rechte verfügen. Ihre Fahrzeuge waren mit der Aufschrift „Hilfspolizei“ gekennzeichnet. Für die Polizei bedeutet das eine erhebliche Entlastung.

Für die Zuschauer bot sich mit den vielen Lichtern und Fahrzeugen ein interessantes Bild, bei der die Ausmaße der Rotorblätter durch den direkten Vergleich mit den anliegenden Gebäuden und den Bäumen sinnlich erfahrbar wurden. Während sich das Schleppfahrzeug schon auf der K114 befand, bewegte sich die Spitze des Rotorflügels nur knapp an den Gebäuden der Firma Hackmann vorbei. Demnächst sollen noch einige Transporte mehr durch Wippingen fahren. [jdm]

EZ-Bericht zu Atommülllager

Ems-Zeitung vom 13.07.2020
Ems-Zeitung vom 13.07.2020

Die Ems-Zeitung berichtete heute, was Landtagsvizepräsident Bernd Busemann zur im Herbst anstehenden Möglichkeit einer Benennung des Salzstocks Wahn für ein Atommülllager sagt. [Ems-Zeitung vom 13.07.2020/jdm]

Am 30. September werden mögliche Standorte für Atommülllager bekannt gegeben

Zur Homepage von ausgestrahlt

Die Atommüll-Endlagersuche nähert sich der Schlussphase. Die „Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)“ hat angekündigt, dass ihre Datensammlung über mögliche Standorte im Herbst beendet ist und am 30. September die Veröffentlichung des Zwischenberichts Teilgebiete durch die BGE stattfindet. Das heißt: Es werden mögliche Standorte benannt. Und wer davon ausgeht, dass der Standort Salzstock Wahn zwischen Werpeloh, Renkenberge und Wippingen einer der Vorschläge sein wird und mitreden möchte, kann sich schon mal einige Konferenztermine merken. (mehr …)

Langeweile: Ruf die EWE-Hotline an!

Heute musste ich mal wieder ein Anliegen über die Hotline der EWE erledigen. Die Mitarbeiterin hat mich durchaus kompetent und freundlich beraten. Dennoch sah ich mich veranlasst, an den EWE-Vorstand folgende E-Mail zu verschicken:

"Sehr geehrter Herr Westfal, sehr geehrter Herr Kohnen, ich möchte Sie bitten, gelegentlich die Hotline Ihres Unternehmens anzurufen. Sie werden feststellen, dass Sie nach dem neuesten Update allein für die Ansagen zu Beginn des Gesprächs etwa zwei Minuten Geduld aufbringen müssen, bevor Sie überhaupt in die Warteschleife für das eigentliche Anliegen kommen.

Ich schlage vor, den Ansagetext noch um einen aktuellen Wetterbericht, sowie neueste Nachrichten zu ergänzen. Das könnte das Anrufer-Aufkommen und die Kosten für den Kundenservice sicher noch weiter deutlich reduzieren. Mit freundlichen Grüßen" [jdm]

Online-Veranstaltungs-Reihe: Der kritische Blick auf die Atommüll-Lager-Suche

Zur Online-Veranstaltungsreihe von ausgestrahlt.de

Die Antiatomorganisation ausgestrahlt hat eine achtteilige Reihe von Online-Veranstaltungen zur Atommüll-Lager-Suche gestartet, geeignet für Menschen ohne großes Vorwissen, aber auch für diejenigen, die sich bereits mit dem Thema befasst haben. Jede Veranstaltung beleuchtet ein eigenständiges Thema. Die Abende bauen aber auch ein Stück weit aufeinander auf. Es ist möglich, nur an einzelnen Terminen teilzunehmen oder später einzusteigen.

Schon gelaufen sind die Veranstaltungen zu den Themen "Bis in alle Ewigkeit: das Atommüll-Problem" und "Jahrzehnte verschenkt: Die Geschichte der Standortsuche".

Morgen, am 16.06.2020 um 18.30 Uhr findet die Veranstaltung zum Thema "Verfahren! Wie die Suche ablaufen soll" statt. Es geht um die wesentlichen Inhalte des Standortauswahlgesetzes, also um die Rahmenbedingungen der Suche, Lagerkonzept, Gesteine, Zeitplan, Suchverfahren, Kriterien und die Akteur*innen. Hier gibt es weitere Infos zur Online-Veranstaltung und zur Anmeldung.

ausgestrahlt nutzt für die Online-Veranstaltungen den Videokonferenz-Dienst Zoom. Unter dem Punkt Videokonferenz-Programm erfahren Sie, welche Funktionen das Programm bietet und wie Sie es installieren können.

Weitere Themen der Online-Veranstaltungsreihe sind:

  • Do., 18.6.: Anspruch und Wirklichkeit 1: partizipativ und transparent?
  • Di., 23.6.: Anspruch und Wirklichkeit 2: wissenschaftsbasiert und selbsthinterfragend?
  • Di., 25.6.: Ausblick: Zwischenbericht und Fachkonferenz
  • Do., 30.6.: Die Alternative: Wie könnte es anders gehen?

Mehr Informationen zur Veranstaltungsreihe und zur Anmeldung gibt es auf ausgestrahlt.de. [jdm]

Standortsuche für Atommülllager: Bayern sagt: Kein Granit. Wirtschaft sagt: Keine Daten

Die sogenannte Weiße Landkarte bei der Standortsuche für ein Atommülllager

Dass das angeblich ergebnisoffene und transparente Suchverfahren für ein Atommüllendlager beides nicht ist, zeigen zwei gegenwärtige Entwicklungen deutlich.

Ergebnisoffen wäre es, wenn alle möglichen Standorte tatsächlich in das Suchverfahren kommen. Aber die bayrische Regierung möchte genau dies verhindern. Es geht um die Sicherheitsanforderungen, die laut Standortauswahlgesetz vom Bundesumweltministerium (BMU) in einer Verordnung festgelegt werden müssen. Ein Entwurf sollte schon vor Wochen im Bundeskabinett beschlossen werden. Doch nun versuchen Markus Söder und Horst Seehofer laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zu erreichen, dass bayerischer Granit aus der Standortsuche ausgeschlossen wird. (mehr …)

Geodatengesetz: Zu spät und nicht transparent

Wenn die „Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)“ im September die Gebiete benennt, die laut Gesetz „günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen“, wird sie eine für die Betroffenen wesentliche Frage nicht ausreichend beantworten können: Warum hier? Die BGE wird dann nicht in der Lage sein, ihre Entscheidungen umfassend und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar zu belegen. Denn nach wie vor gibt es keine gesetzliche Regelung, die die Veröffentlichung aller der von der Bundesgesellschaft im Auswahlverfahren verwendeten geologischen Daten ermöglicht. (mehr …)

Smarte Thermostate lohnen sich in schlecht gedämmten Häusern

Hohe Investitionskosten sind ein wesentliches Hindernis für die energetische Sanierung von Wohngebäuden in Deutschland. Für vergleichsweise wenig Geld sind smarte Heizkörperthermostate zu haben. Sie lohnen sich laut einer Studie des Potsdamer Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung schon bei geringen Energieeinsparungen in Gebäuden mit einem niedrigen bis mittleren Effizienzstandard. Mehr bei IDW - Informationsdienst Wissenschaft ... [HM]

Mini-Photovoltaik-Anlagen für jeden Haushalt möglich

Ergebnis einer Google-Suche nach Mini-Photovoltaikanlagen
Eine einfache Google-Suche nach Mini-Photovoltaik-Anlagen ergibt eine große Zahl von Anbietern

Der Deutschlandfunk berichtete, dass es mittlerweile als Bausatz oder komplett montierte Solar-Module gibt, die zwischen 200 und 500 Euro kosten. Mieter können die Solar-Module aus dem Fenster hängen oder an die Balkonbrüstung, Stecker in die Steckdose und der selbst produzierte Strom kann in das eigene Stromnetz eingespeist werden.

Es wird dann weniger Strom über den Zähler vom Stromanbieter genommen und dementsprechend wird weniger Strom verbraucht. Der DLF bezeichnete es allerdings als umstritten, ob erstens diese Anlagen angemeldet werden müssen und zweitens, ob der Zähler getauscht werden muss.

Wir haben deshalb bei unserem örtlichen Netzbetreiber EWE nachgefragt. Für Dietmar Bücker von der EWE Konzernkommunikation ist hier nichts umstritten, sondern die EWE hat ganz klare Anforderungen: „Die Anmeldung von PV-Anlagen (egal welcher Größe) im Marktstammdatenregister ist eine Vorgabe des Gesetzgebers. Das Register wird von der BNetzA geführt.“

Außerdem seien alle Erzeugungsanlagen beim örtlichen Netzbetreiber anzumelden. Dies sei gesetzlich geregelt und von der VDE-Anwendungsregel 4105 vorgeschrieben. Für den Netzbetreiber sei dies im Sinne einer sicheren Netzführung unabdingbar, weil dieser wissen müsse, wo Erzeugungsanlagen im Netz angeschlossen sind. Auch eine Vielzahl von Kleinstanlagen in der Summe seien netzrelevant. „Bei EWE NETZ kann jede PV-Anlage in wenigen Minuten einfach online angemeldet werden unter www.ewe-netz.de,“ so Bücker.

Der vom Netzbetreiber bezogene Strom wird anders vergütet, als der selbst erzeugte Strom, der unter Umständen ins öffentliche Netz eingespeist wird. Für die EWE ist deshalb klar, dass der Zähler getauscht werden muss, wenn kein Zweirichtungszähler vorhanden ist, der Bezug und Einspeisung registrieren kann Dies sei bei rund 90 Prozent der Kunden der Fall. [HM/jdm]

Über 630.000 Menschen gingen in ganz Deutschland für Klimaschutz auf die Straße!

Klimaschutzdemo in Papenburg am 29.11.2019

In ganz Deutschland gingen gestern um die 630.000 Demonstrant*innen für einen sozial-ökologischen Wandel und für echten und gerechten Klimaschutz auf die Straßen. 230 davon beteiligten sich in Papenburg an der Demo.

Klimaschutzdemo in Papenburg am 29.11.2019

Die Bundesregierung unter Angela Merkel müsste endlich Verantwortung übernehmen und schnell ein wirksames Klimaschutzgesetz beschließen. Aber das tut sie bisher nicht. Dennoch hat die Bewegung der Fridays für Future schon einiges bewirkt. Sie ist über eine Schülerbewegung hinausgewachsen.

In der Öffentlichkeit ist ein Stimmungsumschwung erfolgt. Es gibt Verständnis für die Sorgen der Jugendlichen, die Menschen bringen die außergewöhnlichen Wetterbedingungen in Verbindung mit dem Klimawandel und versuchen sich klimabewusst zu verhalten.

Das Europaparlament hat den Klima-Notstand ausgerufen. Damit steigen die Chancen, dass den Klimaschädigern wie z. B. der (Braun-)Kohleindustrie die schützende Hand der deutschen Bundesregierung entzogen wird. Mit der CSU beschäftigt sich tatsächlich eine Gliederung der Union mit dem Klimaschutz, von der man es nicht erwartet hätte. [jdm]

Benennung von Standorten für Atommüll-Endlager rückt näher

Wie der NDR und andere Medien heute meldeten, hat auch mittlerweile der niedersächsische Umweltminister Lies Zweifel an der sogenannten "weißen Landkarte" bekommen, die als Ausgangspunkt für die Suche nach einem Standort für ein Atommüllendlager dienen sollte.

Er warnt vor einer voreiligen Festlegung auf die Lagervariante Salz und das Herausfallen möglicherweise geeigneter Regionen insbesondere in Süddeutschland. (mehr …)

Atommülllager – ausgerechnet hier?

2020 werden voraussichtlich erste Regionen benannt, die als Standort für ein Atommüll-Endlager in Frage kommen. Dann werden sich viele fragen: Warum ausgerechnet hier?

Infofilm zur Standortsuche für ein dauerhaftes Atommülllager von "ausgestrahlt"
6-minütiger Infofilm von "ausgestrahlt" zur Standortsuche

Wenn die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den „Zwischenbericht Teilgebiete“ veröffentlicht, kann auch unser
Wohnort dabei sein. Dann wird es heißen, alle Fachleute seien sich einig, dass es eine Lagerung von hochradioaktiven Stoffen nicht risikofrei geben werde. Das Standort-Auswahl-Gesetz verspricht Transparenz, ob jedoch alle entscheidungsrelevanten Daten veröffentlicht werden, bleibt ungewiss. Ohne diese Daten können Betroffene nicht nachprüfen, ob bei der Auswahl korrekt verfahren wurde. Sie müssen also einfach glauben, was man Ihnen sagt. (mehr …)

Ca. 350 zeigten in Lingen „Atom und Kohle die rote Karte“

Atom und Kohle die rote Karte zeigen - Demo in Lingen am 26.10.2019

Die von etwa 350 Menschen besuchte Demonstration „Atom und Kohle die rote Karte zeigen“ am Samstag in Lingen zeigte, dass die Zusammenarbeit der Atom-Atomkraft-Bewegung mit der Klimaschutzbewegung funktioniert. Der Versuch der Atomlobby, die Atomkraft als Klimaschutzalternative zu fossilen Brennstoffen in Gespräch zu bringen, wurde zurückgewiesen. Sprecher auf der Demo wandten sich gegen die jetzt bekannt gewordenen Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage (UAA oder Urenco) im westfälischen Gronau zur russischen Atomanlage Novouralsk am Ural. Die völlig überzogene Präsenz von Polizei wurde als Einschüchterung des demokratischen Protestes verstanden. (mehr …)

Am nächsten Samstag in Lingen: Atom und Kohle die rote Karte zeigen

Flyer für die Demo "Atom und Kohle die rote Karte zeigen" in Lingen am 26.10.2019

Weltweit werden Atomkraftwerke mit Brennelementen aus der Brennelementefabrik  von framatome (früher Areva NP) in Lingen betrieben. Diese Anlage ist nicht vom sogenannten Atomausstieg in Deutschland betroffen. Neben dieser Anlage gibt es in Lingen ein stillgelegtes AKW, ein Zwischenlager und ein AKW, das in Betrieb ist.

Also gibt es Gründe genug um in Lingen aktiv zu werden! Im Sommer dieses Jahres wurden während der Revisionsarbeiten im AKW gefährliche Risse im Verdampfersystem entdeckt. Die entdeckten Rohre wurden zwar verschlossen, es wurden aber nicht alle Rohre untersucht, wie es bei einem solchen Vorfall eigentlich notwendig wäre. (mehr …)

Antiatomorganisation „Ausgestrahlt“ informierte über Suche für Atommüllendlager

Helge Bauer von "ausgestrahlt" in Osnabrück am 12.110.2019
Helge Bauer von "ausgestrahlt" in Osnabrück

Helge Bauer von der Antiatomorganisation „Ausgestrahlt“ berichtete am Samstag in Osnabrück über den Stand des Auswahlverfahrens für ein Atommüllendlager. Er kritisierte, dass das Auswahlverfahren den im Gesetz genannten Kriterien der Transparenz, Wissenschaftlichkeit oder Einbeziehung der Betroffenen nicht entspreche. Für Wippingen ist dieses Thema immer noch besonders nahe, weil zwischen Renkenberge, Werpeloh und Wippingen in der Erde der Salzstock Wahn liegt, der als möglicher Standort in Frage kommt. (mehr …)

AKW Grohnde heizt die Weser auf

PM Nds. Umweltmi9nisterium zur Abschaltung AKW Grohnde 27-07-2019

In einer Pressemitteilung kündigte das Niedersächsische Umweltministerium an, dass wegen hoher Temperaturen in der Weser das Atomkraftwerk Grohnde vorübergehend vom Netz genommen werden könnte. Derzeit muss das Kraftwerk bei anhaltenden Wesertemperaturen oberhalb von 26 Grad Celsius vorübergehend vom Netz genommen werden, um die Ökologie des Flusses nicht negativ zu beeinträchtigen. Dass 26 Grad auch zu warm ist, um den Reaktor im Störfall kühlen zu können, sagt die Pressemitteilung nicht.

Zur Abschaltung ist es jetzt nicht gekommen, weil die Temperatur doch nicht über 25° gestiegen ist. Es hat sich dennoch wieder einmal gezeigt, dass ein kontinuierlicher Betrieb mit dem AKW nicht sicherzustellen ist. Somit darf hinterfragt werden, ob Grohnde der Grundlastversorgung zugerechnet werden kann. Es bleibt die Frage, wie dieser Ausfall kompensiert worden wäre. Dazu teilt das Umweltministerium mit: "Der Bedarf wird am Europäischen Strommarkt gedeckt. Dort haben wir neben weiteren Kraftwerken auch einen guten Mix an Erneuerbaren Energien."

Schlussfolgerung daraus: Das AKW Grohnde wird nicht benötigt - sollte man es dann nicht gleich ganz abschalten?! Dem Fluss täte dies sicherlich gut. [HM/jdm]


Technologie- und Logistikgebäude Emsland für AKW Lingen beantragt

PM des Niedersächsischen Umweltministeriums vom 22.07.2019
Pressemitteilung des Umweltministeriums

Die Stillegung des Lingener Atomkraftwerkes zum 31.12.2022 naht. Laut der Vereinbarung des Bundes mit den Kraftwerksbetreibern kann RWE den ganzen radioaktiven Müll dem Bund und damit der Öffentlichkeit zur Entsorgung übergeben. Entsorgung ist ein sehr beschöningender Begriff, weil der Atommüll der Menschheit noch Jahrtausende lang Sorgen bereiten wird.

Aber der Betreiber muss den Müll zumindest kleinteilig verpackt übergeben. Dazu plant er jetzt ein Gebäude, in dem dies alles geschehen kann, ohne dass die radioaktiven Stoffe in der Gegend herumfliegen. Ein schöner Name dafür wurde schon gefunden: Technologie- und Logistikgebäude. In einer Pressemitteilung informierte das niedersächsische Umweltministerium heute über den Antrag auf Genehmigung der Tätigkeiten. Das Gebäude selbst muss separat beantragt werden.

Hier die PM: (mehr …)