Die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen), hat Anfang Oktober 2026 eine Änderung der Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes erlassen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Wolfsabschüsse bis Ende Februar möglich. Ist für die Tierart Wolf ein revierübergreifender Managementplan aufgestellt worden, so darf die Jagd auf die Tierart Wolf nun ausgeübt werden

1. als Schnellabschuss von Wölfen jeden Alters vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar oder
2. in einem Interventionsgebiet
a) auf Jungwölfe vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar und
b) auf die übrigen Wölfe vom 1. November bis zum Ablauf des Monats Februar.
Hierzu enthält die Verordnung vom 6. Oktober 2026 weitere Detailinformationen.

Für aktive Jäger werden die Veränderungen bei Gänsen eher von praktischer Bedeutung sein:
Nilgänse dürfen nun vom 16. Juli bis 31. Januar geschossen werden (zuvor 16. Juli – 15. Januar)
Jungnilgänse sind sogar ganzjährig für die Jagd frei.

Wenn Wildgänse aufgeschreckt werden, verursacht der fluchtartige Start hohe Energieverluste, die über weitere Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden müssen.

Bei Grau- und Kanadagänsen verlängert sich die Jagdzeit vom 16. Juli bis 15. Februar (zuvor 16. Juli – 15. Januar). Damit werden wir zukünftig bis Mitte Februar beobachten können, wie Hobbyjäger Scharen von Wildgänsen aufscheuchen, um vielleicht einige wenige Tiere zu erlegen. Dabei werden sicherlich viele Gänse angeschossen und später unter Qualen verenden.

Die aufgescheuchten Tiere müssen den unnötigen Energieverlust durch zusätzliche Futteraufnahme ausgleichen, womit Schäden in der Landwirtschaft erhöht werden können. Lässt man die Gänse dagegen in Ruhe auf abgeernteten Maisflächen nach Futter suchen, halten sich die Schäden in Grenzen. Hierzu erinnern wir an unseren Beitrag vom Januar 2026, in dem wir über die Gänsejagd in Neubörger kurz vor Ende der Jagdzeit berichteten.

Die Tierschutzorganisation Peta hat uns zur Änderung der Jagdzeiten in Niedersachsen folgende Stellungnahme übermittelt:
„Wir sind nach der schwachen Reform des Landesjagdgesetzes im Juni dieses Jahres abermals enttäuscht von der Landesregierung, dass die Jagdzeiten für Gänse sowie die Tötung von Wölfen ausgeweitet wurden. Sämtliche Maßnahmen lehnen wir aus Tierschutzsicht ab, sie sind auch aus fachlicher Sicht unsinnig. Wir werden uns weiterhin für die Abschaffung der Hobbyjagd einsetzen. Anstatt den Jägern und ihrer Lust am Töten noch weiteren Spielraum zu geben, sollte die Landwirtschaftsministerin Staudte lieber das Staatsziel Tierschutz im Blick haben und das Töten ohne vernünftigen Grund untersagen.“ [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]