Ein Reporter der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) besuchte mögliche Standorte für ein Atommüllendlager. Er war auch in Lathen und sprach mit den beiden Bürgermeistern und einigen Passanten, wie sie zu einem Endlager stehen. Hier der Link zum Artikel mit dem Titel "Angst vor dem Endlager: Warum Gemeinden in Niedersachsen in Sorge sind – und wie sie sich wehren". [jdm]
Wippingen
Vor 160 Jahren begann in Wippingen die Markenteilung
Vor 160 Jahren begann in Wippingen die Markenteilung. 1866 wurde sie offiziell in Ost-Wippingen und 1867 in West-Wippingen angestoßen. Es sollte noch Jahrzehnte dauern, bis sie abgeschlossen war.
Die Marken entstanden ungefähr im elften Jahrhundert als im Emsland Höfe entstanden. Das Ackerland lag direkt an den Hofstellen. Bei den Wald-, Moor- und Heideflächen rundum handelte es sich um eine Wildnis, die niemandem gehörte. Oder aber allen: Diese Gebiete werden auch als Allmende oder Gemeinheit bezeichnet. Auf diese unkultivierten Böden wurde von allen das Vieh zum Weiden getrieben und es wurde Holz geschlagen. Das Vieh wurde auch in Wälder getrieben. So entstanden die Hudewälder. Hier im Emsland und auch in Wippingen wurde im Moor Torf gestochen, das zum Verfeuern, aber auch als Einstreu in die Tierställe genutzt wurde. Die oberen Grassoden in den Heideflächen wurden als Plaggen abgestochen und zum Düngen der Ackerflächen verwendet.
Mit dem Anstieg der Landbevölkerung fing man an, Regeln für die Nutzung der Mark aufzustellen. Die alteingesessenen Bauern reklamierten das gemeinsame Eigentum an der Mark. Neubauern und Heuerleuten wurde die Nutzung der Mark nur eingeschränkt erlaubt. Die Markengenossenschaften verwalteten sich selbst, wählten Vorstände und ahndeten Verstöße gegen die Regeln. Die Markengenossenschaften verkauften auch Land an Neubauern oder andere Interessierte.
Trotz der Regeln konnte nicht verhindert werden, dass die Markengebiete vollkommen ausgebeutet wurden. Die Schafweidung bewirkte, dass nur Heidekraut und Wacholder überlebten. Alle anderen Pflanzen wurden von den Schafen verspeist. Im Emsland verschwanden die Wälder. Aus ehemaligen Wäldern und Heideflächen wurden Sandwüsten.
Als dann im 19. Jahrhundert die feudalen Grundherren ihre Rechte verloren, wurde auch der Gemeinschaftsbesitz an den Marken nicht mehr akzeptiert. Wirtschaftlich verloren sie durch die Überausbeutung an Bedeutung und gleichzeitig wurde neues Ackerland gebraucht. Die Bauern waren bereit, Ackerland zu entwickeln, wenn sie es denn hätten.
Friedrich II. von Preußen forderte seit 1750 die Aufhebung der Almende. Auch der aufgeklärte Bischof von Münster, Maximilian Friedrich, erließ 1763 eine Verordnung über die Teilbarkeit der Marken. 1835 wurden im Herzogtum Arenberg-Meppen das erste von einer Reihe von Gesetzen über die Markenteilung beschlossen.
Markenteilung bedeutete die Aufteilung des gemeinsamen Bodens auf die Mitglieder der Markgenossenschaft. In Wippingen gab es vor dieser Markenteilung noch etwas anderes zu klären. Ostwippingen gehörte zu Werpeloh. Werpeloher und Wippinger nutzten dieselbe Mark. Das gleiche Problem gab es mit Steinbild. Auch hier gab es eine gemeinsame Mark.
Zwischen Wippingern und Werpelohern hatte es deshalb immer wieder Streit gegeben. So als die Werpeloher 1778 begannen, ganz in der Nähe von Wippingen Buchweizenäcker anzulegen. Damit waren die Wippinger nicht einverstanden und sie vernichteten die Ansaat. 1787 kam es zu einem Gerichtsverfahren und im notariellen Vergleich kam es zu einer Regelung, die später für die Markenteilung Bedeutung gewann. Darin hieß es: „Wenn die Werpeloher außerdem noch Gründe verkaufen …, so sollen die Wippinger von dem zu zahlenden Kaufschilling zusammen einen fünften Teil und die Gemeinde Werpeloh vier fünfte Teile erhalten.“
Damit war dann auch klar, wie groß die jeweiligen Anteile an der gemeinsamen Mark waren. Trotzdem konnte man sich sehr lange nicht auf eine gemeinsame Grenze einigen. Die besseren Weidegründe lagen in der Nähe von Wippingen und die wollten auch die Werpeloher gern haben. 1856 einigte man sich schließlich auf eine gemeinsame Grenze.
Ost-Wippingen wurde 1886 von Werpeloh unabhängig und eine selbständige politische Gemeinde. West-Wippingen hatte sich schon im 18. Jahrhundert aus der Gemeinde Ahlen heraus zu einer eigenen Gemeinde entwickelt.
Jetzt nach Abschluss der Generalteilung konnte man in Ost-Wippingen beginnen, die Mark auf die Markgenossen aufzuteilen. Das Gleiche passierte ab 1867 mit der Ahler-Steinbilder-Wippinger Mark.
Diese Aufteilung der Mark kann man sich vorstellen, wie das Vorgehen bei der Flurbereinigung der 1970er Jahre. Zunächst mussten die Anteile der einzelnen Markgenossen festgestellt werden. Denn durch die Aufteilung von Höfen hatten sich auch die Anteile an der Mark, die vor Jahrhunderten alle Bauern erhalten hatten, halbiert oder noch mehr verkleinert. Denn die Rechte lagen bei den Höfen und nicht bei den Personen.
Dann mussten die Grundstücke aufteilt werden. Und auch hier gab es einiges zu berücksichtigen. Die Grundstücke waren von unterschiedlicher Qualität; es gab Sandflächen, Moorflächen, Heideflächen, weit entfernte Flächen und Flächen in Ortsnähe. Wegen dieser vielen Bedingungen dauerte die Markenteilung laut der Wippinger Chronik von Josef Kimmann bis zur Jahrhunderwende.
Solche Markenteilungen gab es im gesamten Emsland. Einige Markgenossenschaften gibt es heute noch. Dort wurden die Ländereien seinerzeit nicht vollständig aufgeteilt. Die Markgemeinde Börger besitzt noch rund 200 Hektar Forst. In Haselünne besteht bis heute die Markengemeinschaft aus 180 Anteilseignern, die über rund 100 Hektar Land verfügen. Bis zum Verkauf als Naturschutzgebiet an den Landkreis Emsland gehörte auch der Wacholderhain Haselünne zum Markbesitz.
In den Schweizer Kantonen Wallis und Bern spielen die dort Burgergemeinden genannten Markgemeinden immer noch eine große Rolle in der kommunalen Verwaltung. [jdm]
Heimatverein lädt Vereine zu gemeinsamer Planung ein
Auch 2026 gibt es wieder Kaffee und Kuchen im Heimathaus. Der Heimatverein würde sich freuen, wenn wieder viele Vereine und Gruppen bereit sind Termine zu übernehmen. Am 4. März um 18:45 Uhr wollen wir die im Heimathaus gemeinsam mit euch besprechen.
In Wippingen gibt es ein vielfältiges Angebot an Vereinen und Gruppen.
Der Heimatverein möchte am 4. März um 20:00 Uhr Vertreterinnen und Vertreter aus allen Vereinen und Gruppen ins Heimathaus einladen.
Gemeinsam könnten wir einen Nachmittag planen, der allen Wippingerinnen und Wippingern die Möglichkeit gibt, die verschiedenen Angebote kennenzulernen. Der Heimatverein [Stefan Kellner]
Heimatverein mit Angebot im Schloss Clemenswerth
Wie wird eigentlich eine Tunschere gefertigt? Und wie backt man Buchweizenpfannkuchen? Antworten und prakti auf diese Fragen geben die Heimatvereine Berßen und Wippingen am Sonntag, den 22.02.2026, von 12 bis 17 Uhr auf Schloss Clemenswerth, im Pavillon Paderborn.
Tunscheren sowie Buchweizenpfannkuchen werden vor Ort hergestellt. Bei einem Stehkaffee lädt die Veranstaltung außerdem dazu ein, über Sinn und Bedeutung alter Traditionen ins Gespräch zu kommen.
Im Pavillon Clemens August findet eine Ausstellung von Bildern von Schloss Clemenswerth statt. Zudem wird eine Sammlung verschiedener Tunscheren präsentiert. Der Eintritt ist frei. Sie sind herzlich willkommen! [Stefan Kellner]
Ausstellung am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth zeigt Winterbräuche im Emsland – Heimatverein Wippingen beteiligt
Der Winter ist die vierte Jahreszeit. Er rundet das Jahr ab, lässt es zur Ruhe kommen, verleiht der Natur einen anderen Klang und ein neues Gesicht. Unter der Decke aus weißem Schnee und eisigem Frost kann sie sich erholen, Kraft sammeln und Anlauf nehmen für einen oder viele Neuanfänge. Und heute wie früher sind die Tage kurz und die Sonne steht tief, so dass die Stimmung zwischen Gemütlichkeit und Winterblues hin und her schwankt.
Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth nutzt die Zeit, um mit Besuchern über die unterschiedlichen Bräuche und Geschichten ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung wird zu einem Erzählcafé, in dem geklönt und geschnackt wird.
Die Ausstellung zeigt Fotografien von Lambert Brand und Georg Schröer. Lambert Brand aus Werpeloh ist Wippingern möglicherweise namentlich bekannt, weil viele Berichte über Wippingen im EL-Kurier und NOZ von ihm stammen. Beteiligt sind zudem die Heimatvereine Sögel, Berßen und Wippingen. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 1. Februar, um 12 Uhr zu den Tönen der Winterhörner vom Heimatverein Sögel. Dazu gibt es Tee und Neujahrskuchen. Mehr dazu auf Clemenswerth.de. [jdm]
Helau Renkenberge und Wippingen! – Kinderkarneval für Krippen und Kindergartenkinder
Am Rosenmontag (16. Februar) findet im Gemeindehaus Renkenberge von 14.59 bis 17.01 Uhr ein Kinderkarneval für alle Renkenberger und Wippinger Krippen- und Kindergartenkinder mit ihren Eltern statt.
Wir freuen uns über eure Rückmeldung bis zum 06.02.2026 bei Johanna Niehoff unter 0151-57706167. Mehr im Flyer. [Silvia Klaas]
Massive Störungen der Aura: Theatergruppe Wippingen spielt auf
"Aura up Crashkurs": Ab morgen geht es los mit den Aufführungen der Theatergruppe Wippingen in der Mehrzweckhalle.
Am Freitag um 16 Uhr findet die Generalprobe statt. Am Samstag, dem 31.01.2026 hat nach der Aufführung um 19 Uhr ein DJ seinen Auftritt.
Am Sonntag, dem 1. Februar findet die Aufführung nach der Kaffee und Kuchen-Tafel um 15 Uhr statt. Am Freitag, dem 6. Februar gibt es nach der Aufführung um 19 Uhr Tanz. Und die letzte Chance für den diesjährigen Theaterbesuch gibt es am Sonntag, dem 8. Februar um 19 Uhr.
In der plattdeutschen Komödie von Michael Schmidt geht es um Bernie, die gerade ein Video für ihr neues Unternehmen "Knodel" dreht, dem kosmisch-neutralen Ort der energetischen Liebe. Beratungen, ganz ohne Rechnung, nur Spenden, denn sie möchte keine Steuern zahlen. Dann kommt ihr Mann früher von einer Geschäftsreise heim und Isa vom Finanzamt taucht auf. Es wird hektisch und die Aura wird massiv gestört. [jdm]
Am Dörpener Spieksee entsteht eine Flachwasserzone
Am südöstlichen Ende des Spieksees östlich des Wehrarms des Dortmund-Ems-Kanals (nicht verwechseln mit dem See in Rhede) wird zurzeit eine Flachwasserzone angelegt. Den Antrag auf Erteilung einer Plangenehmigung nach dem Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) zur Neuanlage eines Kleingewässers hat der Angelsportverein Dörpen e.V. gestellt. Antragsverfasser ist der Angelfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems e.V.
Auf dessen Homepage findet man weitere Erläuterungen zur Baumaßnahme:
In dem Bodenabbaugewässer fallen die Ufer größtenteils sehr steil ab und es fehlen wichtige Flachwasserbereiche, in denen sich Makrophyten ansiedeln können und für Laich- und Aufwuchsgebiete für Fische und Amphibien sorgen können. Durch diese Funktionen sind Flachwasserbereiche so wichtig für die aquatische Artenvielfalt.
Am Spieksee mit wenig Flachwasserbereichen bietet sich die Möglichkeit zur Herstellung einer ausgedehnten Flachwasserzone am südöstlich gelegenen Ufer zur Förderung von Flora und Fauna. Im Fokus stehen dabei vor allem Aspekte des Fischarten- sowie Amphibienschutzes. Aufgrund der geringen Trübung des Gewässers wird die Förderung von Wasserpflanzen angestrebt. Durch die geringe Tiefe erwärmt sich die Flachwasserzone bereits im Frühjahr deutlich schneller als tiefere Bereiche des Sees und bietet wertvolle Laich- und Aufwuchshabitate mit gutem Nahrungsangebot für verschiedene Fischarten. Dem vor Ort ausgehängten Plan ist zu entnehmen, dass die Flachwasserzone maximal etwa 50 m lang und 30 m breit sein wird.
Weitere Informationen zum Kleingewässerprojekt des Angelfischerverbands und seiner Mitgliedsvereine findet man auf der Homepage des Verbandes. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Spendenkampagne für krebskanke Johanna Bicker
Bernd Gerdes, gebürtiger Wippinger, der jetzt in Hannover lebt, hat bei Gofundme.com einen Spendenaufruf für die Familie von Sven Bicker gestartet. Denn am 22.12.2025 hat sich das Leben der Tochter Johanna schlagartig verändert. Bei Johanna wurde ein Medulloblastom, ein bösartiger Gehirntumor, festgestellt. Bei Gofundme informiert Gerdes darüber, dass am 23.12.2025 der Tumor in einer achtstündigen Operation fast komplett entfernt wurde.
Johanna ist 14 Jahre alt, ein junges Mädchen mit Träumen, Plänen und einem ganzen Leben vor sich. Durch die Operation hat Sie einen Mutismus entwickelt, was bedeutet, dass Johanna im Moment nicht sprechen kann. Auch ihr Muskeltonus ist herabgesetzt, sowie Essen und Trinken fällt Ihr sehr schwer und sie muss künstlich ernährt werden. Im Verlauf stellten sich noch Metastasen heraus, weshalb Johanna Chemotherapie erhalten soll. Diese Therapie kann nicht wohnortnah stattfinden. Auch die spezielle Kinder Rehaklinik ist nicht in Wohnortnähe.
Für Johanna, ihre Eltern und ihren jüngeren Bruder Thomas ist es eine extrem belastende Zeit mit langen Krankenhausaufenthalten, Reisen über viele Kilometer und Unterkunftskosten der Begleitperson. Auch Verdienstausfall und viele zusätzliche Ausgaben, die im Alltag anfallen werden sind zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht einzuschätzen.
Um Johanna und ihrer Familie Ruhe und Kraft zu gewährleisten und finanzielle Sorgen zu nehmen, bitten Gerdes und seine Freunde, die Familie zu unterstützen. Auf Gofundme finden Sie weitere Informationen und in den Updates Infos zum aktuellen Stand. Spenden kann man auf der Seite ganz einfach mit Paypal oder Kreditkarte. [jdm]
Betriebsbesichtigung der KLJB bei Hempflax
Am Samstag, den 24.01.2026 war die Landjugend Wippingen mit rund 50 Jugendlichen bei einer Betriebsbesichtigung der Firma Hempflax zu Besuch.
Unglücklicherweise sagte kurz vor Abfahrt das Busunternehmen wetterbedingt ab. Aber Wippinger wären nicht Wippinger, wenn es nicht für jedes Problem eine Lösung gäbe. Also wurden kurzerhand 10 Fahrer organisiert und man erreichte das Firmengelände in Oude Pekela gegen 12:15 Uhr.
Zuerst hat der Geschäftsführer und Wippinger Schützenkönig Mark Reinders einen informativen Vortrag über seine Firma, aber auch über die Vielseitigkeit von Hanf gehalten. Danach gab es eine interessante Führung durch die Produktion und das Betriebsgelände.
Abschließend versorgten Mark, Linde und ihre Kinder die Besucher mit Kaltgetränken und holländischen Spezialitäten.
Der Vorsitzende bedankte sich für die Einladung und die vielfältigen Einblicke in die Hanfverarbeitung.
Gegen 16 Uhr wurde die Rückfahrt angetreten und die Landjugend hat den Abend im Treff ausklingen lassen. [Hinnerk Frericks]
Wippingen – Einbruch in Wohnhaus
Gestern in der Zeit von 19:15 Uhr bis 19:30 Uhr kam es in der Fehnstraße zu einem Einbruchdiebstahl. Bislang unbekannte Täter verschafften sich Zugang zu einem Einfamilienhaus. Wie die Polizeiinspektion Emsland mitteilte, flüchteten die Täter, nachdem sie die Räume durchsucht hatten, u. a. mit Schmuck in unbekannte Richtung. Zeugen werden gebeten sich bei der Polizei in Papenburg unter der Rufnummer 04961 - 9260 zu melden. [jdm]
Rat beschloss Abschluss eines Vertrags mit dem Kieswerk Smals
Vor ungewohnt großer Zuschauerkulisse beschloss der Gemeinderat heute den Abschluss eines Vertrages mit der Firma Smals I.K.W BV über Rahmenbedingungen für den Abbau von Boden in der Gemeinde Wippingen. In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung sollten die damit zusammenhängenden finanziellen Festlegungen beschlossen werden.
Die räumliche Ausdehnung des Vorhabens von Smals wurde schon auf der öffentlichen Versammlung am 12. Juni 2025 vorgestellt. Eine genauere Beschreibung des Vorhabens und der Folgen findet sich auch in der Beschlussvorlage mit Präsentation, die in der Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Martin Hempen vorgestellt und erläutert wurde.
Im Anschluss wurde diskutiert, wie verhindert werden könne, dass die Einnahmen aus dem Sandabbau einfach im allgemeinen Haushalt der Gemeinde versickerten. Denn immerhin sei der Wald, der hier verkauft werde, so etwas wie das Tafelsilber der Gemeinde. Hempen und anderen schwebt deshalb vor, dass die Einnahmen z. B. in den Kauf von Grundstücken für Bau- und Gewerbegebiete fließen sollten. Für Hermann-Josef Pieper war auch die Beteiligung an Projekten, wie einem Windpark, denkbar, weil hier Werte und neue Einnahmen für die Gemeinde geschaffen würden. Hempen wies darauf hin, dass die Kommunalverfassung eine Festlegung der Einnahmen für bestimmte Zwecke nicht zulasse. Johannes Kuper meinte, die Mittelverwendung müsse man sowieso den jeweiligen Ratsmitgliedern überlassen. Christian Koers fand es beruhigend, dass die Einnahmen im Laufe einer langen Zeit generiert würden und somit keine Gefahr bestehe, das ganze Geld für ein einzelnes Projekt auszugeben.
Die Folie auf Seite 13 der Präsentation stellt die Veränderungen des Grundwassers durch die Ausbaggerung des Südsees dar. Es komme auf der Südseite (Richtung Gutshofstraße) zu einer lokal sehr begrenzten Grundwasserabsenkung und auf der Nordseite des Sees zu einer Grundwasseraufhöhung. Diese mache sich auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen durchaus bemerkbar. Aber - so Hempen - ihm sei von Landwirten versichert worden, dass dies sich dort eher positiv auswirken würde.
Wer überwacht eigentlich, dass die Auflagen, zu denen Smals sich verpflichtet hat, auch tatsächlich eingehalten werden? Diese Frage tauchte mehrfach auf. Der Landkreis sei für die Kontrolle der Ausgleichsmaßnahmen und Einhaltung der Umweltauflagen zuständig. In der Vergangenheit habe der Landkreis Ausgleichsmaßnahmen wohl eher nachlässig überwacht. Aber dies scheine sich in letzter Zeit geändert zu haben. Der Landkreis sei auch für die Kontrolle der Einhaltung des Säuregrades beim Wasser des Baggersees und der Kontrolle der Abbaumengen zuständig. Smals müsse einmal pro Jahr eine unabhängige Untersuchung mit einer Echolotboje beauftragen.
Es könne sein, dass Smals wegen der Erweiterung des Nordsees den Kiefernweg noch einmal verlegt haben möchte. In dem Fall müsse die Umleitung von Smals finanziert werden. Befürchtungen, dass die Zuwegung in Richtung des Gehöftes Holt von Smals einfach beseitigt werden könnte, konnte Hempen zerstreuen. Der Weg sei im Besitz der Gemeinde und somit könne nur das passieren, was die Gemeinde zulasse.
An der Erneuerung des Radwegs auf dem Harpel wird sich die Firma Smals finanziell beteiligen. Hempen stellte in Aussicht, dass die Radwegserneuerung und der Ausbau eines Sichtdreiecks an der Ecke Kiefernweg/Harpel zeitnah in Angriff genommen werden. [jdm]
Wie die Wippinger Kirchengemeinde selbständig wurde
Als noch im Mittelalter im 13./14 Jahrhundert die ersten Bauern in Wippingen siedelten, taten sie dies auf dem Grund der Markengemeinden Werpeloh und Steinbild. Ebenso wichtig war die Zugehörigkeit zu den Kirchspielen Sögel für die östlichen Teile von Wippingen (Sögeler Wippingen) und Steinbild für die westlichen Teile (Steinbilder Wippingen).
Wippinger gingen sonntags jeweils zu ihrer Kirche, also nach Sögel oder nach Steinbild. Auch die Taufen, die Hochzeiten und die Beerdigungen fanden dort statt. Wer also als Wippinger in Kirchenbüchern Ahnenforschung treiben will, muss sich die Kirchenbücher dieser Kirchspiele anschauen.
Das änderte sich auch nicht wesentlich, als den Wippingern 1843 der Bau einer Kapelle erlaubt wurde. Die Wippinger mussten zwar einen Priester finanzieren. Aber der erste Seelsorger in Wippingen war Hermann Grüter aus Kluse und wohnte nicht in Wippingen, sondern leitete die Gemeinde von Steinbild aus. Es fanden häufig Sonntagsmessen statt, aber vor allem an Feiertagen gab es nicht die gewünschte Anzahl von Messen, so dass immer wieder die Mutterkirchen in Sögel bzw. Steinbild besucht werden mussten. Die Erstkommunion fand erstmals 1905 in Wippingen statt. Und für die Toten gab es in Wippingen erst 1903 einen eigenen Begräbnisplatz.
Pastor Frieling leitete während seiner Amtszeit von 1906 – 1910 die Ablöseverhandlungen mit Steinbild und Sögel ein. Wer jetzt glaubt, dass es dabei darum ging, wie die Betreuung der Gläubigen am besten zu gestalten wäre, ist leider auf dem Holzweg. Es ging wie im Fußball vor allem um die Höhe der Ablösesumme. Steinbild forderte eine Ablöse von 7000 Mark und die Wippinger sollten auf ihren Anteil am Kirchenvermögen verzichten. Erst 1911 während der zweiten Amtszeit von Pastor Bernardus Hake konnten die Verhandlungen zum Abschluss gebracht werden. Steinbild erhielt 4500 Mark Ablöse und Sögel 7400 Mark. Aus den Armenkassen der Sögeler und Steinbilder wurden im Gegenzug 2770,22 Mark an die Wippinger Gemeinde überwiesen. Und das bisherige Vermögen der Kapellengemeinde Wippingen wurde das Vermögen der Kuratiegemeinde Wippingen. Der Rang einer Kuratie entspricht nicht dem vollen Rang einer Pfarrei. Aber dabei handelt es sich eher um einen theoretischen Unterschied, weil eine eigene Verwaltung und ein eigener Priester vorhanden waren.
Vor genau 115 Jahren erhob Bischof Hubertus Voß in der Urkunde vom 23. Januar 1911 Wippingen in den Rang einer Kuratie mit Wirkung zum 1. April 1911. Damit war die Kirchengemeinde Wippingen endlich selbständig. [jdm]
Ehrentunschere des Heimatvereins an Hermann Hackmann vergeben

Der Heimatverein Wippingen hat in diesem Jahr seine Ehrentunschere an Hermann Hackmann verliehen. Die Übergabe fand am 4. Januar 2026 in geselliger Runde statt. Vorsitzender Klaus Abeln bedankte sich herzlich für die besonderen Verdienste Hackmanns um den Heimatverein und das Dorf Wippingen.
Während seiner Amtszeit als Bürgermeister unterstützte Hermann Hackmann zahlreiche Projekte des Heimatvereins mit großem Engagement. Besonders in Erinnerung blieb seine tatkräftige Hilfe beim Umzug des Backhauses der Familie Rosen: Er half nicht nur bei der Organisation, sondern packte selbst mit an und stieg sogar in den Ofen, um diesen
auszuräumen.
Auch an der Neugestaltung des Heimathofes und des Pfarrgartens war Hackmann maßgeblich beteiligt. Zudem führte er als Bürgermeister die Verhandlungen zur Erweiterung des Heimathofes und erreichte die Zusage der Gemeinde, die Pflege der zusätzlichen Flächen zu übernehmen. Die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Heimatverein wurde dabei stets sehr geschätzt.
Mit der Ehrentunschere würdigt der Heimatverein Wippingen einen engagierten ehemaligen Bürgermeister und verlässlichen Unterstützer der Heimatpflege. [Stefan Kellner]
Winterwanderung der Schützenkapelle
Zum Auftakt des Jahres fand heute, bei bestem Wetter unser Winterspaziergang statt. Der Nachmittag war gefüllt mit Spiel und Spaß.
Die Musiker konnten sich durch verschiedene Teamchallenges beweisen, bei denen nicht nur Teamgeist, sondern auch Geschicklichkeit gefragt war.
Insgesamt war es ein gelungener Tag, der Freude und Gemeinschaft vermittelte. So kann das Jahr beginnen. [Marlies Berling / Fotos (4) Eike Hempen]
Theatergruppe spendet Erlöse aus Aufführungen
Auf unserer letzten Generalversammlung haben wir beschlossen, 300 Euro aus den Erlösen unserer Aufführungen weiterzugeben. Da uns die Entscheidung für nur einen Empfänger schwerfiel, haben wir das Geld kurzerhand auf zwei örtliche Vereine aufgeteilt.
Jeweils 150 Euro gingen an den Förderverein der Grundschule und Kita sowie an das Zeltlager ReWiKi. Mit diesen Spenden möchten wir die tolle Arbeit beider Vereine unterstützen und gleichzeitig zeigen: Theater kann mehr als nur unterhalten.
Natürlich möchten wir auch auf unsere kommenden Aufführungen (ab 30.01.2026) hinweisen. Wir freuen uns über jeden Besucher – ob Stammgast oder Neuentdeckung – und versprechen schon jetzt beste Unterhaltung und eine unvergessliche Aufführung. [Hermann Lammers]
Kath. Kirchengemeindeverband Kindertagesstätten Dörpen-Lathen – Neugründung zum 01. Januar 2026
Seit dem 1 Januar 2026 gehört unsere katholische Kindertagesstätte Bartholomäus zum kath. Kirchengemeindeverband Dörpen – Lathen. Zu dem Verband gehören die 10 kath. KiTa ’s aus den Samtgemeinden Dörpen und Lathen.
Die KiTa-Leitungen stellten ihre Kita mit verschiedenen Symbolen vor. Der neue Träger wurde am 13.01.2026 in einer feierlichen Auftaktveranstaltung in einem Gottesdienst und anschließenden Empfang begrüßt.
Unsere neuen Geschäftsführerinnen heißen Ina Helmer und Franziska Düthmann. Franziska stand uns bisher als Rendantin zur Seite.
Wir freuen uns auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. [Silvia Klaas]
Gemeinderatssitzung in der nächsten Woche: Vertrag mit Smals und Verlegung der Bushaltestelle Püngel
Am Freitag, den 23. Januar 2026, findet um 19 Uhr im Heimathaus Wippingen die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung statt.
Ein Tagesordnungspunkt wird die Verlegung der Bushaltestelle Püngel sein. Bisher befindet sich die Bushaltestelle auf einem Privatgrundstück und die Busse nutzen auch den Hof als Wendeplatz. Das möchte der neue Eigentümer des Grundstücks nicht mehr dulden. Es wird deshalb vorgeschlagen, die Bushaltestelle vom Grundstück Püngel 3 auf das Grundstück Püngel 1 zu verlegen. Die Neuanlage der Bushaltestelle wird etwa 20.000 € kosten.
Der zweite große Tagesordnungspunkt ist der Abschluss eines Vertrages mit der Firma Smals I.K.W BV über Rahmenbedingungen für den Abbau von Boden in der Gemeinde Wippingen. Es geht also um die Erweiterung der Kiesgrube. In der Sitzungsvorlage wird u. a. der Umfang des in Frage kommenden Geländes beschrieben, wie Naturschutzbelange berücksichtigt werden sollen und welche Kompensationsmaßnahmen es geben wird.
Die finanziellen Auswirkungen werden wegen der Vertraulichkeit nicht offengelegt. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinde bleibe nicht auf eine einmalige Zahlung beschränkt. Ziel der Verhandlungen war laut der Beschlussvorlage, eine nachhaltige finanzielle Beteiligung mindestens über die Laufzeit des Abbaus von etwa 25 Jahren zu erreichen. Vereinbart wurden auch gewisse „Startzahlungen“, von denen die Gemeinde sofort profitieren werde. Der mit Abstand größere Teil der Zahlungen werde jedoch analog mit dem Fortschritt des Bodenabbaus und damit über einen Zeitraum von etwa 25 Jahren fließen. [jdm]
Papiertonne wird in Wippingen nicht nachgeleert
Aufgrund der winterlichen Wetterverhältnisse mit Schnee und Eisglätte konnten in der vergangenen Woche einige Abfalltouren im Emsland nicht wie geplant durchgeführt werden. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Emsland (AWB) informiert auf seiner Internetseite über die betroffenen Gebiete sowie den vorgesehenen Nachholtermin am 17. Januar, der aber nur nicht geleerte Bioabfalltonnen betrifft.
Eine Nachleerung der Papiertonne sei in folgenden Gebieten leider nicht möglich: Lingen (Telgenkamp-Biene, Innenstadt), Herzlake (Teilgebiete Dohren, Bookhof, Felsen, Westrum) sowie Börger, Neubörger und Wippingen. [jdm]
Neueröffnung der Bücherei – Die Bücherei erstrahlt im neuen Glanz

Die Neueröffnung am Sonntag war ein voller Erfolg. Bei Bratwurst vom Grill, kühlen Getränken und vielen guten Gesprächen konnten unsere Gäste den neu gestalteten Raum kennenlernen und direkt erleben.
Nach der Renovierung erstrahlt unsere Bücherei jetzt im neuen Glanz. Moderner, gemütlicher und richtig einladend – mit neuen Möbeln und mehr Komfort zum Stöbern und Verweilen.
Ein riesiges Dankeschön an alle, die mit angepackt, unterstützt und diese Verwandlung möglich gemacht haben.
Wir freuen uns sehr über den gelungenen Neustart und sind gespannt auf viele schöne Begegnungen, Lesestunden und Besuche in unserer „neuen“ Bücherei. Das Büchereiteam [Kathrin Richert]
Vor 390 Jahren starb Dodo von Innhausen zu Knyphausen in der Schlacht von Haselünne
Am 11. Januar 1636 starb Dodo Freiherr von Innhausen und zu Knyphausen in der Schlacht von Haselünne. Dodo war ein gewerbsmäßiger Söldnerführer-Kriegsunternehmer, der auf Seiten der protestantischen Konfliktpartei im Dreißigjährigen Krieg kämpfte.
Meppen war 1622 zunächst von protestantischen Truppen von Ernst Graf von Mansfeld auf Kosten der Meppener Bürger als Festungsstadt verstärkt worden. Um die Meppener zur Zahlung zu zwingen wurden 8 Bürger als Geiseln nach Greetsiel verschleppt. Die Truppen verließen allerdings 1623 die Stadt, die somit keine Brandschatzung erlebt hatte, aber durch die Besatzung verarmt war. Danach wurden katholische kaiserliche Truppen in Meppen einquartiert, so dass die Ausplünderung der Stadt zu keinem Ende kam.
Auf Veranlassung des katholischen kaiserlichen Feldherrn Johann Graf von Tilly wurden 1628 weitere Arbeiten an der Meppener Festung vorgenommen.
Dennoch konnte Dodo Freiherr von Innhausen und zu Knyphausen 1633 als schwedischer Generalfeldmarschall Quakenbrück, Fürstenau, Haselünne und Meppen erobern. Als Belohnung erhielt er das Amt Meppen als erbliches Lehen.
Auch Knyphausen arbeitet weiter an der Festung Meppen. Er holte sich das Geld dafür nicht allein von den Meppenern, sondern aus dem gesamten Emsland. Nachdem 1635 kaiserliche Truppen Teile des Emslandes besetzen konnten, zog Dodo mit seinen Truppen Richtung Haselünne, um den Kaiserlichen einen Hinterhalt zu legen. Noch während der Aufstellung in Schlachtordnung traf eine feindliche Kugel den Feldmarschall von hinten in den Kopf.
Die Schlacht von Haselünne, in der 1000 kaiserliche Soldaten starben, wurde dennoch von seinen Truppen gewonnen. Dodos Ehefrau Anna von Schade und die Familie erbten die Herrschaft im Emsland und verkauften sie an die (protestantischen) Generalstaaten.
Dodos Leiche wurde einbalsamiert und am 4. März 1636 auf einem Schiff nach Emden überführt. Am 3. Mai 1636 wurde er in der Jennelter Kirche beigesetzt, wo der kupferne Prunksarg noch heute zu besichtigen ist. [jdm/ Foto von Matthäus Merian Gemeinfrei]
Neueröffnung der Bücherei nach der Renovierung
Heute stellte sich die Wippinger Bücherei im neuen Gewand vor. Der Raum wurde renoviert und die Bücherei erhielt ein neues funktionales Mobiliar.
Die neuen, schlanker wirkenden, Regale können mehr Bücher fassen. das Bücherangebot wird übersichtlicher präsentiert. Dabei wirkt die Bücherei im Vergleich mit dem vorherigen Zustand nicht mehr so überladen und geradezu leer, weil der Raum effektiver genutzt wird.
Wurden die Bilderbücher früher in einem Wühltisch in der Raummitte präsentiert, so sind sie jetzt raumsparend in Rollschubläden untergebracht. Auf einem farbenfrohen Teppich in der Raummitte befinden sich um eine Leselokomotive einige Sitzkissen gruppiert, die zum Schmökern einladen.
Die Mitarbeiterinnen können jetzt an einem modernen Arbeitsplatz die Ausleihen verwalten und die Besucher beraten. [jdm]
Sternsingeraktion 2026 – Sternsinger gegen Kinderarbeit – Schule statt Fabrik
In diesem Jahr gingen die Sternsinger am letzten Sonntag von Haus zu Haus um Spenden zu sammeln. Dadurch kam die beachtliche Summe von 5.233,31 Euro zusammen. Wir bedanken uns natürlich bei allen Spendern und den Sternsingern, die wieder zahlreich an dieser Aktion mit viel Spass und Freude teilgenommen haben. DANKE ! [Silvia Klaas]
Rede von Jeffrey Sachs vor dem UN-Sicherheitsrat zur US-Aggression gegen Venezuela
Jeffrey D. Sachs, Präsident des UN Sustainable Development Solutions Network, Direktor des Center for Sustainable Development an der Columbia University und Akademiemitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan, hat auf der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Montag, dem 5. Januar 2026, als geladener Experte folgende Rede gehalten. Er hat sie auf seiner Internetseite in Englisch dokumentiert.
Herr Präsident, verehrte Mitglieder des Sicherheitsrats,
die Frage, mit der sich der Rat heute befasst, ist nicht die Art der Regierung Venezuelas. Die Frage ist, ob ein Mitgliedstaat – durch Gewalt, Zwang oder wirtschaftliche Strangulierung – das Recht hat, über die politische Zukunft Venezuelas zu entscheiden oder Kontrolle über dessen Angelegenheiten auszuüben.
Diese Frage betrifft unmittelbar Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen, der die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates verbietet. Der Rat muss entscheiden, ob dieses Verbot aufrechterhalten oder aufgegeben werden soll. Eine Aufgabe dieses Verbots hätte schwerwiegende Folgen.
Hintergrund und Kontext
Seit 1947 hat die Außenpolitik der Vereinigten Staaten wiederholt Gewalt, verdeckte Aktionen und politische Manipulation eingesetzt, um einen Regimewechsel in anderen Ländern herbeizuführen. Dies ist eine sorgfältig dokumentierte historische Tatsache. In ihrem Buch Covert Regime Change (2018) dokumentiert die Politikwissenschaftlerin Lindsey O’Rourke allein zwischen 1947 und 1989 70 versuchte US-Operationen zum Regimewechsel.
Diese Praktiken endeten nicht mit dem Kalten Krieg. Seit 1989 gehören zu den wichtigsten Regimewechseloperationen der Vereinigten Staaten, die ohne Genehmigung des Sicherheitsrats durchgeführt wurden, unter anderem: Irak (2003), Libyen (2011), Syrien (ab 2011), Honduras (2009), Ukraine (2014) und Venezuela (ab 2002).
Die dabei angewandten Methoden sind gut etabliert und gut dokumentiert. Dazu gehören offene Kriegführung, verdeckte Geheimdienstoperationen, Anstiftung zu Unruhen, Unterstützung bewaffneter Gruppen, Manipulation der Massen- und sozialen Medien, Bestechung von Militär- und Zivilbeamten, gezielte Attentate, Operationen unter falscher Flagge und Wirtschaftskrieg mit dem Ziel, das zivile Leben zum Erliegen zu bringen.
Diese Maßnahmen sind gemäß der UN-Charta illegal und führen in der Regel zu anhaltender Gewalt, tödlichen Konflikten, politischer Instabilität und großem Leid der Zivilbevölkerung.
Der Fall Venezuela
Die jüngste Bilanz der Vereinigten Staaten in Bezug auf Venezuela ist eindeutig. Im April 2002 wussten die Vereinigten Staaten von einem Putschversuch gegen die venezolanische Regierung und billigten diesen. In den 2010er Jahren finanzierten die Vereinigten Staaten zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich aktiv an regierungsfeindlichen Protesten beteiligten, insbesondere im Jahr 2014. Als die Regierung hart gegen die Proteste vorging, verhängten die USA eine Reihe von Sanktionen. Im Jahr 2015 erklärte Präsident Barrack Obama Venezuela zu einer „ungewöhnlichen und außerordentlichen Bedrohung für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der Vereinigten Staaten“.
Im Jahr 2017 diskutierte Präsident Trump bei einem Abendessen mit lateinamerikanischen Staats- und Regierungschefs am Rande der UN-Generalversammlung offen die Option einer Invasion der USA in Venezuela, um die Regierung zu stürzen. Von 2017 bis 2020 verhängten die USA umfassende Sanktionen gegen die staatliche Ölgesellschaft. Die Ölproduktion sank von 2016 bis 2020 um 75 Prozent, und das reale Pro-Kopf-BIP (KKP) ging um 62 Prozent zurück.
Die UN-Generalversammlung hat wiederholt mit überwältigender Mehrheit gegen solche einseitigen Zwangsmaßnahmen gestimmt. Nach internationalem Recht ist nur der Sicherheitsrat befugt, solche Sanktionen zu verhängen.
Am 23. Januar 2019 erkannten die Vereinigten Staaten Juan Guaidó einseitig als „Interimspräsidenten“ Venezuelas an und froren am 28. Januar 2019 venezolanische Staatsvermögen im Ausland in Höhe von rund 7 Milliarden US-Dollar ein und übertrugen Guaidó die Verfügungsgewalt über bestimmte Vermögenswerte. Diese Maßnahmen sind Teil der seit mehr als zwei Jahrzehnten andauernden Bemühungen der Vereinigten Staaten um einen Regimewechsel.
Jüngste globale Eskalation der Vereinigten Staaten
Im vergangenen Jahr haben die Vereinigten Staaten Bombenangriffe in sieben Ländern durchgeführt, von denen keiner vom Sicherheitsrat genehmigt wurde und keiner im Rahmen der Charta als rechtmäßige Selbstverteidigung durchgeführt wurde. Zu den Zielstaaten gehören Iran, Irak, Nigeria, Somalia, Syrien, Jemen und nun auch Venezuela.
Im vergangenen Monat hat Präsident Trump direkte Drohungen gegen mindestens sechs UN-Mitgliedstaaten ausgesprochen, darunter Kolumbien, Dänemark, Iran, Mexiko, Nigeria und natürlich Venezuela. Diese Drohungen sind in Anhang I dieser Erklärung zusammengefasst.
Was heute auf dem Spiel steht
Die Mitglieder des Rates sind nicht aufgefordert, über Nicolás Maduro zu urteilen. Sie sind nicht aufgefordert, zu beurteilen, ob der jüngste Angriff der Vereinigten Staaten und die anhaltende Seeblockade Venezuelas zu Freiheit oder Unterwerfung führen. Die Mitglieder des Rates sind aufgefordert, das Völkerrecht und insbesondere die Charta der Vereinten Nationen zu verteidigen.
Die realistische Schule der internationalen Beziehungen, die am brillantesten von John Mearsheimer formuliert wurde, beschreibt den Zustand der internationalen Anarchie treffend als „die Tragödie der Großmachtpolitik“. Der Realismus ist daher eine Beschreibung der Geopolitik, keine Lösung für den Frieden. Seine eigene Schlussfolgerung lautet, dass internationale Anarchie zu Tragödien führt.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Völkerbund gegründet, um die Tragödie durch die Anwendung des Völkerrechts zu beenden. Doch die führenden Nationen der Welt versäumten es in den 1930er Jahren, das Völkerrecht zu verteidigen, was zu einem erneuten Weltkrieg führte.
Aus dieser Katastrophe ging die Vereinten Nationen hervor, als zweite große Anstrengung der Menschheit, das Völkerrecht über die Anarchie zu stellen. Mit den Worten der Charta wurde die UNO gegründet, „um künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal in unserem Leben unermessliches Leid über die Menschheit gebracht hat“.
Angesichts der Tatsache, dass wir uns im Atomzeitalter befinden, darf ein Scheitern nicht wiederholt werden. Die Menschheit würde untergehen. Es gäbe keine dritte Chance.
Vom Sicherheitsrat geforderte Maßnahmen
Um seinen Verpflichtungen aus der Charta nachzukommen, sollte der Sicherheitsrat unverzüglich folgende Maßnahmen beschließen:
- Die Vereinigten Staaten müssen unverzüglich alle expliziten und impliziten Drohungen oder die Anwendung von Gewalt gegen Venezuela einstellen und unterlassen.
- Die Vereinigten Staaten müssen ihre Seeblockade und alle damit verbundenen militärischen Zwangsmaßnahmen, die ohne Genehmigung des Sicherheitsrats durchgeführt wurden, beenden.
- Die Vereinigten Staaten müssen ihre Streitkräfte unverzüglich aus Venezuela und aus dem Umkreis Venezuelas abziehen, einschließlich aller nachrichtendienstlichen, maritimen, luftgestützten und anderen vor Ort stationierten Mittel, die zu Zwangsmaßnahmen eingesetzt werden.
- Venezuela hält sich an die Charta der Vereinten Nationen und die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geschützten Menschenrechte.
- Der Generalsekretär ernennt unverzüglich einen Sonderbeauftragten, der beauftragt ist, mit den relevanten venezolanischen und internationalen Akteuren in Kontakt zu treten und dem Sicherheitsrat innerhalb von vierzehn Tagen Empfehlungen im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen vorzulegen, und der Sicherheitsrat befasst sich weiterhin dringend mit dieser Angelegenheit.
- Alle Mitgliedstaaten sollen sich in strikter Übereinstimmung mit der Charta von einseitigen Drohungen, Zwangsmaßnahmen oder bewaffneten Aktionen außerhalb der Autorität des Sicherheitsrats enthalten.
Zum Schluss
Herr Präsident, sehr geehrte Mitglieder, der Frieden und das Überleben der Menschheit hängen davon ab, ob die Charta der Vereinten Nationen ein lebendiges Instrument des Völkerrechts bleibt oder in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Das ist die Entscheidung, vor der dieser Rat heute steht. Vielen Dank. [jdm]
Minis des SV Wippingen gewinnen das Neujahrsturnier
Traditionell fand am ersten Sonntag des neuen Jahres das Neujahrsturnier in der Dörpener Halle statt, an dem auch unsere jüngste Jugendmannschaft – die Minikicker der Spielgemeinschaft Renkenberge/Wippingen – teilnahm.
Mit einer herausragenden Teamleistung dominierten die jungen Kicker das Turnier und gewannen alle Gruppenspiele souverän mit einem beeindruckenden Torverhältnis von 12:0. Auch im Finale ließen sie nichts anbrennen und setzten sich deutlich mit 5:0 gegen den SuS Lehe durch.
Besonders auszeichnen konnte sich an diesem Tag Jan Schwering, der von den teilnehmenden Mannschaften verdient zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. [Lydia Kaiser]
Sternsinger 2026
In diesem Jahr unter dem Motto „Sternsinger gegen Kinderarbeit - Schule statt Fabrik“ gingen unsere Sternsinger von Haus zu Haus. In diesem Jahr waren 57 Kinder und Erwachsene in 12 Gruppen unterwegs. Davon 3 Erwachsenengruppen. So viele Sternsinger gab es noch nie in Wippingen.
Daher bedanken wir uns recht herzlich bei Margret Borchers die mit viel Geschick und Geduld noch so einige Gewänder und Tücher für Groß und Klein genäht hat. DANKE Margret!
Das Team von Ausschuss Mission und Entwicklung: Anna Warnot, Anne Pieper, Anneliese Riedel, Andrea Düthmann, Anita Gerdes, Elisabeth Speller, Franziska Wesseln, Kerstin Johanning, Sabine Hempen, Stefanie Gerdes und Silvia Klaas. [Silvia Klaas]
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