Eichenprozessionsspinner nun wieder deutlich zu erkennen
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) sind inzwischen so groß, dass sie leicht an Eichenbäumen zu finden sind. Insbesondere bei kleineren, jungen Eichen findet man sie an den unteren Astgabeln in einer Höhe von wenigen Metern. Gern werden die Nester unterhalb des vom Hauptstamm abgehenden Astes angelegt. Zurzeit findet man auch mehrere Nester nah beieinander, wie auf unserem Bild aus der Dörpener Füchtelmörte zu sehen ist.
Andererseits findet man aber auch Nester des Eichenprozessionsspinners am Stamm nahe am Boden, insbesondere wenn die Sonnenstrahlen nicht durch Schatten von belaubten Zweigen, Büschen oder hohen Gräsern abgehalten werden und so die Oberfläche des Baumes erwärmen.
Bei dem Schädling handelt es sich um eine heimische Art, die sich in den vergangenen Jahren aus südlicheren Regionen nach Norddeutschland ausgebreitet hat. Und der Klimawandel wird wohl bewirken, dass sich die wärmeliebenden Tiere bei uns weiterhin wohlfühlen und ausbreiten.
Das Umweltbundesamt bietet übrigens eine Übersetzung eines niederländischen Leitfadens zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners auf seiner Homepage an. Unsere Beobachtungen werden darin bestätigt und ergänzt:
„Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt junge und halb ausgewachsene Eichen entlang von Straßen in einer offenen Landschaft mit wenig Unterwuchs anderer Pflanzenarten. Solitäre Eichen können auch von Eichenprozessionsspinnern kolonisiert werden. Besonders Plätze an Straßen, Mauern, Straßenpflaster, Rasen und Sandböden sind bei sonnigem Wetter im Frühling wegen der Wärmeabstrahlung des Untergrundes attraktiv.“
Wer sich also solchen Bäumen nähert, sollte zunächst den Blick in den unteren Kronenbereich der Bäume richten und die Äste „abscannen“, um unangenehme Überraschungen unter dem schattenspendenden Baum zu vermeiden.
Die Gemeinde Dörpen lässt übrigens auch in diesem Jahr eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an publikumsintensiven Bereichen wie Schulen oder Kindergärten durchführen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

