Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 12.10.2026: Salzbergen
Dienstag, 13.10.2026: Lengerich
Mittwoch, 14.10.2026: Haselünne
Donnerstag, 15.10.2026: Breddenberg
Freitag, 16.10.2026: Lingen
Samstag, 17.10.2026: -
Sonntag, 18.10.2026: Werlte
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
Emsland
Sperrungen Schießgebiet
Die WTD 91 meldet für die kommende Woche keine Sperrungen. [jdm]
Brettspielabend im Emsland Archäologie Museum
Das Emsland Archäologie Museum lädt am Dienstag, 13. Oktober 2026, von 17:30 bis 20 Uhr zu einem lockeren Spieleabend unter dem Motto „Grabungskelle trifft Spielbrett“ ein.
Beim Brettspielabend können Besucherinnen und Besucher jeden Alters Archäologie und Geschichte auf unterhaltsame Weise entdecken. Ob erfahrene Spielerinnen und Spieler oder neugierige Einsteiger, alle sind herzlich willkommen. Verschiedene Brett- und Kartenspiele laden dazu ein, gemeinsam historische Themen zu entdecken und spielerisch in vergangene Zeiten einzutauchen.
Passend zur aktuellen Sonderausstellung „Auf den Spuren der Wahrheit. 2000 Jahre Verbrechensaufklärung“ gibt es auch eine Auswahl an kniffligen Karten- und Knobelspielen rund um das Thema Detektivarbeit. Mehr dazu [Landkreis Emsland]
Abfuhrkalender 2027 nur noch digital – Gedruckter Abfuhrkalender noch auf Bestellung
Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) Landkreis Emsland verzichtet ab dem Jahr 2027 auf den bislang an alle Haushalte im Emsland verteilten Abfuhrkalender. Damit entfällt der bisherige pauschale Postversand von rund 160.000 Exemplaren. Die Abfuhrtermine für 2027 sind bereits auf der Internetseite des AWB und über die AWB Emsland APP abrufbar.
Mit der kostenlosen AWB Emsland APP können Bürgerinnen und Bürger ihre individuellen Abfuhrtermine für die Restabfall-, Bioabfall- und Papiertonnen sowie die Gelbe Wertstofftonne jederzeit auf dem Smartphone abrufen. Die App erinnert per Push-Benachrichtigung an anstehende Abholtermine – auch bei Terminänderungen oder Feiertagen. Darüber hinaus bietet sie unter anderem ein Abfall-ABC, Informationen zu Wertstoffhöfen und Zentraldeponien, Termine der Schadstoffsammlungen vor Ort, Kontaktmöglichkeiten sowie verschiedene Services rund um die Abfallentsorgung.
Die App steht für Apple- und Android-Systeme zur Verfügung. Ein persönlicher gedruckter Abfuhrkalender kann kostenlos beim AWB angefordert werden. Die Bestellung ist ab Oktober 2026 telefonisch unter der Rufnummer 05931 5996200 montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr möglich. Der Versand erfolgt dann per Briefpost. Mehr dazu [Landkreis Emsland]
Jahreshauptversammlung der Heimatvereins Aschendorf-Hümmling im Wippinger Heimathaus

Circa 80 Vertreterinnen und Vertreter von 33 Heimatvereinen hatten sich am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, im Heimathaus Wippingen eingefunden, um an der Generalversammlung des Kreisheimatvereins teilzunehmen. Vor der Versammlung hatten Interessierte die Möglichkeit sich die Mühle durch Mühlenwart Heinz Schulte zeigen zu lassen. Bürgermeister Martin Hempen und Heimatvereinsvorsitzender Klaus Abeln begrüßten die Teilnehmer in Wippingen.
Der halb hochdeutsch, halb plattdeutsche Jahresrückblick des Vorsitzenden Gerd Conens bezog sich auf das Geschäftsjahr 2025, das war das Jahr, in dem der Kreisheimatverein (KHV) sein 75jähriges Jubiläum feiern konnte. Mit Freude nannte Conens die Highlights des Jubiläumsjahres und bedankte sich insbesondere bei den Niederlangenern für die Ausrichtung der Jubiläumsfeier.
Einen besonderen Schwerpunkt des Rechenschaftsberichtes bildeten die Renovierungen der beiden Mühlen in Hüven und Wippingen. Das war nicht nur wegen der finanziellen Größenordnung verständlich, sondern die Erhaltung der Mühlen im Altkreis Aschendorf-Hümmling ist wesentlich ein Verdienst des Kreisheimatvereins.
Die Geschäftsführerin Anna Heidtmann nannte in ihrem Kassenbericht die Aufwendungen. In Wippingen stand die Neueindeckung des Achtkants und der Mühlenkappe mit handgespaltenen Eichenschindeln an. Es wurden neue Fenster mit Eichenrahmen und Kupfereinfassung eingesetzt und am Mühlenfuß gab es eine Kupferaufkantung. Dafür mussten Genehmigungen eingeholt werden und Planungskosten übernommen werden.
Die Gesamtkosten von ca. 149.345 € (incl. MWSt) wurden durch LEADER-Mittel in Höhe von 50.000 € aufgebracht, ergänzt durch 20.000 € der Bingo – Umweltstiftung, von 19.750 € vom Landkreis Emsland, 19.750 € von der Gemeinde Wippingen, 20.000 € von der Volksbank Emstal und 19.350 € von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Heimatverein Aschendorf-Hümmling als Besitzer der Mühle brauchte hier selbst nur 495 € aufwenden. Die Maßnahme wird in den nächsten Tagen mit den letzten Schindeln auf der Kappe abgeschlossen werden.
Bei der Hüvener Mühle musste doppelt so viel investiert werden, weil doch schon lange nichts mehr gemacht wurde. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Arbeiten: Austausch Rähmbalken, Umdeckung Dachfläche, neue Wasserradwelle, neues Wasserrad, neue Galerie, neue Flügel, neuer Blitzschutz, ökologische Aufwertung des Umfeldes, barrierefreier Wanderweg, Genehmigungs- und Planungskosten.
Die Kosten von 311.000 € wurden auch hier durch LEADER-Mittel in Höhe von 83.000 € aufgebracht, die ergänzt wurden durch die 50.000 € der Bingo–Umweltstiftung, den 25.000 € vom Landkreis Emsland, den 12.500 € der Gemeinde Hüven, den 12.500 € von der Samtgemeinde Sögel, den 45.000 € der Niedersächsischen Sparkassenstiftung/Emsländische Sparkassenstiftung und den 50.000 € der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Heimatverein Aschendorf-Hümmling musste hier eine Eigenleistung von 33.000 € aufbringen. Auch diese Maßnahme wird in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.
Der Kreisheimatverein verfügt nur über wenige Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. Die Haupteinnahmequelle ist ein fester Zuschuss des Landkreises Emsland, der allerdings über Zuschüsse an die Mitgliedsvereine weitergeleitet wird. Conens berichtete, dass der Bürgerverein Aschendorf für ein Digitalisierungsprojekt einen Zuschuss erhalten solle. Gleiches gilt für den Heimatverein Börger, der neues Geschirr für seine Heimathäuser braucht. Der Heimatverein Sustrum Moor plant, eine historische Schiffsschaukel, wie sie früher auf Jahrmärkten gang und gäbe war, zu erwerben. Das wird vom KHV unterstützt. Die Heimatvereine der Samtgemeinde Lathen möchten einheitliche Stelen mit Hinweisschildern aufstellen; auch hier gibt der KHV seinen Zuschuss.
An den Zuschussanträgen der Heimatvereine Bockhorst und Papenburg zeigte Conens auf, welche Kriterien für Zuschüsse gelten. Deren Zuschussanträge für die Miete für ein Heimathaus und für Flyer könnten nicht befürwortet werden, weil keine Neubauten und Druckerzeugnisse bezuschusst werden „Sonst bekommen wir für jeden Heimatkalender einen Zuschussantrag.“ Die Absicht in Papenburg einen Stelenweg zur Geschichte der Stadt zu erstellen fand aber durchaus Unterstützung. Bei dem Bockhorster Antrag auf Unterstützung für die Anschaffung eines Containers bestehe noch Klärungsbedarf.
Per Akklamation wurde Hermann Ubbenjans aus Börger in den Gesamtvorstand aufgenommen. Er ist schon lange im Heimatverein Börger aktiv, erforscht die Geschichte von Börger und leitet die Familienforschung beim Heimatverein Börger.
Die Bedeutung des Kreisheimatvereins liegt wohl weniger in seinem direkten Wirken über eigene Investitionen, sondern in seiner Funktion als Dachverband. Der Kontakt der Vereine untereinander wird gefördert und auf den Treffen werden aktuelle Themen, Probleme und gemeinsame Aktionen besprochen und untereinander abgestimmt. So war denn auch für Conens genauso wichtig wie die Versammlung selbst, dass die Teilnehmer sich die Zeit nahmen, im Anschluss noch im informellen Austausch miteinander in Kontakt zu treten.
Der Heimatverein Wippingen schenkte allen TeilnehmerInnen zum Abschied einen Krintenstuten vom Mühlenbäcker und zeigte damit, dass er ein guter Gastgeber sein wird für den Tag der Heimatvereine am 07.09.2027. Conens meinte, das dürfe für Wippingen kein Problem sein, weil ja dafür praktisch schon alles vorhanden sei. [jdm/Fotos Kreisheimatverein (9)]
Carl von Ossietzkys Rückkehr ins Emsland – Vortrag von Gerhard Kromschröder und Hermann Vinke
Vertuscht, verdrängt, verleugnet: In den 1960ern drohte die Geschichte der Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager im Emsland und der Grafschaft Bentheim dem Vergessen anheimzufallen. Zwei junge Redakteure stemmten sich dagegen: Gerhard Kromschöder und Hermann Vinke. Ihre berufliche Laufbahn ist eng damit verwoben. In den 1960er Jahren als Redakteure der „Ems-Zeitung“ tätig, rückten sie trotz heftiger Gegenwehr vor Ort das Geschehen in den 15 Emslandlagern während der NS-Zeit und ihren prominentesten Häftling, den Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, in ihrer Berichterstattung immer wieder in die breite Öffentlichkeit.
In einem Vortrag am Sonntag, 1. November, um 15 Uhr schildern sie in der Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, ihre Erfahrungen mit der Erinnerungsabwehr im Emsland. Die beiden jungen Journalisten bezahlten ihr Engagement gegen das Vergessen damals mit ihrem Arbeitsplatz. Doch ihr Einsatz zeigte am Ende Wirkung: Auf dem Gelände des ehemaligen KZ Esterwegen steht heute eine Gedenkstätte, in der Carl von Ossietzky einen würdigen Platz gefunden hat. „Er ist an den Ort seines Leidens zurückgekehrt, wo er als Mahner gegen die aktuell vermehrt auftretenden Feinde der Demokratie weiterwirkt“, sagt das Leitungsduo der Gedenkstätte, Dr. Sebastian Weitkamp und Dr. Martin Koers.

Der Vortrag findet aus Anlass des 15-jährigen Bestehens der Gedenkstätte Esterwegen statt, die im Oktober 2011 eröffnet wurde – Zeit zurückzublicken auf die nicht selten unliebsame Auseinandersetzung mit der Nachgeschichte der Emslandlager in den 1960er Jahren in der Region. Landrat Marc-André Burgdorf sowie Landrat a.D. Hermann Bröring, in dessen Amtszeit die Gedenkstätte eingerichtet wurde, werden Grußworte sprechen.
Erklärung zum links stehenden Foto vom 6. Juli 1969: Auf der Begräbnisstätte Esterwegen meißeln Mitglieder des Demokratischen Clubs Papenburg (DCP) einen Teil der Inschrift heraus. Auf dem Stein stand ursprünglich: " Zum Gedenken an die im Konzentrationslager Esterwegen umgekommenen Opfer des Nationalsozialismus. Ihre sterblichen Überreste ruhen auf der Gräberanlage in Versen." Der zweite Satz bedeutete, dass die auf dem Friedhof Esterwegen/Bockhorst liegenden Toten keine Opfer der Nazis gewesen seien, denn die lagen ja woanders, in Versen. Die damaligen Verantwortlichen, u. a. der damalige Oberkreisdirektor Tiedeken, übernahmen damit die Erzählung der Nazis, dass die Insassen in den Konzentrationslagern nur Kriminelle gewesen seien, derer man nicht gedenken müsse. [jdm/PM]
Grundwasserstände sinken weiter – Umweltminister Schneider fordert Rückhalten des Wassers in der Landschaft
Am 17. September 2026 hat Forum-D berichtet, dass der Grundwasserstand an der Messstelle des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Neubörger auf 2,60 m unter Geländeoberkante (GOK) gesunken und damit – wie seit Wochen – als „sehr niedrig“ einzustufen war. Mittlerweile wird ein Wert von 2,66 m unter GOK angegeben, womit sich der Grundwasserstand dem bisher gemessenen Niedrigstwert von 2,73 m unter GOK nähert. Dieser Wert wurde Mitte November 2018, also nach einem extrem trockenem Sommer gemessen.
Der Deutsche Wetterdienst schrieb damals: „Hitze, Niederschlagsarmut und viel Sonne erreichten diesmal in Deutschland Dimensionen wie in südlichen Urlaubsländern.“
Zum Sommer 2026 schreibt der DWD: „Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird.“
In diesen Sätzen zeigen sich Parallelen der beiden Sommer, und es scheint nicht ausgeschlossen, dass der Grundwasserstand im Emsland, und damit auch an der Messstelle in Neubörger im laufenden Jahr ebenso weiter sinken wird wie 2018. Niedersachsenweit liegt der Grundwasserstand heute an 40 von 161 Messstellen unter den zuvor jeweils gemessenen Niedrigstständen. Das sollte den politischen Entscheidungsträgern zu denken geben.
Und tatsächlich hat sich Bundesumweltminister Schneider hierzu seine Gedanken gemacht: „Wasser möglichst schnell abzuleiten und nasse Flächen trockenzulegen, das war Wasserpolitik der letzten Jahrhunderte“, so Schneider (laut taz) am vergangenen Montag in Berlin. Heute sei die Aufgabe, Wasser so gut wie möglich in der Landschaft zu halten.
Der Bundesumweltminister rief die Länder dazu auf, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem guten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren, berichtet der BR24 vom Bayerischen Rundfunk. Recht hat er – Maßnahmen zum Rückhalten von Niederschlagswasser in der Fläche sind dringend geboten. Anfangen könnte man mit Staumaßnahmen bei Gräben an den Enden der Entwässerungssysteme.
Der Umweltminister könnte sich allerdings auch selbst um Wasserrückhaltung auf Flächen des Bundes bemühen, statt diese Aufgabe nur den Ländern zuzuweisen. Beispielsweise könnte er seinen Partei- und Ministerkollegen Pistorius davon überzeugen, dass die kleineren Gräben im Bundeswehrschießgebiet der WTD 91 im Emsland aufgestaut werden. Zumindest bei nicht ganzjährig wasserführenden Gräben dürften auch Umwelt- und Tierschutzverbände oder Angelvereine kaum etwas gegen die Aufstauung des Winterniederschlags haben, denn in diese sommertrockenen Gräben werden wohl kaum Fische vordringen. [HM/erstveröffentlicht auf Gruenealternative.de/forum-d]
IGBCE geht ohne prozentuale Forderung in die Tarifverhandlungen für die Papierindustrie
Die IGBCE fordert für die rund 46.000 Beschäftigten der Papierindustrie eine spürbare Stärkung der Kaufkraft ab dem 1. Januar und einen konkreten Vorteil für Gewerkschaftsmitglieder. Das hat die Bundestarifkommission einstimmig beschlossen.
Die 23-köpfige Bundestarifkommission der IGBCE hat in Hannover die Forderungen für die anstehende Tarifrunde der bundesweiten Papierindustrie beschlossen. Im Mittelpunkt des Beschlusses steht ein Mitgliederbonus für Gewerkschaftsmitglieder. Darüber hinaus soll es eine spürbare Erhöhung der Entgelte geben, die angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Inflation bereits zum 1. Januar wirksam werden soll.
Verhandlungsführer Frieder Weißenborn unterstrich die klare Prioritätensetzung für die anstehenden Verhandlungen: „Ohne Mitgliederbonus wird diese Tarifrunde nicht zu Ende gehen. Das hat mit gezielter Wertschätzung zu tun und ist etwas, was sich die Mitglieder schlicht verdient haben.“
Die IGBCE hat bereits einen konkreten Ansatz für einen Mitgliederbonus auf dem Tisch gelegt: Das HealthCare-Modell ist als modulare betriebliche Krankenversicherung angelegt. Im Mittelpunkt steht ein jährliches Gesundheitsbudget, das für vielfältige Gesundheits- und Vorsorgeleistungen eingesetzt werden kann. Der entscheidende Punkt: IGBCE-Mitglieder sollen von der tariflichen Vereinbarung einen zusätzlichen, konkret erlebbaren Vorteil haben. Weißenborn: „Gewerkschaftsmitglieder tragen mit ihren Beiträgen und ihrem Engagement entscheidend dazu bei, dass das Fundament der Sozialpartnerschaft trägt. “ Gebe es keinen Mitgliedervorteil, sei die Sozialpartnerschaft am Ende angelangt.
Zweiter Kern der Tarifforderung ist eine spürbare Erhöhung der Entgelte. Einen konkreten Prozentsatz hat die Bundestarifkommission nicht beschlossen.
Die wirtschaftliche Lage der Papierindustrie sei bei weitem nicht so düster, wie die Arbeitgeber die Situation beinahe schon traditionell beschrieben. Der aktuelle Blick in die Branchen offenbare vielmehr ein differenziertes Bild: Einige Bereiche stünden tatsächlich weiterhin unter Druck, etwa die grafischen Papiere. In anderen Bereichen laufen die Geschäfte dagegen deutlich besser. Zuletzt habe sich die Stimmung in der Branche laut ifo-Index deutlich aufgehellt.
Ömer Kirli, Industriegruppensekretär der IGBCE: „Viele Unternehmen klagen zwar lautstark über die wirtschaftliche Lage, fahren aber weiterhin Gewinne ein. Die müssen jetzt auch fair verteilt werden.“ Der Spielraum für eine faire Verteilung werde auch beim Blick auf den Lohn- und Gehaltsanteil deutlich. Er liege in der Papierindustrie 2025 bei lediglich rund 12 Prozent des Umsatzes und damit deutlich unter dem Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes.
Die IGBCE setze sich intensiv für bessere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Papierindustrie in Deutschland ein. Verhandlungsführer Frieder Weißenborn: „Wir haben für die Papierindustrie unter anderem den Industriestrompreis erstritten, die Strompreiskompensation und die Verknüpfung beider Elemente. Auch beim Thema CO2-Preise und ETS setzen wir uns gemeinsam für Reformen im Sinne der Papierindustrie ein. Sozialpartnerschaft ist keine Einbahnstraße. Jetzt ist es Zeit, dass auch die Arbeitgeber ihrer Verantwortung gerecht werden.“
Der bisherige Tarifvertrag endet am 31. Dezember 2026. Die neue Laufzeit wird sich am neuen Gesamtpaket ausrichten. Die erste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern startet am 11. November in Wiesbaden. [jdm]
Seminarankündigung – Zwischen Menschenverachtung und Menschenwürde. Pflege im Nationalsozialismus
Vom 06. bis 08. November 2026 findet in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Papenburg in Kooperation mit dem Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager ein Seminar zur Krankenpflege in der Nazizeit statt.
Tausende Häftlinge und Gefangene der Emslandlager wurden zwischen 1933 und 1945 in Krankenrevieren in den Lagern sowie in den umliegenden Krankenhäusern, darunter Papenburg und Sögel, behandelt. Dass die Menschen, die von den Nationalsozialist:innen verfolgt wurden, Pflege erhielten, ist widersprüchlich. „Pflege" oder medizinische Behandlung dienten in den Emslandlagern nicht zuletzt der Einschätzung der „Arbeitsfähigkeit" der Gefangenen. Einzelne Zeugnisse belegen aber auch, dass zumindest in den Krankenhäusern die Versorgung zu einer Besserung führen konnte. Gleichwohl berichteten Überlebende nach 1945, dass die Gefangenen in den Krankenhäusern zusätzlicher Gewalt ausgesetzt waren.
Ausgehend von der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Pflege im Nationalsozialismus befassen wir uns im Laufe des Wochenendes mit Kontinuitäten und Konsequenzen nach 1945 und der Frage nach den ethischen und moralischen Grundsätzen und Herausforderungen der Pflege in der Gegenwart. Welches Menschenbild lag der Pflege im Nationalsozialismus zugrunde? Welche Handlungsspielräume gab es zwischen menschenverachtenden Vorgaben und der täglichen Praxis? Welche Formen von Täter:innenschaft, Nonkonformität und Widerstand lassen sich ausmachen? Welche Kontinuitäten und Konsequenzen lassen sich nach 1945 in der Entwicklung der Pflege in der Bundesrepublik ausmachen? Wie können wir das Wissen um diese Geschichte(n) in die Reflexion über Pflege – als Erfahrung, als Beruf, als gesellschaftspolitisches Thema – einfließen lassen? Diese und weitere Fragen möchten wir gemeinsam mit Euch und Ihnen diskutieren. Das Seminar steht allen Interessierten offen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Anmeldungen sind über die Historisch-Ökologische Bildungsstätte in Papenburg möglich. [PM]
Veranstaltung zur Woche der seelischen Gesundheit im Meppener Kreishaus
Aus Anlass der „Woche der seelischen Gesundheit“, einer bundesweiten Aktionswoche, die über psychische Erkrankungen informiert, lädt der Sozialpsychiatrische Dienst am Mittwoch, 21. Oktober, von 14 bis 17 Uhr alle Interessierten ins Kreishaus nach Meppen ein.
Unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt” erwartet die Besucherinnen und Besucher ein interessantes Programm. Es startet mit einem Kurzfilm zum Thema psychische Erkrankungen, der in einem Kooperationsprojekt des Sozialpsychiatrischen Dienstes beim Landkreis Emsland mit der Filmgruppe des St. Vitus-Werk, Meppen, entstanden ist.
Im Anschluss spricht Markus Bock in seinem Impulsvortrag „Verbockt! Die Depression hat mich bestimmt, jetzt bin ich dran!“ über das, was viele nur denken können: Wie fühlen sich Depressionen und Suizidgedanken an? Was passiert bei einer Therapie und im persönlichen Umfeld?
Es geht nicht um Zahlen, Daten, Fakten, Medikamente, vielmehr um einen ungeschönten Blick auf die Gefühlswelt in depressiven Lebensabschnitten und deren Auswirkungen. Die Lesung ist kein Ratgeber, sondern ein verständnisvoller Tatsachenbericht, in dem Bock die Frage beantwortet, ob Depressionen nicht sogar eine Chance sein können.
Nach dem Vortrag ist Zeit für einen Austausch mit allen Akteuren der Veranstaltung. Den Ablauf entnehmen Sie bitte auch dem beigefügten Infoblatt und bewerben Sie das Angebot gerne in Ihrem Umfeld.
Um Anmeldung wird bis Freitag, 16. Oktober, unter der E-Mail-Adresse gesundheit-spdi@emsland.de oder der Rufnummer 05931/44-1188 gebeten. [Landkreis Emsland]
Arbeitslosigkeit im September: Unterschiedliche Entwicklungen in Papenburg und Sögel
Im Agenturbezirk Nordhorn entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im September recht unterschiedlich. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit im Geschäftsstellenbezirk Papenburg; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegen über dem Vorjahresmonat um 6 %. Demgegenüber steht die Entwicklung im Bezirk der Geschäftsstelle Sögel mit einer Zunahme von 6 %.
Die Arbeitslosenquoten änderten sich dementsprechend im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn. Dabei reichte die Spanne der Quoten in den Geschäftsstellenbezirken im September 2026 von 3,1 % in Lingen bis 4,0 % in Papenburg; in Sögel beträgt sie aktuell 3,2 %. [HM/erstveröffentlicht auf www.gruenealternative.de/forum-d]
Verkehrsüberwachung
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 05.10.2026: Lingen
Dienstag, 06.10.2026: Neumehringen
Mittwoch, 07.10.2026: Papenburg
Donnerstag, 08.10.2026: Dörpen
Freitag, 09.10.2026: Wesuwermoor
Samstag, 10.10.2026: Sögel
Sonntag, 11.10.2026: Meppen
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
Sperrungen Schießgebiet
Die WTD 91 meldet für die kommende Woche keine Sperrungen. [jdm]
Traditionelle Herbstkirmes in Börger vom 03. – 05.10.2026
Am ersten Oktoberwochenende feiert die Gemeinde Börger wieder ihre diesjährige Herbstkirmes. Zu den Höhepunkten zählen die klassischen Programmpunkte wie der ‚Kirmes-(S)pass‘ am Samstagnachmittag, der traditionelle Festumzug am Sonntag um 13.30 Uhr mit den geschmückten Festwagen sowie den Fuß- und Kindergruppen, die vom Jagd- und Naturkundehaus Börger zum Festplatz ziehen.
Am Samstagabend steht zudem die 3. Classic Rock Night auf dem Programm, wobei die überregional bekannte Gruppe "Pick Up" (Foto) den Schützenplatz in eine Bühne für die größten Rock-Hits der vergangenen Jahrzehnte verwandelt. Die Musiker präsentieren bekannteste Rock-Songs und sorgen mit ihrer energiegeladenen Show für beste Stimmung. Bereits vor dem Hauptact wird Singer/ Songwriter Christian Jansen als Support-Act das Publikum auf den Abend einstimmen und für den passenden musikalischen Auftakt sorgen. Der Eintritt beträgt 5 Euro. [jdm]
Wohngeld jetzt online beantragen
Wohngeld kann im Landkreis Emsland ab sofort auch online beantragt werden. Mit dem neuen Angebot können Bürgerinnen und Bürger ihren Antrag bequem von zu Hause aus und unabhängig von den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung stellen.
Der Online-Antrag führt Schritt für Schritt durch die erforderlichen Angaben. Die persönlichen Daten können direkt digital eingetragen und die notwendigen Nachweise elektronisch übermittelt werden. Das Ausfüllen und Einreichen eines handschriftlichen Antragsformulars ist damit nicht mehr erforderlich. Der neue Online-Dienst ist im OpenKreishaus, dem Serviceportal des Landkreises Emsland, unter openkreishaus.emsland.de zu finden. Die digitale Antragstellung ergänzt die bisherigen Möglichkeiten. Wer den Online-Dienst nicht nutzen möchte oder kann, kann den Antrag weiterhin auf dem bisherigen Weg stellen.
„Mit der Möglichkeit, Wohngeld online zu beantragen, machen wir den Zugang zu dieser wichtigen sozialen Leistung noch einfacher. Bürgerinnen und Bürger können ihren Antrag zeit- und ortsunabhängig stellen und dabei den für sie passenden Weg wählen“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf, der gleichzeitig betont, dass der Landkreis Emsland kontinuierlich daran arbeitet, Verwaltungsleistungen Schritt für Schritt digital zugänglich zu machen und den Service für Bürgerinnen und Bürger einfacher und zeitgemäßer zu gestalten.
Für den zuständigen Fachbereich Besondere Leistungen ist der neue Online-Dienst ein weiterer Schritt beim Ausbau seines digitalen Angebots, bei dem neben Elterngeld und BAföG nun auch Wohngeld online beantragt werden kann.
Als Anmeldeoptionen gibt es die Möglichkeit mit der BundID oder mit der Online-Ausweis-Funktion, bei der die Ausweis-App installiert sein muss. in diesen Fällen werden auch die Bescheide online zugestellt. Daneben gibt es die Möglichkeit ein Benutzerkonto mit E-Mail-Adresse und Passwort einzurichten. [Landkreis Emsland/jdm]
Verkehrsüberwachung
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 28.09.2026: Twist
Dienstag, 29.09.2026: Neubörger
Mittwoch, 30.09.2026: Meppen
Donnerstag, 01.10.2026: Lehrte
Freitag, 02.10.2026: Wesuwe
Samstag, 03.10.2026: -
Sonntag, 04.10.2026: Papenburg
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
Sperrungen Schießgebiet
Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 28.09.2026 bis Freitag, den 02.10.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53), Renkenberge – Wahn (K168) und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]
UPM/Sappi konnten EU-Bedenken gegen Zusammenschluss noch nicht ausräumen – Dennoch Management-Team für Joint Venture ernannt
Die Absicht eines Zusammenschlusses von UPM-Kymmene Corporation („UPM“) und Sappi Limited („Sappi“) im Bereich grafischer Papiere wird von der EU-Kommission weiterhin kritisch betrachtet. Die erste Anhörung in der vergangenen Woche ist wohl nicht so verlaufen, dass die Kommission den Zusammenschluss für unbedenklich hält. Die Kommission befürchtet als Folge eines Zusammenschlusses eine Einschränkung des Wettbewerbs bei grafischen Papieren, was zu höheren Preisen führen könnte.
In der Anhörung konnten UPM und Sappi keine Zugeständnisse an die Kommission machen. Der Verkauf von Teilbereichen sei angesichts des Mangels an Käufern keine Lösung für das Problem der befürchteten übergroßen Marktmacht. Diese Informationen wurden weder von den beteiligten Firmen noch der Kommission offiziell mitgeteilt; die Nachrichtenagentur Reuters berief sich bei ihren Meldungen auf „mit der Angelegenheit vertraute Personen“.
UPM und Sappi gehen allem Anschein nach davon aus, dass die Entscheidung der Kommission, die noch bis zum 11. November Zeit hat, ihre Pläne bestätigt. Sie haben nicht nur Gunnar Eberhardt, bisher Executive Vice President von UPM Communication Papers, zum Chief Executive Officer und Stephen Blyth, bisher CFO der Sappi Europe SA, zum Chief Financial Officer für das geplante Joint Venture ernannt.
Sie haben vier weitere Manager für das vorläufige Management Team ernannt: Jan Gustafsson, Senior Vice President, Human Resources, (derzeit UPM), Marco Eikelenboom, Senior Vice President, Sales & Marketing, (derzeit Sappi Europe SA), Antti Hermonen, Senior Vice President, Operations, (derzeit UPM), Jan-Sander van Tuijl, Senior Vice President, Supply Chain.(derzeit Sappi Europe SA).
Die EU hat derweil mitgeteilt, dass sie 1,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bereitstellt, um 351 Arbeitnehmer in Finnland zu unterstützen, die von vier Papierherstellern – Metsä Group, Stora Enso, UPM Communication Papers und SAPPI – entlassen wurden.
Die Begründung lautete, dass die Papierindustrie in den letzten Jahren vor erheblichen Herausforderungen stand, weil die Nachfrage aufgrund der Digitalisierung zurückgegangen sei. Außerdem haben die EU-Sanktionen gegen Russland in Form der Schließung der Grenze zu Russland und dem Stopp der Holzimporte die finnische Papierindustrie beeinträchtigt.
Das Geld soll der Unterstützung der entlassenen Arbeitnehmer durch Maßnahmen wie Hilfe bei der Arbeitssuche und Berufsberatung usw. dienen. Bei der EU-Hilfe handelt es sich um die Refinanzierung von 60% der Hilfen, die Finnland seit Januar 2026 für die betroffenen Arbeitnehmer geleistet hatte. [jdm]
Berentzen hat Übernahme durch Sazerac beschlossen – Jetzt müssen die Aktionäre nur noch verkaufen
Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft teilte heute in einer Ad Hoc Mitteilung mit, dass sie eine Zusammenschlussvereinbarung mit Sazerac unterzeichnet hat. Sie unterstützt ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an alle Aktionäre zu einem Preis von 5,55 Euro je Aktie.
Dieser Preis liege rund 68 % über dem Durchschnittskurs der Aktie während der letzten drei Monate vor dem 16. September 2026. Das Angebot gilt allerdings nur, wenn mehr als 50 % aller Aktien durch dieses Angebot eingesammelt werden können. Der Kauf der Aktien soll noch im letzten Quartal dieses Jahres vollzogen werden.
Nach erfolgreichem Vollzug des Übernahmeangebots beabsichtigt Sazerac ein Delisting. Die Aktie soll also nicht mehr an der Börse gehandelt werden.
Wesentliches Ziel der Transaktion sei es, durch den Zusammenschluss strategische Vorteile zu generieren, insbesondere im Hinblick auf die Synergien und Wachstumschancen, die sich aus der Bündelung der Kompetenzen und der geografischen Präsenzen von Sazerac und der BGAG ergäben. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft, die beide dem Abschluss der Zusammenschlussvereinbarung zugestimmt haben, sind der Ansicht, dass die beabsichtigte Transaktion im besten Interesse der Gesellschaft, ihrer Aktionäre, ihren Mitarbeitenden und anderer Interessengruppen liegt. Auf jeden Fall liegt der Preis je Aktie über dem, was Aktionäre ohne dieses Übernahmeangebot an der Börse erwirtschaften könnten. Was die Vorteile für die Mitarbeitenden sein sollten, erschließt sich nicht so ohne Weiteres.
Die Angebotsunterlage wird vom Bieter erstellt und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („Bafin“) zur Prüfung vorgelegt. Nach Gestattung durch die Bafin wird die Angebotsunterlage veröffentlicht und unter www.sazerac-offer.com zur Verfügung gestellt. Vorstand und Aufsichtsrat werden ihre gemeinsame begründete Stellungnahme unverzüglich nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage abgeben. Die Gesellschaft wird den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit über den Fortgang informieren. [jdm]
Vor 20 Jahren Transrapid-Unglück in Lathen
Die Unglücksfahrt der Transrapid 08 am 22.09.2006 bedeutete den Anfang vom Ende dieser Technik in Deutschland, obwohl das Folgefahrzeug TR09 noch bis 2011 auf der Strecke erprobt wurde. 23 Menschen starben und 11 Personen wurden teils schwer verletzt. Viele Emsländer wissen noch genau, was sie an diesem Tag getan haben; Geschichten von Menschen, die eigentlich eine Fahrt gebucht hatten, aber aus verschiedenen Gründen doch nicht mitfahren konnten und dem Unglück entgingen, hat man oft gehört. Bis heute existiert die provisorische Erinnerungsstätte am Unglücksort trotz des offiziellen Denkmals beim Transrapidbahnhof.
Die Technik selbst erscheint - wie bei den E-Autos - eigentlich verblüffend einfach. Die Gebundenheit an die Hochtrasse ließ die Wahrscheinlichkeit von Unfällen sehr gering erscheinen. Aber diese Versuchs-Trasse hatte noch nicht die Sicherheitseinrichtungen, die im Realverkehr notwendig gewesen wären, und menschliche Fehler passieren immer.
Es gab als Argument gegen eine Transrapid in Deutschland immer das Erfordernis, das ein vollkommen neues Trassennetz aufzubauen gewesen wäre. Es gebe keine Kompatibilität mit vorhandenen Verkehrsträgern. Dieser Grund wurde auch vom Petitionsausschuss des Bundestages angegeben für die Ablehnung einer erneuten Überprüfung des Transrapids in Deutschland. Das Gegenargument lautete, dass man für das Schnellbahnsystem ICE ebenfalls eigene Strecken braucht. Der fast offene Kollaps des deutschen Bahn-Güterverkehrs ist ja eine Folge davon, dass alle Bahnnutzer dieselben Strecken benutzen. [jdm]
Verkehrsüberwachung
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 21.09.2026: Hilkenbrook
Dienstag, 22.09.2026: Haselünne
Mittwoch, 23.09.2026: Lathen
Donnerstag, 24.09.2026: Lingen
Freitag, 25.09.2026: Sögel
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
Sperrungen Schießgebiet
Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 21.09.2026 bis Freitag, den 25.09.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53) und Renkenberge – Wahn (K168) und zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]
Dokumentarfilm „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ im November im Kino Papenburg
Der im Mai 2026 verstorbene Leeraner Ehrenbürger Albrecht Weinberg durfte als Kind während der Nazi-Zeit nur noch die Jüdische Schule in der Ubbo-Emmius-Straße besuchen. Deswegen zog die Familie Weinberg von Rhauderfehn nach Leer. Der Vater war Viehhändler und Schlachter. Die Eltern Flora (geb. Grünberg, Jg. 1886) und Alfred Weinberg (Jg. 1889) wurden 1942 von Berlin aus ins KZ Theresienstadt gebracht und von dort im Oktober 1944 in das KZ Auschwitz, wo sie von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. Albrecht Weinberg überlebte - wie seine beiden Geschwister - den Holocaust.
Sechzig Jahre nach dem Exil in Amerika kehrt er in seine alte Heimat Ostfriesland zurück. Nicht, weil er Deutschland noch einmal sehen will, sondern weil er fast blind ist und auf Hilfe angewiesen ist. In Leer kommt er am vermeintlichen Ende seines Lebens an — und findet dort etwas, womit niemand mehr gerechnet hat: einen Neubeginn an der Seite von Gerda Dänekas, einst seine Pflegerin, nun seine Freundin und Mitbewohnerin. Zusammen sind sie die älteste WG Deutschlands.
Der Dokumentarfilm "Albrecht Weinberg - Es ist immer in meinem Kopf" zeigt das Leben von Weinberg. Im Film beginnt Albrecht zu erzählen: von seinem Leben, von „Mama“ und „Papa“, von dem, was bleibt, wenn alles verloren ging. Der Zuschauer erlebt, wie Schüler neben dem alten Mann im Rollstuhl hinknien und in Tränen ausbrechen, weil die Wucht seiner Geschichte kaum auszuhalten ist. Albrecht trägt das Grauen in seinem Kopf und im Herzen ein kindliches Vertrauen gegenüber den Menschen, die ihm begegnen. Zugewandt, liebevoll, immer neugierig und offen.
Selbst ein ehemaliger Wehrmachtssoldat, der ihm begegnet, kann daran nichts ändern. Albrecht weint, er lacht, er fährt mit dem Leeraner Bürgermeister Karussell und erinnert sich an jedes Detail einer Vergangenheit, die nicht vergehen darf. Bis zuletzt bleibt seine größte Angst das Vergessen.
Albrecht Weinberg starb am 12. Mai 2026 im Alter von 101 Jahren. Er hinterlässt Hunderte Freunde und Weggefährten sowie seine beste Freundin Gerda, die nun nicht mehr mit Albrecht, aber mit seinem Film durch Deutschland reist – gegen das Vergessen.
Der Film läuft auch in den Kinos im Emsland und Ostfriesland. Im Kino Papenburg läuft er vom 05.11.2026 – 11.11.2026, davon am 10.11. und 11.11.26 in der Reihe FILMBAR. Mehr Infos zum Film bei https://mindjazz-pictures.de/filme/albrecht-weinberg/. [jdm]
Berentzen verhandelt Übernahmeangebot der Sazerac Company, INC.
Werden New-Orleans-Jazz und Rote Bohnen mit Reis den nächsten Korn- und Hansemarkt in Haselünne bestimmen? Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft hat heute bestätigt, dass sie sich in Verhandlungen mit der Sazerac Company, INC., einem Hersteller von alkoholischen Getränken mit Sitz in New Orleans, USA, über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb sämtlicher ausstehender Aktien von Berentzen befindet. Berentzen werde den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit über den Fortgang entsprechend den rechtlichen Anforderungen informieren.
Die ursprünglichen Eigentümerfamilien sind schon 2008 ausgestiegen. Die 9,6 Millionen Aktien befinden sich zu 81 % in Streubesitz, 2,1 % sind Eigenaktien. Nur die Lazard-Gruppe mit 7% und die Schweizer Aevum Fondation de Prévoyance mit 9,9 % verfügen über einen größeren Bestand an Stammaktien. Der Wert des Unternehmens wird mit rund 33 Millionen Euro beziffert. Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg über das Interesse der Amerikaner berichtet hatte, war der Aktienkurs um sieben Prozent gestiegen.
Knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes von 163 Millionen Euro wird mit Spirituosen erwirtschaftet, der Rest entfällt auf Saft, Limonade und Wasser. Um die Eigenmarke Mio Mio, einem Cola/Orangenlimo-Getränk, ist ein Rechtsstreit mit der Paulaner-Brauerei anhängig. Es geht dabei darum, dass Berentzen das Design von dem Spezi-Getränk geklaut haben soll.
Berentzen hat 430 Mitarbeiter an sechs Standorten. Sazerac Company, INC gehört laut Wikipedia William Goldring und seiner Familie. Das Unternehmen mit Sitz in New Orleans, Louisiana, betreibt neun Brennereien, hat 2.000 Mitarbeiter und operiert in 112 Ländern. Es ist eines der beiden größten Spirituosenunternehmen in den Vereinigten Staaten, mit einem Jahresumsatz von etwa 1 Milliarde Dollar, der aus dem Verkauf von etwa 300 Getränkemarken besteht. [jdm]
Schlepper „Alk“ nun seit einem Monat in Dörpen
Am 10.08.2026 wurde der historische Schlepper „Alk“ vom Motorschlepper „Kap Horn“ über den Küstenkanal nach Dörpen gebracht und hier am Kai der Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr mbH (DUK) festgemacht. Nach unseren Recherchen kann man davon ausgehen, dass der Schlepper nicht kurzfristig Dörpen wieder verlassen wird.
Laut Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim lag die „Alk“ im Liegeverbot der Bundeswasserstraße Küstenkanal und hat dort ein sog. Verholgebot bekommen, also die Aufforderung den Liegeplatz zu verlassen. Der Eigner beauftragte dann ein Schleppunternehmen, das nicht fahrtüchtige historischen Schiff nach Dörpen zu bringen.
Der Schlepper „Alk“ ist bei Freunden historischer Schiffe bekannt, und Neuigkeiten werden in entsprechenden Kreisen ausgetauscht. Somit verwundert es nicht, dass das Schiff bei der Fahrt auf dem Küstenkanal von einen sogenannten „Schiffsspotter“, also einem an Schiffen interessierten Fotografen fotografiert wurde. Das uns für die Veröffentlichung freigegebene Foto entstand am 08.08.2026 auf dem Küstenkanal. Die Fahrt von Oldenburg nach Dörpen dauerte also mindestens zwei Tage.
Die Polizeiinspektion teilt uns noch mit, dass der Schlepper laut Auskunft des Eigners in Dörpen repariert werden soll; danach soll er in die Niederlande gefahren werden. Am Liegeplatz im Hafen Dörpen geht nach Ansicht der Polizei keine Gefahr von dem Schiff aus, und damit besteht kein polizeilicher Handlungsbedarf.
Der Hafenbetreiber DUK hat allerdings keine Liegegenehmigung erteilt und wird auch nicht eine Reparatur des Schiffes im Hafen Dörpen erlauben, haben wir von dort erfahren. Der Eigner habe sich nicht beim Hafenbetreiber gemeldet, und auf Anrufe reagiere er nicht. Das überrascht uns nun wiederum nicht, denn auch andere Beteiligte in dieser Sache tun sich schwer, den Eigner zu erreichen. Der historische Schlepper „Alk“ wird also nach unserer Einschätzung noch länger im Hafen Dörpen liegen, denn in der verfahrenen Situation wird wohl kaum ein Schleppunternehmen einen Auftrag zum Abtransport annehmen. Auch ein neues, polizeiliches Verholgebot dürfte nicht einfach umzusetzen sein, wenn der Eigentümer nicht mitspielt und keine Gefahr von dem Schlepper ausgeht. [HM/Foto: J. Schirsching/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum.de]
Für die Wahlhelfer wird es ein langer Abend
Im Wippinger Wahllokal bildeten sich heute tatsächlich Schlangen vor den Wahlkabinen. Das lag nicht nur daran, dass so viele wählen wollten, sondern auch am Wahlvorgang selbst. Fünf Wahlzettel getrennt nach Landratswahl, Kreistagswahl, Samtgemeindebürgermeisterwahl, Samtgemeinderatswahl und Gemeinderatswahl, mussten ausgefüllt werden und wieder gefaltet werden.
Das wird auch für die Wahlhelfer ein langer Abend. Zuerst werden die Briefwahlstimmen geöffnet und erfasst, danach die Stimmzettel zur Landratswahl erfasst. Danach folgen absteigend die Auszählungen der anderen Wahlen. Wegen der vielen Arbeit wurde das Wahlhelferteam um zwei Helfer auf insgesamt zehn Personen aufgestockt. Neu im Team ist Lana Poker, die den Platz der im Februar verstorbenen Kordula Johanning eingenommen hat. In der Nachmittagsschicht sorgten darüber hinaus Magda Nehe, Johannes Grote und Norbert Westhoff für den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen.
Die Wahlergebnisse können ab Beginn der Auszählungen nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr im Votemanager eingesehen werden. Mal sehen, ob die Neudörpener auch heute wieder zu den Schnellsten gehören. [jdm]
Tag des offenen Denkmals: Wertvolle Wahrzeichen öffnen am 13. September ihre Türen
Auch in diesem Jahr lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit zum Tag des offenen Denkmals ein. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ liegt am Sonntag, 13. September, der Fokus auf Denkmalen, die uns Menschen wie Netzwerke verbinden und damit Gesellschaft möglich machen.
Das können Ankerpunkte für Versorgung oder Verkehr wie Brücken, Schiffe, Kraftwerke, Behörden, Schulen oder Krankenhäuser sein. Im übertragenen Sinn ruft das Motto aber auch dazu auf, sich am Tag des offenen Denkmals selbst zu vernetzen – mit Besuchern, Denkmalschützern und Denkmaleigentümern. Im Landkreis Emsland können insgesamt 19 regionale historische Bauwerke besichtigt werden. Darunter sind auch folgende historische Wahrzeichen in Trägerschaft des Landkreises Emsland: Gedenkstätte Esterwegen, Schloss Clemenswerth, Gymnasialkirche, Alte Rheder Kirche.
Die Wippinger Mühle ist dann auch von 14 bis 18 uhr zu besichtigen. Das genaue Programm sowie weitere Infos hier.
Heede: Entscheidung über Neubau eines Aussichtsturms weiterhin offen
Vor dreizehn Jahren, also im Jahr 2013 ließ die Gemeinde Heede einen von Holzpilzen geschädigten, hölzernen Aussichtsturm im Neuheeder Moor abbauen. Die vier Stützen des Turms wurden oberhalb der stählernen Fundamentanschlüsse abgesägt, und das Fundament mit der Bodenplatte und die eingelassenen Anschlussanker blieben im Boden. Die Fläche befindet sich im Eigentum des Landes Niedersachsen, wo die Zuständigkeit in das Umweltministerium fällt. Hier ist die nachgeschaltete Behörde „Staatlichen Moorverwaltung“ für die Verwaltung der Moorflächen zuständig. Diese befasste sich aber lange nicht mit dem Rückbau des Fundaments, obwohl in einem Gestattungsvertrag auch der Rückbau geregelt ist.
Bereits im April 2025 hatten wir uns beim Niedersächsischen Umweltministerium nach den Plänen der Landesregierung bezüglich des Rückbaus des Fundaments erkundigt. Die Staatliche Moorverwaltung habe die Gemeinde Heede aufgefordert, im Hinblick auf die noch bestehenden, vorhandenen baulichen Einrichtungen (Punktfundamente aus Beton) im Heeder Moor einen ordnungsgemäßen Zustand herzustellen, wurde uns damals mitgeteilt.
Eineinhalb Jahre später befindet sich das Fundament noch immer im Moorboden. Der Gemeinde ist es zwischenzeitlich gelungen, mit der Ankündigung eines Neubaus auf dem vorhandenen Fundament die Rückbauverpflichtung außer Kraft zu setzen. Allerdings stellt die Gemeinde einen Neubau nur unter der Voraussetzung in Aussicht, dass hierfür Fördergelder eingeworben werden können.
Obwohl die Entscheidung über einen Neubau des Turms noch nicht gefallen ist, wurde bereits ein neuer Gestattungsvertrag entworfen, der auch den Rückbau aller eingebrachten Anlagen regeln soll, falls bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mit den Arbeiten zum Ersatzneubau begonnen wird. Den „bestimmten Zeitpunkt“ teilte uns die Moorverwaltung allerdings nicht mit.
Somit bleibt der Vorgang in der Schwebe, und dieser Zustand kann sich hinziehen, wie der bisherige Verlauf dieser Angelegenheit zeigt. Ein wichtiger Termin könnte die Landtagswahl im September 2027 sein. Dann könnten sich die Zuständigkeiten im Umweltministerium ändern und es könnte anschließend eine Neubewertung der Lage erfolgen, falls das Ministerium danach einer anderen Partei übertragen wird. Damit würden sich die Chancen für einen großzügigen Verzicht des Landes auf den Rückbau des Fundaments erhöhen. Ein Jahr ist keine Ewigkeit, und mit einer geschickten Verzögerungstaktik lässt sich diese Zeit sicherlich überbrücken. Immerhin hat man in Heede bereits 13 Jahre ohne Fundamentrückbau überstanden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Kundgebung zum Antikriegstag: Sich nicht auf eine Seite der Kriegsparteien stellen, sondern eine Haltung gegen den Krieg entwickeln
„Der Antikriegstag soll uns Menschen daran erinnern, was während des 2. Weltkrieges passiert ist, in der Hoffnung, dass solche Greueltaten nie wieder geschehen. 81 Jahre nach dem Ende dieses furchtbaren Krieges ist jedoch das Gegenteil der Fall“, stellte der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Andreas Kuper in seiner engagierten Eröffnungsrede auf der Gedenkkundgebung am Sonntag zum Antikriegstag auf der Begräbnisstätte Esterwegen fest.
Der Antikriegstag sei 1957 vom DGB ins Leben gerufen worden. Und immer noch fänden in unzähligen Ländern Kriege statt, in denen unschuldige Menschen ermordet würden, weil es machtgierige geldgeile Diktatoren, Autokraten und regulär gewählte Politiker gebe, die sich über andere Menschen stellten und teilweise sogar die Lebensberechtigung ganzer Bevölkerungen infrage stellten, wie es unlängst der israelische Minister Itamar Ben-Gvir getan habe. Solche Aussagen würden auch noch indirekt durch fehlende Statements dagegen unterstützt.
Auch in Deutschland werde derart massiv militärisch aufgerüstet, das sie einige Nachbarländer erschrecke. „Es wird von Kriegsfähigkeit gesprochen und junge Menschen sollen gezwungen werden, wieder mit Waffen gegen andere Menschen zu kämpfen. Von einer starken direkten Beteiligung unserer Regierung bei Friedensgesprächen kommen dabei weniger Meldungen zutage.“ Es sei erschreckend, dass der Mensch in diesem Land immer weniger wert sei und die starke Entwicklung der Waffenindustrie als positiv empfunden werde, teilweise sogar von Gewerkschaften. Während Milliarden an Steuergeldern für Kriegswaffen ausgegeben würden, werde für das Wohlergehen der Menschen in Deutschland immer mehr Geld gestrichen.
- Der Wehrdienst wird zunehmend als sicherheitspolitische Notwendigkeit behandelt
Corinna Bittner, die Leiterin des Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Papenburg, erinnerte als Hauptrednerin auch an die Tradition des Antikriegstages als Reaktion auf die Gründung der Bundeswehr 1955, nur 10 Jahre nach dem Ende des Krieges, der über Jahre hinweg Europa geprägt habe: die Besatzung europäischer Länder bedeutete Hunger, Gewalt und Unterdrückung der Zivilbevölkerung, mit Waffen voranschreitend begingen Wehrmachtssoldaten zahlreiche Kriegsverbrechen, die extremsten Formen der Verfolgung, die Shoah und der Genozid an den Sinti und Roma, wurden durch den Krieg erst in dieser Weise möglich.
Sie erinnerte an den Moorsoldaten Ludwig Baumann, der in den 1940er Jahren desertierte und von einem Militärgericht verurteilt wurde. Ursprünglich zum Tode verurteilt wurde Baumann in ein so genanntes Bewährungsbataillon eingezogen und somit wieder zum Kriegsdienst gezwungen. Seine Weigerung, für die Nationalsozialisten Gewalt auszuüben führte nach 1945 jedoch nicht zu Anerkennung, geschweige denn einer finanziellen Entschädigung für die in der Haft erlittene Gewalt und die Traumatisierungen. Deserteure als Widerstandskämpfer gegen den faschistischen Krieg wurden erst 2009 vom Bundestag anerkannt.
„Heute stehen wir, wenn wir über den Kriegsdienst in der Bundesrepublik sprechen, weniger konkret vor einer solchen Frage. Wir befinden uns hier heute nicht im Kriegszustand. Aber nicht zuletzt das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, das Anfang 2026 in Kraft getreten ist, zeigt eine gesellschaftliche und politische Veränderung im Umgang mit dieser Frage. Der Wehrdienst wird zunehmend als sicherheitspolitische Notwendigkeit behandelt, die Debatte um die Verweigerung gerahmt von der Vorstellung, durch die Bundeswehr könne und müsse unsere Demokratie und unsere Freiheit verteidigt werden.“
Nicht die Verpflichtung, die 2011 ausgesetzt wurde, solle die Menschen dorthin ziehen, sondern Freiwilligkeit. Dazu setze die Bundeswehr auf diverse Strategien. Die steigende Zahl von Besuchen von Jugendoffizieren in Schulen, die fortwährende Präsenz von Werbung im öffentlichen Raum sowie Tiktok - und Instagramkanäle normalisierten den Wehrdienst zunehmend. Zur Bundeswehr zu gehen, wirke mitunter wie eine sichere Zukunfts- und Karriereentscheidung. Nur dass Kriegsdienst am Ende immer das Potenzial berge, zu töten oder sich töten zu lassen, zu sehen wie Menschen sterben, und auch sich an Kriegsverbrechen zu beteiligen. Das alles sei in den Informations- und Werbekampagnen der Bundeswehr nicht zu sehen.
Zeitgleich hätten wir aktuell und global diverse Kriege, in denen es tatsächlich auch um Verteidigung geht. Sie könne und werde sich zu keinem dieser Kriege konkret äußern. Weder Ukrainer:innen und Russ:innen noch Israelis und Palästinenser:innen, Kongoles:innen oder die Menschen im Sudan würden auf ihre Meinungen zu diesen Kriegen, die jeden Tag ihr Leben bedrohten, warten; Kriege, die sie selbst nicht begonnen hätten und in denen sie selbst nicht bestimmen dürften, ob, wo wann wie gekämpft werde. Aber eines könne man festhalten: Krieg ist etwas zutiefst Undemokratisches.
Sich auf die eine oder andere Seite der Kriegsparteien zu stellen, sei keine Option, wenn man etwas gegen den Krieg tun wolle. Aber man könne eine Haltung zu diesen Themen entwickeln, sich dazu über unsere Geschichte und Verantwortung klar werden und schließlich Antworten auf andere Kriege wahrnehmen und diskutieren, die jenseits der Positionierung für oder gegen die eine oder andere Kriegspartei lägen.
Unsere Haltung könne und dürfe auch heute pazifistisch sein. Selbstverständlich sei die Aussage, absoluter Pazifismus sei realitätsfern, korrekt. Die Realität sei nun mal, dass Staaten und nichtstaatliche Organisationen Kriege beginnen und fortführen. Das Nazi-Regime sei auch militärisch besiegt worden. Eine absolut pazifistische Haltung gegenüber anderen Formen und Ausprägungen des Pazifismus solle man nicht überhöhen Wie die meisten Überzeugungen und Ideologien, die wir haben, bedeuteten diese immer ein Spektrum und eine Entwicklung. Auch Carl von Ossietzky sei erst durch seine Erfahrungen und Beobachtungen des Ersten Weltkriegs zum Pazifisten geworden. Beides, ein pragmatischer oder relativer Pazifismus seien wichtig und berechtigt. Wir müssten Frieden und Gewaltlosigkeit nicht in ihrer Absolutheit einfordern, wenn wir unseren Humanismus vertreten wollten und uns eine friedlichere Welt wünschen. „Wir brauchen jeden Pazifismus, jede Kritik am Krieg und jedes noch so vorsichtige Hinterfragen.“
Mögliche Antworten auf konkrete Kriegssituationen seien auch heute Verweigerung, Desertion und eine ausgreifende Kritik an jeglicher Kriegsbeteiligung. So könnten wir unseren Blick auf Kriegsdienstverweiger:innen in Israel richten, auf diejenigen Palästinenser:innen blicken, die die Organisation, Ideologie und die Mittel der Hamas ablehnen und sich für eine weiterhin friedliche Lösung des Konfliktes einsetzten. Menschen in Russland kritisierten den Krieg gegen die Ukraine. Menschen in der Ukraine entzögen sich der Wehrpflicht. Menschen im Sudan verließen ihr Zuhause und begäben sich auf tödliche Fluchtrouten. Ihre Stimmen müssten wir besser hören und ihre Geschichten ebenso erzählen, wie die von Deserteuren der Wehrmacht.
„Ich wünsche mir auch, dass wir unser Grundrecht auf Verweigerung als Verpflichtung verstehen, diesen Menschen Sicherheit zu gewähren. Dass wir unsere Geschichte als Erinnerung daran verstehen, dass Krieg Leid für die Zivilbevölkerung aber auch für diejenigen bringt, die freiwillig oder unfreiwillig in die Gewaltausübung als Soldat:innen geraten.“
Die Veranstaltung wurde musikalisch von Dita & Patrick begleitet. Zum Abschluss wurde gemeinsam das Moorsoldatenlied gesungen. [jdm]
Verkehrsüberwachung
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 07.09.2026: ---
Dienstag, 08.09.2026: Lathen
Mittwoch, 09.09.2026: Meppen
Donnerstag, 10.09.2026: Herbrum
Freitag, 11.09.2026: Bückelte
Samstag, 1^209.2026 ---
Sonntag, 13.09.2026: Spahnharrenstätte
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
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