Für die Wahlhelfer wird es ein langer Abend

Wahlhelfer v. l. Magda Nehe, Johannes Grote, Norbert Westhoff, Lana Poker
Wahlhelfer v. l. Magda Nehe, Johannes Grote, Norbert Westhoff, Lana Poker

Im Wippinger Wahllokal bildeten sich heute tatsächlich Schlangen vor den Wahlkabinen. Das lag nicht nur daran, dass so viele wählen wollten, sondern auch am Wahlvorgang selbst. Fünf Wahlzettel getrennt nach Landratswahl, Kreistagswahl, Samtgemeindebürgermeisterwahl, Samtgemeinderatswahl und Gemeinderatswahl, mussten ausgefüllt werden und wieder gefaltet werden.

Das wird auch für die Wahlhelfer ein langer Abend. Zuerst werden die Briefwahlstimmen geöffnet und erfasst, danach die Stimmzettel zur Landratswahl erfasst. Danach folgen absteigend die Auszählungen der anderen Wahlen. Wegen der vielen Arbeit wurde das Wahlhelferteam um zwei Helfer auf insgesamt zehn Personen aufgestockt. Neu im Team ist Lana Poker, die den Platz der im Februar verstorbenen Kordula Johanning eingenommen hat. In der Nachmittagsschicht sorgten darüber hinaus Magda Nehe, Johannes Grote und Norbert Westhoff für den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen.

Die Wahlergebnisse können ab Beginn der Auszählungen nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr im Votemanager eingesehen werden. Mal sehen, ob die Neudörpener auch heute wieder zu den Schnellsten gehören. [jdm]

Tag des offenen Denkmals: Wertvolle Wahrzeichen öffnen am 13. September ihre Türen

Auch in diesem Jahr lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit zum Tag des offenen Denkmals ein. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ liegt am Sonntag, 13. September, der Fokus auf Denkmalen, die uns Menschen wie Netzwerke verbinden und damit Gesellschaft möglich machen.

Das können Ankerpunkte für Versorgung oder Verkehr wie Brücken, Schiffe, Kraftwerke, Behörden, Schulen oder Krankenhäuser sein. Im übertragenen Sinn ruft das Motto aber auch dazu auf, sich am Tag des offenen Denkmals selbst zu vernetzen – mit Besuchern, Denkmalschützern und Denkmaleigentümern. Im Landkreis Emsland können insgesamt 19 regionale historische Bauwerke besichtigt werden. Darunter sind auch folgende historische Wahrzeichen in Trägerschaft des Landkreises Emsland: Gedenkstätte Esterwegen, Schloss Clemenswerth, Gymnasialkirche, Alte Rheder Kirche.

Die Wippinger Mühle ist dann auch von 14 bis 18 uhr zu besichtigen. Das genaue Programm sowie weitere Infos hier.

Heede: Entscheidung über Neubau eines Aussichtsturms weiterhin offen

Betonfundament im Heeder Moor – Rückbau ungewiss
Betonfundament im Heeder Moor – Rückbau ungewiss

Vor dreizehn Jahren, also im Jahr 2013 ließ die Gemeinde Heede einen von Holzpilzen geschädigten, hölzernen Aussichtsturm im Neuheeder Moor abbauen. Die vier Stützen des Turms wurden oberhalb der stählernen Fundamentanschlüsse abgesägt, und das Fundament mit der Bodenplatte und die eingelassenen Anschlussanker blieben im Boden. Die Fläche befindet sich im Eigentum des Landes Niedersachsen, wo die Zuständigkeit in das Umweltministerium fällt. Hier ist die nachgeschaltete Behörde „Staatlichen Moorverwaltung“ für die Verwaltung der Moorflächen zuständig. Diese befasste sich aber lange nicht mit dem Rückbau des Fundaments, obwohl in einem Gestattungsvertrag auch der Rückbau geregelt ist.

Bereits im April 2025 hatten wir uns beim Niedersächsischen Umweltministerium nach den Plänen der Landesregierung bezüglich des Rückbaus des Fundaments erkundigt. Die Staatliche Moorverwaltung habe die Gemeinde Heede aufgefordert, im Hinblick auf die noch bestehenden, vorhandenen baulichen Einrichtungen (Punktfundamente aus Beton) im Heeder Moor einen ordnungsgemäßen Zustand herzustellen, wurde uns damals mitgeteilt.

Eineinhalb Jahre später befindet sich das Fundament noch immer im Moorboden. Der Gemeinde ist es zwischenzeitlich gelungen, mit der Ankündigung eines Neubaus auf dem vorhandenen Fundament die Rückbauverpflichtung außer Kraft zu setzen. Allerdings stellt die Gemeinde einen Neubau nur unter der Voraussetzung in Aussicht, dass hierfür Fördergelder eingeworben werden können.

Obwohl die Entscheidung über einen Neubau des Turms noch nicht gefallen ist, wurde bereits ein neuer Gestattungsvertrag entworfen, der auch den Rückbau aller eingebrachten Anlagen regeln soll, falls bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mit den Arbeiten zum Ersatzneubau begonnen wird. Den „bestimmten Zeitpunkt“ teilte uns die Moorverwaltung allerdings nicht mit.

Somit bleibt der Vorgang in der Schwebe, und dieser Zustand kann sich hinziehen, wie der bisherige Verlauf dieser Angelegenheit zeigt. Ein wichtiger Termin könnte die Landtagswahl im September 2027 sein. Dann könnten sich die Zuständigkeiten im Umweltministerium ändern und es könnte anschließend eine Neubewertung der Lage erfolgen, falls das Ministerium danach einer anderen Partei übertragen wird. Damit würden sich die Chancen für einen großzügigen Verzicht des Landes auf den Rückbau des Fundaments erhöhen. Ein Jahr ist keine Ewigkeit, und mit einer geschickten Verzögerungstaktik lässt sich diese Zeit sicherlich überbrücken. Immerhin hat man in Heede bereits 13 Jahre ohne Fundamentrückbau überstanden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Kundgebung zum Antikriegstag: Sich nicht auf eine Seite der Kriegsparteien stellen, sondern eine Haltung gegen den Krieg entwickeln

Andreas Kuper
DGB-Kreisvorsitzender Andreas Kuper

„Der Antikriegstag soll uns Menschen daran erinnern, was während des 2. Weltkrieges passiert ist, in der Hoffnung, dass solche Greueltaten nie wieder geschehen. 81 Jahre nach dem Ende dieses furchtbaren Krieges ist jedoch das Gegenteil der Fall“, stellte der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Andreas Kuper in seiner engagierten Eröffnungsrede auf der Gedenkkundgebung am Sonntag zum Antikriegstag auf der Begräbnisstätte Esterwegen fest.

Der Antikriegstag sei 1957 vom DGB ins Leben gerufen worden. Und immer noch fänden in unzähligen Ländern Kriege statt, in denen unschuldige Menschen ermordet würden, weil es machtgierige geldgeile Diktatoren, Autokraten und regulär gewählte Politiker gebe, die sich über andere Menschen stellten und teilweise sogar die Lebensberechtigung ganzer Bevölkerungen infrage stellten, wie es unlängst der israelische Minister Itamar Ben-Gvir getan habe. Solche Aussagen würden auch noch indirekt durch fehlende Statements dagegen unterstützt.

Kundgebung in Esterwegen

Auch in Deutschland werde derart massiv militärisch aufgerüstet, das sie einige Nachbarländer erschrecke. „Es wird von Kriegsfähigkeit gesprochen und junge Menschen sollen gezwungen werden, wieder mit Waffen gegen andere Menschen zu kämpfen. Von einer starken direkten Beteiligung unserer Regierung bei Friedensgesprächen kommen dabei weniger Meldungen zutage.“ Es sei erschreckend, dass der Mensch in diesem Land immer weniger wert sei und die starke Entwicklung der Waffenindustrie als positiv empfunden werde, teilweise sogar von Gewerkschaften. Während Milliarden an Steuergeldern für Kriegswaffen ausgegeben würden, werde für das Wohlergehen der Menschen in Deutschland immer mehr Geld gestrichen.

Corinna Bittner
Corinna Bittner
  • Der Wehrdienst wird zunehmend als sicherheitspolitische Notwendigkeit behandelt

Corinna Bittner, die Leiterin des Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Papenburg, erinnerte als Hauptrednerin auch an die Tradition des Antikriegstages als Reaktion auf die Gründung der Bundeswehr 1955, nur 10 Jahre nach dem Ende des Krieges, der über Jahre hinweg Europa geprägt habe: die Besatzung europäischer Länder bedeutete Hunger, Gewalt und Unterdrückung der Zivilbevölkerung, mit Waffen voranschreitend begingen Wehrmachtssoldaten zahlreiche Kriegsverbrechen, die extremsten Formen der Verfolgung, die Shoah und der Genozid an den Sinti und Roma, wurden durch den Krieg erst in dieser Weise möglich.

Sie erinnerte an den Moorsoldaten Ludwig Baumann, der in den 1940er Jahren desertierte und von einem Militärgericht verurteilt wurde. Ursprünglich zum Tode verurteilt wurde Baumann in ein so genanntes Bewährungsbataillon eingezogen und somit wieder zum Kriegsdienst gezwungen. Seine Weigerung, für die Nationalsozialisten Gewalt auszuüben führte nach 1945 jedoch nicht zu Anerkennung, geschweige denn einer finanziellen Entschädigung für die in der Haft erlittene Gewalt und die Traumatisierungen. Deserteure als Widerstandskämpfer gegen den faschistischen Krieg wurden erst 2009 vom Bundestag anerkannt.

„Heute stehen wir, wenn wir über den Kriegsdienst in der Bundesrepublik sprechen, weniger konkret vor einer solchen Frage. Wir befinden uns hier heute nicht im Kriegszustand. Aber nicht zuletzt das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, das Anfang 2026 in Kraft getreten ist, zeigt eine gesellschaftliche und politische Veränderung im Umgang mit dieser Frage. Der Wehrdienst wird zunehmend als sicherheitspolitische Notwendigkeit behandelt, die Debatte um die Verweigerung gerahmt von der Vorstellung, durch die Bundeswehr könne und müsse unsere Demokratie und unsere Freiheit verteidigt werden.“

Nicht die Verpflichtung, die 2011 ausgesetzt wurde, solle die Menschen dorthin ziehen, sondern Freiwilligkeit. Dazu setze die Bundeswehr auf diverse Strategien. Die steigende Zahl von Besuchen von Jugendoffizieren in Schulen, die fortwährende Präsenz von Werbung im öffentlichen Raum sowie Tiktok - und Instagramkanäle normalisierten den Wehrdienst zunehmend. Zur Bundeswehr zu gehen, wirke mitunter wie eine sichere Zukunfts- und Karriereentscheidung. Nur dass Kriegsdienst am Ende immer das Potenzial berge, zu töten oder sich töten zu lassen, zu sehen wie Menschen sterben, und auch sich an Kriegsverbrechen zu beteiligen. Das alles sei in den Informations- und Werbekampagnen der Bundeswehr nicht zu sehen.

Zeitgleich hätten wir aktuell und global diverse Kriege, in denen es tatsächlich auch um Verteidigung geht. Sie könne und werde sich zu keinem dieser Kriege konkret äußern. Weder Ukrainer:innen und Russ:innen noch Israelis und Palästinenser:innen, Kongoles:innen oder die Menschen im Sudan würden auf ihre Meinungen zu diesen Kriegen, die jeden Tag ihr Leben bedrohten, warten; Kriege, die sie selbst nicht begonnen hätten und in denen sie selbst nicht bestimmen dürften, ob, wo wann wie gekämpft werde. Aber eines könne man festhalten: Krieg ist etwas zutiefst Undemokratisches.

Kranzniederlegung am Ossietzky-Denkmal
Kranzniederlegung am Carl-von-Ossietzky-Denkmal

Sich auf die eine oder andere Seite der Kriegsparteien zu stellen, sei keine Option, wenn man etwas gegen den Krieg tun wolle. Aber man könne eine Haltung zu diesen Themen entwickeln, sich dazu über unsere Geschichte und Verantwortung klar werden und schließlich Antworten auf andere Kriege wahrnehmen und diskutieren, die jenseits der Positionierung für oder gegen die eine oder andere Kriegspartei lägen.

Unsere Haltung könne und dürfe auch heute pazifistisch sein. Selbstverständlich sei die Aussage, absoluter Pazifismus sei realitätsfern, korrekt. Die Realität sei nun mal, dass Staaten und nichtstaatliche Organisationen Kriege beginnen und fortführen. Das Nazi-Regime sei auch militärisch besiegt worden. Eine absolut pazifistische Haltung gegenüber anderen Formen und Ausprägungen des Pazifismus solle man nicht überhöhen Wie die meisten Überzeugungen und Ideologien, die wir haben, bedeuteten diese immer ein Spektrum und eine Entwicklung. Auch Carl von Ossietzky sei erst durch seine Erfahrungen und Beobachtungen des Ersten Weltkriegs zum Pazifisten geworden. Beides, ein pragmatischer oder relativer Pazifismus seien wichtig und berechtigt. Wir müssten Frieden und Gewaltlosigkeit nicht in ihrer Absolutheit einfordern, wenn wir unseren Humanismus vertreten wollten und uns eine friedlichere Welt wünschen. „Wir brauchen jeden Pazifismus, jede Kritik am Krieg und jedes noch so vorsichtige Hinterfragen.“

Dita & Patrick

Mögliche Antworten auf konkrete Kriegssituationen seien auch heute Verweigerung, Desertion und eine ausgreifende Kritik an jeglicher Kriegsbeteiligung. So könnten wir unseren Blick auf Kriegsdienstverweiger:innen in Israel richten, auf diejenigen Palästinenser:innen blicken, die die Organisation, Ideologie und die Mittel der Hamas ablehnen und sich für eine weiterhin friedliche Lösung des Konfliktes einsetzten. Menschen in Russland kritisierten den Krieg gegen die Ukraine. Menschen in der Ukraine entzögen sich der Wehrpflicht. Menschen im Sudan verließen ihr Zuhause und begäben sich auf tödliche Fluchtrouten. Ihre Stimmen müssten wir besser hören und ihre Geschichten ebenso erzählen, wie die von Deserteuren der Wehrmacht.

„Ich wünsche mir auch, dass wir unser Grundrecht auf Verweigerung als Verpflichtung verstehen, diesen Menschen Sicherheit zu gewähren. Dass wir unsere Geschichte als Erinnerung daran verstehen, dass Krieg Leid für die Zivilbevölkerung aber auch für diejenigen bringt, die freiwillig oder unfreiwillig in die Gewaltausübung als Soldat:innen geraten.“

Die Veranstaltung wurde musikalisch von Dita & Patrick begleitet. Zum Abschluss wurde gemeinsam das Moorsoldatenlied gesungen. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 07.09.2026: ---
Dienstag, 08.09.2026: Lathen
Mittwoch, 09.09.2026: Meppen
Donnerstag, 10.09.2026: Herbrum
Freitag, 11.09.2026: Bückelte
Samstag, 1^209.2026 ---
Sonntag, 13.09.2026: Spahnharrenstätte
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Bundesweiter Warntag am Donnerstag, den 10.09.2026

Sirene auf der Wippinger Mehrzweckhalle

Am Donnerstag, den 10.09.2026 findet der jährlich wiederkehrende bundesweite Warntag statt. Die Auslösung der Sirenen erfolgt zentral durch die Leitstelle. Um 11:00 Uhr ertönt der Warnton “Warnung“ und um 11:45 Uhr der Warnton “Entwarnung“ über die Sirenen.

Signalfolge:
11:00 Uhr: Warnung: 1 Minute auf- und abschwellender Heulton
11:45 Uhr: Entwarnung: 1 Minute Dauerton

Zusätzliche Warnmittel: Zusätzlich werden Warnmeldungen über das Modulare Warnsystem (MoWaS)  über die Warn-Apps "NINA" (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) und "KATWARN"  und das sogenannte Cell Broadcast (automatische Versenden von Warnungen an Mobilfunkgeräte) ausgelöst.

Auf der Homepage des Landkreises Emsland findet ihr unter der Rubrik „Wirtschaft und Struktur“ einen interaktiven Viewer, der zeigt, welche Sirenen in Eurer Umgebung im Ernstfall oder zu Übungszwecken ausgelöst werden.

Weitere Informationen zum bundesweiten Warntag findet Ihr auch auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): www.warnung-der-bevoelkerung.de [Marlies Berling]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 07.09.2026 bis Freitag, den 11.09.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53), Renkenberge – Wahn (K168) und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Jan Deters kandidiert auf der Liste der Linken im Wahlbereich Dörpen/Nordhümmling/Rhede

Bei diesem Beitrag handelt es sich um Wahlwerbung in eigener Sache.

Jan Deters
Stimmzettel Wahlbereich 2

Angesichts von nicht gekannten Angriffen auf unsere soziale Sicherheit, die als Renten-, Krankenversicherungs- oder allgemeine Sozialreformen verkauft werden, möchte ich dem Widerstand entgegensetzen, da, wo das Leben tatsächlich stattfindet: vor Ort. Ich habe mich deshalb entschlossen, im Wahlbereich 2, der die Samtgemeinde Dörpen, die Samtgemeinde Nordhümmling und die Gemeinde Rhede umfasst, auf der Liste der Linken für den Kreistag zu kandidieren.

Die Aufrüstung und das Anheizen des Krieges in der Ukraine sind nicht nur ein Talkshowthema. Sie sind eine reale Bedrohung. Wir erleben sie dadurch, dass das Geld fehlt für Schulen, für Straßen, für den Öffentlichen Nahverkehr, für eine ortsnahe Gesundheitsversorgung und kulturelle Angebote. Im schlimmsten Fall erleben wir die Aufrüstung dadurch, dass unsere Freunde und Kinder als Wehrpflichtige an ihrem Leben bedroht sind oder dass wir Ziele in einem heißen Krieg werden. Die Landkreise, das Gesundheitssystem und auch die Bildungseinrichtungen werden von den Kriegstreibern in ihre Kriegsvorbereitungen einbezogen. Dagegen müssen wir uns wehren.

Als gebürtiger Wippinger habe ich mich mit den Bürgern meines Heimatortes gegen die Zerstörung unserer Dörfer durch eine Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage und ein Atommüllendlager gewehrt. Und wir hatten Erfolg. Auch als versucht wurde, die Klimakrise zu ignorieren und in Dörpen ein Kohlekraftwerk zu bauen, war ich mit vielen Aktiven dabei, diesen Irrweg zu verhindern.

Mit dem Dorf-Blog Hallo-Wippingen.de kommentiere ich seit 25 Jahren das Zeitgeschehen. Doch jetzt glaube ich, dass es nötig ist, aktiv den Sozialstaat und die kommunale Selbstverwaltung vor denen in Schutz zu nehmen, die im Verbund mit den Rüstungskonzernen unser aller Leben in ihren Dienst nehmen wollen.

Als gesetzlicher Betreuer habe ich täglich mit denjenigen zu tun, die wegen Behinderung und Erkrankung auf den besonderen Schutz der Gemeinschaft angewiesen sind. Das schärft den Blick dafür, was es bedeutet, wenn es keine bezahlbaren Wohnungen gibt, wenn Anträge nicht rechtzeitig bearbeitet werden, wenn keine Busse fahren, wenn es keine Arzttermine gibt. Der Landkreis kann hier Vieles erreichen, und das sollte auch im Interesse der Bürger ausgeschöpft werden.

Ich bitte Sie also um Ihre Stimme bei den Kreistagswahlen am 13. September. [jdm bzw. Jan Deters]

Messstelle Neubörger zeigt sehr niedrigen Grundwasserstand

Grundwassermessstelle in Neubörger

Im Rahmen seiner Tätigkeiten als Gewässerkundlicher Landesdienst Niedersachsens (GLD) betreibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zahlreiche Grundwassermessstellen in ganz Niedersachsen, die je nach Fragestellung unterschiedlichen Messnetzen und Messprogrammen innerhalb des Gewässerüberwachungssystems Niedersachsen (GÜN) zugeordnet sind.

Eine Messstelle  befindet sich im Ortskern von Neubörger in der Nähe der Mehrzweckhalle. Für diese Messstelle zeigt die im Internet einsehbare Tabelle der Messwerte aktuell (aber auch in den Tagen zuvor) die Klassifikation „sehr niedrig“, konkret 2,57 m unter Geländeoberkante (GOK). Damit liegt der Grundwasserstand aktuell 10 cm niedriger als vor einem Jahr, als der niedrigste Wert Anfang September 2,47 m betrug.

Die Einstufung „sehr niedrig“ gilt zurzeit für 100 von 161 Messstellen in Niedersachsen. Konkret bedeutet dies, dass der aktueller Tageswert 15 % niedriger liegt als der Mittelwert des jeweiligen Monats im Referenzzeitraum, also im Zeitraum 1991-2020.

Wir haben beim NLWKN nachgefragt, warum die Messstelle „Wippingen“ nicht in den veröffentlichten Daten erscheint. Diese wurde im Jahr 2018 erbaut und ist seitdem im Landeseigentum, wird uns dazu mitgeteilt. Der Filter befindet sich 7,89 – 9,89 m unter der Geländeoberkante. Sie ist als Landesmessstelle in den Programmen „Grundwassergüte“ und „Grundwasserstand“ geführt. Im Rahmen der Messstellenauswahl zum landesweiten Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ wurde auch diese Messstelle hinsichtlich ihrer Aufnahme in das Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ überprüft und bewertet. Aufgrund der dargestellten hohen fachlichen Anforderungen wurde die Messstelle „Wippingen“ nicht in das landesweite Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ integriert. Diese Messstelle verfügt nicht über einen entsprechend langen und zusammenhängenden Beobachtungszeitraum (Datenreihe), der nach bundesweiten Vorgaben in der Regel 30 Jahre und mehr für das genannte Messprogramm betragen soll. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Bündnis gegen Depression: Entspannung in Sögel und Singen in Papenburg

Ob Bewegung, Kreativität, gemeinsames Kochen, Entspannung oder Singen - das Emsländische Bündnis gegen Depression bietet vielfältige Möglichkeiten, Gemeinschaft zu erleben und etwas für die eigene psychische Gesundheit zu tun. Und es wächst weiter: Mit einem neuen Entspannungsangebot in Sögel und einem Singkreis in Papenburg entstehen zwei weitere Möglichkeiten, die psychische Gesundheit zu stärken und Gemeinschaft zu erleben.

Ab sofort findet wöchentlich jeden Mittwoch ein offenes Entspannungsangebot unter der Leitung von Petra Wenske beim Kreissportbund, Schlaunallee 11A, in Sögel statt. Im Mittelpunkt stehen Ruhe, Entschleunigung und neue Kraft für den Alltag.

In Papenburg lädt ab Dienstag, 27. Oktober, einmal wöchentlich um 16.30 Uhr der Singkreis „Heilsames Singen“ unter der Leitung von Charlotte Mohrs zum gemeinsamen Singen ein. Nicht die musikalische Leistung zählt, sondern die positive Wirkung auf Körper und Seele. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet in den Räumen der Musikschule Papenburg, An der Marktkirche 10, statt.

Weitere Informationen zum Bündnis sind hier zu finden. Anmeldungen nimmt der Sozialpsychiatrische Dienst beim Landkreis Emsland unter der Rufnummer 05931/44 11 88 und der E-Mail-Adresse gesundheit-spdi@emsland.de entgegen. [Landkreis Emsland]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 31.08.2026: Aschendorf
Dienstag, 01.09.2026: Dörpen
Mittwoch, 02.09.2026: Freren
Donnerstag, 03.09.2026: Papenburg
Freitag, 04.09.2026: Haselünne
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 31.08.2026 bis Freitag, den 04.09.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53), Renkenberge – Wahn (K168) und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs mit Strom

Bekämpfung Japanischen Staudenknöterich - rechts Revierleiter Clausius Fricke und UnternhemerJakob Bothe mit E-Lanze, Foto: Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten erproben derzeit auf Waldflächen der Revierförsterei Kleckerwald des Forstamtes Sellhorn ein innovatives Verfahren zur Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs. Die aus Ostasien stammende invasive Pflanzenart breitet sich seit einigen Jahren entlang von Straßenrändern und an Übergängen zur angrenzenden Bebauung aus und hat inzwischen auch den Kleckerwald erreicht. Um eine weitere Ausbreitung möglichst frühzeitig einzudämmen, hat das Niedersächsische Forstamt Sellhorn das Unternehmen „Böse-Blumen“ aus Empelde bei Hannover mit der Bekämpfung beauftragt.

Zum Einsatz kommt dabei eine sogenannte Elektrolanze – ein Verfahren, das ohne Pflanzenschutzmittel auskommt und gezielt gegen die unerwünschte Pflanze wirkt. Fachlich begleitet werden die Arbeiten von Revierförster Claudius Fricke sowie Nils Mischke, Förster für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Sellhorn.

„Der Japanische Staudenknöterich zählt zu den problematischsten invasiven Pflanzenarten in Mitteleuropa. Er bildet dichte Bestände, verdrängt heimische Pflanzen und verändert dadurch ganze Lebensräume. Deshalb ist ein frühzeitiges Eingreifen besonders wichtig“, erläutert Förster Claudius Fricke.

Die Elektrolanze arbeitet nach dem Prinzip der elektrophysikalischen Pflanzentötung. Über eine Handlanze wird Strom direkt in die Pflanze geleitet. Eine im Boden verankerte Bezugselektrode schließt dabei den Stromkreis. Die elektrische Energie erhitzt das Wasser in den Pflanzenzellen innerhalb kürzester Zeit, wodurch die Zellstruktur zerstört wird. Die Wasserversorgung der Pflanze bricht vollständig zusammen und sie stirbt ab.

Da der Japanische Staudenknöterich ein besonders tiefreichendes und widerstandsfähiges Rhizomgeflecht bildet, werden Spannungen von bis zu 5.000 Volt eingesetzt, um auch die unterirdischen Pflanzenteile nachhaltig zu schädigen. Je nach Entwicklungsstand der Bestände sind mehrere Behandlungen erforderlich, bis die Pflanze vollständig abgestorben ist.

Gegenüber mechanischen Verfahren wie regelmäßigem Mähen oder dem Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bietet die Elektrolanze mehrere Vorteile: Benachbarte Pflanzen werden nicht geschädigt, Insekten bleiben unbeeinträchtigt und es gelangen keine Herbizidrückstände in den Boden oder das Grundwasser. Damit stellt das Verfahren eine besonders umweltschonende Alternative für sensible Waldstandorte dar.

In Lorup testet man derzeit ebenfalls das Verfahren. Hier spricht die Dorf-App davon, dass mit 8000 Volt gegen die Pflanze vorgegangen wird. Das Lohnunternehmen Niemann Agrotech aus Holdorf bekämpft die Loruper Bestände im Bereich Hövel. Der Knöterich drohte von einem Wegeseitenraum auf eine angrenzende Ackerfläche überzugehen.

Die Umsetzung gelang durch eine direkte Absprache im Dorf: Die betroffene Pächterfamilie verzichtete kurzfristig auf die Maisbestellung, um die Fläche freizumachen. Vorausgegangen war ein Fachgespräch, an dem der Gemeinderat, der Bauhof, der Bezirksforst, der Wasser- und Bodenverband, der Landwirtschaftliche Ortsverein sowie die untere Naturschutzbehörde beteiligt waren.

Die eingesetzte Maschine wandelt die Energie der Schlepper-Zapfwelle in 8.000 Volt Gleichstrom um und gibt die Spannung über Applikatoren an die Pflanzen ab.

Neben dem Staudenknöterich eigne sich das Verfahren auch gegen das invasive Erdmandelgras, das vereinzelt bereits auf dem Hümmling aufgetreten sei und dessen Ausbreitung dringend gestoppt werden müsse. Zudem sei die Strombehandlung eine hervorragende Alternative für die Unkrautbekämpfung auf versiegelten Flächen.

Der Rat der Gemeinde Lorup hat ein zweijähriges Pilotprojekt beschlossen, das der Bauhof zur Erfolgskontrolle begleitet. Das Verfahren ist auch interessant für andere Anwender wie Nachbargemeinden, Landwirte oder gewerbliche Nutzer. Weitere Informationen hierzu können bei der Gemeinde Lorup erfragt werden. [jdm/Landesforsten.de/Lorup APP]

Arbeitslosigkeit im Emsland leicht gesunken

Die Arbeitslosigkeit ist im Emsland im August 2026 gesunken. 7.014 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 123 Personen weniger (-2 Prozent) als im Juli und 359 Personen bzw. 5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent und war emslandweit identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent.

Auf dem ersten Blick hat sich die Arbeitslosigkeit auch im Geschäftsstellenbezirk Papenburg positiv entwickelt, denn gegenüber dem Vorjahresmonat sank der Bestand an Arbeitslosen um 9 Prozent. Dieser Rückgang wurde allerdings nicht im Monat August verzeichnet, sondern bereits im Monat Juli. Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit in Papenburg und Umgebung sogar leicht um 4 Personen gegenüber dem Juli 2026 auf 1.804 gestiegen. Sie beträgt nun 4,3 Prozent, in Sögel dagegen nur 3,2 Prozent. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Tag des Offenen Denkmals: Wippinger Mühle kann besichtigt werden

Der Heimatverein Wippingen öffnet am Tag des offenen Denkmals, dem 13. September 2026, die historische Mühle für Besucher. Zwischen 14 und 17 Uhr können Interessierte die Mühle besichtigen und an fachkundigen Führungen teilnehmen, die spannende Einblicke in die Geschichte und Funktionsweise des Denkmals geben. [Stefan Kellner]

Antikriegstag 2026: Friedensfähig statt kriegstüchtig! – DGB lädt zur Kundgebung zum Antikriegstag

In einer Pressemitteilung wirbt der DGB-Kreisverband dafür, den Antikriegstag gemeinsam auf der Begräbnisstätte Esterwegen zu begehen.

"Die internationalen Entwicklungen erfüllen den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften mit größter Sorge. Das Weltgeschehen wird zunehmend geprägt durch die Großmachtansprüche der USA, Chinas und Russlands. Für deren Durchsetzung schrecken sie auch vor der Anwendung und Androhung militärscher Gewalt nicht zurück. Wir erheben unsere gewerkschaftliche Stimme dagegen und halten unbeirrbar an unserem Grundsatz fest: „Nie wieder Krieg!“

Wir brauchen keine Politik, die dem Recht des Stärkeren und einer permanenten „Kriegstüchtigkeit“ das Wort redet, sondern eine Sicherheitspolitik, die die Freiheit schützt und sich zum Ziel setzt, die sozialen, ökonomischen und politischen Ursachen von Krieg und Gewalt zu beseitigen. Wir treten als Gewerkschaften ein für eine Politik der Friedensfähigkeit, in deren Mittelpunkt die zivile Friedenssicherung durch Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und eine faire Handelspolitik steht.

Zum Gedenken und Mahnen findet am Sonntag, den 06.09.2026, um 18.00 Uhr, an der Begräbnisstätte KZ Esterwegen (an der B 401) die Mahnveranstaltung und Kranzniederlegung statt. Nach einer Begrüßung durch den DGB-Kreisverbandsvorsitzenden, Andreas Kuper, gibt es eine von Rede Corinna Bittner, Leiterin Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager. Zur musikalischen Untermalung werden Dita&Patrick spielen." [PM DGB]

Fahrradtour mit Führung im Schloss Clemenswerth

Zur Fahrradtour zum Schloss Clemenswerth lädt der Heimatverein am Sonntag den 20.09.2026 ein.

Wir starten um 13:00 Uhr am Heimathaus und freuen uns um 14:00 Uhr in Werpeloh auf Kaffee und Kuchen. Um 15:00 Uhr geht es nach Clemenswerth, wo uns eine Führung erwartet.

Der Preis für Getränke und Kuchen beträgt 10 Euro. Kinder sind unsere Gäste. Alle die Lust haben teilzunehmen sind herzlich willkommen und sollten sich bis zum 15.09.26 anmelden. Tel.: 04966/ 277 oder 017696001129 [Stefan Kellner]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 24.08.2026: Wesuweermoor
Dienstag, 25.08.2026: Meppen
Mittwoch, 26.08.2026: Klein Hesepe
Donnerstag, 27.08.2026: Salzbergen
Freitag, 218.08.2026: Lengerich
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 24.08.2026 bis Freitag, den 28.08.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53) und Renkenberge – Wahn zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Zukunftswochen 2026: Digitalisierung zum Anfassen in Papenburg und Dörpen

Flyer IT Tage

Vom 7. September bis 9. Oktober bringt das Zentrum für digitale Entwicklung vier Wochen lang kostenfreie Impulse, Workshops und Einzelgespräche direkt in die Region – für kleine und mittlere Unternehmen.

Unter dem Motto „Digital denken, zukunftsfähig handeln“ starten am 7. September 2026 die Zukunftswochen in Papenburg und Dörpen. Das Zentrum für digitale Entwicklung, ein Projekt der IT-Dienstleistungsgesellschaft mbH Emsland (it.emsland), bringt digitale Kompetenz für rund vier Wochen direkt vor die Haustür der Betriebe. Kleine und mittlere Unternehmen erwartet ein kostenfreies Programm aus Vorträgen, praxisnahen Workshops, vertraulichen Einzelgesprächen und Vernetzungsformaten.

Die Zukunftswochen sind als Roadshow angelegt: Statt Unternehmen an einen zentralen Ort einzuladen, gastiert das Zentrum für digitale Entwicklung nacheinander in den Kommunen der Region – in diesem Herbst gemeinsam in Papenburg und Dörpen. „Digitalisierung ist mehr als Technik“ lautet der Leitgedanke. Im Mittelpunkt stehen konkrete Impulse, der Austausch auf Augenhöhe und passgenaue Lösungen für den einzelnen Betrieb.

Inhaltlich reicht das Programm von Künstlicher Intelligenz über Datennutzung und Social Media bis hin zur konkreten Umsetzung im Betrieb. Ein besonderes Angebot sind die vertraulichen Einzelgespräche „Auf ’n Schnack“: In geschütztem Rahmen erhalten Unternehmen eine ehrliche Einschätzung ihrer Situation und eine Empfehlung für den nächsten Schritt. Vernetzungsformate wie Stammtische und ein gemeinsames World Café bringen die lokale Wirtschaft zusammen.

Die Teilnahme an den Angeboten der Zukunftswochen ist für die Unternehmen kostenfrei. Möglich wird dies durch die Förderung im Rahmen der Zukunftsregion Ems-Vechte, kofinanziert von der Europäischen Union. Eröffnet werden die Zukunftswochen mit der Auftaktveranstaltung „Digital denken, zukunftsfähig handeln“ am 7. September im Rathaus Dörpen. Den Abschluss bildet am 9. Oktober die Bilanzveranstaltung „Digital gedacht, zukunftsfähig gehandelt“. Das vollständige Programm und die Anmeldung finden Interessierte unter emsland.it/zukunftswochen. [Samtgemeinde Dörpen]

Hafen Dörpen: Historischer Schlepper „Alk“ am DUK-Kai hat eine abwechslungsreiche Geschichte

Motorschiff Alk im Dörpener Hafen 08/2026
Seit ca. 10 Tagen liegt der historische Schlepper Alk im Dörpener Hafen

Seit über einer Woche liegt an der östlichen Kai des Dörpener Hafens ein Schlepper mit dem Namen „Alk“, der offensichtlich nicht gerade der jüngsten Generation dieses Schiffstyps zuzuordnen ist. Die Herkunft aus der Epoche der 1920er-Jahre sieht man am typischen Steilkiel, der dem Schiff ein markantes, historisches Aussehen verleiht – eine Kielform, die bei der Hyperion-Klasse der Aida-Kreuzfahrtschiffe eine Renaissance erlebt.

Eine Nachfrage bei der Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr mbH (DUK), die die Hafenanlage betreibt, ergab, dass das Schiff nicht angemeldet wurde und somit auch nicht mit Zustimmung der DUK hier festgemacht hat. Unsere erste Überlegung, dass der Schlepper vielleicht als maritimes Schauobjekt für das Dörpener Hafenfest Ende August 2026 in den Hafen geholt wurde, erwies sich leider als falsch.

Nach Rücksprache mit der Wasserschutzpolizei konnte die Pressestelle der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim mitteilen, dass das Schiff bekannt sei und der Eigner eine Frist erhalten habe, um das Traditionsschiff zu reparieren, da es laut seinen Angaben wohl defekt wäre. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt verweist auf unsere Nachfrage an den Hafenbetreiber, also an die DUK, die für die Nutzung des Hafens zuständig sei.

Da der Schlepper unser Interesse geweckt hatte, haben wir weiter recherchiert. Am 13.06.2007 titelte die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg „‘Alk‘ vor Schrottpresse retten“. Der Motorschlepper „Alk“ sei mit seinen (damals) 83 Jahren eine echte Rarität, denn auf der Unterweser (wo der Schlepper im Einsatz war) gebe wohl keinen vergleichbaren Schlepper mehr, der über eine Binnen- und Seezulassung verfüge und der dazu noch von einer direktgekuppelten Diesel-Hauptmaschine MWM RHS 348 SU mit 525 PS bei 375 U/min aus den 1960er-Jahren angetrieben werde. Deshalb wollten einige Mitglieder des Schiffervereins im Vegesacker Museumshaven den Schlepper retten und vor der Verschrottung bewahren.

Weiter berichtete die Zeitung, dass der Motorschlepper „Alk“ im Jahr 1924 auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut wurde, damals allerdings unter den Namen „Assistent 1“. Das ist allerdings nicht richtig, wie man einer Mitteilung der Meyer-Werft an uns entnehmen kann, denn Baunummer 357 wird in den Werftunterlagen als Bali geführt, dies war der erste Name des Schleppers. Das Archiv der Werft enthüllt folgende Informationen:

Als ursprünglicher Schiffstyp wird „Hafenschlepper“ angegeben, der von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Die Probefahrt und die Überführung nach Emden erfolgten im März 1924. Bis 1939 war der Schlepper im Hamburger Hafen im Dienst, wurde dann aber nach Laboe „abkommandiert“. Nach Kriegsende erhielt der Eigner den Schlepper zurück.

Im Jahr 1950 wurde das Schiff nach einem Verkauf in „Assistent I“ umbenannt. 1951 erfolgte dann schon ein Weiterverkauf an einem Schleppbetrieb an der Weser. Auch hier wurde das Schiff wieder an einen anderen Betrieb verkauft.

Anfang der 1960er-Jahre sank der Schlepper nach einer Kollision mit einem Motorschiff auf der Hunte. Der Schlepper wurde gehoben und im Jahr 1965 wieder instandgesetzt. Dabei erfolgte ein Umbau zum Motorschlepper und die Umbenennung in „Alk. Im Jahr 2004 erwarb dann die BBV (Bremen) den Schlepper. 2007 kaufte ein Privateigner aus Wien die „Alk“ aus der Insolvenzmasse der BBV, es folgte im Jahr 2008 noch ein kurzes Gastspiel mit einem Privateigner aus Berlin, im gleichen Jahr kaufte der Kapitän Jürgen Saathoff das Schiff -und überführte es nach Cuxhaven. In den Jahren 2008/2009 erfolgte eine Renovierung und Teilinstandsetzung der Hauptmaschine, begleitet mit der Umbenennung auf den Namen „Jupiter“.

Im Jahr 2012 kaufte Offenbacher Elektroingenieur und Buten-Bremer Michael Kreienberg das Schiff von der Verwertungsgesellschaft des Bundes Vebeg und benannte es wieder in Alk um. Der frühere Eigner Kreienberg hat uns auf Nachfrage freundlicherweise mit Hintergrundinformationen versorgt.
„Ich kenne die ‚Alk‘ aus meiner Kindheit. Mein Ziel war, den Schlepper mit seiner einzigartigen Provenienz vor der Verschrottung zu bewahren und im Museumshaven Vegesack aufzulegen, Letzteres hat leider nicht geklappt“, so der gebürtige Bremer Kreienberg. Weiter führt er aus: „Das Augenmerk lag auf Erhalt der Historizität. Es sind in diesem Zuge bis zuletzt erhebliche Mittel in das Unterwasserschiff geflossen, schon allein, um die Schiffssicherheit zu gewährleisten. Die ‚Alk‘ dokumentiert nicht nur einen spannenden Zeitstrahl durch die Schiffbaugeschichte sowie Leistungsschau des deutschen Maschinenbaus, sondern fungierte auch als Ideengeber für ein vom DPMA erteiltes Verfahrenspatent zur Ertüchtigung vorhandener Schiffsbetriebstechnik in Form einer Kraft-Wärme-Kopplung, und so schließt sich der Kreis zwischen maritimer Geschichte und Innovation.“

Bevor der historische Schlepper nach Dörpen kam, lag er etwa drei Monate in Oldenburg. Weiter haben unsere Recherchen ergeben, dass das Schiff mit dem Schlepper Kap Horn über den Küstenkanal nach Dörpen verbracht (verholt) wurde.
Nach unseren Informationen soll das Schiff vom derzeitigen niederländischen Eigner umgebaut werden. Soweit es uns möglich ist, werden wir die weitere Entwicklung in dieser Sache mit Interesse weiter verfolgen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Geführte Radtour „Lange Nacht der Museen“ am 29.08.2026

Screenshot

Anlässlich der „Langen Nacht der Museen“ geht es auf eine geführte Radtour durch die Region! Entdeckt gemeinsam Viel Schönes, Interessantes und Unbekanntes. Am Samstag, 29. August 2026, von 09:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr. Die Streckenlänge beträgt ca. 46 km.

Stationen und Programm:
Heimathaus Sögel: Miniatur-Ausstellung „Sögel um 1900“ & plattdeutsches Morgengebet
Hüvener Mühle (Hüven): Brotzeit mit Mühlenbrot, Schinken und Honig sowie Besichtigung der Mühle mit einem Mühlenführer
Natur.Entdecker.Platz (Groß Berßen): Vorstellung des Areals mit Remise, Wildblumenwiese, Streuobstwiese und Glockenturm
Mühlenruine Stavern: Begehung & kleiner Umtrunk
Batakhaus & Geo-Pfad (Werpeloh): Mittagessen sowie Besichtigung des Batakhauses und des geologischen Pfades
Schloss Clemenswerth (Sögel): Vielfältiges Rahmenprogramm für Groß und Klein mit Konzerten (u. a. des Vocal Clubs Sögel)

Kosten 20 € pro Person (inkl. Brotzeit an der Hüvener Mühle und Mittagessen am Batakhaus). Der Betrag wird vor Tourbeginn eingesammelt. Der Eintritt zu den besuchten Einrichtungen während der Radtour ist kostenlos – um eine Spende an die jeweiligen Einrichtungen wird gebeten.

Eine Anmeldung ist bis zum 26.08.2026 erforderlich unter 05952 206-400 oder tourist-info@soegel.de. Organisiert und durchgeführt von der Sögel Marketing GmbH. [Marlies Berling]

MdB Maik Brückner: Der völkische Flügel hat innerhalb der AFD zugelegt

Maik Brückner, MdB (Die Linke)
Maik Brückner, MdB (Die Linke)

Über „Die extreme Rechte als Bedrohung für queeres Leben“ referierte der Linken-Bundestagsabgeordnete Maik Brückner am Montag im Bürgerzentrum Obenende in Papenburg. Queerfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und rechte Hetze seien eine immer stärker werdende Gefahr. Die extreme Rechte brauche Minderheiten, die sie für Missstände in der Gesellschaft verantwortlich machen könne. Das rechte Weltbild sei nicht wirklich konsistent, sondern in sich widersprüchlich. Das gelte auch für diejenigen, die den Rechtsruck, der in immer weitere Teile der Mitte vordringe, mitmachten.

Er habe beobachtet, dass sich die rechtsextremen Gruppen, die sich zum Teil aus Jugendlichen im Teenageralter zusammensetzten, als neue Feindbilder auf queere Lebensentwürfe konzentrierten. Hier werde vordergründig nicht in erster Linie gegen Migranten oder gar antisemitisch argumentiert, sondern queere und Transgender-Personen spielten in der Agitation die Hauptrolle. Und das funktioniere so gut, weil kaum jemand über diese Lebensentwürfe Bescheid wisse, so dass man alles Mögliche behaupten könne. Gegen schwule und lesbische Menschen zu hetzen funktioniere dagegen nicht mehr, weil sich die Gesellschaft hier schon sehr in Richtung Emanzipation und Akzeptanz entwickelt habe. Jeder Mensch kenne mittlerweile homosexuelle Personen, so dass die absurden Behauptungen nicht mehr verfangen könnten.

Die AFD stelle diese Hetze in letzter Zeit auch immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Anträge auf allen Parlamentsebenen. Und gleichzeitig gebe es auch homosexuelle Funktionsträger. Ihre Aufgabe sähen sie häufig darin, ein reaktionäres Weltbild aus Männlichkeitswahn und untergeordneter Rolle der Frauen zu propagieren.

Die Hetze der AFD und anderer rechtsextremer Gruppen und Personen verfange natürlich so gut, weil viele Menschen durch die Politik des Sozialabbaus verunsichert und konkret in ihrem Leben beeinträchtigt seien. Von den Regierenden würden keine Lösungen angeboten  und so könnten die ADF und die gesamte Rechte relativ widerspruchslos ihre Sündenböcke präsentieren.

In der Diskussion wurde kritisiert, dass die Linke in ihrem Kampf gegen das Erstarken der AFD den Schulterschluss mit den Regierungsparteien SPD und CDU suche. Diese Parteien praktizierten doch eine neoliberale Politik gegen die Arbeiterklasse und unterschieden sich von der ebenfalls neoliberalen Programmatik der AFD nur noch graduell. Indem vom gemeinsamen Kampf gegen Faschismus gesprochen werde, werde die arbeiterfeindliche Politik der CDU verharmlost. Dabei werde das Bild vieler AFD-Wähler verfestigt, dass nur die AFD Opposition gegen die Regierungspolitik betreibe.

Brückner war mit diesem Einwand nicht einverstanden. „Ich hätte das vor einem Jahr noch unterstützt.“ Aber in der AFD habe sich seit einem Jahr der völkische Höcke-Flügel bei allen Personalentscheidungen durchgesetzt. Damit habe sich auch die Gefährlichkeit der AFD für die Demokratie erhöht. Das zeige sich auch in der Beurteilung der AFD durch Rechtsparteien in anderen Ländern Europas. Der italienischen und französischen Rechten sei die AFD einfach zu krass. [jdm]

Lange Nacht der Museen

Plakat Lange Nacht der Museen

Die Gedenkstätte Esterwegen nimmt an der Langen Nacht der Museen im Emsland und der Grafschaft Bentheim am 29. August 2026 teil. 40 Einrichtungen bieten über 100 Veranstaltungen. Sondertouren mit Rad und Bahn sind organisiert.

Die Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, 26897 Esterwegen, bietet Ihnen zur Langen Nacht der Museen einen Blick hinter die Kulissen des historischen Gedenkortes. Sie können Fragen stellen, für die sonst keine Zeit bleibt. Wie sieht der Arbeitsalltag in einer Gedenkstätte aus? Kann ich mich einbringen? Was gibt es für Dokumente und Objekte?

Kostenfreie Führungen um 14 Uhr und 16 Uhr, geöffnet von 10 – 18 Uhr. Um Anmeldung zur Führung wird gebeten unter: info@gedenkstaette-esterwegen.de. Programm der Langen Nacht der Museen für alle teilnehmenden Einrichtungen. [Gedenkstätte Esterwegen]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 17.08.2026: Lathen
Dienstag, 18.08.2026: Neubörger
Mittwoch, 19.08.2026: Schapen
Donnerstag, 20.08.2026: Lingen
Freitag, 21.08.2026: Herbrum
Samstag, 22.08.2026: Emsbüren
Sonntag, 23.08.2026: Lingen
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Emsland Archäologie Museum: Steinzeit zum Anfassen für Kinder

Am Mittwoch, 19. August, startet das Emsland Archäologie Museum wieder mit der beliebten Workshop-Reihe „Mitmach-Mittwoch im Museum“. Ab 15 Uhr können Kinder zwischen 8 und 13 Jahren spielerisch in die Welt der Steinzeit eintauchen. Beim Basteln, Experimentieren und Ausprobieren erfahren die jungen Entdeckerinnen und Entdecker, wie Menschen in der Vorzeit lebten, jagten und ihre Umwelt nutzten. Dabei lernen sie typische Techniken und Materialien kennen und können selbst kreativ werden.

Die Workshop-Reihe findet mehrmals im Jahr statt und widmet sich jeweils wechselnden Themenschwerpunkten. Jede Einheit ist in sich abgeschlossen, sodass ein einzelner Besuch möglich ist und keine Vorkenntnisse oder vorherige Teilnahmen erforderlich sind. Weitere Termine: 21. Oktober und 16. Dezember. Teilnahme: 4 Euro. Anmeldung sowie weitere Infos zu dieser und anderen Veranstaltungen unter 05931 6605 oder info@archaeologie-emsland.de. [Landkreis Emsland]

Bußgelder wegen Kartellabsprachen – Firma Liesen aus Lingen mit dabei

Das Bundeskartellamt hat gegen sechs Unternehmen Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 60,3 Mio. Euro wegen einer Kundenschutz- und Preisabsprache sowie Submissionsabsprachen im Bereich Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise („DSK“) verhängt. DSK ist eine Erhaltungsbauweise zur Sanierung von Straßen und anderen Asphaltflächen. An den Absprachen beteiligt war neben anderen Unternehmen – auch Liesen…alles für den Bau GmbH (Liesen), Lingen. Allerdings war Liesen später in das seit dem Jahr 2010 bestehende Kartell eingestiegen.

Die Unternehmen stimmten sich regelmäßig über Ausschreibungen öffentlicher und teilweise privater Auftraggeber ab. Im Vorfeld wurde geklärt, wer einen Auftrag bekommen soll und über welchem Mindestpreis die Schutzangebote liegen müssen. Dazu hielten sie regelmäßig Kontakt und trafen sich in der Saison – im Frühjahr und Sommer – ungefähr einmal im Monat. Die Absprachetreffen fanden meist an einem zentralen Ort in Deutschland statt, sehr häufig in Kassel. Bei Bedarf wurden Preisvorgaben zusätzlich z. B. telefonisch, per E-Mail oder mit Messenger (WhatsApp, Signal) mitgeteilt, meistens unter Verwendung einer Codesprache. Die Preise wurden verschlüsselt kommuniziert, z. B. als Meter-, Kilometerangabe, Wurst- oder Bierpreis, Sponsorenbetrag, Anzahl von Teilnehmern oder als Preis für ein Hotelzimmer oder für Events (Fußball, Karneval). Zum Teil wurden Preisvorgaben als Anfragen für Nachunternehmerleistungen, z. B. Rissesanierung oder Fräsen, getarnt.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die führenden DSK-Anbieter in Deutschland haben sich über viele Jahre zahlreiche Aufträge der öffentlichen Hand gegenseitig zugespielt. Vereinbart war, dass grundsätzlich derjenige Anbieter alle künftigen DSK-Aufträge eines Kunden erhalten sollte, der diesen Kunden erstmalig für die Bauweise DSK gewonnen hatte. War ein beteiligtes Unternehmen nicht ausgelastet und benötigte zusätzliche Aufträge, wurde von dieser „Stammkunden“-Zuordnung in Einzelfällen abgewichen oder es wurde eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, um den Auftrag auf mehrere Anbieter aufzuteilen. Dadurch haben sich die Unternehmen den Markt aufgeteilt und dies durch Schutzangebote abgesichert. Das Kartell betraf einen wichtigen Bereich der öffentlichen Infrastruktur und damit letztlich Investitionen von Bund, Ländern und Gemeinden als Träger der Straßenbaulast.“
Auf der Homepage der Firma Liesen sieht man übrigens, dass das Betonwerk Liesen in Dörpen auch zum Unternehmen gehört.

Interessant ist auch der Unternehmenscodex der Firma „LIESEN…alles für den Bau GmbH“, den man ebenfalls auf der Homepage findet. Wir finden einige Auszüge daraus besonders aufschlussreich formuliert. (Abgerufen am 12.08.2026, 14:20 Uhr)
Präambel:
LIESEN folgt dem Grundverständnis des „ehrbaren Kaufmanns“ und bekennt sich zu seiner besonderen Verantwortung als Unternehmen.
LIESEN handelt im Einklang mit allgemein anerkannten ethisch-moralischen Werten und Prinzipien, verhält sich rechtskonform und beachtet insbesondere die international und universal anerkannten Menschenrechte und Arbeitsstandards, wie sie im Folgenden festgehalten sind.

Ethische-moralische Verpflichtungen und umfassende Integrität:
LIESEN verfolgt ausschließlich legale Geschäftsziele und -praktiken. LIESEN unterhält nur Geschäftsbeziehungen zu seriösen Partnern. LIESEN verhält sich gegenüber Geschäftspartnern und Kunden fair und wertschätzend.

Und besonders aufschlussreich ist die abschließende Formulierung mit der Überschrift „Selbstverpflichtung der Geschäftsführung“:
Die Geschäftsführung als solche sowie alle Geschäftsführer bestätigen, den Unternehmenscodex sorgfältig gelesen zu haben, diesen verinnerlicht zu haben und den Unternehmenscodex stets zu achten und zu wahren.

Wie die Firma Liesen… alles für den Bau GmbH, Lingen (Ems) strukturiert ist, findet man übrigens bei North Data. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Bundeswehr nimmt Vermessungen an Türmen im Emsland vor

Ende Juli wurden in Lehe Bundeswehrangehörige bei der Vermessung des Kirchturms angetroffen. Eine kurze Internetrecherche zeigt, dass Vermessungstrupps der Bundeswehr zuvor auch an anderen Orten in Deutschland unterwegs waren. Unsere Nachfrage bei der Bundeswehr wurde an das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw) weitergeleitet und nun von dort beantwortet.

Zunächst wird erläutert, dass die Vermessungskräfte des ZGeoBw im gesamten Bundesgebiet unterwegs sind, um für die Herstellung von militärischen Kartenwerken die notwendigen Koordinaten zu erfassen bzw. zu überprüfen. Hierzu seien in der Regel Vermessungstrupps, bestehend aus 2-3 Soldatinnen/Soldaten, mit ihren geländegängigen Fahrzeugen unterwegs. Mit ihren GNSS-Ausstattungen bzw. terrestrischen Vermessungsausstattungen messen die Soldatinnen/Soldaten Hochpunkte zur Orientierung im Raum und zur Positionsbestimmung. Zu diesen Hochpunkten zählen u.a. Kirchtürme, Schornsteine, Funkmasten oder andere weit sichtbare Objekte im Gelände.

Im Zeitraum vom 20.07.2026 bis 30.07.2026 war ein Vermessungstrupp des ZGeoBw im Raum EMSLAND unterwegs, um dort die Hochpunktinformationen zu erfassen. Hintergrund (laut Antwort des ZGeoBw):
Der Geoinformationsdienst der Bundeswehr stellt die GeoInfo-Unterstützung für das gesamte Aufgabenspektrum der Bundeswehr sicher. Für alle Bedarfsträger wird dabei lage- und ebenengerecht der Raum mit seinen Geofaktoren erfasst, um sich darin exakt zu positionieren und zu navigieren. Das ZGeoBw ist die zentrale Facheinrichtung des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr.
Für weitere Informationen wird ein Link angeboten. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]