Dörpen: 30-Grad-Marke erstmals seit 2018 im Mai überschritten

Gestern wurde an der DWD-Wetterstation in Dörpen erstmals in diesem Jahr mit 31,1 °C die 30-Grad-Marke überschritten. Es handelt sich dabei um den zweithöchsten Wert für den Monat Mai in Dörpen – zumindest seit 1959. So weit reichen die über das von Michael Theusner betriebene Wetterportal im Internet nachverfolgbaren Daten zurück.

Nur am 29. Mai 2018 lag die Maximaltemperatur in Dörpen mit 32,1 °C über dem Tageshöchstwert für Mai 2026. 30,6 °C wurden übrigens am 27. Mai 2017 in Dörpen erreicht, und am 28. Mai 2005 waren es 31,0 °C. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Gemeinderat Dörpen besucht Firma Schlömer im Gewerbegebiet an der B 70

Platz vor der Halle des Gewerbebetriebs mit Fahrzeugen
Platz vor der Halle des Gewerbebetriebs mit Fahrzeugen

Es läuft nicht gut bei der Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben in Dörpen. Im vergangenen Jahr wurde in der Gemeinde viel über eine oder mehrere große Investitionen im Industriegebiet gesprochen und spekuliert, und die Leitung der Gemeinde fördert diese Spekulationen mit vagen Informationen auf Bürgerversammlungen. Konkrete Ansiedlungen von Firmen sind bis heute nicht bekannt, und die Gerüchte haben sich eher in eine fatalistische Kommentierung gewandelt. „Da kommt nichts“, hört man immer wieder von Bürgern, die für sich in Anspruch nehmen, die wirtschaftliche Lage in Dörpen und darüber hinaus beurteilen zu können.

Das hält die politische Spitze der Gemeinde jedoch nicht davon ab, für sehr hohe Kosten weitere Grundstücke anzukaufen, um damit zusammenhängende Flächen von hundert Hektar und mehr anbieten zu können. Dabei ist die Verschuldung in Dörpen mittlerweile so hoch, dass nicht allen Ratsmitgliedern noch wohl ist bei der finanziellen Entwicklung der Gemeinde; laut Haushaltsplan wird die Gemeinde Ende 2026 fast 12 Millionen Euro an Schulden haben, womit sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2.107 Euro ergeben würde.

Nun gab es jedoch einen anscheinend, bzw. scheinbar positiven Termin für den Gemeinderat. Das in Lehe ansässige Autohaus Schlömer hatte zu einem Besuch ihrer Ansiedlung im Gewerbegebiet östlich der B 70 in Dörpen eingeladen und gut die Hälfte des Rates der Gemeinde samt Verwaltungsleitung war der Einladung gefolgt.

Seit einem Jahr ist die Gewerbehalle und der große angrenzende Abstellplatz für weit über hundert Fahrzeugen nun – zumindest von außen betrachtet – fertiggestellt und das Gelände füllte sich nach und nach mit Fahrzeugen. Die Aktivitäten im Bereich der Halle hielten sich aber nach Wahrnehmung vieler Dörpener Bürger in Grenzen, zumindest im Vergleich zu Autowerkstätten vergleichbarer Größe. Auch wurden offene Hallentore nur selten wahrgenommen, so dass man sich im Ort fragte, was der eigentliche Plan für die Nebenstelle des Autohauses war.

Nun beim Besuch des Gemeinderats waren allerdings offene Hallentore und starker Betrieb in der Hallensegmenten zu sehen. Bereitwillig erläuterte der Firmenchef den Gästen die Arbeiten. Auftraggeber seien drei größere Firmen aus Papenburg, die nicht öffentlich genannt werden sollen. Auf der Abstellfläche waren allerdings vornehmlich neue Fahrzeuge mit der Firmenaufschrift „Johann Bunte” zu sehen.

Neubau einer Halle für die Aufbereitung, Reinigung, Aufrüstung und Lagerung von Fahrzeugen und zur Herstellung von 16 Einstellplätzen“, war als Vorhaben in der Baugenehmigung vom Landkreis Emsland im Februar 2025 in dem vor Ort ausgehängten „Bauschild“ zu lesen. Und damit verbinden zumindest Laien handwerkliche Arbeiten an wechselnden Fahrzeugen bei gelegentlich geöffneten Hallentoren.

Vermietungsangebot

Im März 2025 überraschte dann ein Vermietungsangebot im Internet: 600 m² wurden in einer Halle an der B70 in Dörpen zum Quadratmeterpreis von 6 Euro angeboten, Teilflächen ab 100 m² als Sektion mit eigenem Rolltor, verfügbar ab Mai 2025. Dazu wurde optional eine Sanitäranlage, WLAN/WIFI und eine Infrarotheizung angeboten. „Nutzen Sie diese einmalige Chance und sichern Sie sich Ihren Platz in dieser hervorragend angebundenen Immobilie…“, pries man die Flächen an.

Leser der Anzeige machten dann eine einfache Rechnung auf: 600 m² x 6 Euro x 12 Monate ergeben 43.200 Euro im Jahr. Damit wären die Kosten des Grundstücks und der Halle wohl in wenigen Jahren über die Mieteinnahmen wieder erwirtschaftet worden – ein gutes Geschäft also…. Nachfragen aus dem Rat an die Verwaltung ergaben dann allerdings, dass eine Vermietung beim Kauf des Gewerbegrundstücks nicht vorgesehen war. Die Anzeige war dann auch bald nicht mehr im Internet zu finden. Und weiterhin schienen gewerbliche Aktivitäten, die der Anlage angemessen wären, in der Folgezeit nicht auf dem Gelände stattzufinden.

Auch heute Vormittag waren die Tore des Gewerbebetriebs geschlossen.
Auch heute Vormittag waren die Tore des Gewerbebetriebs geschlossen.

Nun beim Besuch des Rates waren in einigen Bereichen der Halle kaum Fahrzeugspuren am Boden erkennbar. Ob diese Feststellung Zweifel daran zulässt, dass nicht an allen Arbeitstagen ähnlich starke Aktivitäten in der Halle stattfinden wie am Tag des Besuchs, wäre Spekulation. Vielleicht hat sich ja auch gezeigt, dass viele der abgestellten Fahrzeuge nicht großartig aufbereitet, gereinigt oder aufgerüstet werden müssen und die Arbeiten an den Fahrzeugen folglich nicht so umfangreich sind, wie ursprünglich angenommen wurden. Dass die Sanitärräume bisher noch ohne Türen sind, führte der Inhaber auf die hohe Auslastung von Montagebetrieben zurück. Es seien eben keine Handwerker für diese abschließenden Arbeiten zu bekommen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Greenpeace-Studie weist militärische Überlegenheit der Nato ohne USA gegenüber Russland nach

Greenpeace-Studie

Eine neue Greenpeace-Studie zeigt: Die Nato-Staaten sind Russland auch ohne die USA in wesentlichen militärischen Kategorien überlegen. Die Studie soll zwar untermauern, dass eine reale Bedrohung nicht besteht, macht sich aber seltsamerweise viele Gedanken darüber, dass die Nato das Rüstungsgeld zu wenig effektiv ausgibt.

Für die wahnsinnige Aufrüstung Deutschlands, die unseren Sozialstaat in den Grundfesten erschüttert, muss allein die angebliche Bedrohung durch Russland herhalten. Neueste Umfragen zeigen, dass die deutsche Bevölkerung mehrheitlich nicht mehr an diese Bedrohung glaubt. Bild am Sonntag hatte berichtet, dass nur 38 Prozent der Befragten besorgt sind, dass »Russland uns bald militärisch attackieren könnte«. Die Hälfte der Befragten hatte »gar keine Angst mehr vor einem russischen Angriff«.

Die Greenpeace-Studie zeigt auf, dass die europäischen Staaten plus Kanada im vergangenen Jahrzehnt nach Angaben der Nato 3.785 Milliarden (knapp 3,8 Billionen) US-Dollar für ihre Streitkräfte ausgegeben haben. Auch ohne die USA bleibt die Nato finanziell überlegen. 2025 investierten die europäischen Nato-Staaten und Kanada zusammen rund 626 Milliarden US-Dollar in ihre Rüstungsindustrie, Russland dagegen etwa 190 Milliarden US-Dollar. Selbst kaufkraftbereinigt bleibt Russland unter den europäischen Verteidigungsausgaben. 

Die Studie vergleicht acht Waffensysteme: Kampfpanzer, Gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie, Kampfhubschrauber, Kriegsschiffe, U-Boote, Kampfflugzeuge und strategische Bomber. In fünf der acht Waffenkategorien übertrifft die Nato Russland mindestens dreifach. Beispielsweise verfügen alle Nato-Staaten gemeinsam über 5.270 Kampfflugzeuge (hierunter 2.215 in Europa und Kanada), wohingegen Russland nur 1.064 besitzt. Bei der Artillerie ist das Verhältnis ebenso etwa 3:1 zu Gunsten der europäischen Nato-Staaten plus Kanada, bei Kriegsschiffen 4:1. Zudem hat Russland in vielen Waffenbereichen einen erheblichen technologischen Rückstand auf die Nato, der kaum innerhalb eines Jahrzehnts aufzuholen ist. 

Auch bei der Truppenstärke liegt die Nato mit insgesamt etwa 3,3 Millionen aktiven Soldat:innen vorn. Hinzu kommt ein großes Reservoir an Reservist:innen. Im Vergleich dazu hat Russland eine Personalstärke von 1,264 Millionen aktive Soldat:innen. Trotz verschiedener Rekrutierungsrunden Russlands für den Krieg gegen die Ukraine ist die Zahl der aktiven Soldat:innen zuletzt nur um rund 100.000 gestiegen.

Nur bei den Atomwaffen herrscht zwischen Nato (mit den Nuklearstreitkräften der USA) und Russland ein nukleares Patt. Die drei Nato-Nuklearwaffenstaaten verfügen über 3700 (plus 1342 ausgemusterte) Atomsprengköpfe der USA, 290 Stück in Frankreich und 225 Stück in Großbritannien. Russland verfügt über 4400 (plus 1150 ausgemusterte) Atomsprengköpfe. Russland ist damit quantitativ den beiden europäischen Nuklearmächten weit überlegen. Die Atomwaffen bleiben das größte russische Faustpfand. Allerdings bleibt die alte Regel des nuklearen Patts bestehen: Wer Atomwaffen einsetzt, muss mit einem Zweitschlag und mit der eigenen Vernichtung rechnen. Die Zweitschlagskapazität ist durch die U-Boot-gestützten Atomwaffen Frankreichs und Großbritanniens gegeben.

Vollkommen absurd sind die Schlussfolgerungen der Greenpeace-Autoren. Nachdem sie überzeugend nachgewiesen haben, dass der Stand der Rüstung eine reale Bedrohung durch Russland nicht hergibt, werden in den acht der neun Schlussfolgerungen Vorschläge gemacht, wie die EU-Rüstungsetats effizienter eingesetzt werden können, wie die Rüstungsindustrie unterstützt und geschützt werden kann. Auch wird weiter von der „Bedrohung durch Russland“ gesprochen, obwohl die Studie gerade diese als nicht existent nachweist. Offensichtlich trauen sich auch diese Autoren nicht mehr, dem offiziellen Nato-Narrativ entgegen zu treten und fühlen sich genötigt, die westliche Rüstungspolitik zu optimieren.

Auch in dem einen Punkt, in der die  EU als Friedensmacht daran erinnert wird, sie habe in der Vergangenheit besonderen Wert auf Diplomatie, nicht-militärische Lösungen und die Einhaltung des Völkerrechts gelegt, wird von „der aktuellen Bedrohungslage“ gesprochen, die nicht daran hindern sollte, friedenspolitische Ansätze beizubehalten.

Özlem Alev Demirel, außen- und friedenspolitische Sprecherin von Die Linke im Europaparlament, erklärte dazu: „Die Greenpeace-Studie zeigt einmal mehr: Die NATO ist sowohl mit als auch ohne die USA Russland militärisch überlegen. Das entzieht dem wichtigsten Argument der europäischen Aufrüstung jegliche Grundlage.“

Die Studie mache deutlich, dass das pauschal festgelegte 5%-Ziel der NATO zur Aufrüstung weder finanzpolitisch noch militärisch irgendeinen Sinn ergibt. Die zugrundeliegende Entwicklung der Wirtschaftsleistung habe rein gar nichts mit einer wie auch immer gearteten Analyse der Bedrohung durch Russland zu tun. Das Prozentziel ist damit ein reines Propagandainstrument, mit dem Druck auf die Staatshaushalte und vor allem auf die Sozialausgaben erzeugt werden soll.

Diese Aufrüstungsspirale gegen die Interessen der Menschen in Europa müsse endlich gestoppt werden. Die Fakten belegten, dass die EU-Aufrüstungsagenda in Wirklichkeit nicht der eigenen Verteidigung diene, sondern der Kriegstüchtigkeit. In einer Zeit der geopolitischen Spannungen und der Neuordnung der Welt, wolle Europa eigene Vormachtansprüche militärisch absichern können. Dafür nehme man eine gefährliche Aufrüstungs- und Eskalationsspirale in Kauf. Das sei reine Militarisierungspolitik, aber sicher keine Sicherheitsagenda. [jdm]

Rehkitze vor dem Mähtod gerettet – Zusammenarbeit von Wippinger Jägerschaft und Landwirtschaft

Am frühen Donnerstagmorgen fand eine Aktion zur Rehkitzrettung vor der Grasernte statt.

Mit insgesamt 3 Drohnen mit Wärmebildkameras wurden die Grasflächen abgesucht, um versteckte Rehkitze rechtzeitig zu finden und in Sicherheit zu bringen.

Beteiligt waren die Wippinger Jägerschaft, das Team der Tierrettung Emsland sowie zwei Familien mit ihren Kindern. Dank der guten Zusammenarbeit konnten 6 Rehkitze geschützt werden, bevor die Mäharbeiten begannen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer für ihren ehrenamtlichen Einsatz. [Anna Koers]

Atombombe für die EU? Podiumsdiskussion am 1. Juni auch online zu verfolgen

Atombombe für die EU?


Bedingt durch die neue US-Bündnispolitik unter Präsident Trump wachsen die Zweifel an der Zuverlässigkeit des Schutzes und der NATO-Unterstützung der USA bei einem Angriff auf Europa. Vor allem auch, falls dieser nuklear geführt würde. Es kommen Fragen und Diskussionen auf, ob die Atommächte Frankreich und Großbritannien dann „einspringen“ könnten – und würden.

Das zur Beantwortung dieser Fragen nötige Hintergrundwissen (was ist “Abschreckung“, wie funktioniert ein „nuklearer Gegenschlag“ und welche Folge hätte er?) sowie die Diskussion, ob Frankreich und Großbritannien oder alternativ eine Atombewaffnung der EU diese Lücke füllen könnten und würden, wollen die Grüne Alternative und die Regionalgruppe Trier der deutschen Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) an diesem Abend vertiefen.

Termin: 1.6.2026, 18:00 -ca. 20:00 Uhr
Podiumsteilnehmer:
Jean-Marie Collin (ICAN Frankreich)
Christoph von Lieven (ICAN-Vorstand Deutschland)
Oberstleutnant a.D. Heinz Schlöder
Amira Mohamed Ali, Vorsitzende der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)
angefragt: Fraktion B90/Die Grünen
Moderation: Karl-Wilhelm Koch

Live-Übertragung per YouTube: Der LINK zur Veranstaltung wird nach der Anmeldung zugestellt.
Anmeldung:
https://www.mediaforum-trier.de/veranstaltungs-termine/online-atombombe-fuer-die-eu-podiumsdiskussion-2026-06-01/
Veranstalter:
Grüne Alternative e.V. : https://gruenealternative.de/
IPPNW Regionalgruppe Trier: https://ippnw-trier.de/
Die Veranstaltung wird nach Bearbeitung durch den OK 54 bei YouTube abrufbar sein. [HM/gruenealternative.de/forum-d]

Streiks beim Wellpappkonzern DS Smith für Sozialplan

Streikende in Hövelhof (Foto: Ver.di)

Der britische Verpackungshersteller DS Smith will bis Ende 2026 fünf Werke schließen. Betroffen sollen rund 500 Arbeitsplätze sein.

Die fünf Produktionsstandorte Mannheim (konventionelles Verpackungswerk), Endingen, Donauwörth, Paderborn (Spezialitäten- und Verarbeitungswerke), Hövelhof (Display-, Retail- und Offset-Werk) sollen bis Ende 2026 Jahres geschlossen werden. In Glinde bei Hamburg ist eine Teilschließung geplant.

Die DS Smith-Beschäftigten der Standorte Hövelhof und Paderborn trafen sich am 21. Mai vor Schichtbeginn an den Werkstoren zum Streik, um ihren Forderungen nach einem ordentlichen Sozialplan Nachdruck zu verleihen, wie Ver.di in einer PM mitteilt..

Im November wurden die Belegschaften in sechs Werken des zum US-Konzern International Paper (IP) gehörenden Verpackungsherstellers DS Smith über eine anstehende betriebsändernde Maßnahme informiert.

In der Folge wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat (GBR) zu Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Im Zuge dieser Verhandlungen legte die GBR-Seite eine wirtschaftlich geprüfte Alternativplanung auf den Tisch, die eine Vielzahl an Arbeitsplätzen erhalten hätte. Das Management lehnte ab. Darüber hinaus gibt es auch keine Einigkeit bei angemessenen Ausgleichsmaßnahmen für die von Kündigung bedrohten Arbeitenden, die Verhandlungen ziehen sich hin.

Inzwischen hat auch die Gewerkschaft ver.di einen Sozialtarifvertrag (Tarifsozialplan) gefordert. „Ziel der Tarifforderung sind Regelungen, die neben der reinen Milderung wirtschaftlicher Nachteile der Betroffenen auch ein Mindestmaß an Wertschätzung ausdrücken.“, sagt Daniel Hirschi, ver.di-Konzernbetreuer von DS Smith.

Doch dafür scheint es zunächst kein Budget zu geben, was zu dem Streik der Belegschaften an allen fünf Standorten am 21. Mai führte. „Jahrzehnte geschuftet – heute nix mehr wert?“ oder „Ihr saniert euch auf unsere Kosten!“ war auf Schildern der Streikenden zu lesen. In Endingen äußerten die Streikenden laut Badischer Zeitung: "Sie behandeln uns seit Jahren schlecht".

Der US-Konzern International Paper (IP) hatte am 31. Januar 2025 den britischen Konzern DS Smith übernommen. Beide Unternehmen zählen zu den größten Herstellern von faserbasierten Verpackungen, Kartonagen und Zellstoffprodukten. Es wurde angekündigt, bestehende Ressourcen zu überprüfen. Das Ergebnis sind jetzt die Schließungen in Deutschland.

Im Managersprech hört sich die Begründung für die Schließungen laut Neue-Verpackung.de so an: „Die von uns unterbreiteten Vorschläge zielen darauf ab, auf die schwierigen Marktbedingungen zu reagieren und profitables Wachstum zu beschleunigen, indem wir dort einen Fokus legen, wo unsere Kunden es am dringendsten benötigen. Wir transformieren unser Unternehmen in einen noch stärkeren und nachhaltigeren Anbieter von Verpackungslösungen, der in der Lage ist, den sich wandelnden Anforderungen einiger der weltweit größten Marken gerecht zu werden und mit ihnen weiter zu wachsen.“

Im ostwestfälischen Hövelhof kam die Schließungsankündigung im vergangenen Herbst völlig unerwartet, da das Werk schwarze Zahlen schreibt, wie der Betriebsratsvorsitzende Martin Zoidl sagte.

Die Junge Welt berichtete, dass zeitgleich in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass DS Smith mehr als 14 Millionen Euro in die rumänischen Verpackungswerke in Timișoara und Ghimbav investieren will, um Produktionsabläufe zu modernisieren, Kapazitäten zu erweitern und Entwicklungen neuer Verpackungslösungen voranzutreiben, wie das Packaging Journal online am 22. Mai berichtet habe.

Investitionen wären aus Sicht von ­Verdi, Betriebsräten und Belegschaften auch an den von Schließung betroffenen deutschen Standorten sinnvoll und machbar gewesen. Doch der global agierende IP-Konzern mit seiner Tochter DS Smith kalkuliere anders: Angesichts von mehr als 430 Papierfabriken und Verpackungswerken mit circa 65.000 Beschäftigten in über 30 Ländern werden fünf Standorte in Deutschland zur reinen Dispositionsmasse. [jdm]

Fronttaugliche Seelsorger: Deutschlands Kirchen bewerben sich für den Kriegsdienst

Deutschlands Kirchenführer predigen Russlandangst und denken schon heute über den Einsatz im Kampfgebiet von morgen nach. Beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg war die Bundeswehr prominent mit Generalinspekteur Carsten Breuer und dem Inspektor des Heeres Christian Freuding vertreten – sie parlierten auf großer Bühne von Wladimir Putins vermeintlichen Angriffsgelüsten, schreibt Ralf Wurzbacher auf den NachDenkSeiten.
.
Vom katholischen Militärbischof Franz-Josef Overbeck habe es in Würzburg Zustimmung zur schnellen Wiedereinführung der Wehrpflicht gegeben, und zwar für einen verpflichtenden Dienst für die möglichen jungen Männer und auch Frauen.

Martin Pilgram von der ökumenischen Bewegung Pax Christi habe vor nicht langer Zeit einen Brief an die Offiziellen der christlichen Kirchen in Deutschland verfasst. Aus seiner Sicht lassen sich diese dafür einspannen, die Menschen in Deutschland „kriegstüchtig“ zu machen. Pilgram habe Sorge, der Ernstfall, sprich der Krieg, werde von den politisch Verantwortlichen vorbereitet, berichtet Wurzbacher weiter. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Frühlingsfest auf dem Heimathof mit Traumwetter

Dass es zu heiß sei, darüber mochte angesichts des schönen Wetters niemand klagen. Aber die schattigen Plätze waren auf dem Frühlingsfest im Schatten der Wippinger Mühle für den Genuss von Kaffee und Kuchen sehr gefragt.

Hier eine Bildergalerie von den Angeboten auf dem Gelände des Heimathofes. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Dienstag, 26.05.2026: Twist
Mittwoch, 27.05.2026: Lingen
Donnerstag, 28.05.2026: Papenburg
Freitag, 29.05.2026: Emmeln
Samstag, 30.05.2026: -
Sonntag, 31.05.2026: Dohren
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben.[Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Die WTD 91 meldet für den 26.05.2026 bis 29.05.2026 außer auf dem Schlagbrückener Weg keine Sperrungen. [jdm]

Emsländische Krankenhäuser: Das GKV-Stabilierungsgesetz muss geändert werden!

Die Kliniken des Emslandes bitten auf ihren Homepages um Unterstützung für ihr Anliegen: Das GKV-Stabilisierungsgesetz muss geändert werden. Es geht um die Versorgung vor Ort (Lingen, Meppen, Sögel, Papenburg).

Die Bundesregierung plant massive Kürzungen bei den Krankenhäusern. Was als Beitrag zur Stabilisierung des Gesundheitssystems dargestellt werde, bedeute in der Realität: weniger finanzielle Mittel für die Krankenhausversorgung und damit weniger Leistungen und Sicherheit für Patientinnen und Patienten.

Die Krankenhäuser in Niedersachsen stünden bereits jetzt unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Kosten, eine unzureichende Finanzierung und zunehmende Bürokratie brächten die Kliniken und ihre Beschäftigten an ihre Grenzen. Weitere finanzielle Kürzungen verschärften diese Situation und gefährdeten die Versorgung vor Ort.

Sie schließen sich damit einer Kampagne der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft e.V. an, die dafür die Kampagnen-Seite https://kuerzen-ende-aus.info geschaltet hat. Die Krankenhauser rufen dazu auf, der Gesundheitsministerin Warken und zuständigen Gesundheitspolitikern im Bund und aus Niedersachsen mit einer vorgefertigten E-Mail den Protest gegen die Reform mitzuteilen:

"Sehr geehrte Frau Ministerin Warken, die von Ihnen geplanten Kürzungen bereiten mir große Sorgen.Die Krankenhäuser in Niedersachsen sichern rund um die Uhr die Versorgung von Patientinnen und Patienten – auch in meiner Region.
Gleichzeitig stehen viele Kliniken und ihre Beschäftigten bereits heute unter massivem wirtschaftlichem und personellem Druck. Weitere Einschnitte verschärfen diese Situation und gefährden die medizinische Versorgung für mich und meine Angehörigen.
Es droht das endgültige Aus von Krankenhäusern und Versorgungsangeboten. Stoppen Sie die geplanten Einsparungen. Die Gesundheitsversorgung vor Ort darf nicht noch weiter geschwächt und das Personal nicht noch weiter belastet werden.
Kürzen. Ende. Aus. – Lassen Sie es nicht so weit kommen."

Die Krankenhäuser hoffen, sich so Aufmerksamkeit bei der Politik und dem Bundesministerium für Gesundheit zu verschaffen und zu bewirken, dass die geplanten massiven Budgetkürzungen durch den Gesetzgeber vielleicht noch angepasst werden.

Auch bei einer zweiten Kampagne sind die emsländischen Kliniken dabei. 52 freigemeinnützige Krankenhäuser in Niedersachsen melden ihren Unmut unter dem Titel " Faire Finanzierung für alle Kliniken in Niedersachsen" an, dass sie im Gegensatz zu den kommunalen Häusern keine Steuergelder zum Ausgleich ihrer Defizite aus den kommunalen Haushalten erhalten. Sie fordern, dass alle bedarfsnotwendigen Kliniken ausreichend finanziert werden und diese Ungleichbehandlung behoben wird. "Denn wir haben den gemeinsamen Auftrag: Menschen die bestmögliche Gesundheitsversorgung zukommen zu lassen!" Alle emsländischen Kliniken sind in kirchlicher Trägerschaft. Der Landkreis Emsland ist lediglich Mitgesellschafter des Hümmling Hospitals Sögel. [jdm]

Heute in der Ems-Zeitung

Der Ex-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig (SPD), plädiert dafür die SPD etwas sozialer zu färben und die Migrationspolitik der AFD zu übernehmen. So hätten das auch die Sozialdemokraten in Dänemark gemacht. Dann könne man auch ohne Probleme mit den Ultrarechten zusammenarbeiten. Superscheiß-Idee, die nicht einmal funktionieren kann, weil die AFD eine völlig neoliberale Partei ist, in der nur der rechte Flügel eine völkisch gefärbte Sozialpolitik vertritt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist da etwas selbstbewusster. Er plädiert dafür, dass die Merz'sche Regierung genauso weiter machen soll, wie bisher. Und zwar genau so: "Katherina Reiche ordnet die Dinge klug. Am preiswertesten wäre Derugulierung."

Er nimmt sich nur heraus, dass er jede Handlung der Regierung als zu spät, nicht klug oder bevormundend bezeichnen darf. Der wirklich einzige Dissenz zur Merz-Regierung ist sein Vorwurf, die Regierung hätte keine nennenswerten Beiträge zur Beendigung des Ukraine-Krieges oder der Iran-Krise geleistet. Sonst eine ganze Interviewseite voll mit einem inhaltsleeren Sich-Aufspielen als Kritiker à la AFD, was angesichts der Stichworte des Interviewers auch ein Heimspiel ist.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zeigt sich offen für den Vorschlag von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU), Subventionen und Steuervergünstigungen mit pauschalen Prozentsätzen zu kürzen. Damit machen beide deutlich, dass sie keine Ahnung haben, wie man den Staat angesichts der Fantastillionen Euro für die Rüstung und das Anheizen des Ukrainekriegs noch finanzieren kann.

Und Bundesfamilienministerin Karin Prien bemüht sich nach eigenen Angaben in den Verhandlungen über Ausgabenkürzungen beim Elterngeld um möglichst geringe Auswirkungen, machte aber auch deutlich, dass sie als Mitglied der Regierung hinter gefassten Sparbeschlüssen steht. Was ist der Artikel also anderes als substanzlose PR für Frau Prien? Der Artikel wurde halt von der Nachrichtenagentur dpa angeboten und macht die Zeitung voll? Na dann! [jdm]

Kohlenstoffinventur in niedersächsischen Wäldern gestartet

Datenerfassung an den per Global Navigation Satellite System (GNSS) vermessenen Stichprobenpunkten. (Foto: C. Tewes/NW-FVA).
Datenerfassung an den per Global Navigation Satellite System (GNSS) vermessenen Stichprobenpunkten. (Foto: C. Tewes/NW-FVA).

In den niedersächsischen Wäldern laufen derzeit umfangreiche Messungen für die Kohlenstoffinventur 2027 (CI27). In den kommenden eineinhalb Jahren werden verschiedene Messtrupps an rund 4.000 Stichprobenpunkten unterschiedliche Merkmale an Bäumen, Verjüngung und Totholz aufnehmen. Die Inventur wird anonymisiert und besitzartenübergreifend durchgeführt und umfasst damit auch Privatwald.

Die Inventur erfolgt nicht frei nach Zufall, sondern auf Basis eines festen, bundesweiten Stichprobennetzes. Grundlage ist das Stichprobennetz der Bundeswaldinventur. Bei dem Inventurverfahren handelt es sich um eine permanente Klumpenstichprobe mit Trakten und Traktecken, die nach einem festen Aufnahmeraster aufgenommen werden. Die Stichproben der Kohlenstoffinventur liegen dabei an den Schnittpunkten eines bundesweiten Gitternetzes im 4 km x 4 km Quadratverband, welches am Gauß-Krüger-Koordinatensystem orientiert ist. Um den Stichprobenumfang zu vergrößern und hierdurch die Belastbarkeit der Ergebnisse zu verbessern wird im waldärmeren Westen von Niedersachsen ein zusätzlicher Trakt in die Mitte des Grundnetzes gelegt, sodass sich ein 2,83 km x 2,83 km Quadratverband ergibt.

Neben der Baumart interessieren die Experten vor allem die Baumanzahl sowie deren Durchmesser und Höhe. Aber Informationen zu Baumpilzen und -höhlen werden ebenso stichprobenartig erfasst, Wildschäden dagegen allerdings nicht. Auch Kalamitätsflächen und Blößen werden als Waldflächen einbezogen. Solche Flächen sind für die Inventur relevant, weil Extremwetter, Dürre, Schädlinge und Folgeschäden die Kohlenstoffvorräte im Wald verändert haben. Zudem hat sich auf vielen Kalamitätsflächen bereits über Naturverjüngung neuer Wald entwickelt, wodurch eine Aufforstung nicht zwingend sein muss.

Die Ergebnisse werden standardmäßig für Niedersachsen sowie für größere Auswerteregionen ausgewertet und dargestellt: Westniedersächsisches Tiefland, Ostniedersächsisches Tiefland und Niedersächsisches Bergland. Sonderauswertungen für Teilregionen sind grundsätzlich möglich, wenn dort ausreichend viele Stichprobenpunkte vorhanden sind. Mit kleiner werdenden Regionen nimmt jedoch die Zahl der Stichproben ab. Dadurch werden die Ergebnisse statistisch weniger belastbar und anfälliger für Fehlinterpretationen. Kleinräumige Auswertungen, etwa auf Landkreisebene, sind daher nicht zielführend.

Ziel der Inventur ist es insbesondere, den im Wald gebundenen Kohlenstoff sowie dessen Veränderung in der lebenden Biomasse und im Totholz als Grundlage für das Treibhausgas-Monitoring im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu erfassen. Darüber hinaus sollen die Daten als Grundlage zur Berichterstattung nach der EU-Wiederherstellungsverordnung herangezogen werden. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2029 veröffentlicht.

Das Landwirtschaftsministerium hat erstmals die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) und das dort neu angesiedelte Kompetenzzentrum für Waldinventur mit dieser Aufgabe betraut. Weitere Informationen bietet die Homepage zur Bundeswaldinventur. Bezogen auf Niedersachsen findet man weitere Angaben beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Der Zusammenstoß zweier US-Kampfjets während der Idaho-Flugshow

Militärische Flugshows, die Verantwortung der Führung und die alten Römer

  • Der Schuldige
Football

Die Midair-Kollision der beiden F18 während der IDAHO-Flugshow hat wieder eine öffentliche Diskussion über die Schuldfrage ausgelöst. „Treffliche Analysen von „Experten“ haben schnell wieder einen Schuldigen gefunden. Deren Urteil kumuliert in der Feststellung, dass die Ursache in einem Anfängerfehler des Nr. 2 Piloten zu finden sei. Die Annäherung an das Führungsflugzeug, um in eine enge Formation überzugehen, sei von Anfang an unprofessionell und gefährlich gewesen. In der Endphase hätte er Sichtkontakt verloren, was zum Zusammenstoß führte.

  • Fakten

Als jemand, der jahrelang diese Fliegerei täglich betrieben hat, für den ist das Aufschließen in eine enge Formation nach einer Mission, um nach Hause zu fliegen, Routine. Dabei gelten unumstößliche Regeln, die jeder in diesem Beruf verinnerlicht hat. Eine Regel ist: At all times keep everybody insight. Das gilt besonders dann, wenn andere Flugzeuge in einen Bereich von 500 Fuß (150 Meter) um das eigene Flugzeug einfliegt. Dazu gehört auch zu lesen, was er macht. Man nennt das Situation Awareness.Das Standard Aufschließen in eine enge Formation geschieht daher immer aus einer Position, bei der die Besatzung des Führungsflugzeug das aufschließende Flugzeug sieht. Die befindet sich in einem Winkel von ca. 45 Grad hinter und etwas tiefer zum eigenen Flugweg. Das Anfliegen von hinten und oberhalb des eigenen Flugweges, wie im vorliegenden Unfall, nimmt der Besatzung des Lead-Flugzeuges jede Situation Awareness. Das Gleiche gilt für den 2. Piloten des anfliegenden Flugzeuges, der sich im Rücksitz befindet. Der sieht das Führungsflugzeug nicht mehr, weil es durch die Nase des eigenen Flugzeuges verdeckt wird. Der einzige, der im vorliegenden Unfall noch Situation Awareness hatte, war der Pilot des anfliegenden Flugzeuges.

  • Menschliche Ursachen

Geht man davon aus, dass diese Form des Aufschließens in eine enge Formation geplant war und auch geübt wurde, bleibt nur noch eine Verquickung von außergewöhnlichen Ursachen. Der Pilot der anfliegenden Maschine war durch Krankheit (zum Beispiel einer Erkältung) körperlich nicht fit und/oder der Pilot der Führungsflugzeuges hat wegen mangelnder Situation Awareness einen Kurvenflug in den angenommenen Flugweg der anfliegenden Maschine eingeleitet (um zu unterstützen), wodurch der anfliegende Pilot Sichtkontakt zu ihm verlor. In der kritischen Endphase verschwand das Führungsflugzeug unter seiner Nase. Damit war der Zusammenstoß unvermeidlich. -

  • Die eigentliche Ursache - Führung

Ein Flugunfall hat nie eine einzige Ursache. Dem auslösenden Piloten die Schuld zu geben ist billig. Führung, Ausbildung und für sog. Fighter Pilots typische Motivation des „Can Do!“ sind die eigentlichen Ursachen, was wiederum auf eine alleinige Ursache hinweist. Führung. - Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Menschen fehlerhaft sind. Sie dafür zu verurteilen ist billig.

  • Die Fragwürdigkeit von Militärischen Flugshows

Vielleicht sollte man auch einmal überlegen, ob Flugshows mit Kampfjets wirklich notwendig sind. Verteidigungsbereitschaft in einem Zirkus demonstrieren, der immer wieder Menschenopfer fordert (siehe Ramstein 1986), soll Macht, Stärke und Heldentum transportieren. Diejenigen, die den Beruf als Kampfjetpilot ernsthaft ausüben, brauchen das nicht. Vielleicht brauchen es andere, wie die, die Kampfflugzeuge verkaufen wollen und die, die gerade Luft-Krieg als legitimes Mittel der Politik ansehen, um Interessen zu verfolgen (Iran). Dafür braucht man die Zustimmung des Volkes. Ein Zirkus ist ein bewährtes Mittel, um sie zu bekommen. Die spinnen, die Römer, sagten einst Asterix und Obelix. Trotzdem kopiert man sie bis heute. Ihr bewährtes Mittel „Panem et Circenses“ (Brot und Spiele) ist in den militärischen Flugshows von heute schon längst Kultur geworden. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]


Ver.di: Krankenhausreform gefährdet Versorgung, Arbeitsplätze und Tarifautonomie im Gesundheitswesen.

Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV = Gesetzliche Krankenversicherung) beschlossen. 16,3 Milliarden Euro sollen allein im Jahr 2027 eingespart werden — auf Kosten von Versicherten, Pflegekräften und Kliniken. ver.di stellt sich dagegen: mit Protesten, mit Druck auf die Bundesländer – und mit der klaren Ansage, dass ein politisch verordneter Kostendeckel kein Maßstab für Tarifverhandlungen im Gesundheitswesen sein wird.

„Wir sind immer dazu bereit, da, wo wir Veränderungsbedarfe sehen, unsere Vorschläge einzubringen“, sagt Werneke. Beim Thema Gesundheitsversorgung, Pflege und Rente sei das der Fall. Doch es gebe rote Linien: „Wenn es nur darum geht zu sagen, da sollen Arbeitnehmerrechte abgebaut werden, der Kündigungsschutz soll verschlechtert werden, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – dann gibt es da nichts, was wir anbieten können.“ Keine Zustimmung werde es zur Abschaffung des Acht-Stunden-Tags, zur Erhöhung des Renteneintrittsalters oder zur Absenkung des Rentenniveaus geben. „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen sind wirklich stark belastet — denken Sie an die Pflege, ans Gesundheitswesen. Das geht schlicht und ergreifend nicht, dass die Menschen noch länger arbeiten.“

Die Sparpläne betreffen nahezu alle Bereiche des Gesundheitssystems. Für gesetzlich Versicherte bedeuten sie vor allem: höhere Zuzahlungen bei Medikamenten (Anstieg von 5 auf 7,50 Euro Mindestbetrag), die Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern ab 2028 sowie ein verpflichtendes Zweitmeinungsverfahren vor bestimmten Operationen. Krankenhäuser sollen einem strikten Ausgabendeckel unterworfen werden, Pflegebudgets werden gedeckelt, Tariferhöhungen für Klinikbeschäftigte nur noch begrenzt refinanziert.

Von einem ausgewogenen Gesamtpaket kann nach Ansicht von ver.di keine Rede sein. Der wichtigste Punkt, die Übernahme der versicherungsfremden Leistungen durch den Bund, ist nicht vorgesehen. Damit werden den Versicherten Entlastungen von künftig jährlich zwölf Milliarden Euro vorenthalten. Stattdessen sind reihenweise Maßnahmen geplant, die einseitig zulasten der Versicherten und der Beschäftigten im Gesundheitswesen gehen.

Besonders scharf kritisiert ver.di die geplante Begrenzung des Pflegebudgets in Krankenhäusern. Künftig sollen Pflegeausgaben nicht stärker steigen dürfen als die GKV-Einnahmen – unabhängig vom tatsächlichen Pflegebedarf. Damit würde die Refinanzierung von Tariferhöhungen für Pflegekräfte faktisch gedeckelt.

„Das würde zum Abbau von Personal führen, das die Kliniken für eine gute Versorgung dringend brauchen. Dass sich die Personalausstattung und die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern verbessern müssen, war eine zentrale Erkenntnis aus der Corona-Pandemie. Hier eine Rolle rückwärts zu machen, wäre fatal“, so Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender.

Die geplante Streichung der sogenannten Meistbegünstigungsklausel würde die ohnehin angespannte Lage der Kliniken weiter verschärfen. Für sie würde die Umsetzung der Vorschläge zu Einnahmeausfällen von rund 5 Milliarden Euro pro Jahr führen. „Das ist der Todesstoß für viele Krankenhäuser, gerade im ländlichen Raum. Da sind wir hoch alarmiert”, so der ver.di-Vorsitzende.

ver.di appelliert erstmals direkt an die Bundesländer. Die Kürzungspläne für Krankenhäuser konterkarieren die Ziele der laufenden Krankenhausreform. Viele bedarfsnotwendige Kliniken würden unter diesen Bedingungen die Umsetzung der Reform nicht mehr erleben. Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke fordert die Bundesländer auf, im Gesetzgebungsverfahren zu intervenieren und das drohende ungeplante Kliniksterben zu verhindern.

Ver.di ruft aus Anlass der Gesundheitsministerkonferenz am 10. und 11. Juni 2026 in Hannover zu einer Großdemonstration in Hannovers Innenstadt, Platz der Menschenrechte 1 (ehemals Trammplatz) am Mittwoch, 10. Juni 2026, 12:30 bis 15 Uhr auf. [jdm]

Neckar-Odenwald-Kreis beschließt, Krankenhausdefizit zu tragen

Am Mittwochabend beschloss die Mehrheit der Kreistagsabgeordneten in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg), das Krankenhaus in Mosbach nicht zu schließen, sondern weiter zu betreiben und in den nächsten drei Jahren nach Lösungen für die aktuelle Unterfinanzierung zu suchen.

Das Bündnis Klinikrettung, dass sich bundesweit seit langem gegen den Krankenhauskahlschlag einsetzt, feiert diesen Erfolg. Für den Erhalt des Krankenhauses in dem 25.000-Einwohner-Städtchen waren im Januar 1500 Menschen auf die Straße gegangen.

Die Kreisverwaltung hatte die Umwandlung des Krankenhauses in ein MVZ vorgeschlagen, doch die Kreistagsmehrheit votierte quer durch die Parteien dafür, das Mosbacher Krankenhaus und das zweite Krankenhaus in Buchen trotz Millionen-Defizit für die kommenden drei Jahre unverändert weiter bestehen zu lassen. Eine endgültige Entscheidung soll frühestens also 2029 getroffen werden.

Eines der Ziele, die im beschlossenen Antrag formuliert sind und zur wirtschaftlichen Stabilisierung führen sollen, lautet: die Belegungszahlen von derzeit knapp 50 Prozent auf mindestens 60 Prozent zu steigern. Das beißt sich allerdings mit dem Ziel der Krankenhausreform, die Zahl der stationären Aufenthalte zu reduzieren und mehr ambulant zu behandeln.

Diese Aussage im Antrag zeigt nach Ansicht des Bündnis Klinikrettung, wie unbekannt die Gründe für die Unterfinanzierung von Krankenhäusern sind: Sie beruhen vor allem darauf, dass ein Großteil der Leistungen der Grund- und Regelversorgung, der Notfallversorgung, der Geburtshilfe und der Kindermedizin im jetzigen Finanzierungssystem der Fallpauschalen unterfinanziert sind.

Wenn das Krankenhaus Mosbach die Menge dieser defizitären Leistungen steigert, dann kann es systembedingt die schwarze Null nicht erreichen, sondern erhöht sein Defizit. Aber die kleineren wohnortnahen Allgemeinkliniken sind nun mal dafür da, Leistungen der Grund- und Regelversorgung zu erbringen.

Gegen die systematische Unterfinanzierung klagt derzeit Prof. Dr. Erika Raab. Sie hat als  Leiterin des Kreiskrankenhauses in Groß-Gerau eine Schadenersatzklage gegen die Bundesregierung erhoben. Sie will damit vor Gericht eine bessere Ausstattung der Krankenhäuser erstreiten. Erika Raab ist Juristin, Professorin für Medizincontrolling und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling.

Das Bündnis Klinikrettung möchte die Forderungen für eine andere Krankenhauspolitik am 10. Juni der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in Hannover überreichen. Der Protest anlässlich der jährlichen Konferenz wird zusammen mit mehreren anderen gesundheitspolitischen Initiativen organisiert. (Treffen um 10 Uhr am Hauptbahnhof in Hannover, am Ernst-August-Denkmal (Haupteingang/Ernst-August-Platz)

Das Bündnis Klinikrettung hat gerade einen neuen Podcast „Geld oder Leben“ veröffentlicht: https://www.gemeingut.org/infothek/audiovideo/. [jdm]

Dörpen – E-Scooter-Fahrer bei Sturz auf Gleisbett schwer verletzt

Dienstagmorgen gegen 06:30 Uhr kam es am Bahnsteig in der Neudörpener Straße zu einem schweren Unfall, bei dem ein E-Scooter-Fahrer auf das Gleisbett stürzte.

Ein 39-jähriger Mann befuhr mit seinem E-Scooter die Rampe zum Bahnsteig 2 und beabsichtigte dort anzuhalten. Vermutlich aufgrund eines Defekts an den Bremsen fuhr er jedoch geradeaus über die Bahnsteigkante hinaus und stürzte mitsamt dem E-Scooter auf die Gleise. Glücklicherweise bemerkte der Mann den herannahenden Güterzug noch rechtzeitig und konnte sich in den Sicherheitsraum unterhalb der Bahnsteigkante rollen, bevor der Zug ihn erfasste. Der Lokführer erkannte die Person bereits aus einiger Entfernung auf den Gleisen und leitete umgehend eine Notfallbremsung ein. Dennoch kollidierte der Güterzug mit dem E-Scooter, der dadurch vollständig zerstört wurde.

Der 39-Jährige erlitt schwere Verletzungen infolge des Sturzes und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Vom Zug wurde der Mann nicht erfasst. Bis 07:45 Uhr war die Bahnstrecke gesperrt. [PM Polizei EL]

UPM sichert Holzchemie-Geschäft mit Patentkauf ab


Der finnische Holzkonzern UPM (Sitz Helsinki) gab am 13. Mai die Übernahme von Patenten und Entwicklungsrechten der sogenannten Ray Technology des niederländischen Chemieunternehmens Avantium bekannt. Die Technologie dient zur Produktion von Monoethylenglykol (MEG) und Monopropylenglykol (MPG), die unter anderem für PET-Kunststoffe, Polyesterfasern und Verpackungen benötigt werden.

Mit dem Zukauf stärkt UPM seine Position rund um die Verarbeitung holzbasierter Biomasse zu Chemikalien, teilt das Unternehmen dazu mit. Derzeit laufe die Produktion in der UPM-Bioraffinerie Leuna an.

UPM-Kymmene Oyj zählt zu den größten Forst- und Papierkonzernen Europas. Der Konzern produziert unter anderem Spezial- und grafische Papiere, z. B. bei Nordland Papier in Dörpen. Weiterhin gehören Sperrholz, Etikettenmaterialien, Energie sowie biobasierte Kraftstoffe und Chemikalien zum Produktprogramm. (HM/Quelle: UPM)

Deutschland 2026 – Das Land der Würde

Ein Würde voller Mensch ist jemand, der Würdelosigkeit mit Würde erträgt. - Oder nicht?

Hände am Pflegebett

In Berlin sorgt man jetzt dafür, dass jeder Obdachlose ein Dach über dem Kopf hat. Dafür ist den politisch Verantwortlichen nichts zu teuer. Man mietet auf dem privaten Wohnungsmarkt für Würde volle Bürger eine 8 qm verkommene Behausung an und ist bereit, dafür monatlich Euro 1200,- zu zahlen. Es beweist, welch soziale und gleichzeitig marktwirtschaftliche Kraft in unserem politischen System am Werke sind.

Andere der Würde vollen Bürger sind die, die dem Renten- und Pflegesystem zur Last fallen. Rente, zum Leben zu wenig, für die Pflege nicht genug. Da kommt die Pflege durch einen der Würde vollen Angehörigen gerade recht. Eine Pflegestufe zu bekommen, wird immer schwieriger. Bekommt man irgendwann doch eine, reicht das Geld der Pflegeversicherung nicht aus, auch nicht, wenn man den Verdienst des Angehörigen hinzunimmt. Dem bleibt nichts anderes übrig, als arbeiten zu gehen und selbst zu pflegen. So erschlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Pflegebedürftige lebt nicht mehr lange und der pflegende Angehörige wird wegen Erschöpfung und Verzweiflung bald folgen.

Auf diese Weise spart der Staat Milliarden Euro bei Rente und Pflege und kann sie in die Verteidigung stecken.

Da fragt man sich, was es da noch zu verteidigen gibt. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Heede: Kein Aussichtsturm in Sicht

Bodenplatte mit Stützen-Anschlussanker des ehemaligen Turms in Heede (Foto März 2013)
Bodenplatte mit Stützen-Anschlussanker des ehemaligen Turms in Heede (Foto März 2013)

Vor einem Jahr haben wir über angebliche Pläne der Gemeinde Heede zum Bau eines Aussichtsturms im Heeder/Neuheeder Moor berichtet. Hier hatte die Gemeinde Heede schon zuvor im Jahr 2000 auf einer Fläche der niedersächsischen Staatlichen Moorverwaltung mit deren Zustimmung einen Aussichtsturm aus Holz bauen lassen. Allerdings war beim Bau des Aussichtsturms der bauliche Holzschutz so sehr vernachlässigt worden, dass nach kurzer Zeit ein Pilzbefall auftrat und der Turm bereits im Jahr 2011 aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden musste.

Später wurden die Stützen des Turmes oberhalb der Anschlussanker zum Fundament abgesetzt und der Turm entsorgt. Das Fundament verblieb damals im Boden, wohl weil man sich den aufwendigen Rückbau ersparen wollte. Hierzu ein Auszug aus dem Protokoll über die gemeinsame Sitzung der CDU- und SPD-Fraktionen im Rat der Gemeinde am 12. November 2012 im „Haus des Bürgers“ in Heede: „Die Verwaltung wird beauftragt, eine möglichst kostengünstige Variante zu ermitteln und diese auch entsprechend umzusetzen.“

Nachdem die Staatliche Moorverwaltung die Gemeinde Heede Anfang 2025 aufgefordert hatte, die Betonplatte mit den Fundamenten zu entfernen, musste eine Lösung gefunden werden. Zunächst wollte man offenbar Zeit gewinnen und führte laufende Planungen für einen neuen Aussichtturm ins Feld. Im Haushaltsplan der Gemeinde Heede für das Jahr 2025 waren jedoch keine Mittel für einen Turmbau zu entdecken, was wohl deutlich machte, dass es die Gemeinde mit den Planungen nicht eilig hatte, s.a. unser Bericht vom 18.11.2025. Aber auch im Haushaltsplan für 2026 wurden keine Mittel für einen neuen Aussichtsturm aufgenommen, weshalb ein baldiger Neubau wohl nicht anzunehmen ist.

Eine Nachfrage bei der Staatlichen Moorverwaltung gibt nun weitere Auskunft: Ende des vergangenen Jahres wurde in einem Ortstermin von Vertretern der Gemeinde Heede/Samtgemeinde Dörpen erörtert, dass ein Turmneubau in Metallbauweise auf dem vorhandenen Fundament geplant sei und hierfür Fördermittel beantragt werden sollten. Ein baugleicher Aussichtsturm wäre vor einigen Jahren von einer anderen Gemeinde auf dort vorhandenem Fundament erfolgreich wiederaufgebaut worden. Hiermit dürfte der Turm in Lahre bei Haselünne gemeint sein, der einen nahezu baugleichen, ebenfalls frühzeitig von Pilzen befallenen Holzturm ersetzte. Angestrebt sei von der Gemeinde Heede mit den notwendigen Arbeiten im Jahr 2026 zu beginnen; dies sei jedoch von der Fördermittelzusage abhängig. Bzgl. der Zweckbindung bei Fördermitteln sei ein längerfristiger Gestattungsvertrag notwendig.

Derzeit liege der Entwurf eines neuen Gestattungsvertrages zur Abstimmung bei der Samtgemeinde Dörpen. Die Auseinandersetzung mit diesem Vertragsentwurf sei, so eine aktuell erfolgte Nachfrage bei der Samtgemeinde, „leider noch nicht abgeschlossen“, sollten jedoch in Kürze erfolgen. Mit Abschluss des neuen Vertrages würde der bislang bestehende Gestattungsvertrag enden.

Sowohl der bestehende, als auch der Entwurf des neuen Gestattungsvertrags enthalten Regelungen zur Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes, zur Haftung, Verkehrssicherung und zum Rückbau, teilt die Moorverwaltung weiter mit. Der neue Gestattungsvertrag würde den Rückbau aller eingebrachten Anlagen regeln, falls bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mit den Arbeiten zum Ersatzneubau begonnen würden. Den „bestimmten Zeitpunkt“ teilte uns die Moorverwaltung allerdings nicht mit.

Für Anfang Juni sei eine Sitzung der betroffenen Räte anberaumt, um einen formellen Beschlusses zu fassen. Sobald dieser erfolgt sei, solle im Anschluss eine Ausschreibung und folglich mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Stahlturm in Lahre – nur für schwindelfreie Besucher zu empfehlen

Zum Stahlturm in Lahre sei noch angemerkt, dass Besucher über Bewegungen des Turmes klagten. Auf der Aussichtsplattform waren diese so stark, dass sie Übelkeit bei nicht schwindelfreien Besuchern auslösten. Bei einer Überprüfung wurde allerdings festgestellt, dass die Schwingungen im Toleranzbereich lagen. Über ähnliche Schwingungen eines Aussichtsturms aus Stahl klagten auch Besucher eines neuen Turms in Liepgarten am Stettiner Haff; hierüber berichtete der NDR. Der Turm wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt, bis ein Gutachten die bestehenden Bedenken ausräumt. Falls nicht, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Ein exakter Nachbau des Lahrer Turms dürfte damit wohl nicht in Frage kommen, auch wenn die Schwingungen an dem Turm noch als hinnehmbar beurteilt wurden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

„Spiel­raum für die Mei­nungs­f­rei­heit in Deut­sch­land schrumpft“

Die UN-Sonderbeauftragte für Meinungsfreiheit Irene Khan legte im Februar 26 einen vorläufigen Bericht vor über den Stand der Meinungsfreiheit in Deutschland. Sie betonte, dass die Meinungs- und Medienfreiheit sowie die akademische und künstlerische Freiheit in Deutschland einen starken verfassungsrechtlichen Schutz genießen. Diese Rechte würden durch die deutsche Justiz "standhaft geschützt und bewahrt" werden. 

Dennoch hat sie in dem Bericht vor einer schrumpfenden Toleranz und Kriminalisierung von Meinungsäußerungen in Deutschland gewarnt. Sie kritisierte insbesondere den Umgang mit propalästinensischen Protesten und die Stigmatisierung von Kritikern der israelischen Politik. Khan warnte vor einem "Shrinking Space", also einem schrumpfenden Spielraum für die Zivilgesellschaft.

Zahlreiche Symbole und Slogans sind mittlerweile verboten. Dass das umgedrehte rote Dreieck als Kennzeichen der Hamas, die grüne Fahne der Hamas und Abbildungen von motorisierten Gleitschirmen als Verherrlichung des Massakers der Hamas vom 7. Oktober 2023 verboten sind, leuchtet ein.

Bei dem Verbot des Slogans „From the river to the sea, Palestine will be free“ oder den Wassermelonen-Grafiken in den Farben der palästinensischen Flagge mit Gebietsbezug zum Staat Israel, handelt es sich um eine Verengung der Diskussionsmöglichkeit. Beide spielen in palästinensischen Auseinandersetzungen eine ältere Rolle und sind nicht unmittelbar mit der Hamas verknüpft.

Mit dem Vorwurf des Antisemitismus wurde und wird in Deutschland die Kritik an der israelischen Besatzungs- und Kriegspolitik kriminalisiert. International wird über die israelische Politik diskutiert; sie wird kritisiert oder verteidigt, aber nicht als Glaubensfrage wie in Deutschland behandelt.

Der Journalist Hüseyin Dogru wurde für seine Kritik an der israelischen Kriegspolitik gegen die Palästinenser auf Antrag der deutschen Regierung von der EU sanktioniert, also fast aller seiner bürgerlichen Rechte beraubt. Bei ihm, wie auch bei den anderen Opfern der EU-Sanktionen werden die Menschenrechtsgarantien des Grundgesetzes von der Bundesregierung bewusst missachtet. Eine Überprüfung durch unabhängige Gerichte wird durch ein Gestrüpp von Nichtzuständigkeiten verhindert.

Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg wurden russische Medien in Deutschland verboten. Seit 1950 trommelte die westliche Propaganda gegen das Verbot westlicher Medien in anderen Staaten, vor allem der Sowjetunion. Als 2012 in Russland vom Westen finanzierte Organisationen sich als ausländische Agenten registrieren mussten, gab es hier ein großes Geschrei. Mittlerweile gibt es in EU-Staaten dieselben Gesetze und russische Medien, wie RT Deutschland, sind verboten. Ein freier Meinungsaustausch mit russischen Ansichten ist in der EU nicht mehr erlaubt. Wer russische Ansichten öffentlich verteidigt, läuft Gefahr, das ihm wie Dogru vorgeworfen wird, er verbreite falsche Informationen, um ethnische, politische und religiöse Zwietracht zu säen. Der Entzug der Rechte durch Sanktionen der EU ist real.

Bei Gedenkveranstaltungen zum Ende des 2. Weltkriegs wurden der russischen Botschaft und Demonstrierenden das Zeigen von Symbolen der Sowjetunion verboten. Dabei sind insbesondere die Rote Fahne und Hammer und Sichel auch Symbole der Arbeiterbewegung, was vollkommen ignoriert wird.

Politischen Organisationen, die sich öffentlich gegen die US-Sanktionspolitik, gegen den Ukrainekrieg oder gegen das Vorgehen Israels in Gaza wenden, oder die direkt auf Sanktionslisten der USA auftauchen, wurden die Konten von ihren Banken ohne Begründung gekündigt. Bei diesem Debanking handelt es sich vermutlich nicht einmal um Anweisungen durch die Politik, sondern sie wird von den Banken aus Angst vor Strafen durch die USA oder die EU vorsorglich betrieben.

Ein Zeichen von Einschränkung der Meinungsfreiheit sind auch die massenweisen Beleidigungsstrafanzeigen durch die Kriegspolitiker Robert Habeck, Strack-Zimmermann oder Friedrich Merz. Hierbei spielt eine Rolle, dass Politiker mit dem § 188 StGB vor Beleidigungen besonders geschützt werden. Im Jahr 2021 wurden die Strafen dieser Norm verschärft und auch die einfache Beleidigung von im politischen Leben des Volkes stehenden Personen in den Straftatbestand aufgenommen. Der frühere Majestätsbeleidigungsparagraf gilt jetzt für jeden Politiker.

Die Grünen riefen dazu auf, das Russische Haus, eine Kulturorganisation Russlands in Berlin, den EU-Sanktionen zu unterwerfen. Das ausgerechnet von der Partei, die nie müde wurde, die Behinderung von deutschen Organisationen in anderen Ländern anzuprangern. Hätten die Grünen, die an der Spitze im Kampf gegen die Meinungsfreiheit in Deutschland stehen, damit Erfolg, würde es auch bald kein Goethe-Institut in Moskau mehr geben. Aber dieses Ende von kulturellem Austausch ist ja das Ziel der kriegstreibenden Grünen.

Seit Inkrafttreten des europäischen Digital Services Act (DSA) und dem Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) wurden Meldestellen für sogenannte Hassrede (Hate Speech) ausgebaut. Kritiker bemängeln, dass dies teils zu einer übermäßigen Löschpraxis durch Plattformen führt. Auch Hausdurchsuchungen wegen umstrittener Online-Kommentare werden von Betroffenen und Bürgerrechtlern als unverhältnismäßig und einschüchternd kritisiert.

Auch die Anstrengungen, Jugendlichen und Kindern den Zugang zu sozialen Medien zu verbieten, dienen letztlich der allgemeinen Medienkontrolle. Denn diese Forderungen sind zumeist mit Aufforderungen an die Plattformen verbunden, dieses Verbot technisch und inhaltlich durchzusetzen. Damit wird die Zugangskontrolle für alle und die Durchführung der Zensur privaten Konzernen in den USA übergeben. [jdm]

Aktualisierter Flyer des Schul-Fördervereins

Flyer des Schul-Fördervereins

Der Förderverein der Grundschule Renkenberge-Wippingen und der Kita St. Bartholomäus Wippingen e.V. hat seit seiner letzten Generalversammlung einige personelle Änderungen im Vorstand.

Karina Düttmann, Melanie Johanning, Claudia Brüggemann sind auf eigenen Wunsch ausgestiegen. Dafür sind Kornelia Sebers, Rene Träger und Johanna Niehoff neu eingestiegen.

Im neuen Flyer des Fördervereins finden Sie alle Ansprechpartner des Vereins aufgeführt. Diesen können Sie auch Ihre ausgefüllte Beitrittserklärung übergeben. [Birgit Kuper-Gerdes]

Neuer Angriff von Südekum auf die Gesetzliche Rente

Wirtschaftsprofessor Jens Südekum, der als persönlicher Berater von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) fungiert, hat im Spiegel-Interview seinen Vorschlag erneuert, die Altersgrenze für die Rente künftig an die Zahl der Beitragsjahre zu knüpfen. Wer 45 Jahre lang eingezahlt hat, dürfte dann abschlagsfrei in den Ruhestand gehen, so die Idee.

Er begründet dies damit, dass es riesige Unterschiede gibt, wie lange Menschen gearbeitet haben. „Manche sind schon seit dem Alter von 17, 18 Jahren voll erwerbstätig. Andere hingegen starten erst mit 30 Jahren ins Berufsleben. Warum soll ein Akademiker, der erst mit 30 Jahren angefangen hat zu arbeiten, auch schon mit 67 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen dürfen – genauso wie jemand, der viel länger Leistung erbracht hat?"

Damit folgt Südekum der Regel Nr. 1 für alle, die Arbeitergelder in den Rüstungshaushalt umschaufeln wollen: „Teile und herrsche!“. Er sucht sich eine Rentnergruppe aus, die angeblich bevorzugt ist, um allgemeine Zustimmung zu einer Rentenkürzung zu generieren. Wenn das dann erledigt ist, kommt die nächste Gruppe dran.

Man könnte auch sagen, Sozialneid schüren funktioniert immer. Zumindest bei der Kommentatorin der NOZ. Die findet das – weil selbst Akademikerin – gar nicht gut, dass Südekums Vorschlag nur für Akademiker gelten soll. Und findet prompt noch eine reaktionärere Lösung: Nein, es müssen Zumutungen für alle her.

In der Sozialreform-Debatte und der Rentendebatte können sich die reaktionären Debattierer keine Reform mehr vorstellen, die etwas verbessert. Jeder Kürzungsvorschlag wird damit „abgewehrt“, dass gefordert wird, dann müssten Kürzungen auch für andere greifen. Finja Jaquet verkennt in diesem Fall aber ganz, dass Südekum mit seinem Spaltungsvorschlag nur einen Keil in die Verteidiger der heutigen Gesetzlichen Rentenversicherung treiben will. Er liegt damit voll auf ihrer Linie.

Nach aktuellem Recht dürfen alle Erwerbstätigen bis zum 67. Lebensjahr in Rente gehen, unabhängig davon, wie lange sie gearbeitet haben. Die Höhe der Rente richtet sich immer schon nach den geleisteten Beiträgen. Sogar das Institut der Deutschen Wirtschaft sieht in Südekums Vorschlag keinen Sinn.

Bisher versuchten die so genannten „Rentenexperten“ (vor allem von der Jungen Union) ältere Menschen gegen die Jungen auszuspielen. Da geht es darum, den „Generationenvertrag“ in Frage zu stellen, um die Aktienrente durchsetzen zu können.

Südekum hat erkannt, dass diese Strategie wohl zu lange dauert. Um gesellschaftliche Zustimmung zu Rentenkürzungen zu bekommen, setzen er und die regierenden Kumpane auf eine brutale Sündenbockstrategie. [jdm]

Kommunen können bei der Erstellung von Starkregenvorsorgekonzepten vom Land gefördert werden

Angesichts des zunehmenden Risikos von Starkregenereignissen infolge der Klimakrise setzt Niedersachsen die Unterstützung der Kommunen bei der Starkregenvorsorge fort. Im Rahmen der Förderrichtlinie zur Starkregenvorsorge stellt das Land weitere 6 Millionen Euro bereit. Damit steigt die Gesamtfördersumme auf rund 11,3 Millionen Euro.
Bereits im ersten Antragsverfahren zeigte sich die hohe Nachfrage: Insgesamt 46 Anträge können gefördert werden. Die dafür vorgesehenen Mittel in Höhe von rund 5,2 Millionen Euro sind vollständig gebunden. Die entsprechenden Bewilligungsbescheide wurden im April 2026 erteilt.

Gefördert wird die Erstellung kommunaler Starkregenvorsorgekonzepte mit bis zu 80 Prozent, finanzschwache Kommunen können eine Förderung von bis zu 90 Prozent erhalten. Antragsberechtigt sind Kommunen, Wasser- und Bodenverbände sowie kommunale Zusammenschlüsse. Ziel der Förderung ist es, Städte und Gemeinden bei der Vorbereitung auf extreme Wetterereignisse zu unterstützen und Schäden durch Überflutungen zu reduzieren. Dazu gehören unter anderem Gefahrenanalysen, Risikoabschätzungen und die Entwicklung konkreter Maßnahmenpläne.

Durch die Aufstockung der Fördermittel wurde nun ein zweiter Antragsstichtag im Förderprogramm für den 26. Februar 2027 festgelegt. Das entsprechende Antragsportal bei der NBank ist durchgehend geöffnet. Die maximale Höhe der Förderung beträgt 150.000 Euro pro Antragsteller*in. Bei interkommunalen und körperschaftsübergreifenden Projekten erhöht sich die maximale Höhe der Förderung sogar auf 400.000 €.
Die Prüfung der Anträge erfolgt durch die NBank unter fachlicher Beteiligung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Hochwasser am Wendebecken in Dörpen Ende Dezember 2023
Hochwasser am Wendebecken in Dörpen Ende Dezember 2023

Die Fördermodalitäten sind auf der Internetseite der NBank einsehbar: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/energie/energiewendebericht/energiewendeberichte-119325.html
(Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, PI 038/2026) Die Starkregengefahr in der eigenen Region kann man über das Geoportal Deutschland einsehen. Hierzu zoomt man auf seine Gemeinde und wählt rechts im Bild die Kartenebene aus. So findet man in der Hinweiskarte Starkregengefahren die Simulationsergebnisse zu möglichen Starkregenszenarien. Die Daten enthalten jeweils die maximale Überflutungstiefe, die maximalen Fließgeschwindigkeiten sowie die Fließrichtung für ein außergewöhnliches Niederschlagsereignis (100-jährlich).

In Dörpen sieht man beispielsweise die mögliche Überflutung südwestlich der Heeder Straße im Umfeld der Josefstraße entlang des Küstenkanals bis zum Wendebecken und weiter südlich. Wer sich an das Hochwasser zum Jahreswechsel 2023/2024 erinnert, kann die damals überfluteten Flächen den in den Karten dargestellten Überflutungsgebieten zuordnen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 18.05.2026: Herzlake
Dienstag, 19.05.2026: Spahnharrenstätte
Mittwoch, 20.05.2026: Salzbergen
Donnerstag, 21.05.2026: Freren
Freitag, 22.05.2026: Meppen
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 18.05.2026 bis Freitag 22.05.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53), Renkenberge – Wahn (K168) und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Mühlenfest am Pfingstmontag für die ganze Familie

Flyer Mühlentag 2026

Am Pfingstmontag, dem 25.05.2026, findet von 14 bis 17 Uhr auf dem Heimathof, An der Mühle 1, in Wippingen, zum Deutschen Mühlentag das Frühlingsfest statt.

Im Heimathaus werden Kaffee und Kuchen angeboten. In der funktionstüchtigen Mühle werden Führungen durchgeführt. Die Spinngruppe Emsbüren zeigt ihr altes Handwerk. Der Oldtimer Club wird sein Gerät ausstellen und vorführen, wie früher Korn gedroschen wurde.

Die Line Dance Gruppe Wippingen und die Schützenkapelle Wippingen bringen Tanz und Musik mit.

Kindern steht eine neue Hüpfburg zum Tollen bereit und die Losbude winkt mit Gewinnen. Im Backhaus kann frisches Mühlenbrot erworben werden. [Andre Wester]

Wohnungsbestand: Überbelegungsquote in Städten (16,9 %) dreimal so hoch wie in ländlichen Gebieten (5,5 %)

Die Suche nach geeignetem und bezahlbarem Wohnraum wird für viele immer schwerer. Das gilt vor allem für jene, die mehr Platz brauchen. 11,7 % der Bevölkerung in Deutschland lebten 2025 in überbelegten Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Endergebnissen der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) mitteilt. Die Überbelegungsquote ist innerhalb von fünf Jahren kontinuierlich gestiegen: Im Jahr 2020 hatten noch 10,2 % der Menschen hierzulande in Wohnungen gelebt, die für die Zahl der Personen zu wenig Zimmer hatten.

Erwachsene mit ausländischer Staatsangehörigkeit zählen zu den besonders von Überbelegung betroffenen Gruppen: In der ausländischen Bevölkerung ab 18 Jahren war der Anteil in überbelegten Wohnungen 2025 mit 30,8 % knapp fünfmal so hoch wie unter deutschen Staatsangehörigen ab 18 Jahren (6,7 %). Auch armutsgefährdete Menschen (27,4 %) zählen zu den besonders betroffenen Gruppen.

Wer in einem Haushalt mit Kindern lebt, war 2025 mit 17,6 % überdurchschnittlich betroffen. Menschen in Haushalten ohne Kinder lagen mit 7,2 % unter dem Durchschnitt (11,7 %). Unter den Haushalten mit Kindern waren zwei Erwachsene mit mindestens drei Kindern (32,1 %) sowie Alleinerziehende und deren Kinder (29,6 %) mit am stärksten von beengten Wohnverhältnissen betroffen.

Unter den Haushalten ohne Kinder lebten zwei Erwachsene (3,3 %) 2025 anteilig am seltensten in überbelegten Wohnungen. Unter Alleinlebenden war die Quote mit 12,6 % deutlich höher. Gemäß EU-SILC-Definition gilt die Wohnung eines Einpersonenhaushalts als überbelegt, wenn es nicht mindestens zwei Zimmer, also etwa ein getrenntes Wohn- und Schlafzimmer gibt.

Gleichzeitig gibt es viele, die in zu großen Wohnungen leben. Statistiker sprechen dann von einer Unterbelegung. In ländlichen Gebieten in Deutschland lebte 2024 laut Eurostat fast die Hälfte der Menschen in unterbelegten Wohnungen. Für Deutschland liegen die Schätzungen bei rund 35 bis 45 Prozent der Bevölkerung, die in zu großen Wohnungen lebt.

Diese Fehlentwicklung hat oftmals dieselbe Ursache, wie die Überbelegung. Eine kleinere Wohnung kostet oft mehr als die alte Bestandsmiete. Der Umzug ist teuer und soziale Kontakte gehen verloren, was vor allem ältere Menschen betrifft. Der Deutsche Mieterbund geht von 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen aus.

Auch im Emsland ist zu beobachten, dass es kaum Fluktuation gibt. Wer eine einigermaßen finanzierbare Wohnung hat, bleibt darin, auch wenn es Gründe für einen Umzug, wie eine zu große oder zu kleine Wohnung oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes gibt.

Die letzte Ampelregierung hatte sich immerhin noch vorgenommen, dafür zu sorgen, dass 400.000 Wohnungen gebaut werden. Das hat sie nicht erreicht. Die jetzige Regierung hat lediglich die Profitchancen für die Immobilienkonzerne verbessert. Es sollen 200.000 Wohnungen pro Jahr entstehen. Diese werden aber am Bedarf vorbei gebaut. Es werden vor allem Sozialwohnungen gebraucht. Das wird von der Bundesregierung nicht gefördert.

Nein? Doch, doch! Die Bundesregierung stellt 233 Mio. € zur Verfügung, um in der Ukraine Projekte des Kommunalen Wohnungsbaus zu fördern. In Deutschland dagegen soll es der Immobilienmarkt allein regeln. [jdm]

Erinnerung: Graphic-Novel-Ausstellung „Picturing the Unimaginable“ in der Gedenkstätte Esterwegen

Plakat Gedenkstätte Esterwegen

Der Comic „Nazi Death Parade“ wurde Anfang 1945 in den USA veröffentlicht, als die meisten Konzentrationslager noch in vollem Betrieb waren. Aus der Beschäftigung mit diesem Format, einer kurzen Bilderzählung, und zusätzlich mit verschiedenen Biografien aus den Konzentrationslagern entwickelten zehn Zeichner*innen eigene Comics, die vom 17. Mai bis zum 6. Dezember 2026 in der Gedenkstätte Esterwegen gezeigt werden.

Die Sonderausstellung wird eröffnet am Sonntag, 17. Mai 2026, um 15 Uhr. Eintritt ist frei. [jdm]