Salzstock Wahn ist weiter ein möglicher Standort für ein Atommüllendlager – BGE hat Endlagersuche auf 5% der Fläche Deutschlands eingeschränkt

Arbeitsstände Endlagersuche 2026
Nur die türkis gefärbten Flächen sind laut BGE mögliche Endlagerstandorte

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat heute letztmalig einen aktuellen Arbeitsstand zur Endlagersuche veröffentlicht, bevor Ende nächsten Jahres die Standortregionen für die Erkundung vorgeschlagen werden. Mit dem aktuellen Arbeitsstand reduziert die BGE die Fläche, die sie im Standortauswahlverfahren weiter betrachtet, auf weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes. Im Jahr 2025 waren noch etwa 25 Prozent der Fläche Deutschlands im Rennen.

Für uns Emsländer ist vor allem interessant, dass der Salzstock Wahn bei Wippingen/Renkenberge/Kluse mit der Teilgebietsnummer 024_00TG_029_00IG_S_s_z weiterhin als Standort in Frage kommt. Der Großteil der bisher noch nicht eingeordneten Fläche wird voraussichtlich Gebiete der Kategorien B und/oder A enthalten, wobei einzelne Bereiche auch zukünftig noch den Kategorien D oder C zugeordnet werden könnten.

Der Salzstock bei Börger/Spahnharrenstätte mit der Teilgebietsnummer 030_00TG_048_00IG_S_s_z wurde als Gebiet der Kategorie B eingestuft. Dies bedeutet, dass dieses Gebiet eine gute Eignung aufweist, jedoch nicht zu den Gebieten mit der besten Eignung zählt.

Der Salzstock Lathen mit der Teilgebietsnummer 028_00TG_040_00IG_S_s_z wurde als Gebiet der Kategorie C eingestuft. Dies bedeutet, dass dieses Gebiet eine geringe Eignung aufweist.

Die beiden Salzstöcke bei Kamperfehn/Bad Zwischenahn mit der Teilgebietsnummer 029_00TG_043_00IG_S_s_z sind ebenfalls noch im Rennen.

Mit dem Teilgebiet "Unterkreide" zwischen Haselünne, Meppen und Lingen mit der Teilgebietsnummer 007_00TG_202_02IG_T_f_kru ist auch eins der wenigen Gebiete mit dem Wirtsgestein Tongestein noch in der Bearbeitung und wird als potentiell geeignet eingestuft.

Die großen Tongesteingebiete in Ostfriesland sind sämtlich aus der Betrachtung herausgefallen. Hier gab es laut dem BGE-Mitarbeiter Sönke Reiche in der Zoom-Konferenz der BGE drei Gründe, die zum Ausschluss führten. Die Tongesteine waren nicht mächtig genug, die Gesteine zu stark mit Sanden und Pyrit verunreinigt und vor allem war der Abstand zu den möglichen zukünftigen eiszeitlichen Rinnen nicht groß genug, bzw. man müsste das Lager so tief anlegen, dass es technisch kaum machbar wäre.

Die weiter betrachteten Gebiete befinden sich sowohl in Süddeutschland als auch in Ostdeutschland sowie im Norden und Nordwesten Deutschlands. Iris Graffunder, Vorsitzende der Geschäftsführung der BGE, sagt: „Mit dem Fortschritt in diesem Jahr stellt die BGE den Zeitplan bei der hochkomplexen, wissenschaftsbasierten Endlagersuche sicher. Wir werden die Flächen bis Ende 2027 weiter einengen, bis nur noch wenige Standortregionen im Rennen sind, die wir für die Erkundung vorschlagen. Die heutige Veröffentlichung schafft zugleich frühzeitige Transparenz für die Menschen in Deutschland.“ 

Für die Beurteilung der Wirtsgesteine haben die BGE-Expert*innen Millionen geologischer Datensätze über den Untergrund Deutschlands ausgewertet. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem laufenden Standortauswahlverfahren einen hervorragenden Standort für die hochradioaktiven Abfälle in Deutschland finden werden“, sagt Iris Graffunder.

Genau hier ruft die Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt auf, weiterhin zu zweifeln. In einer Pressemitteilung schreibt sie, „Die Atommüll-Schlinge zieht sich weiter zu. Spätestens jetzt müssen die Menschen in den betroffenen Gebieten der BGE kritisch auf die Finger schauen. Insbesondere müssen sie einfordern, die Datengrundlage zur Einstufung der Gebiete endlich offenzulegen.“

Bisher könne niemand unabhängig überprüfen, ob die als ‚geeignet‘ eingestuften Gebiete tatsächlich geeignet seien, hochradioaktiven Abfall für Hunderttausende von Jahren sicher zu verwahren. Die dazu erforderlichen geologischen Daten seien für die Öffentlichkeit weiter unter Verschluss. Die im Standortsauswahlgesetz versprochene Transparenz könne so nicht hergestellt werden.

Nur eine kritische Öffentlichkeit könne verhindern, dass am Ende doch wieder ein ungeeigneter Standort das Rennen mache – wie schon in Gorleben, der Asse und Schacht Konrad.

Die BGE hat ihre Daten von öffentlichen und privaten Stellen gesammelt. Bei diesen handelt es sich teilweise um geschützte Firmengeheimnisse, die nicht veröffentlicht werden dürfen. Bei dem bisherigen Verfahren vergleicht die BGE lediglich vorhandene Daten und versucht zum Teil aus Analogieschlüssen Empfehlungen zu generieren.

Im nächsten Jahr sollen einige wenige Standorte benannt werden, bei denen dann erstmals tatsächlich oberirdisch Untersuchungen zur Geeignetheit stattfinden. [jdm]

Morgen wird Zwischenstand bei der Endlagersuche bekannt gegeben

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat auf ihrer Homepage bekannt gegeben, dass sie am 27. Oktober die aktuellen Arbeitsstände bei der Suche nach einem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für das Endlager für Deutschlands hochradioaktive Abfälle bekannt geben möchte. Auf NOZ-Online berichtet Lisa Seidel, die zuständige Abteilungsleiterin der BGE, im Interview (hinter der Paywall), dass es sich bei dieser Veröffentlichung um einen weiteren Zwischenschritt hin zu einer Shortlist für die sogenannten Standortregionen handelt. Diese Shortlist soll Ende 2027 vorliegen, und der Bundestag stimmt dann darüber ab, welche davon vorort weiter untersucht werden sollen.

An der morgigen Veranstaltung von 18 Uhr bis 20.00 Uhr können alle Interessierten teilnehmen. Die Veranstaltung wird per Zoom übertragen:

Meeting-ID: 648 8775 7917
Kenncode: 823229
Teilnahme per Zoom (externer Link)
Teilnahme per YouTube (externer Link)

Die Ermittlung von Standortregionen ist der nächste große Meilenstein in der Endlagersuche für Deutschlands hochradioaktive Abfälle. Standortregionen sind diejenigen Regionen in der Endlagersuche, die in der nächsten Phase des Standortauswahlverfahrens erkundet werden sollen. Nicht allzu große und nicht allzu viele Gebiete sollen der Aufsichtsbehörde, dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), zu diesem Zweck vorgeschlagen werden.

Die BGE mit ihren Fachleuten aus dem Bereich Standortauswahl wird die nun aktuellen Arbeitsstände aus den rvSU vorstellen. Im Anschluss an die Vorträge beantworten die Expert*innen der BGE Fragen zu den vorgestellten Themen. [jdm]

Acht Jahre nach großflächigen Waldschäden: Niedersachsen startet Wiederbewaldung im Harz

Ministerin Miriam Staudte bei der Baumpflanzaktion mit Ministerpräsident Olaf Lies, Minister Christian Meyer, dem Präsidenten der NLF, Dr. Klaus Merker (3. v. l.), und dem Vizepräsidenten der NLF, Dr. Hans-Martin Hauskeller (Bild: ML Niedersachsen)
Ministerin Miriam Staudte bei der Baumpflanzaktion mit Ministerpräsident Olaf Lies, Minister Christian Meyer, dem Präsidenten der NLF, Dr. Klaus Merker (3. v. l.), und dem Vizepräsidenten der NLF, Dr. Hans-Martin Hauskeller (Bild: ML Niedersachsen)

Im Jahr 2018 traten großflächige Waldschäden im Harz auf. Ganze acht Jahre hat es gedauert, bis gestern der offizielle Startschuss für die Wiederbewaldung gegeben wurde. Dafür waren Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und Umweltminister Christian Meyer extra in den Harz gereist. Offenbar war die Aussicht auf schöne Pressefotos ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl im September 2027 ein wichtiger Anlass, und dabei störte es anscheinend auch nicht, dass bereits im Jahr 2021 über Aufforstungen im Harz berichtet wurde.

Die Landespolitiker pflanzten junge Eichen gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Lauterberg, teilt das Landwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung mit. Dieses gehöre, vor allem im Bereich Braunlage, zu den am meisten geschädigten Bereichen im Harz, erfährt man weiter.

Grundlage für die Wiederbewaldung ist das von den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) entwickelte „Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz“, das die Niedersächsische Landesregierung beschlossen hat. Die Gesamtkosten für die Umsetzung werden auf rund 130 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren geschätzt. Rund 117 Millionen Euro werden aus zweckgebundenen Rücklagen der Niedersächsischen Landesforsten sowie aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich des Sondervermögens „Wirtschaftsförderfonds“ des Landes finanziert.

Das „Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz“ basiert auf dem Waldbauprogramm LÖWE+. Ziel ist es, die betroffenen Flächen, insgesamt 30.000 Hektar, zu widerstandsfähigen, artenreichen und an die Folgen des Klimawandels angepassten Bergmischwäldern zu entwickeln. Die NLF setzen laut Pressemitteilung des Landwirtschaftsministerium dabei gleichermaßen auf die natürliche Ansamung verschiedenster Baumarten des Harzes in Verbindung mit Pflanzungen zusätzlich geeigneter klimaangepasster Baumarten. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf trockenheitsresistenten Laub- und Nadelbaumarten, wobei Pionier- und Lichtbaumarten einen hohen Anfangsanteil einnehmen.

Mittel- bis langfristig soll die Baumartenzusammensetzung überwiegend aus sogenannten Schlusswaldbaumarten wie Buche, Bergahorn, Lärche, Tanne und Douglasie bestehen, wobei grundsätzlich mindestens zwei Drittel der Bestände aus Laubbäumen gebildet werden. Die ehemals weit verbreitete Fichte bleibt auch weiterhin als Struktur- und Wirtschaftsbaumart zu geringeren Anteilen erhalten. Was die Landespolitiker vor Ort zu Protokoll gegeben haben und weitere Informationen zu ihrer Harzreise findet man in der Pressemitteilung.

Vor genau 200 Jahren wurde übrigens der Bericht zur Harzreise von Heinrich Heine, damals Student in Göttingen, veröffentlicht. Heine ließ sich im Jahr 1824 allerdings nicht chauffieren, sondern wanderte durch den Harz. Der Text wurde zwei Jahre später im ersten von vier Bänden der Reisebilder im Verlag Hoffmann & Campe in Hamburg veröffentlicht. Er war Heines erster großer Publikumserfolg und ist bis heute einer seiner beliebtesten Texte, schreibt Wikipedia. Nachvollziehbar, kann hier nach eigener Lektüre vor wenigen Wochen angemerkt werden.
Die Harzreise (1. Teil der "Reisebilder") ist übrigens auch im Projekt Gutenberg veröffentlicht worden und kann dort kostenlos gelesen werden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Einladung zur Digitalen Infoveranstaltung zur Endlagersuche am Dienstag, 03.11.2026

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle erreicht bald eine wichtige Phase: Ab Ende 2027 konzentriert sich das Verfahren auf wenige Regionen in Deutschland. Aber welche Regionen kommen in Frage? Hierzu veröffentlicht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), die die Suche durchführt, im Oktober 2026 einen aktuellen Einblick in den Fortschritt ihrer Arbeiten.

Unsere digitale Info-Veranstaltung „Zukunft sicher gestalten: Endlagersuche in Deutschland“ bietet Ihnen einen kompakten und verständlichen Einstieg in das Suchverfahren. Der nächste Termin findet am 03.  November 2026 statt.

Mit der digitalen Info-Veranstaltung „Zukunft sicher gestalten: Endlagersuche in Deutschland“ bieten das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) und der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bietet Ihnen einen kompakten und verständlichen Einstieg in das Suchverfahren. Die BGE ist das mit der Endlagersuche beauftragte Unternehmen. Sie erkundet dafür den geologischen Untergrund Deutschlands. Das BASE ist die staatliche Aufsichtsbehörde im Suchverfahren und hat die Aufgabe, die Öffentlichkeitsbeteiligung zu organisieren.

Das erwartet Sie: Vertreter:innen beider Organisationen geben Ihnen einen Überblick über das Suchverfahren, den aktuellen Stand der Arbeiten und Ihre Möglichkeiten zur Beteiligung. Für das BASE wird Ina Stelljes, Abteilungsleiterin der Abteilung Beteiligung, und für die BGE wird Dagmar Dehmer, Leiterin der Abteilung Kommunikation, anwesend sein. Nach dem einführenden Vortrag ist ausreichend Zeit für Ihre Fragen und Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.

Wann und wie: Die Veranstaltung findet regelmäßig statt und ist offen für alle Interessierten. Es ist keine vorherige Anmeldung notwendig. Der nächste Termin findet am 03.  November 2026 statt. Der letzte Termin in diesem Jahr findet am 02.12.2026 statt. Die Veranstaltung am 03.11. wird zudem live auf dem YouTube-Kanal der BGE übertragen.

Datum: Dienstag, 03.11.2026
Uhrzeit: 17 Uhr - 19 Uhr

Die Zugangsdaten lauten: Einwahl-Link: https://eu01web.zoom.us/j/63832658577?pwd=x6gGy5e0QkW3RTrnEiAvN09IM21d1a.1, Meeting-ID: 638 3265 8577, Kenncode: 989335. Den Zugangslink zur Veranstaltung finden Sie zudem auch hier. [PM]

Universität Bremen: Ringvorlesung zum Wolf auch als Zoom-Webinar zu verfolgen

Gemeinsam mit der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V. (GzSdW) veranstaltet die Forschungsstelle für Tier- und Tierschutzrecht (FTT) der Universität Bremen im laufenden Wintersemester eine Ringvorlesung zum Thema Wolf.

Die Ringvorlesung verfolgt das Ziel, theoretisches und praktisches Wissen zum Thema Wolf zu vermitteln: Sie möchte zu diesem Zweck informieren über das Wesen von Wölfen, über ihre Lebens- und Verhaltensweisen, über ihr Verhältnis zum Menschen und bestehende Konfliktpotenziale, aber auch über den rechtlichen Rahmen des Zusammenlebens mit Wölfen.

Für Kurzentschlossene gibt es heute um 17 Uhr die Möglichkeit einen Vortrag zum Thema "Die Bedeutung des „günstigen Erhaltungszustands“ nach der Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes" von Jochen Schumacher anzuhören.

Die Teilnahme via Zoom-Webinar ist unter folgendem Link möglich:
https://uni-bremen.zoom-x.de/j/69816460710?pwd=c1iJR66XCbgZRpmfvSjFUV42qfXhhC.1

Alternativ kann man sich aber auch mit einer Webinar-ID und Kennwort bei Zoom in das Webinar einwählen:
Webinar: ID: 698 1646 0710; Kenncode: 928048. [HM/gruenealternative.de/forum-d]

Niedersachsen: Jagdzeiten bei Wolf und Gänsen per Verordnung ausgeweitet

Die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen), hat Anfang Oktober 2026 eine Änderung der Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes erlassen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Wolfsabschüsse bis Ende Februar möglich. Ist für die Tierart Wolf ein revierübergreifender Managementplan aufgestellt worden, so darf die Jagd auf die Tierart Wolf nun ausgeübt werden

1. als Schnellabschuss von Wölfen jeden Alters vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar oder
2. in einem Interventionsgebiet
a) auf Jungwölfe vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar und
b) auf die übrigen Wölfe vom 1. November bis zum Ablauf des Monats Februar.
Hierzu enthält die Verordnung vom 6. Oktober 2026 weitere Detailinformationen.

Für aktive Jäger werden die Veränderungen bei Gänsen eher von praktischer Bedeutung sein:
Nilgänse dürfen nun vom 16. Juli bis 31. Januar geschossen werden (zuvor 16. Juli – 15. Januar)
Jungnilgänse sind sogar ganzjährig für die Jagd frei.

Wenn Wildgänse aufgeschreckt werden, verursacht der fluchtartige Start hohe Energieverluste, die über weitere Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden müssen.

Bei Grau- und Kanadagänsen verlängert sich die Jagdzeit vom 16. Juli bis 15. Februar (zuvor 16. Juli – 15. Januar). Damit werden wir zukünftig bis Mitte Februar beobachten können, wie Hobbyjäger Scharen von Wildgänsen aufscheuchen, um vielleicht einige wenige Tiere zu erlegen. Dabei werden sicherlich viele Gänse angeschossen und später unter Qualen verenden.

Die aufgescheuchten Tiere müssen den unnötigen Energieverlust durch zusätzliche Futteraufnahme ausgleichen, womit Schäden in der Landwirtschaft erhöht werden können. Lässt man die Gänse dagegen in Ruhe auf abgeernteten Maisflächen nach Futter suchen, halten sich die Schäden in Grenzen. Hierzu erinnern wir an unseren Beitrag vom Januar 2026, in dem wir über die Gänsejagd in Neubörger kurz vor Ende der Jagdzeit berichteten.

Die Tierschutzorganisation Peta hat uns zur Änderung der Jagdzeiten in Niedersachsen folgende Stellungnahme übermittelt:
„Wir sind nach der schwachen Reform des Landesjagdgesetzes im Juni dieses Jahres abermals enttäuscht von der Landesregierung, dass die Jagdzeiten für Gänse sowie die Tötung von Wölfen ausgeweitet wurden. Sämtliche Maßnahmen lehnen wir aus Tierschutzsicht ab, sie sind auch aus fachlicher Sicht unsinnig. Wir werden uns weiterhin für die Abschaffung der Hobbyjagd einsetzen. Anstatt den Jägern und ihrer Lust am Töten noch weiteren Spielraum zu geben, sollte die Landwirtschaftsministerin Staudte lieber das Staatsziel Tierschutz im Blick haben und das Töten ohne vernünftigen Grund untersagen.“ [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

WSA versperrt Kanalzufahrt in Kluse mit Steinblöcken

Steinblöcke versperren nun die Zufahrt zum Seitenkanal in Kluse

Nachdem es am Seitenkanal Gleesen-Papenburg in Kluse im Bereich der ehemaligen Badestellen mehrmals zu Sandentnahmen aus dem Kanaldamm gekommen war, hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) die Zufahrt im Jahr 2022 mit drei Pfosten versperrt. Im Sommer 2026 wurde dann der mittlere Pfosten an der Ostseite des Kanals am Boden abgesägt (s. a. unseren Bericht vom 9. September 2026).

Das WSA Ems-Nordsee wolle deshalb eine von der bisherigen Ausführung abweichende, geeignetere Barriere an dieser Stelle errichten, wurde uns von dort mitgeteilt. Dies ist nun geschehen: An beiden Seiten des Kanals versperren jeweils drei Gesteinsblöcke zusätzlich die Zufahrt zum Kanal.

Diese Maßnahme erscheint auch uns geeigneter als die bisherigen Pfosten. Damit könnte man sicherlich auch das Befahren des Kanaldamms an anderer Stelle verhindern. Beispielsweise sind an der westlichen Kanalseite südlich der Neudörpener Straße immer wieder Fahrzeuge von Anglern auf dem Damm zu sehen, obwohl hier das Angeln wegen der im Kanal vermuteten Munition aus dem Zweiten Weltkrieg verboten ist. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Grundwasserstände sinken weiter – Umweltminister Schneider fordert Rückhalten des Wassers in der Landschaft

Am 17. September 2026 hat Forum-D berichtet, dass der Grundwasserstand an der Messstelle des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Neubörger auf 2,60 m unter Geländeoberkante (GOK) gesunken und damit – wie seit Wochen – als „sehr niedrig“ einzustufen war. Mittlerweile wird ein Wert von 2,66 m unter GOK angegeben, womit sich der Grundwasserstand dem bisher gemessenen Niedrigstwert von 2,73 m unter GOK nähert. Dieser Wert wurde Mitte November 2018, also nach einem extrem trockenem Sommer gemessen.

Der Deutsche Wetterdienst schrieb damals: „Hitze, Niederschlagsarmut und viel Sonne erreichten diesmal in Deutschland Dimensionen wie in südlichen Urlaubsländern.“
Zum Sommer 2026 schreibt der DWD: „Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird.“

In diesen Sätzen zeigen sich Parallelen der beiden Sommer, und es scheint nicht ausgeschlossen, dass der Grundwasserstand im Emsland, und damit auch an der Messstelle in Neubörger im laufenden Jahr ebenso weiter sinken wird wie 2018. Niedersachsenweit liegt der Grundwasserstand heute an 40 von 161 Messstellen unter den zuvor jeweils gemessenen Niedrigstständen. Das sollte den politischen Entscheidungsträgern zu denken geben.

Und tatsächlich hat sich Bundesumweltminister Schneider hierzu seine Gedanken gemacht: „Wasser möglichst schnell abzuleiten und nasse Flächen trockenzulegen, das war Wasserpolitik der letzten Jahrhunderte“, so Schneider (laut taz) am vergangenen Montag in Berlin. Heute sei die Aufgabe, Wasser so gut wie möglich in der Landschaft zu halten.

Der Bundesumweltminister rief die Länder dazu auf, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem guten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren, berichtet der BR24 vom Bayerischen Rundfunk. Recht hat er – Maßnahmen zum Rückhalten von Niederschlagswasser in der Fläche sind dringend geboten. Anfangen könnte man mit Staumaßnahmen bei Gräben an den Enden der Entwässerungssysteme.

Der Umweltminister könnte sich allerdings auch selbst um Wasserrückhaltung auf Flächen des Bundes bemühen, statt diese Aufgabe nur den Ländern zuzuweisen. Beispielsweise könnte er seinen Partei- und Ministerkollegen Pistorius davon überzeugen, dass die kleineren Gräben im Bundeswehrschießgebiet der WTD 91 im Emsland aufgestaut werden. Zumindest bei nicht ganzjährig wasserführenden Gräben dürften auch Umwelt- und Tierschutzverbände oder Angelvereine kaum etwas gegen die Aufstauung des Winterniederschlags haben, denn in diese sommertrockenen Gräben werden wohl kaum Fische vordringen. [HM/erstveröffentlicht auf Gruenealternative.de/forum-d]

September endet mit extrem hohen Temperaturen

„Sommerliche Wärme, extreme Trockenheit im Südwesten und reichlich Sonne im Süden“- so lautet die Überschrift zu einem Beitrag auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Deutschlandwetter im September 2026, der bereits am 29. September erstellt wurde.

Der erste meteorologische Herbstmonat verband sommerliche Temperaturen mit herbstlich frischen Nächten und Tagen, wird ausgeführt. Besonders markant war jedoch sein Finale: Zum Monatsende stellte sich eine Wärmephase ein, die im klimatologischen Vergleich außergewöhnlich war und für viele Menschen in Deutschland außerhalb dessen gelegen haben dürfte, was sie aus eigener Erfahrung kennen. In der Gesamtbilanz war der September 2026 insgesamt ungewöhnlich warm, und auch die Wetterstation Dörpen zeigt (laut Michael Theusners Wetter- und Klimaseite) einen relativ hohen Wert für die mittleren Temperaturen von 16,2 °C. [HM/erstveröffentlicht auf www.gruenealternative.de/forum-d]

Obstbäume richtig pflanzen: So klappt es

Die beste Zeit für die meisten Obstgehölze beginnt nach dem Laubfall im Spätherbst. Der Boden ist dann noch vom Sommer vorgewärmt, was die Wurzelneubildung bis zum ersten Frost anregt. So ist der Baum im Frühjahr bereits gut etabliert und kann den ersten Wachstumsschub optimal nutzen.

Besonders für frostempfindliche Arten bietet sich auch die Pflanzung im Frühjahr an, damit diese eine volle Vegetationsperiode Zeit haben, um vor dem ersten Winter anzuwurzeln.

Nicht nur der Termin, sondern auch der Standort ist für jede Obstsorte unterschiedlich. Auf der Homepage des BUND finden Sie eine Schritt für Schritt-Anleitung, worauf Sie beim Pflanzen und Pflegen von Obstbäumen achten sollten. [jdm]

Online-Vortrag und Gruppenberatung zu Wärmepumpen in Wohngebäuden am 5. Oktober

Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer beschäftigen sich derzeit intensiv damit, ihre Abhängigkeit von Öl und Gas zu reduzieren. Die Wärmepumpe gilt dabei als eine der zentralen Zukunftstechnologien für klimafreundliches Heizen.

Gerade bei bestehenden Gebäuden bestehen jedoch häufig Unsicherheiten: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Wie arbeitet eine Wärmepumpe auch im Altbau effizient und wirtschaftlich?Um interessierte Bürgerinnen und Bürger unabhängig und kostenfrei zu informieren, bieten die Verbraucherzentrale Niedersachsen und die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen gemeinsam mit der Energieeffizienzagentur Landkreis Emsland am Montag, 5. Oktober, von 17 bis 19 Uhr einen Online-Vortrag mit anschließender Gruppenberatung an.

Eine Anmeldung ist erforderlich. Interessierte können sich unter www.klimaschutz-niedersachsen.de/veranstaltungen einen Platz in den Veranstaltungen sichern. Mehr Infos gibt es hier. [Landkreis Emsland]

Mais-Boom in Niedersachsen bald vorbei?

Vertrocknete Pflanzen, kleine Kolben, Pilzbefall – in Niedersachsen sorgt zu wenig Regen für eine schlechte Maisernte auf trockenen, sandigen Standorten. Insgesamt dürfte die Maisernte in diesem Jahr schlechter ausfallen als in den meisten Jahren zuvor. Auch in unserer Region sieht man zurzeit insbesondere an Feldrändern viele vertrocknete Maisstengel. „Die Maisbestände in Niedersachsen zeigen eine sehr unterschiedliche Entwicklung: Je nach Standort und Region findet man Maispflanzen mit Wuchshöhen zwischen knapp 1 m und bis zu 3 m.

Auch in Bezug auf die Kolbenausbildung ist die Bandbreite groß – von normal entwickelten Beständen bis hin zu stark unterentwickelten und kolbenlosen Pflanzen“, schreibt die Zeitschrift Land & Forst in ihrer Internetausgabe. Trotzdem bleibt Mais nach Ansicht von Experten in Niedersachsen die flächenstärkste Kultur auf den Feldern. In diesem Jahr ist die Maisanbaufläche sogar noch um vier Prozent gestiegen, genau auf rund 565.000 Hektar. Von der Gesamtfläche wird nur ein Bruchteil als Körnermais geerntet, aber das könnte sich in Zukunft ändern, denn in nächster Zeit läuft die Förderung vieler Biogasanlagen aus.

Bisher seien rund 60 Prozent der Ernte als Tierfutter und 40 Prozent als Energiequelle für die Biogasanlagen genutzt worden. Zukünftig werde es wohl weniger Mais geben und außerdem eine Verschiebung hin zu mehr Körnermais, hat der NDR von einem Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erfahren. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum.de]

Weltwasserressourcen: Kontinente trocknen weltweit aus

Der weltweite Wasserkreislauf gerät immer weiter aus dem Gleichgewicht. Extreme Trockenheit und Überflutungen sind die Folgen. Das zeigt der diesjährige Bericht der World Meteorological Organization (WMO) zum Stand der globalen Wasserressourcen. „Die Gesamtmasse an Wasser, das auf den Kontinenten gespeichert ist, nimmt kontinuierlich ab“, sagt Prof. Dr. Robert Reinecke vom Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der von Beginn an maßgeblich an der Erstellung des seit 2022 jährlich erscheinenden Berichts beteiligt ist. Das zeige sich zum Beispiel an den Flüssen: „Seit 2021 ist die Gesamtwassermenge der Flüsse weltweit konsistent kleiner als im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020. Das vergangene Jahr gehört mit zu den trockensten der letzten 35 Jahre.(…).“

Die Abnahme des auf den Kontinenten verfügbaren Wassers zeige sich auch an den Grundwasserständen: Diese seien im Jahr 2025 in Bezug auf den Vergleichszeitraum an 65 Prozent aller für den Bericht berücksichtigten Messstationen niedriger gewesen.

Die Gründe für diese Entwicklungen sieht Reinecke im Klimawandel und im Grundwasserverbrauch durch den Menschen: „Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasser aufnehmen, Gletscher schmelzen ab und gleichzeitig nimmt die Verdunstung zu. Und wir Menschen transportieren Unmengen an Grundwasser in die Meere und in die Atmosphäre, indem wir es zum Beispiel zur Bewässerung nutzen.“ Die Kombination von Klimawandel und Grundwasserverbrauch trockne die Kontinente aus. Das Wasser gehe zwar nicht verloren, befinde sich aber verstärkt an Orten im Wasserkreislauf wo es der Menschheit und vielen Ökosystemen weniger von Nutzen sei.

Der aktuelle WMO-Bericht zu den Weltwasserressourcen umfasst laut Reinecke so viele Daten wie keiner der vorherigen Berichte. Beispielsweise seien erstmalig auch Daten zur Wassertemperatur ausgewertet worden. Demnach sei 2025 auch durch deutlich erhöhte Wassertemperaturen charakterisiert, was sowohl für Ökosysteme als auch für die Wasserqualität problematisch sei. (Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e. V.)

Wir erinnern in diesem Zusammenhang an unseren Bericht über die Grundwassermessstelle Neubörger vom 4. Sept. 2026. An dem Tag betrug der Grundwasserstand 2,57 m unter Geländeoberkante (GOK). Obwohl seit Mitte August laut DWD-Wetterstation Dörpen in unserer Region ca. 90 Liter/m² Niederschlag gefallen sind, ist der Grundwasserstand in der Zwischenzeit um 3 cm auf 2,60 m unter GOK gesunken. Dies zeigt, dass Niederschläge keine kurzfristige Erhöhung des Grundwasserspiegels nach sich ziehen.

Grundwasserstand September 2025 bis September 2026 (Quelle: NLWKN)
Grundwasserstand September 2025 bis September 2026 (Quelle: NLWKN)

Unsere Grafik (Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – NLWKN) zeigt zudem, dass der Grundwasserstand vor einem Jahr ca. 15 cm höher lag als heute. Zudem sieht man an der Monatsmittelwertlinie, wie weit der aktuelle Grundwasserstand an der Messstelle Neubörger unter dem langjährigen Mittelwert für die Monate August und September liegt. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

WSA will abgesägten Pfosten am Seitenkanal in Kluse durch neue Barriere ersetzen

Absperrung am Seitenkanal bei Kluse – der mittlere Pfosten wurde abgesägt
Absperrung am Seitenkanal bei Kluse – der mittlere Pfosten wurde abgesägt

Nachdem es am Seitenkanal Gleesen-Papenburg in Kluse östlich des Kanals mehrmals zu Sandentnahmen aus dem Kanaldamm kam, versperrte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) die Zufahrt zum Kanal im Oktober 2022 mit drei Pfosten. Seit dieser Zeit waren am Kanaldamm keine Anzeichen für Sandentnahmen mehr zu sehen.

Mitte August mussten wir aber feststellen, dass der mittlere Pfosten am Boden abgesägt worden war. Hinweise auf eine erneute Sandentnahme konnten wir bisher nicht feststellen. Das WSA Ems-Nordsee wird nun eine von der bisherigen Ausführung abweichende, geeignetere Barriere an dieser Stelle errichten, um die Sandentnahme auch künftig wirksam zu verhindern, wurde uns auf unsere Anfrage mitgeteilt. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Messstelle Neubörger zeigt sehr niedrigen Grundwasserstand

Grundwassermessstelle in Neubörger

Im Rahmen seiner Tätigkeiten als Gewässerkundlicher Landesdienst Niedersachsens (GLD) betreibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zahlreiche Grundwassermessstellen in ganz Niedersachsen, die je nach Fragestellung unterschiedlichen Messnetzen und Messprogrammen innerhalb des Gewässerüberwachungssystems Niedersachsen (GÜN) zugeordnet sind.

Eine Messstelle  befindet sich im Ortskern von Neubörger in der Nähe der Mehrzweckhalle. Für diese Messstelle zeigt die im Internet einsehbare Tabelle der Messwerte aktuell (aber auch in den Tagen zuvor) die Klassifikation „sehr niedrig“, konkret 2,57 m unter Geländeoberkante (GOK). Damit liegt der Grundwasserstand aktuell 10 cm niedriger als vor einem Jahr, als der niedrigste Wert Anfang September 2,47 m betrug.

Die Einstufung „sehr niedrig“ gilt zurzeit für 100 von 161 Messstellen in Niedersachsen. Konkret bedeutet dies, dass der aktueller Tageswert 15 % niedriger liegt als der Mittelwert des jeweiligen Monats im Referenzzeitraum, also im Zeitraum 1991-2020.

Wir haben beim NLWKN nachgefragt, warum die Messstelle „Wippingen“ nicht in den veröffentlichten Daten erscheint. Diese wurde im Jahr 2018 erbaut und ist seitdem im Landeseigentum, wird uns dazu mitgeteilt. Der Filter befindet sich 7,89 – 9,89 m unter der Geländeoberkante. Sie ist als Landesmessstelle in den Programmen „Grundwassergüte“ und „Grundwasserstand“ geführt. Im Rahmen der Messstellenauswahl zum landesweiten Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ wurde auch diese Messstelle hinsichtlich ihrer Aufnahme in das Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ überprüft und bewertet. Aufgrund der dargestellten hohen fachlichen Anforderungen wurde die Messstelle „Wippingen“ nicht in das landesweite Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ integriert. Diese Messstelle verfügt nicht über einen entsprechend langen und zusammenhängenden Beobachtungszeitraum (Datenreihe), der nach bundesweiten Vorgaben in der Regel 30 Jahre und mehr für das genannte Messprogramm betragen soll. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Helle Nutrias an der Wippinger Dever südlich von Neudörpen

Helle Nutria

Auf der Wippinger Dever (Bäke) südlich von Neudörpen ist zurzeit eine Nutriafamilie mit mehreren Jungtieren unterschiedlicher Farbvarianten zu sehen. Bereits im Jahr 2018 haben wir dort sehr helle Tiere beobachtet und fotografiert. Nun sind hier neben Tieren mit einem hellen, fast weißem Fell auch besonders dunkle Jungtiere zu sehen. Dies zeigt, dass der Genpool der Tiere an der Bäke noch immer ein breites Spektrum umfasst. Auf unserem Foto sind ein sehr helles und ein dunkles Exemplar zu sehen.

Nutrias wurden bis in die 1990er Jahre in verschiedenen Zuchtformen in Farmen gehalten, um damit Felle für Pelze zu gewinnen. Als die Nachfrage nach Pelzen nachließ, wurden die Farmen aufgegeben oder vernachlässigt, dabei – so wird berichtet – entkamen viele Tiere und siedelten sich erfolgreich an nahen Gewässern an. Aber auch zuvor entkamen Nutrias aus Pelzfarmen, wie in der BfN-Schrift „Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Wirbeltiere zu lesen ist. Als frühe Quelle wird angegeben: Studnitz, G. von (1935): Sumpfbiber in freier schleswig-holsteinischer Wildbahn. Schr. Naturw. Ver. Schl.-Holst. 21: 287-290.

Mittlerweile sind Nutrias bundesweit verbreitet. Mit ihren Höhlensystemen, die vom Ufer weit unter angrenzende Flächen gegraben werden, richten sie große Schäden an Ufern, Deichen und landwirtschaftlichen Flächen an. Lange kalte Winter können sich negativ auf eine Nutriapopulation auswirken, denn die Tiere finden im gefrorenen Boden nur schwer Nahrung. Mehr hierzu findet man in unseren Berichten vom 17.01.2026 und vom 29.01.2026. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Umschlag von Bauteilen für Windenergieanlagen im Hafen Dörpen zieht sich noch hin

Der Umschlag im Hafen Dörpen soll mit Komponenten für Windparks erhöht werden
Der Umschlag im Hafen Dörpen soll mit Komponenten für Windparks erhöht werden

Ende Dezember 2025 wurden nördlich des Geländes der Dörpener Umschlaggesellschaft (DUK) östlich des Hafenbeckens Bäume entlang der Straße nach Dörpen-Haar (ehemalige B401) gefällt – Forum-D berichtete am 31.12.2025 darüber. Grund für die Baumfällung war nach den uns vorliegenden Informationen, dass die schmale Straße vom nördlichen Tor des DUK-Geländes bis zur breiteren, ehemaligen B401 für längere Fahrzeuge zu beengt war.

Am 20.02.2026 veröffentlichte die Emder Hafenförderungsgesellschaft e. V. eine Pressemitteilung zum Start des Hafendialogs Emden-Dörpen. Der Inhalt der Mitteilung wurde von der NOZ (Emszeitung) am 24.02.2026 weitgehend übernommen. Damit hatten die Initiatoren zumindest die Presse erreicht, was wohl auch ein Ziel des ganzen Dialogs war.

Nun ist ein halbes Jahr vergangen, und viel Bewegung konnten wir in dieser Zeit im Hafen Dörpen nicht beobachten. Deswegen haben wir bei der Emder Hafenförderungsgesellschaft zum aktuellen Stand der Kooperation zwischen den beiden Häfen nachgefragt. Folgende Auskunft haben wir erhalten:

Das Kabeltrommelprojekt mit Zwischenlagerung der aus dem Seehafen Emden kommenden Trommeln im Dörpener Hafen wird im Mai 2027 planmäßig anlaufen. Diese Trommeln kommen aus verschiedenen Werken über den Seehafen Emden und per Binnenschiff nach Dörpen, und von dort werden die Baustellenabschnitte per LKW beliefert.

Im laufenden Jahr konnte mit Projektladungen in offenen Containern begonnen werden, wird weiter mitgeteilt. Die Einheiten kamen per Zug und LKW, wurden in Dörpen gelagert und zum Montagetermin auf die Baustelle geliefert. An der Etablierung der Zwischenlagerung von Windkraftanlagen werde noch im Hintergrund gearbeitet, und bis zur Umsetzung werde es noch etwas dauern.

Der nächste „Hafendialog Emden-Dörpen“ werde Ende September im Seehafen Emden stattfinden. Bis dahin wird es wohl kaum neue Erfolgsmeldungen geben, denn auch die Windenergiebranche ist zurückhaltender bei Investitionsentscheidungen geworden, weil sinkende Vergütungssätze in den EEG-Ausschreibungen und steigende Kosten für Windkraftanlagen eine Umsetzung von Windparkprojekten an ihre wirtschaftlichen Grenzen bringen können. Wenn dann noch erhöhte Kosten für Netzanschlüsse, z. B. durch lange Strecken bis zum Einspeisepunkt entstehen, wie dies beim Windpark Neubörger der Fall sein könnte, dürfte die Gewinnerzielungsabsicht mit Fragezeichen versehen werden.

Zudem könnten Proteste in den an Windparks angrenzenden Gemeinden Verzögerungen verursachen, falls die Planungen überarbeitet werden müssten, um die Anwohner nicht zu sehr zu verprellen. Beispielsweise wurde der Protest gegen den Windpark im Eleonorenwald auf dem Hümmling erst nach Abschluss der Planungen deutlich stärker und löste öffentliche Proteste aus. Es bleibt also abzuwarten, ob der Hafen Dörpen ab 2027 einen Aufschwung durch den Umschlag von Komponenten für Windenergieanlagen verzeichnen kann. Nötig wäre es. [HM/gruenealternative.de/forum-d]

Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs mit Strom

Bekämpfung Japanischen Staudenknöterich - rechts Revierleiter Clausius Fricke und UnternhemerJakob Bothe mit E-Lanze, Foto: Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten erproben derzeit auf Waldflächen der Revierförsterei Kleckerwald des Forstamtes Sellhorn ein innovatives Verfahren zur Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs. Die aus Ostasien stammende invasive Pflanzenart breitet sich seit einigen Jahren entlang von Straßenrändern und an Übergängen zur angrenzenden Bebauung aus und hat inzwischen auch den Kleckerwald erreicht. Um eine weitere Ausbreitung möglichst frühzeitig einzudämmen, hat das Niedersächsische Forstamt Sellhorn das Unternehmen „Böse-Blumen“ aus Empelde bei Hannover mit der Bekämpfung beauftragt.

Zum Einsatz kommt dabei eine sogenannte Elektrolanze – ein Verfahren, das ohne Pflanzenschutzmittel auskommt und gezielt gegen die unerwünschte Pflanze wirkt. Fachlich begleitet werden die Arbeiten von Revierförster Claudius Fricke sowie Nils Mischke, Förster für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Sellhorn.

„Der Japanische Staudenknöterich zählt zu den problematischsten invasiven Pflanzenarten in Mitteleuropa. Er bildet dichte Bestände, verdrängt heimische Pflanzen und verändert dadurch ganze Lebensräume. Deshalb ist ein frühzeitiges Eingreifen besonders wichtig“, erläutert Förster Claudius Fricke.

Die Elektrolanze arbeitet nach dem Prinzip der elektrophysikalischen Pflanzentötung. Über eine Handlanze wird Strom direkt in die Pflanze geleitet. Eine im Boden verankerte Bezugselektrode schließt dabei den Stromkreis. Die elektrische Energie erhitzt das Wasser in den Pflanzenzellen innerhalb kürzester Zeit, wodurch die Zellstruktur zerstört wird. Die Wasserversorgung der Pflanze bricht vollständig zusammen und sie stirbt ab.

Da der Japanische Staudenknöterich ein besonders tiefreichendes und widerstandsfähiges Rhizomgeflecht bildet, werden Spannungen von bis zu 5.000 Volt eingesetzt, um auch die unterirdischen Pflanzenteile nachhaltig zu schädigen. Je nach Entwicklungsstand der Bestände sind mehrere Behandlungen erforderlich, bis die Pflanze vollständig abgestorben ist.

Gegenüber mechanischen Verfahren wie regelmäßigem Mähen oder dem Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bietet die Elektrolanze mehrere Vorteile: Benachbarte Pflanzen werden nicht geschädigt, Insekten bleiben unbeeinträchtigt und es gelangen keine Herbizidrückstände in den Boden oder das Grundwasser. Damit stellt das Verfahren eine besonders umweltschonende Alternative für sensible Waldstandorte dar.

In Lorup testet man derzeit ebenfalls das Verfahren. Hier spricht die Dorf-App davon, dass mit 8000 Volt gegen die Pflanze vorgegangen wird. Das Lohnunternehmen Niemann Agrotech aus Holdorf bekämpft die Loruper Bestände im Bereich Hövel. Der Knöterich drohte von einem Wegeseitenraum auf eine angrenzende Ackerfläche überzugehen.

Die Umsetzung gelang durch eine direkte Absprache im Dorf: Die betroffene Pächterfamilie verzichtete kurzfristig auf die Maisbestellung, um die Fläche freizumachen. Vorausgegangen war ein Fachgespräch, an dem der Gemeinderat, der Bauhof, der Bezirksforst, der Wasser- und Bodenverband, der Landwirtschaftliche Ortsverein sowie die untere Naturschutzbehörde beteiligt waren.

Die eingesetzte Maschine wandelt die Energie der Schlepper-Zapfwelle in 8.000 Volt Gleichstrom um und gibt die Spannung über Applikatoren an die Pflanzen ab.

Neben dem Staudenknöterich eigne sich das Verfahren auch gegen das invasive Erdmandelgras, das vereinzelt bereits auf dem Hümmling aufgetreten sei und dessen Ausbreitung dringend gestoppt werden müsse. Zudem sei die Strombehandlung eine hervorragende Alternative für die Unkrautbekämpfung auf versiegelten Flächen.

Der Rat der Gemeinde Lorup hat ein zweijähriges Pilotprojekt beschlossen, das der Bauhof zur Erfolgskontrolle begleitet. Das Verfahren ist auch interessant für andere Anwender wie Nachbargemeinden, Landwirte oder gewerbliche Nutzer. Weitere Informationen hierzu können bei der Gemeinde Lorup erfragt werden. [jdm/Landesforsten.de/Lorup APP]

Wie eine Muschel Hafenanlagen schädigt – Forschungsgebiet von Hans Müller aus Neudörpen

Dr. Johann Müller

Manche nennen sie Schiffsbohrwürmer. Dass passt dem Holzfachwirt Dr. Johann Müller aus Neudörpen aber gar nicht, weil es sich um Muscheln handelt. Richtiger ist der Name Schiffsbohrmuschel oder Pfahlmuschel. Müller erforscht dieses Tier oder besser, wie man Holzbauten vor diesem Tier schützen kann, schon seit fast 20 Jahren.

Holzbohrmuschel
Holzbohrmuschel (Foto Public Domain United States Geological Survey, Wikipedia)

In letzter Zeit geriet die Holzbohrmuschel in die Schlagzeilen, weil sie 2022 in Bremerhaven für das Absacken des Moleturms auf der Nordmole im Hafen verantwortlich war. Und die Weserfähre zwischen Bremerhaven nach Blexen kann ihren Anleger in Bremerhaven bis auf Weiteres nicht nutzen, wofür auch die Bohrmuschel verantwortlich gemacht wird. Radio Bremen stellt sechs Opfer der Muschel in Bremerhaven vor.

Die Schiffsbohrmuschel wird bis zu 45 cm lang und hat einen Durchmesser von etwa 1,5 cm. Das sieht nach Wurm aus, aber sie hat auch Muschelschalen an ihrem Vorderende, die allerdings stark verkleinert sind und zu Bohrwerkzeugen umgebildet sind. Circa 1000 Zähnchen, die in mehreren Reihen angeordnet sind, raspeln Gänge in die im Wasser stehenden Holzbauten. Die Tiere ernähren sich von dem Holz und von aus dem Wasser filtriertem Plankton. Das Holz wird dadurch morsch und verliert seine Tragfähigkeit.

Von der Holzbohrmuschel befallener Holzstamm

Die Muscheln leben im Salzwasser und waren immer schon ein Problem für die (Holz)-Schifffahrt und Wasserschutzbauten, wie Holzdämmen. Für Fundamente für Molen, Anleger und Brücken wurden und werden Holzpfähle in den vom Wasser überschwemmten Boden gerammt. Darauf können dann Bauten erstellt werden. Dass an der Weser und der Ems mehr Bauten als früher vom Bohrmuschelbefall betroffen sind, führt Müller auf die Vertiefung der Flüsse zurück. Dadurch steigt der Salzgehalt der Flüsse und das ist für die Tiere lebenswichtig. „Ein weiterer Aspekt ist der Klimawandel. Die Temperatur der Nordsee steigt und da fühlt sich die Holzbohrmuschel wohl“, nennt Müller einen weiteren Aspekt.

Links unbefallener Stamm, der mit Geotextilien geschützt war. Bei den dunklen Flecken handelt es sich um Korrosion von Metallschrauben oder Nägeln

Zurzeit untersucht Müller gerade die Verbreitung der Holzbohrmuschel in Norddeich. In den Inselhäfen Wangerooge, Spiekeroog und Langeoog, sowie in Cuxhaven konnten schon Schäden beobachtet werden.

Müller führte seine Untersuchungen zusammen mit Wissenschaftlern aus Dänemark, Italien, Großbritannien, Slowenien und der Türkei durch. In Venedig wurden Geotextilien getestet. Geotextilien werden bereits im Straßenbau und im Küstenschutz eingesetzt. Die Versuchshölzer wurden mit diesen Stoffen aus verschiedenen Materialien umwickelt und dann in den Wasseruntergrund eingebracht. Dabei ging es nicht nur darum, die Wirksamkeit und Haltbarkeit der Materialien zu testen, sondern auch darum, die Technik für die Ummantelung zu entwickeln. Ein Ergebnis war, dass es mit diesen langlebigen Stoffen möglich ist, die Hölzer zu schützen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass bei bereits verbauten Hölzern die Anbringung der Textilien eher schwierig wird.

Auszug aus dem Programm der Konferenz in China

Die Forschung der Wissenschaftlergruppe zu den Holzbohrmuscheln wurde gerade im Mai in Beijing präsentiert. Mit der Anwendung dieser Forschungsergebnisse wird es möglich, Holzbauten zum Teil nachträglich zu schützen und vor allem, das Baumaterial Holz nicht gänzlich durch Stahl zu ersetzen. [jdm]

Update vom 08.08.2026:

Heute morgen gab es ein Interview mit Dr. Müller im Deutschlandfunk Kultur.

Hier ist es nachzuhören.

Gemeinde Uplengen spricht sich gegen Atommülllager im Gemeindegebiet aus

Teilgebiete in Uplengen
Teilgebiete in Uplengen

Nicht nur im Emsland beschäftigt man sich mit der möglichen Lagerung von Atommüll. Die ostfriesische Gemeinde Uplengen gehört zu drei von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ausgewiesenen Teilgebieten, in denen sich geeignete Tongesteine befinden könnten.

Die Wählergemeinschaft MOIN wollte nicht tatenlos zusehen, dass das Gemeindegebiet eines Tages Standort eines Atommülllagers wird und hat im Gemeinderat von Uplengen eine Resolution gegen das Vorhaben der BGE, Teile des Gemeindegebiets in der Hinsicht zu überprüfen, eingebracht und vom Gemeinderat Unterstützung bekommen. In der Resolution heißt es: „Der Rat der Gemeinde Uplengen spricht sich ausdrücklich gegen einen Standort zur Endlagerung hochradioaktiver Abfallstoffe im Gemeindegebiet der Gemeinde Uplengen aus. Er macht damit deutlich, dass der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, der Umwelt sowie der natürlichen Lebensgrundlagen für ihn höchste Priorität hat. Angesichts der außergewöhnlichen zeitlichen Dimension und Tragweite der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle sieht der Rat der Gemeinde Uplengen eine besondere Verantwortung gegenüber heutigen und künftigen Generationen.“

In einem weiteren Beschluss sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die Bürgerinitiative KAI-Uplengen in ihrer Informationstätigkeit zu unterstützen.

Und in einem dritten Beschluss wird die Gemeindeverwaltung beauftragt, sich um eine umfassende Information durch die zuständigen Fachleute der BGE zu kümmern. [jdm/Screenshot BGE]

Erhöhte Waldbrandgefahr im Emsland

Wie bereits in den Vorjahren erlässt der Landkreis Emsland wegen der derzeitigen Witterungsverhältnisse mit geringem Niederschlag und Trockenheit eine Waldbrandverordnung. Sie ist seit heute (16. Juli) in Kraft. Zugleich ruft der Landkreis Emsland vor diesem Hintergrund erneut zu einem sparsamen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser auf.

Nach der Waldbrandprognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besteht im Landkreis Emsland aktuell ein Waldbrandrisiko der Kategorie 3 (mittlere Gefahr) von insgesamt 5 Gefahrenstufen, das nach Prognose des DWD auch in den kommenden Tagen anhalten soll.

Der Waldbrandbeauftragte der Niedersächsischen Landesforsten für den Landkreis Emsland, Uwe Aegerter, bestätigt die Einschätzung eines hohen Waldbrandrisikos. Nach Ansicht des Experten machen die geringen Regenmengen der vergangenen Tage den Erlass einer Verordnung notwendig. Die trockenen Waldböden und die trockene Waldvegetation seien leicht entflammbar.

Die aktuelle Waldbrandverordnung des Landkreises verbietet es Besuchern von Wäldern, Mooren und Heidegebieten, die befestigten Straßen, befahrbaren Wege sowie markierten Wander- und Reitwege zu verlassen. Auch ist es untersagt, Wälder, Moore und Heidegebiete mit Kraftfahrzeugen zu befahren und dort oder in gefährlicher Nähe von Wäldern, Mooren und Heidegebieten außerhalb von dafür gekennzeichneten Parkflächen Fahrzeuge abzustellen. Ausgenommen von diesen Verboten sind die Jagdausübung sowie Personen, die öffentliche Aufgaben sowie die rechtmäßige Bewirtschaftung und Nutzung von Grundstücken erledigen.

Weiterhin ist es laut Verordnung nicht erlaubt, in Wäldern, Mooren und Heidegebieten oder in gefährlicher Nähe davon Feuer anzuzünden, zu rauchen, mit feuergefährlichen Gegenständen umzugehen, zu grillen und sonstige Grillgeräte mit sich zu führen. Verstöße gegen die Verordnung können mit Ordnungsgeldern bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Zudem sollen die Zufahrten zu Wäldern, Mooren und Heide unbedingt für mögliche Feuerwehreinsätze freigehalten werden.

Der Landkreis Emsland erneuert auch seinen Appell von Ende Juni, bewusst und sparsam mit Wasser umzugehen. Trinkwasser sollte somit nicht zum Waschen und Abspritzen von Fahrzeugen aller Art außerhalb von Waschstraßen und auf Waschplätzen verwendet werden sowie zum Befüllen von Schwimmbecken und Pools. Es sollte auch auf das Besprengen und Bewässern von Rasenflächen verzichtet werden. [Landkreis Emsland]

Niedersachsen kritisiert Streichung neuer Ökoregelungen für die Weidehaltung

In seiner gestrigen Sitzung hat das Bundeskabinett das sogenannte Bürokratierückbaugesetz beschlossen. Mit diesem Gesetz sollen bestehende Regelungen vereinfacht und der Verwaltungsaufwand für Betriebe und Behörden reduziert werden. Aus niedersächsischer Sicht steht der geringe Vereinfachungseffekt in keinem angemessenen Verhältnis zum Verlust an Gestaltungsspielraum für eine stärkere Honorierung von Umweltleistungen auf dem Grünland.

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Die Weidetierhaltung leistet einen unverzichtbaren Beitrag für Klima-, Natur- und Tierschutz sowie für den Erhalt unserer Kulturlandschaften. Wer Bürokratie abbauen will, darf nicht gleichzeitig wichtige Entwicklungsmöglichkeiten für die gebeutelte Milchviehhaltung abschneiden.“

Die bestehenden Ökoregelungen im Grünland werden laut Staudte von den niedersächsischen Betrieben gut angenommen: Inzwischen würden mehr als 300.000 Hektar Grünland im Rahmen von Ökoregelungen in Niedersachsen gefördert. Für die Milchviehhalter fehle jedoch eine unterstützende Ökoregelung. Diese wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium zunächst in Aussicht gestellt, die heutige Entscheidung bedeute jedoch das Aus einer Ökoregelung für Weidetierhalterinnen und -tierhalter, so Staudte. Weiter führt die Ministerin aus: „Der Bund muss die Spielräume nutzen, um zusätzliche und finanziell attraktiv ausgestaltete Ökoregelungen für die Weidetierhaltung zu schaffen – statt diese Perspektive gerade für unsere Milchkuhhalterinnen und -halter zu streichen.“ Niedersachsen fordere die Bundesregierung auf, ihre Pläne zu überdenken und sich klar zu einer zukunftsfähigen, wirtschaftlich tragfähigen Weidetierhaltung zu bekennen.

In diesem Zusammenhang macht das ML darauf aufmerksam, dass Niedersachsen seit 2023 eigenständig die Sommerweidehaltung für Milchkühe fördert. Mit dieser Förderung werden Betriebe unterstützt, die allen Milchkühen täglich mindestens sechs Stunden Weidehaltung im Zeitraum vom 16. Mai bis einschließlich zum 15. September gewähren. (Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) [HM]

Bundesregierung plant Aufnahme der Kernfusion im Strahlenschutzgesetz – für „ausgestrahlt“ ist das nicht genug

Flyer zu Kernfusion

Die Bundesregierung hat einen Entwurf zur Novelle des Strahlenschutzgesetzes vorgelegt, der Fusionsanlagen erstmals rechtlich einordnet. Der Entwurf nimmt Fusionsanlagen als „Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung“ in das Strahlenschutzgesetz auf.

Die Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ kritisiert sowohl die Definition als auch die Zuordnung zu diesem Gesetz. In der Stellungnahme der Organisation zum Gesetzentwurf stellt sie fest: “Fusionskraftwerke sind als großtechnische Energieerzeugungsanlagen konzipiert. Ihr primärer Zweck ist die Stromproduktion, nicht die Erzeugung ionisierender Strahlung. Eine bloße Einordnung ins Strahlenschutzrecht ignoriert diese Gegebenheit und schafft einen regulatorischen Rahmen, der weder den tatsächlichen Risiken noch der gesellschaftlichen Tragweite der Technologie gerecht wird.“

Die Entscheidung, wo die Kernfusion rechtlich verankert wird, ist nach Ansicht von „ausgestrahlt“ alles andere als eine Detailfrage. Sie entscheidet maßgeblich darüber, welche Sicherheitsanforderungen künftig für diese Nukleartechnologie gelten.

Dabei geht es bei der Kernfusion nicht nur um Strahlenschutz. In Fusionsanlagen entstehen radioaktive Stoffe, es tritt starke Neutronenstrahlung auf und es stellen sich langfristige Fragen zu Sicherheit, Haftung, Entsorgung und Kontrolle. Diese Bereiche sind im Strahlenschutzgesetz nicht umfassend geregelt. „ausgestrahlt“ fordert die ausdrücklicheAufnahme von Fusionsanlagen unter das Atomgesetz (AtG), um diese Problembereiche umfassend zu regeln.

In einem Fusionskraftwerk würden Bauteile aufgrund der hohen Neutronenbelastung radioaktiv werden und schnell altern. Das würde große Mengen schwach- und mittelradioaktiver Abfälle erzeugen, für die es im Strahlenschutzgesetz keine umfassenden Vorschriften gibt. Auch klare Regeln für Stilllegung, Rückbau und Entsorgung finden sich nicht im Strahlenschutzgesetz, aber sie sind im Atomgesetz geregelt.

Die starke Neutronenstrahlung in Kernfusionsreaktoren könnte auch für die Erzeugung von atomwaffenfähigem Material genutzt werden – zum Beispiel durch Bestrahlung bestimmter Uran- oder Thorium-Isotope. Aus diesem Grund sind klare Vorschriften über Meldepflichten, Inspektionen und Sicherheit unbedingt notwendig, um die Weiterverbreitung waffenfähigen Materials zu verhindern.

Die Debatte um den Rechtsrahmen für die Kernfusion findet vor dem Hintergrund großer Erwartungen an die vermeintliche Zukunftstechnologie statt. Medienberichte vermitteln oft den Eindruck, der Durchbruch stehe direkt bevor. Start-ups überbieten sich mit Ankündigungen für die Inbetriebnahme des ersten Fusionskraftwerks.

Die Bundesregierung unterstützt diese große Illusion mit über zwei Milliarden Euro aus dem „Aktionsplan Fusion“ – vor allem für Forschung und Demonstrationsanlagen. Doch ob Kernfusionskraftwerke jemals Realität werden, ist weiterhin offen.

Auch wenn Fusionsreaktoren bislang Zukunftsmusik sind und es wahrscheinlich auch bleiben werden: Solange an ihnen geforscht werde, sei es sinnvoll, sie entsprechend ihrer Risiken zu regulieren. Die Aufnahme in das Strahlenschutzgesetz könne ein erster Schritt sein, dürfe aber nicht der letzte sein. [jdm]

Nach Hitze-Wochenende dreimal größere Menge an Kadavern aus Geflügelhaltungen als nach kühlerem Wochenende

Hohe Außentemperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit können zu erhöhten Tierverlusten führen. Laut einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mussten von Verarbeitungsbetrieben für tierische Nebenprodukte („Tierkörperbeseitigungsanlagen“) nach dem Hitze-Wochenende am 27. und 28. Juni 2026 eine rund dreimal größere Menge an Kadavern aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen abgeholt werden als nach dem deutlich kühleren Wochenende am 13. und 14. Juni 2026.

Diese Zahlen belegen, dass extreme Hitze die Tierhaltungsbetriebe in Niedersachsen -insbesondere Geflügelbetriebe – vor Herausforderungen stellt. Angesichts der bevorstehenden Hitzeperiode warnt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) Tierhalterinnen und Tierhalter ausdrücklich vor den daraus resultierenden gesundheitlichen Gefahren für ihre Tiere und ruft die Halterinnen und Halter dazu auf, wenn nötig Änderungen im Haltungsmanagement vorzunehmen.

Servicehinweis:
Im Rahmen des Niedersächsischen Tierschutzplanes für nachhaltige Nutztierhaltung (NTN) wurden Merkblätter zur Vermeidung von Hitzestress und hitzebedingten Verlusten insbesondere für die Geflügelarten Pute, Jung- und Legehenne, Masthuhn sowie Pekingente erarbeitet. Sie sind auf der Homepage des LAVES (Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) abrufbar: https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tierschutz/tierhaltung/geflugel/vermeidung-von-hitzestress-bei-gefluegel-144675.html

Auch für die Haltung von Haustieren hält das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nützliche Informationen bereit:
https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tierschutz/tierhaltung/ueberhitzung-auch-bei-haustieren-keine-seltenheit-73513.html [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Nordsee: Umweltverbände kritisieren CO2-Deponiepläne

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und zwei weitere Verbände kritisieren das Vorhaben zur CO2-Deponierung in der Nordsee. Sie lehnen den Antrag des US-amerikanischen Mineralölkonzerns ExxonMobil für Voruntersuchungen in einer gemeinsamen Stellungnahme ab. Dies berichtet der NDR.

Details zur Kritik der Umweltverbände findet man in einer Pressemitteilung, die auf der BUND-Homepage zu findet ist.
Die Verbände lehnen den Antrag aufgrund von erheblichen gesetzlichen, fachlichen und umweltrechtlichen Mängeln ab. Wesentliche Informationen, insbesondere geologische Daten, Risikobewertungen, Nachweise zur Standortintegrität, und aktuelle ökologische Bestandsdaten bleiben unvollständig oder werden unzulässig in spätere Verfahrensschritte verschoben.

Konkret plant der US-Konzern Untersuchungsbohrungen und drei Monate andauernde seismische Tests mit Schallkanonen in der zentralen Nordsee hinter Helgoland. Aus Sicht der Umweltverbände fehlen nicht nur rechtliche Grundlagen für eine Genehmigung; das Vorhaben ist zudem unvereinbar mit dem Meeresschutz, insbesondere mit dem Schutz der Schweinswale und der Klimaschutzfunktion der Meere.

Schallkanonen, sogenannte „Airguns“, erzeugen die mitunter lautesten menschengemachten Geräusche im Meer, erläutern die Umweltverbände. Ihr Schall könne Schweinswale noch kilometerweit entfernt erreichen und Verhaltensreaktionen auslösen. Studien zeigten, dass Schweinswale seismischen Lärm noch in zehn bis zwölf Kilometern Entfernung meiden. Flucht oder verminderte Nahrungsaufnahme, könnten zu populationsrelevanten Auswirkungen führen. Der im Antrag vorgesehene Abstand zu den Schutzgebieten Sylter Außenriff und Borkum Riffgrund betrage nur rund 8,8 Kilometer – und sei damit zu gering, um eine Beeinträchtigung der Tiere, die in den Gebieten ihre Kälber aufziehen, ausschließen zu können.

Die Kritik der Verbände lautet wörtlich: „Während Öl- und Gas-Konzerne auf Kosten der Natur an einer Stelle Kohlenwasserstoffe aus der Nordsee fördern, wollen sie Kohlendioxid an anderer Stelle mit ebenso zerstörerischen Mitteln wieder in den Meeresuntergrund pressen. Der Schutz der größten Kohlenstoffsenke des Planeten und die Reduktion von Emissionen müssen absoluten Vorrang haben, anstelle von riskanten Scheinlösungen. Statt die ohnehin schon durch Fischerei, Seefahrt und Industrie unter Druck stehende Nordsee weiter zu belasten, brauchen wir endlich eine Klima- und Energiepolitik, die ihrem Namen gerecht wird und das fossile Zeitalter beendet.“

Nachfolgende Informationen bieten die Verbände zum Hintergrund an:

Bei der CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) soll Kohlendioxid (CO2) aus Industrieabgasen mit hohem Energieaufwand in einem chemischen Verfahren ausgewaschen (Carbon Capture), durch Pipelines oder per Schiff transportiert und mit hohem Druck unter den Boden im Meer oder an Land gepumpt werden. So sollen klimaschädliche Gase in CO2-Endlagern vermeintlich auf Jahrtausende von der Atmosphäre isoliert bleiben (Storage). Diese Technik ist bereits in der Nordsee vor Norwegen und Großbritannien im Einsatz, allerdings mit erheblichen technischen Schwierigkeiten.

Der Großteil der wenigen realisierten CCS-Projekte weltweit ist bisher gescheitert. Dennoch hat der Bundestag mit der Novellierung des Kohlendioxidspeichergesetz (KSpG) im Januar 2026 den Weg für den Export und die Speicherung von CO2 in der deutschen Nordsee geebnet. Umweltschutz- und Wasserverbände kritisieren die hohen Risiken für Land- und Meeresökosysteme, sowie die fragwürdige Klimawirkung von CCS. Der geplante Ausbau von CCS-Infrastruktur würde enorme staatliche und private Mittel fehllenken, die dann für echte Klimaschutzlösungen fehlen würden.Zudem lähmt das Versprechen auf subventioniertes CCS den Ausbau der Erneuerbaren Energien und Effizienzmaßnahmen. Anstatt klimaschädliche Abgase zu reduzieren, dürften Kraftwerke, chemische Industrie und Müllverbrenner diese bis unter die Nordsee leiten und dort im Meeresboden deponieren. Gaskraftwerke könnten zudem durch das Gesetz mit dem Etikett „CCS ready“ gebaut werden und Subventionen erhalten. Einmal gebaute Gaskraftwerke werden über Jahrzehnte betrieben, um Investitionskosten zu amortisieren. Das zementiert die Abhängigkeit von Gas im Stromsektor und bremst die Einspeisung von Erneuerbaren. [HM/erstveröffentlich auf gruenealternative.de/forum-d]

„Castor“ steht jetzt in Sögel als Mahnmal

"Castorbehälter" in Sögel 06/2026

Auch wenn die Problematik nicht Tagesthema ist, schwelt doch die Suche nach einem Endlager für Atommüll weiter im Hintergrund. In Wippingen hatte die Interessengemeinschaft Kein Atommüllendlager im Emsland e.V. im Anschluss an eine Kundgebung 2022 ein als Castor-Behälter dekoriertes Güllefass bei der Mehrzweckhalle stationiert. Seitdem erinnert das Fass an die ungelöste Atommüllfrage - oder auch nicht mehr, weil sich das Auge so daran gewöhnt hat, dass das Fass gar nicht mehr wahr genommen wurde.

Andreas Perkmeyer aus Sögel und Michael Horstmann aus Werpeloh stationierten den Castorbehälter jetzt zusammen mit Hermann-Josef Pieper in Sögel in der Wahner Straße. Dort wird er am kommenden Wochenende zunächst den Schützenfestbesuchern ins Auge fallen und danach weiterhin alle daran erinnern, dass die Salzstöcke im nördlichen Emsland Standorte für den strahlenden Müll werden könnten. [jdm/Fotos: Hermann-Josef Pieper]

Windpark im Eleonorenwald: NABU verzichtet auf Widersprüche

Im Februar 2026 hatten sich die Marka Taler GmbH & Co KG und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) im Hinblick auf die Errichtung des Windparks im Eleonorenwald zwischen Rastorf und Vrees auf eine einvernehmliche Lösung geeinigt. Nachdem Marka Taler sich bereit erklärt hat, zusätzlich zu den in den Planungsunterlagen und in der Genehmigung bereits vorgesehenen Maßnahmen noch weitere mit dem NABU abgestimmte Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen für die Natur durchzuführen, verzichtete dieser auf weitere rechtliche Schritte gegen die erteilte Genehmigung. Statt der ursprünglich geplanten 36 Windenergieanlagen wurde vereinbart lediglich 28 Anlagen errichten.

„Es freut uns, dass es im Rahmen intensiver Verhandlungen gelungen ist, eine Einigung mit dem NABU zu erzielen“, erklärte Detlef Niedenhof, Geschäftsführer von Marka Taler, in einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem NABU. „Denn durch die Errichtung des Windparks mit 28 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt rund 196 Megawatt können wir einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende, zum Klimaschutz und letztlich auch zur Sicherheit Deutschlands durch wenig Abhängigkeit von Energieimporten leisten.“

Auch der NABU war mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. „Den Standort der Anlagen im Eleonorenwald und nahe beim FFH-Gebiet „Langelt“ halten wir zwar nach wie vor für sehr unglücklich,“ erklärt Katja Hübner vom NABU-Regionalverband Emsland/Grafschaft Bentheim. „Aber es werden nun noch zahlreiche weitere Vermeidungsmaßnahmen zum Schutz der Tierwelt ergriffen. Fällarbeiten im Wald werden nur außerhalb der Vogelbrutzeit durchgeführt und Höhlenbäume werden vorher auf Fledermausbesatz kontrolliert. Für jeden Höhlenbaum werden Vogelnist- und Fledermauskästen angebracht. Amphibien- und Reptilienschutzzäune werden aufgestellt, damit die Tiere nicht versehentlich getötet werden. Außerdem wird es noch weitere Ausgleichsflächen und -maßnahmen für Greifvögel, sonstige waldbewohnende Vögel, Fledermäuse und Amphibien geben.  Deshalb halten wir das Vorhaben nun für vertretbar“. Aktuelle Behauptungen in den sozialen Medien, der NABU habe sich „kaufen“ lassen, weist Hübner dagegen vehement zurück. „Der NABU selbst hat gar nichts von der Vereinbarung. Die Vorteile aus der Vereinbarung erstrecken sich ausschließlich auf die Umsetzung von weiteren Naturschutzmaßnahmen durch den Vorhabenträger.“ [jdm]

Rekordhitze für den Monat Juni an der Wetterstation Dörpen gemessen

Wetterstation
Die Erfassung der Lufttemperatur in 2 m Höhe erfolgt mit dem Temperaturfühler PT 100 (Luft)

Der Deutsche Wetterdienst erfasst mit einer Wetterstation seit dem 27. Februar 1959 Wetterdaten in Dörpen. Im Internet können die Daten über das von Michael Theusner betriebene Wetterportal eingesehen werden.

Am vergangenen Freitag wurden in Dörpen maximal 36,7 °C gemessen, womit der vorherige Höchstwert für den Monat Juni von 35,1 °C aus dem Jahr 2021 um 1,6 °C überschritten wurde. Davor lag der Tageshöchstwert in Dörpen laut DWD-Wetterstation für den Monat Juni im Jahr 2002 bei 34,5 °C, gemessen am 17.06.2002.

Eine Recherche zur Wetterstation Dörpen offenbart allerdings, dass es im Jahr 2008 einen Standortwechsel gab. Bis Oktober 2008 befand sich die Wetterstation an der Küstenkanalschleuse nordöstlich des Ortes und hatte die Bezeichnung Dörpen (Schleuse). Danach, also ab dem 1. November 2008, wurden die Wetterdaten im Ortsteil Müll südwestlich des Ortes erfasst. Zwischen den beiden Standorten beträgt die Entfernung gut vier Kilometer. Der Deutsche Wetterdienst führt die neue Station unter der Bezeichnung Dörpen. Die Stations-ID6159 hat sich allerdings nicht geändert.

Für den Standort Dörpen (Schleuse) wird die Zusatzinformation „direkt am Küstenkanal“ und eine Höhe von 6 m über NN angegeben, für den neuen Standort Dörpen beträgt die Höhe 8 m über NN, und zum Standort wird ergänzt „auf freiem Feld“. Die Temperatur wird zwei Meter über dem Boden gemessen, und zwar mit einem Temperaturfühler PT 100 (Luft) am neuen Standort. Am Küstenkanal wurden die Temperaturen konventionell mit einem Maximumthermometer erfasst. Diese und weitere Details zu den beiden Standorten in Dörpen findet man auf der DWD-Homepage.

Aus den Informationen ergibt sich die Frage, ob die vor- und nach dem Wechsel des Standortes erfassten Daten vergleichbar sind. Konkret wäre von Interesse, ob mit der neuen Messtechnik im Juni 2002 am neuen Standort höhere Temperaturen gemessen worden wären als am Küstenkanal.

Auch wenn von keinen größeren Abweichungen auszugehen ist, wäre für statistische Auswertungen eventuelle Differenzen interessant, damit keine falschen Rückschlüsse gezogen werden. Dass Messungen fehlerhaft sein können, zeigt das Beispiel der Wetterstation Lingen. Dort musste ein am 25. Juli 2019 gemessener Wert von 42,6 °C korrigiert werden, nachdem er bereits als neuer deutscher Temperaturrekord über die Medien verbreitet worden war; Auswertungen von Parallelmessungen an der Wetterstation hatten ergeben, dass in einem sehr kleinen Bereich des Messfeldes bei bestimmten Wetterlagen auffällig erhöhte Temperaturen registriert wurden. Allerdings traten seit 2017 am Messfeld der Station immer wieder Temperaturen auf, die für die Region nicht repräsentativ waren – der DWD hätte also früher Konsequenzen ziehen können. Neue Rekordhalter waren dann nach der Korrektur gemeinsam die DWD-Wetterstationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst (beide NRW) mit am 25. Juli 2019 gemessenen 41,2 °C. So war es einer Pressemitteilung des DWD vom 17. Dezember 2020 zu entnehmen.

An der Station Saarbrücken-Burbach wurden am Samstag, den 27. Juni 2026 ein Wert von 41,4°C gemessen. Dieser Rekord hielt aber nur einen Tag, denn am Sonntag meldete eine Wetterstation in Coschen (Brandenburg) 41,7 °C. Derartige Temperaturrekorde erreichen eine große mediale Beachtung und sollten deshalb zuverlässig sein, damit keine fehlerhaften Daten verbreitet werden. Wir haben deshalb beim DWD um eine Beurteilung des Standortwechsels in Dörpen in Hinblick auf Validität der Daten nachgefragt. Die Beantwortung könne einige Zeit in Anspruch nehmen, wurde uns als Zwischeninformation mitgeteilt. Nach Eingang einer ausführlicheren Antwort des Wetterdienstes werden wir darüber berichten. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

RWE lässt ökologische Kartierung für den Standort Dörpen durchführen

Das Energieversorgungsunternehmen RWE prüft zurzeit deutschlandweit verschiedene Standorte, die möglicherweise geeignet sind, um Anlagen für die Versorgungssicherheit und zur Stabilisierung der Stromnetze zu errichten. Auch am Standort Dörpen führt RWE Sondierungsgespräche mit verschiedenen regionalen Stakeholdern zur Optionsprüfung für eine Peaker-Anlage. Dabei handelt es sich um ein Spitzenlastkraftwerk mit sehr flexiblen Anlagen aus individuell steuerbaren Gasmotoren.

Die Planungen sind noch in einem sehr frühen Stadium, da bisher noch kein regulatorischer Rahmen für diese Anlagen vorliegt, der auch die Wirtschaftlichkeit derartiger Projekte sicherstellt. Entsprechend sind weder Standort- noch Investitionsentscheidungen oder Technologieentscheidungen getroffen worden.

Zur Standortprüfung gehört auch eine frühzeitige ökologische Kartierung relevanter Flächen, teilt RWE auf Anfrage mit. Hierfür hat das Unternehmen ein Umweltbüro beauftragt. Die Kartierungen finden 2026 im Zeitraum Januar bis Oktober statt. Gegenstand der Kartierungen sind Gastvögel, Brutvögel, Fledermäuse, Amphibien, Reptilien, Hirschkäfer, Biotoptypen und Pflanzenarten der Roten Liste.

Spaziergänger könnten sich über einfache dunkele Dachplatten am Wegesrand wundern, die mit dem Namen und der Telefonnummer des Umweltbüros versehen sind. Hierbei handelt es sich um sogenannte Schlangenbretter, unter denen Reptilien Schutz suchen und bei Kontrollen erfasst werden können. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]