Atommüll: Online-Sprechstunde zum Wippinger Salzstock

Am Freitagabend fand die Online-Sprechstunde der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zu unserem Salzstock bei Wippingen (Salzstock Wahn, Teilgebiet 024_00TG_029_00IG_S_s_z) statt. Sie können den Verlauf der Veranstaltung auf Youtube nachvollziehen.

An der nächsten Veranstaltung zum Salzstock zwischen Börger und Spahnharrenstätte (Teilgebiet 030_00TG_048_00IG_S_s_z ) kann man am Montag, den 2. November 2020, 18:00 Uhr teilnehmen. [jdm/Grafiken: Screenshots Online-Sprechstunde BGE]

3D-Modell des Salzstocks Wahn
3D-Modell des Salzstocks Wahn
3D-Modell des Salzstocks Wahn
3D-Modell des Salzstocks Wahn

Atommüll: Infoveranstaltungen der BGE zu den Salzstöcken im Emsland

Zur Online-Sprechstunde zum Salzstock bei Lathen
Online-Sprechstunde zum Salzstock bei Lathen

Am Mittwochabend fand eine Online-Info-Veranstaltung der
Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zum Salzstock bei Lathen/Fresenburg (Teilgebiet 028_00TG_040_00IG_S_s_z ) statt. Bei diesem als Sprechstunde bezeichneten Format, zu dem für Teilnehmer keine vorherige Anmeldung nötig war, informierte die BGE in einem Livestream über das Verfahren zur Endlagersuche für den Atommüll und über die bisherigen Erkenntnisse zu diesem speziellen Salzstock. Die Zuschauer konnten in einem Chat Fragen stellen oder Anregungen geben, die dann von den beiden ExpertInnen und dem Moderator beantwortet wurden.

3D-Modell des Salzstocks bei Lathen
3D-Modell des Salzstocks bei Lathen

Die Veranstaltung kann auf Youtube auch jetzt im Nachhinein angeschaut werden. Für einen Einstieg in das Thema ist diese Veranstaltung auf jeden Fall interessant. U. a. war auch das nebenstehende 3D-Modell des Salzstocks zu sehen.

Die 3 Salzstöcke im nördlichen Emsland
Die 3 Salzstöcke im nördlichen Emsland auf der Teilgebietskarte

Für den Wippinger Salzstock (Teilgebiet 024_00TG_029_00IG_S_s_z ) ist am Freitag, den 30. Oktober 2020, 20:00 Uhr, eine solche Veranstaltung geplant. Auch über den Salzstock zwischen Börger und Spahnharrenstätte (Teilgebiet 030_00TG_048_00IG_S_s_z ) kann man sich informieren am Montag, den 2. November 2020, 18:00 Uhr. [jdm]

Salzstock Wahn ist ein Teilgebiet

Screenshot der interaktiven Karte des BGE

Der Salzstock bei Wippingen, der unter dem Namen Wahn geführt wird, ist einer der benannten Teilgebiete für ein Atommülllager. In der Kurzfassung des "Steckbriefes" wird trotz zweier "nichtgünstiger" Bedingungen die mögliche Eignung für ein Endlager festgestellt:

"Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten. " Hier geht es zur Langfassung des Steckbriefes ...

Auch zwei Salzstöcke bei Börger/Spahnharrenstätte und Fresenburg/Lathen werden als geeignet betrachtet.

Weiter gelten das Tongestein in weiten Bereichen des nördlichen Emslandes (Tertiäres Tongestein) und des südlichen Emslandes (Prätertiäres Tongestein) als geeignet. Das Gleiche gilt für die Steinsalzformationen von Berßen bis Lingen. [jdm]

Atommüll: Am Montag wird’s ernst

Titelbild des BGE-Magazins „Einblicke“

Am Montag, den 28. September 2020 veröffentlicht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den Zwischenbericht Teilgebiete. Er markiert nach der Sprachregelung des BGE das Ende der weißen Landkarte: Denn erstmals werden Teilgebiete genannt, die eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung erwarten lassen. Zudem werden die Gebiete beschrieben, die nicht für ein Endlager in Frage kommen, weil sie eines oder mehrere Ausschlusskriterien erfüllen.

Protestschild der BI von 1976
Der Salzstock Wahn
Der Salzstock Wahn

Allgemein wird erwartet, dass der Salzstock Wahn einer der benannten Standorte sein wird. Sie sehen hier auf einer Karte den Salzstock gelb markiert. Diese Karte wurde in den 1970er Jahren genutzt, um den Ort für die damals geplante Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage zu markieren (schwarze Balken). Damals sollte in einem Radius von 6 km jede Wohnbebauung verschwinden: Somit wären die Orte Wippingen, Werpeloh und Renkenberge ausradiert worden. In dem Salzstock sollte zudem ein Endlager für den Atommüll entstehen.

Treckerdemo auf dem Bohrplatz beim Uhlenberg am 29.11.1976
Treckerdemo auf dem Bohrplatz beim Uhlenberg am 29.11.1976

Die Frage der Wiederaufbereitungsanlage hat sich nach dem Scheitern von Wackersdorf endgültig erledigt. Ein Lager für den schier endlos strahlenden Atommüll sucht man immer noch. Und jetzt sind die Atomkonzerne nah dran, sich ihren Wunsch erfüllen zu lassen. Die Verantwortung für den Müll haben sie gegen eine Einmalzahlung von 24 Mrd. € in einen Fonds an den Staat abtreten können. Und jetzt sind die staatlichen Konkursverwalter der Atomindustrie auf dem Weg, der Bevölkerung mit vorgespielter Transparenz und angeblicher Wissenschaftlichkeit einen Standort aufzuzwingen. Am Montag ab 10 Uhr soll die Liste auf der Homepage des BGE öffentlich zur Verfügung stehen. [jdm]

Morgen online an Veranstaltung zum Atommüll teilnehmen

Für die Veranstaltung des Bündnis AgiEL - Atomkraftgegner*innen im Emsland mit Helge Bauer von "ausgestrahlt" am 16. September um 19 Uhr zur aktuellen Entwicklung der Standortsuche und der Frage: Wie lässt sich ein schlechtes Lager verhindern? konnte in Wippingen kein öffentlicher Raum mit W-LAN gefunden werden. Sie können aber von Zuhause aus online daran teilnehmen, denn die Veranstaltung findet in Form einer Videokonferenz statt, kann aber auch am Telefon verfolgt werden. Sie dauert zwischen 60 bis 90 Minuten.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich. Alle Angemeldeten bekommen die Zugangsdaten, technische Hinweise und Informationen zum Ablauf der Veranstaltung.

Das Emsland könnte von der Suche nach einem Standort für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktiven Atommüll betroffen sein. Denn hier gibt es Gesteinsvorkommen, die grundsätzlich für das Suchverfahren infrage kommen. Dazu gehört auch das Salzvorkommen im Dreieck von Wippingen, Renkenberge und Werpeloh. [jdm]