Standortvorschläge für Atommülllager werden jetzt am 28.09.2020 bekannt gegeben.

Am 7. Juli hatte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ihr Gesamtkonzept zur Vorstellung des Zwischenberichts Teilgebiete und ihren Vorschlag zur Information auf der Fachkonferenz Teilgebiete veröffentlicht. Jetzt hat die BGE ihr Konzept überarbeitet und den Termin für die Veröffentlichung des Zwischenberichtes Teilgebiete noch einmal um drei Tage vorgezogen auf den 28. September 2020.

Die BGE übergibt den  Zwischenbericht Teilgebiete am 28. September 2020 dem BASE. In einer Pressekonferenz wird die BGE die Kernergebnisse des Zwischenberichts Teilgebiete vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen. Durch weitere Erklär-Videos, die auf die Aussagen des Zwischenberichts eingehen, werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert und zugänglich sein. Konkret vorgesehen ist eine Veröffentlichung auf der Seite der  BGE, www.bge.de, durch die barrierefreie Bereitstellung des Zwischenberichts Teilgebiete, nebst aller untersetzenden  Unterlagen im pdf-Format. Darüber hinaus bietet die BGE eine Karte mit den Teilgebieten auf ihrer Homepage an.

Das Konzept sieht für die Vorstellung des Zwischenberichts am 17. Oktober 2020 eine für Fachtagungen aller Art übliche Tagesordnung vor; Auftakttalk mit Fragerunde, mehrere Plena mit Vorstellung des Berichtes und Verständnisfragen, Kaffeepausen.

Das ist so weit nicht verwerflich. Aber dieses Verfahren sollte durch ein transparentes Verfahren jeden Betroffenen in die Standortsuche einbeziehen und letztlich den gefundenen Standort in einem großen Konsens ermitteln. Herausgekommen ist ein Verfahren, das für die Aneignung eines beliebigen Bildungsthemas geeignet sein mag, aber meilenweit hinter den Möglichkeiten zurück bleibt, die bei Genehmigungsverfahren für industrielle Großanlagen  mittlerweile Standard sind. Das Standortsuchverfahren dient immer offener nicht einer Konsensbildung, sondern der Abwehr von in anderen Verfahren gegebenen Widerstandsmöglichkeiten. [jdm]

Atommülllager: Standort wird politisch festgelegt, nicht nach wissenschaftlichen Kriterien

Das Suchverfahren für ein Atommüll-Endlager sollte so transparent vor sich gehen, dass jedem Menschen zum Schluss einsichtig ist, warum die Standortentscheidung so gefallen ist. Damit sollte dann Akzeptanz für die Entscheidung hergestellt werden.

Das bisherige Verfahren zeigt allerdings, dass dies gar nicht erst versucht wird. Die wissenschaftliche Grundlage für das Suchverfahren ist schon nicht gegeben, weil die Datenlage äußerst dürftig ist. Denn es werden nur die Daten, die bisher zufällig vorhanden sind gesichtet. (mehr …)

EZ-Bericht zu Atommülllager

Ems-Zeitung vom 13.07.2020
Ems-Zeitung vom 13.07.2020

Die Ems-Zeitung berichtete heute, was Landtagsvizepräsident Bernd Busemann zur im Herbst anstehenden Möglichkeit einer Benennung des Salzstocks Wahn für ein Atommülllager sagt. [Ems-Zeitung vom 13.07.2020/jdm]

Am 30. September werden mögliche Standorte für Atommülllager bekannt gegeben

Zur Homepage von ausgestrahlt

Die Atommüll-Endlagersuche nähert sich der Schlussphase. Die „Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)“ hat angekündigt, dass ihre Datensammlung über mögliche Standorte im Herbst beendet ist und am 30. September die Veröffentlichung des Zwischenberichts Teilgebiete durch die BGE stattfindet. Das heißt: Es werden mögliche Standorte benannt. Und wer davon ausgeht, dass der Standort Salzstock Wahn zwischen Werpeloh, Renkenberge und Wippingen einer der Vorschläge sein wird und mitreden möchte, kann sich schon mal einige Konferenztermine merken. (mehr …)

Online-Veranstaltungs-Reihe: Der kritische Blick auf die Atommüll-Lager-Suche

Zur Online-Veranstaltungsreihe von ausgestrahlt.de

Die Antiatomorganisation ausgestrahlt hat eine achtteilige Reihe von Online-Veranstaltungen zur Atommüll-Lager-Suche gestartet, geeignet für Menschen ohne großes Vorwissen, aber auch für diejenigen, die sich bereits mit dem Thema befasst haben. Jede Veranstaltung beleuchtet ein eigenständiges Thema. Die Abende bauen aber auch ein Stück weit aufeinander auf. Es ist möglich, nur an einzelnen Terminen teilzunehmen oder später einzusteigen.

Schon gelaufen sind die Veranstaltungen zu den Themen "Bis in alle Ewigkeit: das Atommüll-Problem" und "Jahrzehnte verschenkt: Die Geschichte der Standortsuche".

Morgen, am 16.06.2020 um 18.30 Uhr findet die Veranstaltung zum Thema "Verfahren! Wie die Suche ablaufen soll" statt. Es geht um die wesentlichen Inhalte des Standortauswahlgesetzes, also um die Rahmenbedingungen der Suche, Lagerkonzept, Gesteine, Zeitplan, Suchverfahren, Kriterien und die Akteur*innen. Hier gibt es weitere Infos zur Online-Veranstaltung und zur Anmeldung.

ausgestrahlt nutzt für die Online-Veranstaltungen den Videokonferenz-Dienst Zoom. Unter dem Punkt Videokonferenz-Programm erfahren Sie, welche Funktionen das Programm bietet und wie Sie es installieren können.

Weitere Themen der Online-Veranstaltungsreihe sind:

  • Do., 18.6.: Anspruch und Wirklichkeit 1: partizipativ und transparent?
  • Di., 23.6.: Anspruch und Wirklichkeit 2: wissenschaftsbasiert und selbsthinterfragend?
  • Di., 25.6.: Ausblick: Zwischenbericht und Fachkonferenz
  • Do., 30.6.: Die Alternative: Wie könnte es anders gehen?

Mehr Informationen zur Veranstaltungsreihe und zur Anmeldung gibt es auf ausgestrahlt.de. [jdm]

Standortsuche für Atommülllager: Bayern sagt: Kein Granit. Wirtschaft sagt: Keine Daten

Die sogenannte Weiße Landkarte bei der Standortsuche für ein Atommülllager

Dass das angeblich ergebnisoffene und transparente Suchverfahren für ein Atommüllendlager beides nicht ist, zeigen zwei gegenwärtige Entwicklungen deutlich.

Ergebnisoffen wäre es, wenn alle möglichen Standorte tatsächlich in das Suchverfahren kommen. Aber die bayrische Regierung möchte genau dies verhindern. Es geht um die Sicherheitsanforderungen, die laut Standortauswahlgesetz vom Bundesumweltministerium (BMU) in einer Verordnung festgelegt werden müssen. Ein Entwurf sollte schon vor Wochen im Bundeskabinett beschlossen werden. Doch nun versuchen Markus Söder und Horst Seehofer laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zu erreichen, dass bayerischer Granit aus der Standortsuche ausgeschlossen wird. (mehr …)

Geodatengesetz: Zu spät und nicht transparent

Wenn die „Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)“ im September die Gebiete benennt, die laut Gesetz „günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen“, wird sie eine für die Betroffenen wesentliche Frage nicht ausreichend beantworten können: Warum hier? Die BGE wird dann nicht in der Lage sein, ihre Entscheidungen umfassend und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar zu belegen. Denn nach wie vor gibt es keine gesetzliche Regelung, die die Veröffentlichung aller der von der Bundesgesellschaft im Auswahlverfahren verwendeten geologischen Daten ermöglicht. (mehr …)

Benennung von Standorten für Atommüll-Endlager rückt näher

Wie der NDR und andere Medien heute meldeten, hat auch mittlerweile der niedersächsische Umweltminister Lies Zweifel an der sogenannten "weißen Landkarte" bekommen, die als Ausgangspunkt für die Suche nach einem Standort für ein Atommüllendlager dienen sollte.

Er warnt vor einer voreiligen Festlegung auf die Lagervariante Salz und das Herausfallen möglicherweise geeigneter Regionen insbesondere in Süddeutschland. (mehr …)

Atommülllager – ausgerechnet hier?

2020 werden voraussichtlich erste Regionen benannt, die als Standort für ein Atommüll-Endlager in Frage kommen. Dann werden sich viele fragen: Warum ausgerechnet hier?

Infofilm zur Standortsuche für ein dauerhaftes Atommülllager von "ausgestrahlt"
6-minütiger Infofilm von "ausgestrahlt" zur Standortsuche

Wenn die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den „Zwischenbericht Teilgebiete“ veröffentlicht, kann auch unser
Wohnort dabei sein. Dann wird es heißen, alle Fachleute seien sich einig, dass es eine Lagerung von hochradioaktiven Stoffen nicht risikofrei geben werde. Das Standort-Auswahl-Gesetz verspricht Transparenz, ob jedoch alle entscheidungsrelevanten Daten veröffentlicht werden, bleibt ungewiss. Ohne diese Daten können Betroffene nicht nachprüfen, ob bei der Auswahl korrekt verfahren wurde. Sie müssen also einfach glauben, was man Ihnen sagt. (mehr …)

Antiatomorganisation „Ausgestrahlt“ informierte über Suche für Atommüllendlager

Helge Bauer von "ausgestrahlt" in Osnabrück am 12.110.2019
Helge Bauer von "ausgestrahlt" in Osnabrück

Helge Bauer von der Antiatomorganisation „Ausgestrahlt“ berichtete am Samstag in Osnabrück über den Stand des Auswahlverfahrens für ein Atommüllendlager. Er kritisierte, dass das Auswahlverfahren den im Gesetz genannten Kriterien der Transparenz, Wissenschaftlichkeit oder Einbeziehung der Betroffenen nicht entspreche. Für Wippingen ist dieses Thema immer noch besonders nahe, weil zwischen Renkenberge, Werpeloh und Wippingen in der Erde der Salzstock Wahn liegt, der als möglicher Standort in Frage kommt. (mehr …)