Gefiederte Frühlingsboten wieder im Emsland angekommen

Am vergangenen Samstag wurden im Bereich zwischen Neudörpen und Wippingen erstmalig in diesem Jahr Schwalben gesehen. Insbesondere an der Wippinger Dever waren die wendigen Flieger unterwegs. Vermutlich haben sie hier oberhalb des Wasser Insekten gejagt oder sich am Ufer mit feuchtem Boden für den Nestbau versorgt.

Gestern war dann erstmals ein Kuckuck in Neudörpen zu hören. Es geht also in Richtung Sommer, schließen wir daraus. Nach einigen Nächten mit Bodenfrost am Anfang des Monats liegen die Temperatur nun auch nachts deutlich über Null, gefolgt von Tageshöchsttemperaturen bis an die 17 °C, beispielsweise am 8. und am 11. April. Heute wurde ein Wert von 16 °C an der DWD-Station in Dörpen gemessen.

Rekordwerte für den April haben wir damit allerdings noch nicht erreicht, denn im vergangenen Jahr lagen die Tageshöchstwerte für die erste Aprilhälfte sogar an vier Tagen über 20 °C mit einem Höchstwert von 24 °C am 15. April. Ähnlich war es im April 2024. Damals wurden am 6. April sogar 25 °C gemessen. Es bleibt also abzuwarten, ob sich bis zum Schützenfest in Neudörpen am 24. und 25. April ähnlich hohe Temperaturen einstellen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Emsländische Krankenhauslandschaft wird weiter zentralisiert

Die Ems-Zeitung berichtete heute, dass das Schlaflabor des Bonifatius-Hospitals Lingen nach Meppen verlagert wird. Der Geschäftsführer der Johannes Kliniken Emsland, Martin Diek, wird von der Ems-Zeitung zitiert, man wolle durch die Bündelung und Konzentration der spezialisierten, komplexen Pneumologie und Thoraxchirurgie an einem Standort unter Einhaltung der Strukturvorgaben des Gesetzgebers zukünftig für die Region eine hochwertige und leistungsfähige pneumologische Versorgung an einem Standort im Emsland sicherstellen. Es geht darum, die Vorgaben des im März 2026 vom Bundestag beschlossenen Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) umzusetzen.

Für uns Nordemsländer rückt das Schlaflabor damit näher. Festzuhalten bleibt jedoch, dass hier ein weiterer Schritt zu einer zentralisierten Krankenhausstruktur zu beobachten ist. Die pneumologische Grundversorgung im Rahmen der Inneren Medizin bleibe selbstverständlich auch weiterhin am Standort Lingen sichergestellt, sagte der Geschäftsführer. Das Ziel des Gesetzes ist aber auch die Zentralisierung der Grundversorgung, während dezentral nur MVZ's übrig bleiben sollen. Die Beruhigungspille bezüglich der pneumologischen Grundversorgung wird auf Dauer wohl keine Wirkung entfalten. [jdm]

Donald Trump, neue Leuchtgestalt der Geschichte?

Der Irankrieg - Ein systemischer Weg zum Weltfrieden

Donald Trump

Seit vielen Jahren ist die Systemtheorie in Wissenschaft und Wirtschaft die vorherrschende Denkschule. In Politik und Öffentlichkeit scheint sie weitgehend unbekannt. Dabei könnte sie bei deren Anwendung Entscheidungen möglich machen, die in einem komplexen System, das höchst instabil ist, wie jetzt im Golf-Konflikt, zu Lösungen führen, die „die Kuh vom Eis holen würde“.

  • Zur näheren Erläuterung

Ein komplexes System ist dadurch gekennzeichnet, dass es eine Vielzahl von Variablen hat, die bekannt sind. Wenn ihre Interaktionen vorhersagbar sind, spricht man von einem stabilen System. Ein Wirtschaftsunternehmen ist ein solches. Das Management trifft Entscheidungen nach dem Prinzip Regeln und Steuern. Wenn alles wie geplant läuft, ist man erfolgreich, und man verdient Geld.

  • Systemtheorie in der Golfregion

Auch die Golf-Region könnte man als ein komplexes System begreifen. Der andauernde Konflikt zeigt, dass die Variablen (Interessen der Staaten, Dynamik der Kriegshandlungen, Auswirkungen auf die Weltwirtschaft usw) nur noch sehr begrenzt vorhersagbar sind. Das einstmals stabile System der Energiegewinnung und sicherer Handelsrouten ist im höchsten Grad instabil geworden. Eine Politik des Steuern und Regeln funktioniert nicht mehr. Schon gar nicht, wenn die Entscheider nur noch auf die „Hammer-Methode“ (Gewalt) setzen.

  • Das Problem zwischen den Ohren

Die Beiträge der meisten Experten behandeln das System im Golfkonflikt als ein komplexes und stabiles System. Sie glauben an eine Vorhersagbarkeit der Variablen. Bezeichnend ist immer wieder die Flucht in die „Hammer-Methode“. Der Einsatz von Drohnen und Raketen wird als „Musterbruch“ in der Kriegsführung „gefeiert“. Er ist keiner. Er ist nichts anderes als ein Beweis für die Instabilität, die jedem Krieg innewohnt. Eine nie endende Geschichte, die die Unfähigkeit der Entscheider zum Musterbruch (im Denken) beweist. Es geht nicht um das Gewinnen von Kriegen, sondern um das Gewinnen eines Friedens, der von den Völkern vor Ort als gerecht empfunden wird und von Dauer ist. Nur dann wird auch wieder Geld verdient, zum Wohl der Menschen in der Region und anderswo auf der Welt. Leuchtgestalten der Geschichte haben den Musterbruch vorgemacht.

  • Musterbrüche in der Geschichte

Mahatma Gandhi hat Indien ohne einen blutigen Befreiungskrieg aus der Kolonialherrschaft der Briten befreit. Charles de Gaulle hat nach einem blutigen Krieg mit 1 Mio Toten, den die französische Armee militärisch gewonnen hatte, die Algerier in die Unabhängigkeit ziehen lassen. Willi Brandt hat mit seiner Neuen Ostpolitik, die auf Entspannung setzte und nicht auf Konfrontation, das Ende des Kalten Krieges eingeleitet. Der israelische Premierminister Jitzak Rabin hat dem Palestinenserführer und „Terroristen“ Arafat die Hand zum Frieden gereicht. Sie alle wollten keine Kriege gewinnen, sondern allein Lösungen finden, die das Wohl aller zum Ziel hatte. Ob es solche Leuchtgestalten heute gibt, muss bei der Bewertung der agierenden Entscheider bezweifelt werden.

  • Eine neue Leuchtgestalt?

Wer weiß, vielleicht ist Donald Trump eine solche. Sein Agieren im Golf-Konflikt scheint, wie so oft, sprunghaft. Sie ist nicht zufällig, sondern könnte das Ergebnis einer systemischen Denkweise im Beraterstab des US Präsidenten sein. Die Amerikaner könnten militärisch diesen Krieg gewinnen. Die Kosten, die damit verbunden sind, sind vor allem in Hinblick auf einen zukünftige (fragwürdige) Friedensordnung, exorbitant und daher unvernünftig. Trump könnte Krieg benutzen, wie einst Bismarck, um das instabile System am Golf, (Israel) in eine neue Stabilität zu bringen. Der Iran wird als empfundene Bedrohung für Israel neutralisiert und über Verhandlungen in eine stabile Ordnung am Golf eingebunden. Die ist notwendig, um den globalen Handel zu stabilisieren und um Einfluss zu nehmen. Damit schafft er Voraussetzungen für einen friedlichen Dialog in der Region. In diesem Sinne ist diese angenommene Sichtweise von Trump ein Musterbruch und wieder auch nicht.

  • Krieg, ein Auslaufmodel

Der preußische General Carl von Clausewitz bezeichnete den Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Genau diesem Axiom könnte diese US Administration folgen. Sie benutzt Krieg bei der Verfolgung amerikanischer Interessen. Aber nicht im Sinne altem Denkens, das Kriege gewinnen will, sondern allein im Interesse des „America first“. Dem ist allein dadurch gedient, das der Welthandel floriert. Das wäre der Musterbruch, den die Welt braucht. Die Globalisierung ist weit gekommen. Wenn man sie im Interesse des wirtschaftlichen Wohlergehens der Völker weiter (möglichst friedlich) vorantreibt, werden Moral und Werte auf dem Fuße folgen. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Arbeitsagentur prahlt mit Sanktionen gegen Leistungsempfänger

Als Ergebnis der Hetze im letzten Herbst gegen Bürgergeldempfänger durch Vertreter der Bundesregierung, speziell der CDU, oder auch von der Bertelsmannstiftung, gibt die Arbeitsagentur in einer Titelzeile ihrer Pressemiitteilung damit an, dass sie 25 % mehr Sanktionen mit Leistungsminderungen ausgesprochen hat. Die Jobcenter hätten im Jahr 2025 rund 461.400 Leistungsminderungen ausgesprochen.

Dann kommt der kryptische Hinweis, dass im vergangenen Jahr die Leistungsminderungen gesetzlich oder regulatorisch nicht verändert wurden und dadurch die Regeln, die zuvor mehrmals verändert wurden, kontinuierlich wirken konnten. Insgesamt gab es zirka 224.100 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die von mindestens einer neu verhängten Leistungsminderung betroffen waren.

Trotz des Anstiegs komme weiterhin nur ein sehr kleiner Kreis von Kundinnen und Kunden mit Minderungen in Berührung. Im Jahr 2025 waren im Schnitt nur 0,9 (Vorjahr 0,7) Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigen von mindestens einer Leistungsminderung betroffen.

85,5 Prozent der Leistungsminderungen verhängten die Jobcenter aufgrund von Meldeversäumnissen, da Kundinnen und Kunden ohne wichtigen Grund nicht zu einem vereinbarten Termin erschienen sind. Im vergangenen Jahr entfielen zirka 394.600 Minderungen auf entsprechende Meldeversäumnisse. Aufgrund einer verweigerten Aufnahme oder Fortführung einer Arbeit, Ausbildung oder Teilnahme an einer Eingliederungsmaßnahme sprachen die Jobcenter 31.000 Minderungen aus. Dabei lässt sich statistisch nicht auswerten, ob eine Person einmalig oder mehrmals ihre Mitwirkungspflicht beim Integrationsprozess verletzt hat.

Die Höhe der durchschnittlichen Minderung lag 2025 bei 8,3 Prozent der Leistung bzw. 66 Euro. Bei einem Meldeversäumnis wird der Regelbedarf für einen Monat um zehn Prozent gemindert, sofern kein wichtiger Grund vorgelegt werden kann. Hat das Jobcenter bereits eine Leistungsminderung ausgesprochen und nimmt die Kundin bzw. der Kunde eine zumutbare Arbeit willentlich nicht auf, ist auch eine vollständige Minderung der Regelleistung möglich.

Und mit einer solchen "Erfolgsmeldung" durch die Arbeitsagentur hat die Hetze der ministeriellen Großverdiener und des Millionärs Merz sein Ziel erreicht: Arbeitslose sollen für ihre soziale Lage selbst verantwortlich gemacht werden. Jedes Opfer der derzeitigen Deindustialisierung Deutschlands durch die Kriegspolitik der Regierung soll eingeschüchtert werden, um jeden Widerstand gegen den Kurs auf Sozialabbau und Abbau von Arbeiterrechten zu unterdrücken. [jdm]

Regionalbahn hält zukünftig auch in Neermoor

Die Regionalbahn RE 15 (Münster – Emden) hält ab Anfang Mai auch in Neermoor (Gemeinde Moormerland). Der neue Haltepunkt gehe am 1. Mai 2026 in den Betrieb, teilt der Betreiber Westfalenbahn auf seiner Homepage mit – und zwar in beide Richtungen, kann man der Mitteilung entnehmen. Dies sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber was ist schon beim Schienennetzbetreiber DB InfraGO AG selbstverständlich. Ursprünglich war die Inbetriebnahme des Haltepunkts Neermoor bereits zum Fahrplanwechsel 2025/2026 geplant. Die DB InfraGO hatte den Termin jedoch verschoben.

Mit dem Halt in Neermoor bieten sich auch neue Möglichkeiten für Fahrradtouren vom Emsland nach Ostfriesland. Bisher muss man sich für einen Ein- oder Ausstieg in Leer oder Emden entscheiden. Neermoor bietet nun eine neue Option für das Ende oder den Anfang einer Radtour, bzw. für die Hin- oder Rückreisen mit der Bahn. Wer sich also den Straßenverkehr in der Stadt Emden ersparen möchte, kann bald ab dem neuen Haltepunkt direkt in die Landschaft fahren. Im aktuellen Prospekt zum Emsland-Touren-Ticket ist Neermoor übrigens schon aufgenommen.

Den neuen Fahrplan mit den genauen Abfahrtszeiten findet man hier. Wir konnten allerdings keine Veränderung gegenüber dem bisherigen Fahrplan feststellen. Vielleicht will man die beim Stopp in Neermoor entstehende Verzögerung durch mehr Tempo wieder reinholen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/form-d]

Gymnasialkirche Meppen seit Ostern wieder geöffnet

Die Gymnasialkirche in Meppen ist seit Ostern wieder an den Sonn- und Feiertagen geöffnet und kann bis in den Oktober hinein von 15 bis 18 Uhr besucht werden.

Ehrenamtlich tätige Meppener Bürgerinnen und Bürger ermöglichen den Zutritt. Sie beaufsichtigen die Kirche, während Besucherinnen und Besucher das barocke Kleinod besichtigen oder es für eine Andacht aufsuchen. Sie ist auch u. a. am Freitag, 1. Mai, an Christi Himmelfahrt, 14. Mai, Pfingstmontag, 25. Mai, und dem Tag der deutschen Einheit, 3. Oktober. Der letzte Besuchstermin ist Sonntag, 4. Oktober geöffnet.

Die heutige Schulkirche des Windthorst-Gymnasiums steht im Eigentum des Landkreises Emsland. Sie ist ein Kleinod barocker Baukunst und wurde von 1743 bis 1746 im Auftrag von Clemens August, Landesherr, Erzbischof und Kurfürst von Köln, Fürstbischof von Münster, Osnabrück, Hildesheim und Paderborn, als Jesuitenkirche und Schulkirche des 1642 gegründeten Gymnasiums Meppen erbaut. Das denkmalgeschützte Bauwerk mit kostbarer Innenausstattung hat in den vergangenen Jahren jeden Sonntag im Schnitt 100 Besucher angelockt. [Landkreis Emsland]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 13.04.2026: Lorup
Dienstag, 14.04.2026: Lehrte
Mittwoch, 15.04.2026: Lathen
Donnerstag, 16.04.2026: Meppen
Freitag, 17.04.2026: Bückelte
Samstag, 18.04.2026: Dörpen
Sonntag, 19.04.2026: Sögel
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Am 1. Mai Kaffee und Kuchen durch Schützenverein – Erlös soll Preise auf Schützenfest für Kinder senken

Der Schützenverein Wippingen veranstaltet am 01.05.26 das Kaffee und Kuchenessen beim Heimathaus mit Bier + Würstchen etc.

Flyer Schützenverein

Der gesamte erzielte Gewinn des Tages kommt 1 zu 1 dann den Wippinger Kindern beim Schützenfest zugute. Hintergrund sind die deutlich gestiegenen Preise, bspw. bei den Fahrgeschäften oder anderen Sachen. Hier will der Schützenverein (auch aufgrund des Hinweises über die gestiegenen Preise bei der Generalversammlung) eine Kompensation schaffen.

Wir hoffen auf rege Beteiligung. Ab heute (oder am Wochenende) hängt eine Liste beim Dorfladen aus, da kann man sich dann bzgl. Kuchengabe eintragen. Mehr Infos im Flyer. [Eike Schwering]

Schwarzfahren: Von den Nazis eingeführtes Sonderstrafrecht gehört endlich abgeschafft

Einen selten dämlichen Artikel konnte man heute vom Chefredakteur der NOZ, Burkhard Ewert, lesen. Er hält die von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgeschlagene Entkriminalisierung von Schwarzfahrern für einen dämlichen Vorschlag. Ewert äußert hier eine starke Meinung, appelliert an einfachste Reflexe und seine Argumente gegen die Entkriminalisierung sind derart unterkomplex, dass es schon an Debilität grenzt.

Die Entkriminalisierung von Schwarzfahrten bedeutet keineswegs, wie Ewert darstellt, dass das Kaufen von Fahrkarten plötzlich nur noch eine freiwillige Sache sei. Es bedeutet lediglich, dass sich der Staat nicht mehr als Inkassobüro für die Verkehrsbetriebe betätigen würde.

Wer bei Otto eine Kaffeemaschine bestellt und dann nicht bezahlt, oder den Kredit seiner Bank nicht mehr bedient, bekommt es in der Regel mit einem Inkassobüro zu tun. Mit dem Strafrecht hat er nichts zu tun.

Beim Schwarzfahren ist das anders, weil die Nazis 1935 den Straftatbestand des „Erschleichens von Leistungen“ (§ 265a StGB) einführten. Damit wollten sie ihr ideologisches Konzept der „Volksgemeinschaft“ strafrechtlich durchsetzen. 

Bis dahin war das „Schwarzfahren“ nicht strafbar, da kein Betrug vorlag (es wurde kein Mensch getäuscht) und kein Diebstahl (keine körperliche Sache weggenommen) vorlag. Der neue Paragraph kriminalisierte das reine „Erschleichen“ einer Leistung, auch wenn keine Schutzvorkehrungen umgangen wurden. Die NS-Ideologie betonte die Leistungsgemeinschaft. Wer Leistungen in Anspruch nahm, ohne dafür zu bezahlen, handelte gegen das „gesunde Volksempfinden“. Dies wurde als asoziales Verhalten gewertet, das sanktioniert werden musste.

Und genau damit argumentiert Ewert heute noch, wenn er schreibt „Jene Leute zu belohnen, die ein funktionierendes Netz zum Festpreis vor der Tür haben und es dann noch missbrauchen, wäre absurd.“ Um billigen Beifall durch Neid zu erheischen, stellt er in dieser Frage einen Gegensatz zwischen Metropolen und dem „Rest der Republik“ her. Er stellt eine vollkommen sinnfreie Verbindung her zwischen dem schlechten Nahverkehrsangebot auf dem Lande und der Entkriminalisierung von Schwarzfahren.

Das Problem der Strafbarkeit von Schwarzfahren durch § 265a StGB ist erstens, dass es sich hier um ein Sondergesetz handelt. Mit dem gleichen Recht könnte man ein Sondergesetz erlassen, dass das Nichtbezahlen eines Zeitungsabonnements zu einer strafbaren Handlung macht. Ewert wäre natürlich auch dafür – aber ist es richtig, Zahlungsversäumnisse mit dem Strafrecht zu sanktionieren?

Der Deutsche Anwaltsverein (DAV) ordnet die strafrechtliche Behandlung von Schwarzfahrten so ein: Jährlich gehen bundesweit etwa 150.000 Anzeigen wegen Fahrens ohne gültigen Fahrschein ein. Das Massendelikt wird häufig aus finanzieller Not heraus begangen. Verhängen Gerichte Geldstrafen, können Betroffene diese häufig nicht zahlen und kommen in Ersatzhaft. Das belaste nicht nur die Justiz und Verwaltung, sondern habe laut DAV auch keinen sozialen Nutzen: „Dabei handelt es sich um ein typisches Armutsdelikt. Die Betroffenen sind überhaupt nicht in der Lage, sich den Fahrschein oder die Strafen zu leisten“.

Der DAV hält auch nichts davon, die Strafbarkeit zur Ordnungswidrigkeit herabzustufen. Denn dann habe man es mit einem Bußgeld zu tun, das durch Erzwingungshaft eingetrieben werden könne. Auch hier komme es zur sinnlosen Inhaftierung von Menschen, die einfach nicht in der Lage sind, die Geldstrafen oder Bußgelder zu bezahlen. Bei einer vollständigen Entkriminalisierung hätte man es mit Forderungen der Verkehrsbetriebe gegen die Schwarzfahrer zu tun, die mit den üblichen Mitteln des Geschäftsverkehrs bzw. Schuldeneintreibung behandelt werden. Die Betroffenen hätten dann auch die Chance, diese Schulden z. B. durch Ratenzahlungen zu begleichen, was ja in der Regel auch (ohne eine Anzeige) geschieht.

Mehr Infos zum Thema finden Sie im Dossier "Ersatzfreiheitsstrafen: Strafender Staat bekämpft die Armen" auf LabourNet Germany. [jdm]

Emden: Ostermarschierer fordern Verhandlungslösungen und Ende deutscher Waffenlieferungen in Krisengebiete

Ostermarsch Emden
Etwa 300 Teilnehmer nahmen an der Abschlusskundgebung des Ostermarsches in Emden teil.

Gut 300 Teilnehmer konnten die Organisatoren des Emder Ostermarsches am Samstag begrüßen – unter ihnen auch einige Emsländer, die offensichtlich der Partei Die Linke zugeordnet werden konnten. Erfreulich daran war insbesondere, dass es vornehmlich junge Menschen waren, die aus dem Emsland nach Emden angereist waren.
Der Demonstrationszug und der Kundgebungsplatz waren geprägt von Fahnen und Transparenten aus Friedensinitiativen, Gewerkschaften und den Parteien BSW und Die Linke. Grüne und weitere konservative Parteien wie SPD und CDU waren zumindest nicht mit Fahnen oder Transparenten zu sehen, und dürften – abgesehen von einigen SPD-Gewerkschaftsmitgliedern – kaum unter den Teilnehmern vertreten gewesen sein.

Ostermarsch Emden
Das BSW war auch in Emden vertreten.

Während des Demonstrationszuges forderten die Teilnehmer höhere Löhne und Ausgaben für die Ausbildung statt für das Militär. Ebenso wurden Rufe nach dem Ende der deutschen Beteiligung an Kriegen und militärischen Aktionen auf der ganzen Welt durch Waffenlieferungen laut – auch war immer wieder der Ruf „Free Palestine“ zu hören.

Ostermarsch Emden 2026, Jaquelin Andres (IMI)
Jaquelin Andres (IMI) war als Hauptrednerin nach Emden gekommen.

Bei der Abschlusskundgebung am Neuen Markt hielt Jaquelin Andres von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) in Tübingen eine engagierte Rede. Deutschland sei inzwischen zum viertgrößten Waffen-Exporteur weltweit aufgerückt – nach den USA, Russland und Frankreich aber vor China. „Die Waffen aus Deutschland werden in der Ukraine eingesetzt, seit vier Jahren herrscht dort Krieg nachdem Russland einmarschierte, und die Bundesregierung befeuert mit stetigen Waffenlieferungen den Krieg, statt sich für Diplomatie und Frieden einzusetzen.
Dabei bringt der Krieg Tod und zerstört das Land, verseucht den Boden, vergiftet die Luft und über viele Kilometer bedecken mittlerweile die übriggebliebenen Glasfaserkabel eingesetzter russischer und ukrainischer Drohnen ganze Felder und Wälder und decken ganze Dörfer in schimmernde, dünnfädige Netze aus diesen Kabeln ein. Die Ukraine ist ein Labor für neue Kriegstechnologien, ein showroom der Rüstungsindustrie, die profitiert. Und die Menschen in der Ukraine? die verlieren.“

Deutschland sei zweitgrößter Waffenlieferant an Israel, obwohl der Internationale Gerichtshof es bereits im Januar 2024 für plausibel hielt, dass Israel in Gaza einen Völkermord verübe, obwohl der internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen habe, kritisiert Andres weiter.

Den Schluss ihrer Rede widmete Andres der aktuellen Situation in Emden. Aktuell prüfe das Bundesverteidigungsministerium, wo ein neuer Marinestützpunkt für die Bundeswehr entstehen soll – und Emden sei einer der möglichen Orte. Es werde behauptet: die Vertreter der Stadt hätten zum Ausdruck gebracht, dass sie, ebenso wie die Bevölkerung, eine Rückkehr der Marine an den Standort Emden begrüßen und unterstützen würden. Dazu Adres: „Lasst uns laut sein und den Vertretern der Stadt zeigen, dass die Bevölkerung Emdens den Hafen nicht begrüßt, sondern sich dagegen wehrt! Von Emden soll kein Krieg ausgehen! Emden soll weder Drehscheibe der Bundeswehr noch ein Bundeswehrstandort sein! Es soll ein Friedenshafen sein! Wir sehen in den Golfstaaten, dass Militärstützpunkte auch immer Ziele im Krieg sind. Und dass weiß auch die Geschichte Emdens!

Diese Entwicklung, dem Militär Raum zu geben und die militärische Produktion anzukurbeln, finde auch an anderen Orten statt, es rege sich aber auch immer mehr Widerstand, so Andres. Die vollständige Rede kann auf der Homepagee des Netzwerks Friedenskooperative nachgelesen werden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-de]

Anhörung zum Antrag „Tierschutzgesetz“

Mit Datum vom 13.05.2025 hat die Fraktion Die Linke einen Antrag mit dem Titel „Ein Tierschutzgesetz, das Tiere wirksam schützt“ gestellt. (Deutscher Bundestag, Drucksache 21/139)

Die Parlamentsnachrichten „heute im bundestag“ (hib) berichteten am 14.05.2025 über den Antrag:

Die Fraktion Die Linke fordert von der neuen Bundesregierung „eine echte Novellierung des Tierschutzgesetzes“ (20/12719). In ihrem Antrag (21/139) begründen die Abgeordneten die Notwendigkeit einer Reform mit dem Hinweis, das Tierschutzgesetz in seiner jetzigen Fassung sei „kein Tierschutzgesetz, sondern ein ,Profitierschutzgesetz’“.
In dem Antrag mit dem Titel „Ein Tierschutzgesetz, das Tiere wirksam schützt“ fordern die Parlamentarier unter anderem, „zu präzisieren, dass rein wirtschaftliche Gründe keinen vernünftigen Grund darstellen“, um Tieren „Schmerzen, Leiden und Schäden“ zuzufügen. Zudem sollten Lebendtiertransporte in Tierschutzhochrisikostaaten sowie Transporte, deren Dauer über vier Stunden hinausgehen, verboten werden. Die Anbindehaltung solle in fünf Jahren abgeschafft werden, als einzige Ausnahme solle die Ausübung bestimmter Arbeiten wie des Melkens erlaubt bleiben. Die Qualzucht solle durch eine „handhabbare Symptomliste“ konkretisiert werden, in der garantiert wird, dass „auch Qualzuchten in der Landwirtschaft verboten werden“.Die Linken-Fraktion fordert außerdem, nicht-kurative Eingriffe weiter zu reduzieren und diese Eingriffe „nur nach Negativ-Abwägung aller Alternativen dazu sowie nur unter Betäubung stattfinden zu lassen“. Außerdem solle das Amt des Bundestierschutzbeauftragten im Bundeskanzleramt angesiedelt werden. Anerkannte Tierschutzorganisationen sollten auf Bundesebene das Verbandsklagerecht erhalten.

Hierzu findet am Montag, 13. April 2026 von 15.30 bis 17.30 Uhr eine Anhörung statt, die auf https://www.bundestag.de/ übertragen wird. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Blutspenden in Renkenberge

Logo SV Renkenberge

Der nächste Blutspendetermin des SV Renkenberge ist am Montag, den 20. April 2026 ab 16:30 Uhr im Gemeindehaus.  

Blut spenden in Renkenberge

Da die Versorgungslage mit Blutpräparaten immer noch sehr angespannt ist, werden immer noch dringend Blutkonserven benötigt. Wir bitten daher zum zahlreiche Teilnahme. Ab dem 18. Lebensjahr darf jeder Blut spenden. Bitte bringen Sie einen gültigen Personalausweis mit.  

Da ein dringender Bedarf an Erstspendern besteht, würden wir uns freuen, wenn wir viele Spender und Erstspender begrüßen können!   

Blut spenden in Renkenberge
Blut spenden in Renkenberge

Im Jahr 2026 sind folgende weitere Spendetermine vorgesehen:
Mo. 20. Juli 2026 ab 16:30 Uhr und
Mi. 28. Oktober 2026 ab 16:30 Uhr, jeweils im Gemeindehaus. [Alwin Illenseer]

Welt-Roma-Tag: Antiziganismus immer noch verbreitet

Flagge der Roma
Flagge der Roma

Aus Anlass des heutigen Welt-Roma-Tags beklagte der Antiziganismus-Beauftragte der Bundesregierung, Michael Brand, eine fortdauernde Feindseligkeit gegen Sinti und Roma in Deutschland. "Antiziganismus ist weiterhin ein drängendes Problem in unserer Gesellschaft", sagte Brand am Internationalen Tag der Roma.

Viele Sinti und Roma zeigten aus Angst vor Ablehnung ihre Identität nicht offen. "Das dürfen wir nicht gleichgültig hinnehmen", mahnte er. Der Begriff Antiziganismus beschreibt eine Abneigung oder Feindschaft gegenüber Sinti und Roma.

In Deutschland leben etwa 120.000 Sinti und Roma, davon 70.000 mit deutscher Staatsbürgerschaft. Zu den in Deutschland lebenden Roma und Sinti zählen die deutschen Sinti, die seit etwa 600 Jahren im deutschsprachigen Gebiet leben, sowie Roma, die bereits seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland leben. Die Vorfahren der Sinti wanderten vor etwa 1000 Jahren aus Indien nach Norden. Die Gesellschaft im Deutschland des späten Mittelalters war sehr statisch ständisch organisiert und nicht in der Lage, fremde Menschen zu integrieren. Sogar Menschen aus anderen Städten, Arme, aus dem Kriegsdienst entlassene Soldaten oder entwurzelte landlose Bauern wurden abgelehnt und mussten ein rechtloses Leben leben. Die Sinti teilten in Deutschland das rechtlose Leben mit den einheimischen Opfern der ständischen Ordnung, den so genannten Vagabunden und Kesselflickern.

Jeweils am 16. Mai wird der internationale Gedenktag an die Opfer des Holocaust an den Sinti und Roma Europas begangen.

Seit 1998 haben Sinti und Roma in Deutschland den Status einer nationalen Minderheit. Das heißt, dass sie juristisch besondere Schutzrechte genießen, und dass ihre Sprache und ihre Kultur besonders gefördert werden. Sinti und Roma gelten mit geschätzten 12 Millionen Menschen als die größte ethnische Minderheit Europas.

Eine Initiative der Bundesländer Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen den Schutz der vier nationalen Minderheiten (dänische Minderheit vorwiegend in Schleswig-Holstein, die friesische Volksgruppe in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, das sorbische Volk in Brandenburg und Sachsen und die deutschen Sinti und Roma im gesamten Bundesgebiet) durch die Aufnahme in das Grundgesetz zum Staatziel zu machen, wurde im Februar 2026 von der Bundesregierung abgelehnt. [jdm/Grafik Public Domain]

Fundsache: Fahrrad

Wem gehört dieses Fahrrad? Es steht in der Herzogstraße zwischen Wester und Hackmann. [Birgit Kuper-Gerdes]

USA drohen offen mit Kriegsverbrechen – Deutschland leistet auch dafür militärische Unterstützung

US-Präsident Trump drohte Iran mit dem Untergang einer ganzen Zivilisation. Damit dreht der US-Präsident vollkommen frei. Die westeuropäischen Staaten unterstützen ihn dabei nicht offiziell, aber sie haben bisherige Kriegsverbrechen und Völkerrechtsbrüche der USA und Israels aktiv unterstützt. Deutschland hilft den USA mit der Erlaubnis, die Airbase Ramstein für die Angriffe auf den Iran zu nutzen weiterhin aktiv.

Trump drohte bei einer Pressekonferenz zum Iran-Krieg im Weißen Haus: "Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein".

UN-Generalsekretär António Guterres hat an die USA appelliert, von Angriffen auf die zivile Infrastruktur in Iran abzusehen. Solche Attacken seien nach dem Völkerrecht verboten, erklärte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Selbst wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könne, wäre ein Angriff dennoch untersagt, wenn er das Risiko eines "übermäßigen unbeabsichtigten Schadens für Zivilisten" berge.

Die Tagesschau meldet, dass sich die meisten Experten einig seien, dass die Bombardierung ziviler Infrastruktur, wie Brücken oder Kraftwerke, ein Kriegsverbrechen darstelle. Doch US-Präsident Trump seien solche Einschätzungen offenbar egal. Bei einer Pressekonferenz habe er gesagt, er mache sich "überhaupt keine Sorgen" darüber, Kriegsverbrechen zu begehen, falls er anordnet, Irans Brücken und Kraftwerke zu zerstören. "Jede Brücke in Iran wird am Dienstag um Mitternacht zerstört. Ohne eine Vereinbarung mit Iran werden auch alle Kraftwerke demoliert." Und weiter erklärte er: "Ich mache mir keine Sorgen über Kriegsverbrechen. Wissen Sie, was ein Kriegsverbrechen ist? Eine Atombombe zu haben."

Die USA haben zahlreiche Krankenhäuser und die Wasserversorgung des Landes angegriffen. Durch die iranische Taktik, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, werden - ebenfalls völkerrechtswidrig - lebenswichtige Wasserentsalzungsanlagen in den Golfstaaten zerstört.

Im Libanon und im Westjordan ist Israel ebenfalls dabei, durch die Zerstörung von ziviler Infrastruktur die Einwohner zu vertreiben und Platz zu schaffen für israelische Siedler. Sowohl die Zerstörung von Infrastruktur, als auch die Inbesitznahme des fremden Landes sind völkerrechtlich verboten.

In den Zusatzprotokollen von 1977 zum Genfer Abkommen heißt es in Art. 52 zum Allgemeinen Schutz ziviler Objekte, dass zivile Objekte weder angegriffen noch zum Gegenstand von Repressalien gemacht werden dürfen. Zivile Objekte sind alle Objekte, die nicht militärische Ziele im Sinne des Absatzes 2 sind. Angriffe sind streng auf militärische Ziele zu beschränken. Soweit es sich um Objekte handelt, gelten als militärische Ziele nur solche Objekte, die einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellen. Im Zweifelsfall wird vermutet, dass ein in der Regel für zivile Zwecke bestimmtes Objekt, wie beispielsweise eine Kultstätte, ein Haus, eine sonstige Wohnstätte oder eine Schule, nicht dazu verwendet wird, wirksam zu militärischen Handlungen beizutragen.

Nach Art. 54 über den Schutz der für die Zivilbevölkerung lebensnotwendigen Objekte Ist das Aushungern von Zivilpersonen als Mittel der Kriegführung ist verboten. Es ist verboten, für die Zivilbevölkerung lebensnotwendige Objekte wie Nahrungsmittel, zur Erzeugung von Nahrungsmitteln genutzte landwirtschaftliche Gebiete, Ernte und Viehbestände, Trinkwasserversorgungsanlagen und vorräte sowie Bewässerungsanlagen anzugreifen, zu zerstören, zu entfernen oder unbrauchbar zu machen, um sie wegen ihrer Bedeutung für den Lebensunterhalt der Zivilbevölkerung oder der gegnerischen Partei vorzuenthalten, gleichviel ob Zivilpersonen ausgehungert oder zum Fortziehen veranlasst werden sollen oder ob andere Gründe massgebend sind.

Im Art. 56 über den Schutz von Anlagen und Einrichtungen, die gefährliche Kräfte enthalten, werden nämlich Staudämme, Deiche und Kernkraftwerke, auch dann unter Schutz vor Angriffen gestellt, wenn sie militärische Ziele darstellen, sofern ein solcher Angriff gefährliche Kräfte freisetzen und dadurch schwere Verluste unter der Zivilbevölkerung verursachen kann. Andere militärische Ziele, die sich an diesen Anlagen oder Einrichtungen oder in deren Nähe befinden, dürfen nicht angegriffen werden, wenn ein solcher Angriff gefährliche Kräfte freisetzen und dadurch schwere Verluste unter der Zivilbevölkerung verursachen kann.

Durch den jetzigen Krieg der USA und Israels gegen den Iran und durch die vorbehaltlose Unterstützung des offensichtlichen völkerrechtswidrigen Vorgehens Israels in Gaza, im Westjordanland und im Libanon durch die westlichen Demokratien, wurde das Völkerrecht derartig kompromittiert, dass es womöglich schon dem Untergang geweiht ist. Aber ohne ein Völkerrecht, dass zumindest eine gewisse Zuverlässigkeit bei der Einhaltung von Verträgen garantiert, kann es überhaupt keine Friedensordnung geben.

Jeder Tag, den z. B. die deutsche Regierung das barbarische Vorgehen der USA praktisch unterstützt (trotz der verbalen Ablehnung des Krieges), wird das Völkerrecht weiter erodiert. Und die Menschen werden weltweit unsäglichen Qualen ausgesetzt. [jdm]

Eiersuche mit Fehlstart!

Die Ostereiersuche im Pfarrgarten begann in diesem Jahr mit einem Fehlstart. Die Kinder konnten das Startsignal nicht abwarten und stürmten schon vor dem Startsignal los. Für einen kurzen Moment herrschte ein fröhliches Durcheinander ehe es dann offiziell losging.

Bei frischem, aber sonnigem Wetter wurde eifrig gesucht und mitunter auch etwas geschummelt...

Benno mit dem Goldenen Ei
Herzlichen Glückwunsch Benno!

Besonders spannend war die Suche nach dem goldenen Ei, welches vom Osterhasen besonders gut versteckt war. Schließlich wurde das Ei von Benno Hackmann gefunden. Herzlichen Glückwunsch Benno! Am Ende waren die Körbchen gut gefüllt und alle Kinder (und Erwachsenen) begeistert von der wieder einmal gelungenen Aktion. 

Ob wirklich alle Eier gefunden wurden, kann an den Ostertagen gerne überprüft werden. [Kathrin Richert]

Zehntausende bei den Ostermärschen für Abrüstung, Diplomatie und gegen die Wehrpflicht

An deutlich über 100 Orten im gesamten Bundesgebiet haben über das Osterwochenende zehntausende Menschen für Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen demonstriert. Im Fokus der diesjährigen Proteste standen der entschiedene Widerstand gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht, die drohende Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Europa sowie die drängende Forderung nach sofortigen Waffenstillständen in der Ukraine und im Nahen Osten.

Das Netzwerk Friedenskooperative zieht eine positive Bilanz der diesjährigen Aktionstage. Die rege Beteiligung zeige, dass der Wunsch nach einer nachhaltigen Friedenspolitik fest in der Mitte der Gesellschaft verankert sei. Positiv wertet das Netzwerk Friedenskooperative die Einbindung von jungen Menschen, die sich in Streikkomitees organisieren und gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht engagieren. Bei zahlreichen Ostermarsch-Aktivitäten, traten diese als Redner*innen auf. Insgesamt lag die Beteiligung mit mehreren zehntausend Menschen auf dem Niveau des Vorjahres mit einer leichten Tendenz der Steigerung.

„Die Menschen auf den Straßen haben am Osterwochenende unmissverständlich klargemacht: Wir brauchen eine zivile und soziale Zeitenwende, keine militärische! Die ständige Beschwörung der „Kriegstüchtigkeit“ und die immer weiter steigenden Rüstungsausgaben nehmen wir nicht hin. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich konsequent auf Diplomatie statt auf Aufrüstung zu setzen. Maßstab der deutschen Außenpolitik muss das Völkerrecht sein und Verstöße gegen das Völkerrecht sollten immer klar benannt werden – ganz gleich wer sie verübt“, erklärt Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative im Hinblick auf die bisherige Positionierung der Bundesregierung zum völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran. [Netzwerk Friedenskooperative]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Dienstag, 07.04.2026: Esterwegen
Mittwoch, 08.04.2026: Lingen
Donnerstag, 09.04.2026: Bersede
Freitag, 10.04.2026: Geeste
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sporttombola 2026 – Lose ab sofort erhältlich.

Claudia Ganseforth

Der SV Wippingen verkauft wieder Lose für die Sporttombola. Der Verkauf findet an allen Heimspielen der 1ten Herren statt. Zwischendurch werden wir auch auf diversen öffentlichen Veranstaltungen anwesend sein.

Solltet Ihr uns dennoch verpassen, ruft doch gerne bei Sophie Schwering unter Tel. 015207949753 an. [Claudia Ganseforth]

Kein Krieg ohne die US-Air Base Ramstein

Militärschlag gegen Iran: Ohne diese US-Basis in Deutschland wäre der Angriff nicht möglich gewesen.

Eine unvollständige Zusammenstellung von Reiner Braun (IPB)

Schon Wochen vor dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran am 28.02.2026 hat es vielfältige Hinweise auf seine Vorbereitung gegeben. So herrschte auf der Ramstein Air Base ein intensiver Betrieb. Transportmaschinen vom Typ Boeing C-17 Globemaster III und Lockheed C-130 Hercules landeten und starteten „im Minutentakt“, so das Portal austrianwings.info; dazwischen zivile Boeing-747-Frachter der Atlas Air im Auftrag des amerikanischen Militärs.

Dies war die logistische Choreografie eines Krieges, der Tausende Kilometer entfernt geführt wird – aber ohne das pfälzische Drehkreuz in dieser Form kaum denkbar wäre.

In den Tagen vor dem Angriff wurde immer deutlicher: Ein Flughafen im Ausnahmezustand. Flugdatenauswertungen und Beobachtungen von Luftfahrtexperten dokumentierten einen drastischen Anstieg der Flugbewegungen. Personal und Material wurden über Ramstein in Richtung Naher Osten verlegt – etwa über Al Udeid (Katar) und andere Basen. Ramstein fungierte dabei als das, was es seit Jahrzehnten ist: das zentrale Scharnier zwischen dem amerikanischen Heimatkontinent und den Einsatzgebieten jenseits des Mittelmeers.

Ein Flugzeug stach besonders hervor. Am 25. Januar 2026 landete eine EA-37B Compass Call auf der Ramstein Air Base – der erste beobachtete Einsatz dieses Flugzeugtyps auf europäischem Boden überhaupt, so das Portal defensenetwork.com. Die Maschine, die auf dem Rumpf einer Gulfstream G550 basiert und die veraltete EC-130H ersetzt, ist kein gewöhnliches Militärflugzeug. Sie ist das modernste Werkzeug der U.S. Air Force für elektronische Kriegsführung. Die EA-37B ist darauf spezialisiert, feindliche Radar-, Kommunikations- und Navigationssysteme zu stören und zu unterdrücken. Ihr Herzstück ist das Saber-System – ein hoch entwickeltes Paket für elektronische Angriffe. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 767 mph und einer im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich reduzierten Besatzung operiert die EA-37B schneller und flexibler als das Vorgängermodell.

Dass ausgerechnet dieses Flugzeug nach Ramstein verlegt wurde, ist aus militärischer Perspektive hoch signifikant. Jeder Angriff auf iranische Nuklearanlagen würde nach militärischer Logik zunächst die Unterdrückung gegnerischer Luftverteidigungssysteme erfordern. Die Ankunft der EA-37B könnte auf eine Ausbildung, Tests oder eine mögliche Positionierung für Operationen im Nahen Osten hindeuten.

Ramstein diente dabei nicht nur als Tankstation, sondern als Koordinationspunkt – ein Ort, an dem Einsatzplanung, Logistik und elektronische Kampfführung zusammenlaufen. Die Air Base Ramstein ist das Nervenzentrum für die Kriegsführung. Die Funktion Ramsteins für die Operationen der USA gegen Iran geht weit über sichtbare Flugbewegungen hinaus. Die Air Base beherbergt eine Infrastruktur, die in ihrer strategischen Bedeutung kaum zu überschätzen ist: ein Feld von Satellitenantennen, das als Relaisstation für die Steuerung unbemannter Luftfahrzeuge dient.

Das Prinzip ist dabei so simpel wie folgenreich: Dronhnenpiloten sitzen in den USA. Ihre Steuerbefehle laufen über Glasfaserkabel nach Ramstein, werden dort an Satelliten weitergeleitet und von diesen an die Drohnen in den Einsatzgebieten übertragen. Umgekehrt fließen Live-Videobilder und Sensordaten auf dem gleichen Weg zurück. Aufgrund der Erdkrümmung ist eine direkte Satellitenverbindung zwischen dem amerikanischen Kontinent und dem Nahen Osten technisch kaum realisierbar. Ramstein ist die einzige Satelliten-Relaisstation der USA in der erforderlichen Reichweite. Ohne diesen Zwischenschritt kämen Steuerbefehle zu langsam an, präzise Flugmanöver und Zielerfassung wären stark eingeschränkt.

In Ramstein ist zudem ein Teil des „Distributed Common Ground System“ (DCGS) angesiedelt – jenes Analysenetzwerks, in dem Echtzeit-Bilddaten von Drohnen und Aufklärungsflugzeugen ausgewertet werden. Teams von Analysten sichten dort laufend Videomaterial, unterstützen die Zielauswahl und speisen ihre Erkenntnisse in die Entscheidungskette ein.

Ehemalige Drohnenoperatoren haben in Aussagen vor Untersuchungsausschüssen und gegenüber investigativen Medien bestätigt, dass praktisch alle Videofeeds und Missionsdaten zunächst in Ramstein ankommen, bevor sie an Piloten, Auswerter und Entscheidungsträger weitergeleitet werden.

Für die Iran-Operationen bedeutet das: Selbst wenn kein einziger Kampfjet von Ramstein aus gestartet ist und keine einzige Bombe dort beladen wurde (beides kann mit Recht bezweifelt werden angesichts des gigantischen Munitionslagers in Ramstein), lief ein erheblicher Teil der Kommunikations- und Datenströme, die den Angriff ermöglichten, über pfälzischen Boden.

Die Debatte über die Rolle Ramsteins in der Kriegsführung der USA besonders bei der Drohnensteuerung ist nicht neu. Sie begann mit den Enthüllungen über das amerikanische Drohnenprogramm im Jemen, in Somalia und in Pakistan, als Whistleblower und investigative Journalisten die technische Architektur hinter den „gezielten Tötungen“ offenlegten. Doch mit den Angriffen auf Iran hat diese Debatte eine neue Dimension erreicht.

Denn während die Drohnenangriffe im Jemen sich gegen nichtstaatliche Akteure richteten – Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, später die Huthis –, handelt es sich bei den Angriffen auf Iran um militärische Operationen gegen einen souveränen Staat, gegen dessen reguläre Streitkräfte und dessen Nuklearinfrastruktur. Die völkerrechtlichen Implikationen sind fundamental andere. Deutschland wird durch die Bereitstellung der Ramstein-Infrastruktur zum Mittäter, trägt Mitverantwortung an völkerrechtswidriges Handeln

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die amerikanischen und israelischen Angriffe auf das iranische Atomprogramm politisch unterstützt. Iran dürfe „niemals Atomwaffen erwerben“, erklärte er – eine offenkundige Falschaussage. Die Nutzung von Ramstein wird von ihm nicht thematisiert – ein Schweigen, mit dem die Bundesregierung Schuld auf sich lädt.

Es bleibt bei der zentralen Forderung der Kampagne: die Air Base muss geschlossen werden – um des Friedens willen. [Pressenza]

STARCHILD & MEGALIZZ – Metal Night am 18. April 2026 in Börger

STARCHILD & MEGALIZZ – Metal Night am 18. April 2026

Ein besonderer Abend für alle ‚Metalheads‘ kündigt sich an: Am Samstag, den 18. April 2026, bringt der Kulturverein Pro Börger e.V. mit den Bands STARCHILD und MEGALIZZ zwei absolute Power-Acts auf die Bühne des Gemeinde- und Kulturzentrums Börger. 

Die Power Metal Band STARCHILD, 2014 von Sandro Giampietro gegründet, hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll Fahrt aufgenommen. Ihr drittes Album „Battle of Eternity“ wurde sowohl Fans als auch der Fachpresse gefeiert. 

Außerhalb der Metal-Szene ist Giampietro insb. durch seine Zusammenarbeit mit Helge Schneider. Bereits 1995 wurde er von Schneider entdeckt und spielte zunächst bis 1997 sowie seit 2006 dauerhaft in dessen Band. Zudem hat er am Film „The Klimperclown“ (2025), anlässlich von Schneiders 70. Geburtstag, u. a.  als Co Regisseur mitgewirkt. In Sögel und Umgebung hat er sich zudem als Teil der Gruppe „Allegro“ einen Namen gemacht. 

Die Band MEGALIZZ steht für modernen Metal ohne stilistische Einschränkungen und wurde dafür in Fachmagazinen wie dem ‚Metal Hammer‘ oder ‚Rock Hard‘ gelobt. Live konnte sich MEGALIZZ bereits auf zahlreichen lokalen Festivals beweisen.

Der Vorverkauf ist bereits gestartet: Tickets für das Konzert am 18. April 2026 sind ab sofort erhältlich bei:  Janinas Nahkauf, Börger; im Gemeindebüro Börger oder online unter www.pro-boerger.de. [Gemeinde Börger]

Nabu-Angebot im April: Unterwassererkundung und Wiesenvögel

Jahresprogramm Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzgruppen im nördlichen Emsland

Im April bietet die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzgruppen im nördlichen Emsland zwei Veranstaltungen an.

Am Samstag, 25.04.2026, von 10.00 – 13.00 Uhr trifft man sich am Seitenkanal Gleesen, Bokeler Straße, Aschendorf, zur „Unterwassererkundung mit der Tauchdrohne“. Gemeinsam erforschen die Teilnehmer mit zwei Tauchdrohnen das Gewässer am Seitenkanal Gleesen an der Bokeler Straße und bekommen spannende Einblicke in die Welt unter Wasser
Ansprechpartner: Thomas Großmann 0151/16943092

Ebenfalls am Samstag, 25.04.2026, von 09.00 – 12.00 Uhr findet das Treffen am Klärwerk in den Leher Wiesen statt. Thema sind die „Wiesenvögel in den Leher Wiesen“. Hier handelt es sich um eine gemeinsame Veranstaltung der AG Naturschutz mit den Leher/Dörpener Bauern und dem Hof Lampen in den Emsauen (Solawi).
Ansprechpartner: Kalle Augustin 04961/71852 [jdm]

Ostermarsch am Samstag in Emden

Ostermarsch 2026

Für das Emsland sind in diesem Jahr keine Ostermärsche auf der Homepage der Friedenskooperative zu finden. Alternativ bietet sich die Teilnahme am ostfriesischen Ostermarsch in Emden an.

Der Auftakt findet um 11 Uhr am Emder Hauptbahnhof statt. Anschließend folgt eine Demonstration durch die Emder Innenstadt. Die Abschlusskundgebung ist für 12:15 Uhr am Neuen Markt vorgesehen.

Als Hauptrednerin wird Jaquelin Andres von der Informationsstelle Militarisierung, Tübingen, sprechen. Für Musik sorgt Svenja Burmeester. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Zoll: Groß angelegte Durchsuchungsaktion in der Geflügelhaltung in den Landkreisen Emsland, Rotenburg/Wümme und Cloppenburg

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück durchsuchten 80 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Osnabrück am 26. März 2026 mehrere Wohnungen und Firmen in den Landkreisen Emsland, Rotenburg/Wümme sowie Cloppenburg.

Eine bulgarische Firma steht im Verdacht, seit Sommer 2023 georgische Staatsbürger im Rahmen eines fiktiven Werkvertrages für Firmen im Raum Emsland und Cloppenburg in der Geflügelausstallung eingesetzt zu haben, ohne dass diese im Besitz einer Arbeitserlaubnis für Deutschland gewesen sind.

In den Arbeitnehmerunterkünften wurden 24 georgische Staatsbürger angetroffen, für die bereits nachgewiesen werden konnte, dass sie in Deutschland ohne Arbeitsgenehmigung gearbeitet haben. Zeitgleich wurden auf einem Bauernhof neun georgische Staatsbürger bei Hähnchenfangarbeiten angetroffen, die ebenfalls nicht im Besitz der erforderlichen Aufenthaltstitel waren.

Aus den bereits vorangegangen Ermittlungen konnten zuvor weitere 40 georgische Staatsbürger ohne Arbeitsgenehmigung festgestellt werden, die ebenfalls derselben bulgarischen Firma zuzuordnen waren. Die Ermittlungen werden unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Osnabrück von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Osnabrück weitergeführt. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Menschen halbkrank schreiben? Eine miese Idee!

Ganz begeistert äußert sich der NOZ-Kommentator Lucas Wiegelmann über den Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit für eine Einführung eines Teilkrankengeldes („Menschen halbkrank schreiben? Gute Idee!“). In der NOZ-Online-Ausgabe ist es sogar eine „Super“ Idee. Und dann kommt eine Begründung, bei der man merkt, Wiegelmann weiß leider nicht, worüber er redet.

Der Vorschlag der Finanzkommission ist keine „Gute Idee“, sondern der Vorschlag für die Abschaffung eines Rechtes: Wer krank ist, soll nicht mehr unbedingt Zuhause bleiben können. Wieviel Geld der/die Kranke während des krankheitsbedingten Arbeitsausfalls bekommt, soll der Arzt mit der Krankschreibung ad hoc entscheiden.

Die stufenweise Wiedereingliederung nach längerer Krankheit, über die Wiegelmann dann schreibt, gibt es schon lange. Sie ermöglicht es, nach längerer Krankheit schrittweise zur vollen Arbeitsbelastung zurückzukehren. Der behandelnde Arzt erstellt einen individuellen Stufenplan, dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer zustimmen müssen. Während dieser Zeit gelten Beschäftigte als arbeitsunfähig und erhalten Krankengeld, keine Gehaltszahlung vom Arbeitgeber. 

Dass Wiegelmann hier eine „gute Idee“ entdeckt, liegt nur daran, dass er nicht Bescheid weiß, aber der Abschaffung von Arbeitnehmerrechten vollkommen unkritisch gegenüber steht. [jdm]