Ministerin Miriam Staudte bei der Baumpflanzaktion mit Ministerpräsident Olaf Lies, Minister Christian Meyer, dem Präsidenten der NLF, Dr. Klaus Merker (3. v. l.), und dem Vizepräsidenten der NLF, Dr. Hans-Martin Hauskeller (Bild: ML Niedersachsen)
Ministerin Miriam Staudte bei der Baumpflanzaktion mit Ministerpräsident Olaf Lies, Minister Christian Meyer, dem Präsidenten der NLF, Dr. Klaus Merker (3. v. l.), und dem Vizepräsidenten der NLF, Dr. Hans-Martin Hauskeller (Bild: ML Niedersachsen)

Im Jahr 2018 traten großflächige Waldschäden im Harz auf. Ganze acht Jahre hat es gedauert, bis gestern der offizielle Startschuss für die Wiederbewaldung gegeben wurde. Dafür waren Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und Umweltminister Christian Meyer extra in den Harz gereist. Offenbar war die Aussicht auf schöne Pressefotos ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl im September 2027 ein wichtiger Anlass, und dabei störte es anscheinend auch nicht, dass bereits im Jahr 2021 über Aufforstungen im Harz berichtet wurde.

Die Landespolitiker pflanzten junge Eichen gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Lauterberg, teilt das Landwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung mit. Dieses gehöre, vor allem im Bereich Braunlage, zu den am meisten geschädigten Bereichen im Harz, erfährt man weiter.

Grundlage für die Wiederbewaldung ist das von den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) entwickelte „Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz“, das die Niedersächsische Landesregierung beschlossen hat. Die Gesamtkosten für die Umsetzung werden auf rund 130 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren geschätzt. Rund 117 Millionen Euro werden aus zweckgebundenen Rücklagen der Niedersächsischen Landesforsten sowie aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich des Sondervermögens „Wirtschaftsförderfonds“ des Landes finanziert.

Das „Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz“ basiert auf dem Waldbauprogramm LÖWE+. Ziel ist es, die betroffenen Flächen, insgesamt 30.000 Hektar, zu widerstandsfähigen, artenreichen und an die Folgen des Klimawandels angepassten Bergmischwäldern zu entwickeln. Die NLF setzen laut Pressemitteilung des Landwirtschaftsministerium dabei gleichermaßen auf die natürliche Ansamung verschiedenster Baumarten des Harzes in Verbindung mit Pflanzungen zusätzlich geeigneter klimaangepasster Baumarten. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf trockenheitsresistenten Laub- und Nadelbaumarten, wobei Pionier- und Lichtbaumarten einen hohen Anfangsanteil einnehmen.

Mittel- bis langfristig soll die Baumartenzusammensetzung überwiegend aus sogenannten Schlusswaldbaumarten wie Buche, Bergahorn, Lärche, Tanne und Douglasie bestehen, wobei grundsätzlich mindestens zwei Drittel der Bestände aus Laubbäumen gebildet werden. Die ehemals weit verbreitete Fichte bleibt auch weiterhin als Struktur- und Wirtschaftsbaumart zu geringeren Anteilen erhalten. Was die Landespolitiker vor Ort zu Protokoll gegeben haben und weitere Informationen zu ihrer Harzreise findet man in der Pressemitteilung.

Vor genau 200 Jahren wurde übrigens der Bericht zur Harzreise von Heinrich Heine, damals Student in Göttingen, veröffentlicht. Heine ließ sich im Jahr 1824 allerdings nicht chauffieren, sondern wanderte durch den Harz. Der Text wurde zwei Jahre später im ersten von vier Bänden der Reisebilder im Verlag Hoffmann & Campe in Hamburg veröffentlicht. Er war Heines erster großer Publikumserfolg und ist bis heute einer seiner beliebtesten Texte, schreibt Wikipedia. Nachvollziehbar, kann hier nach eigener Lektüre vor wenigen Wochen angemerkt werden.
Die Harzreise (1. Teil der „Reisebilder„) ist übrigens auch im Projekt Gutenberg veröffentlicht worden und kann dort kostenlos gelesen werden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]