Nutrias haben Kälte offenbar überstanden

Nutria auf Eis, Seitenkanal Dörpen, 11.Januar 2026
Nutria auf Eis, Seitenkanal Dörpen, 11.Januar 2026

Nutrias lebten ursprünglich in den gemäßigten Klimazonen Südamerikas. Kalte Winter und ein geringes Nahrungsangebot führen immer wieder zum Rückgang von Populationen. Wie sich ein kalter Winter auf den Zustand der Nutriapopulation auswirkt, kann man mit einem Abgleich von Jagdstrecke und Temperaturen nachvollziehen. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass das Jagdjahr den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres umfasst.

So wurde im Landesjagdbericht 2023/2024 für den festgestellte Rückgang der Jagdstrecke die starke Frostperiode im Februar/März 2021als Ursache diskutiert. Im März 2021 wurde an der Wetterstation Dörpen aber „nur“ minus 6,1 °C am Boden gemessen. Im Januar 2021 waren es am Boden minus 8,3 °C (-6,2 °C in Höhe 8 Meter). Im Januar 2024 lagen die Temperatur am Boden an mehreren Tagen bei minus 10 °C, am 18. Januar bei minus 12,3 °C. Der Landesjagdbericht 2023/2024 verzeichnet für das Emsland aber eine hohe Nutriastrecke von 6919, und im Bericht 2024-2025 waren es 7.835 Tiere.

Nutrias an der Wippinger Dever

Ob sich die vergangenen Frosttage negativ auf die Nutriapopulation auswirkt, bleibt also abzuwarten. Interessant erscheint uns dabei, wie sich die Unterschiede zwischen der Temperatur in 8 Meter Höhe und der Temperatur am Boden entwickelten. An den ersten Januartagen lag die Tagestiefsttemperatur am Boden unter der Temperatur in 8 Meter Höhe. Vom 9. bis zum 12. Januar war es in 8 Meter Höhe allerdings kälter als am Boden. Extrem war der Unterschied am 11. Januar, denn hier betrug die Niedrigsttemperatur in der Höhe 8 Meter minus 12,6 °C, am Boden aber „nur“ minus 5,7 °C. Hinzu kommt noch die isolierende Wirkung einer Schneedecke, wie sie am Ufer der Wippinger Dever vorhanden war. Damit dürfte die Temperatur in den Nutriahöhlen trotz Lufttemperaturen unter minus 10 °C kaum unter 0 °C gefallen sein.

Allerdings finden Nutrias im gefrorenen Boden nur erschwert Nahrung. Neben der Kälte kann sich also auch der Futtermangel auf die Population auswirken. Und bei der Futtersuche sind die Tiere den niedrigen Temperaturen mit kalten Winden direkt ausgesetzt. Zudem sind Wurzeln im Boden gefroren und von den Tieren kaum auszugraben, also brauchen sie mehr Zeit zur Futtersuche. Dabei schützt das Fell den größten Teil des Körper gut gegen die Kälte, aber die empfindlichen Schwimmhäute zwischen den Zehen, der ungeschützte, nackte Schwanz und die Ohren können gefrieren und damit dauerhafte Schäden zur Folge haben.

Es bleibt also abzuwarten, wie die Nutrias die vergangenen Wintertage überstanden haben. Allerdings haben wir auch nach den Frosttagen Tiere auf der Wippinger Dever schwimmen sehen, wohl aber weniger, als in den Monaten zuvor. Sie sind also noch da – in welcher Anzahl, bleibt abzuwarten. Rückschlüsse kann man evtl. aus den Streckenzahlen des nächsten Landesjagdberichtes ziehen. [HM/gruenealternative.de/forum-d]

Als JüdInnen markiert und verfolgt – Jüdische Identitäten und NS-Tatorte in Sachsen-Anhalt

Einladung Jüdiscvhe Identitäten - Ausstellung Gedenkstätte Esterwegen

Zwölf unterschiedliche Persönlichkeiten, zwölf individuelle Perspektiven auf die eigene jüdische Identität, zwölf vom Nationalsozialismus gezeichnete Lebenswege, die mit sechs NS-Tatorten im heutigen Sachsen-Anhalt verbunden sind. Die Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt porträtiert Menschen, die – unabhängig ihrer eigenen Wahrnehmung – von den Nationalsozialist:innen als jüdisch markiert und als Konsequenz daraus gewaltsam aus der sogenannten Volksgemeinschaft ausgeschlossen wurden.

Finden Sie selbst heraus, wie vielfältig jüdisches Leben sein kann und lassen Sie uns gemeinsam vorgefasste Bilder, Vorurteile und Zuschreibungen kritisch hinterfragen. Die Ausstellung stellt zugleich die sechs Tatorte und heutigen Gedenkstätten Lichtenburg, Bernburg, Langenstein, Gardelegen, ROTER OCHSE Halle und Moritzplatz Magdeburg vor und macht damit deutlich, dass die nationalsozialistischen Verbrechen nicht nur fern im Osten stattfanden, sondern direkt vor der Haustür, in der eigenen Nachbarschaft.

Melanie Engler, die Leiterin der Gedenkstätte Lichtenburg, wird am Sonntag, 25. Januar 2026, um 15 Uhr mit einem Impulsvortrag die Sonderausstellung in der Gedenkstätte Esterwegen eröffnen. Die Veranstaltung findet statt zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar. Der Eintritt ist frei. [PM Gedenkstätte]

Papiertonne wird in Wippingen nicht nachgeleert

Aufgrund der winterlichen Wetterverhältnisse mit Schnee und Eisglätte konnten in der vergangenen Woche einige Abfalltouren im Emsland nicht wie geplant durchgeführt werden. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Emsland (AWB) informiert auf seiner Internetseite über die betroffenen Gebiete sowie den vorgesehenen Nachholtermin am 17. Januar, der aber nur nicht geleerte Bioabfalltonnen betrifft.

Eine Nachleerung der Papiertonne sei in folgenden Gebieten leider nicht möglich: Lingen (Telgenkamp-Biene, Innenstadt), Herzlake (Teilgebiete Dohren, Bookhof, Felsen, Westrum) sowie Börger, Neubörger und Wippingen. [jdm]

Klimarisikoindex: Risiken steigen im Emsland überdurchschnittlich

Am 5. Januar 2026 veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) eine Klimarisikoanalyse und zeigte damit auf, welche Regionen in Deutschland besonders vom Klimawandel bedroht sind. Alle Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland wurden bewertet und in einer Karte mit entsprechenden farblichen Unterschieden dargestellt. Der Index reicht von 0 für geringes Risiko bis 10 für hohes Risiko. Es erfolgte damit eine Bewertung für den aktuellen Stand mit dem Gesamtindex now und eine Einschätzung für das Jahr 2050 (Gesamtindex 2050)

Das Ergebnis:
Die größten Klimarisiken für die städtische Infrastruktur bestehen in Wilhelmshaven. Das spiegelt sich im Index wider: Wilhelmshaven liegt aktuell bei 5,7 und steigt bis 2050 auf 5,9 – der höchste Wert aller untersuchten Regionen. Die weiteren stark gefährdeten Regionen liegen vornehmlich an der Küste und im Bereich von Flüssen.

Deutlich höhere Risiken in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim zu erwarten
Das IW stellt auf seiner Homepage auch die Rohdaten der Untersuchung zur Verfügung. Mit diesen Daten haben wir eine Excel-Schnellanalyse durchgeführt und festgestellt, dass die LandkreiseEmsland (Gesamtindex now: 3,18 – Gesamtindex 2050: 3,73) und Grafschaft Bentheim (Gesamtindex now: 3,06 – Gesamtindex 2050: 3,82) mit 0,55, bzw. 0,76 relativ hohe Anstiege aufweisen. Wie dieser Anstieg zu erklären ist, konnten wir allerdings nicht aus den Daten entnehmen. Wir haben deshalb beim IW-Ansprechpartner Johannes Ewald um diese Erklärung nachgefragt und vorweg eine Erläuterung zur Datenbasis erhalten. Für die Analyse wurden Daten des Risikomodells K.A.R.L. der Köln.Assekuranz, einer Tochter der ERGO Versicherung, genutzt.

Für uns hat das IW Rücksprache mit den Naturwissenschaftlern der Köln.Assekuranz gehalten. Folgende Antwort wurde uns von dort vom IW weitergeleitet:

Die vergleichsweise starken Anstiege des Gesamtindex zwischen der Gegenwart und 2050 in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim lassen sich gut und fachlich plausibel erklären. Beide Landkreise weisen aufgrund ihrer räumlichen Nähe und ähnlichen naturräumlichen Voraussetzungen bereits heute ein sehr ähnliches Risikoprofil auf, was sich auch in der Zukunftsbetrachtung fortsetzt. Die deutlichen Indexanstiege resultieren dabei nicht aus einer einzelnen Gefahr, sondern aus gleichzeitigen Zunahmen mehrerer Klimarisiken:

Den mit Abstand größten Beitrag zum Indexanstieg leisten die Überschwemmungsrisiken. Diese zeigen in beiden Kreisen deutliche Zuwächse und wirken sich besonders stark auf den Gesamtindex aus, da Überschwemmungen im Klimarisikoindex mit der höchsten Gewichtungsstufe (15 %) berücksichtigt werden (Hintergrund dieser Gewichtung ist das hohe Schadenpotenzial dieser Gefahr). Die Zunahme der Überschwemmungsrisiken ist vor allem auf die Lage der Kreise in größeren Flusssystemen zurückzuführen – im Emsland auf das Einzugsgebiet der Ems, in der Grafschaft Bentheim insbesondere auf die Vechte. In Kombination mit einer projizierten Zunahme intensiver Niederschlagsereignisse im nordwestdeutschen Raum und in den jeweiligen Einzugsgebieten steigt die Wahrscheinlichkeit hydrologischer Belastungen, was sich entsprechend in höheren Risikowerten niederschlägt.

Darüber hinaus nehmen bis 2050 auch Hitzegefahren, Wasserknappheit und Dürrestress spürbar zu. Obwohl diese Risiken in der Gegenwart noch eine untergeordnete Rolle spielen, gewinnen sie im Zuge des Klimawandels folglich deutlich an Bedeutung.

In der Summe führt diese breite Zunahme mehrerer, unterschiedlich gewichteter Risiken dazu, dass Emsland und Grafschaft Bentheim im Zukunftsszenario einen vergleichsweise starken Anstieg des aggregierten Klimarisikos aufweisen, auch wenn sie nicht unmittelbar küstennah gelegen sind.

Der Klimarisikoindex ist als vergleichendes Instrument konzipiert, das die relative Verwundbarkeit der Infrastruktur deutscher Städte und Kreise gegenüber klimatischen Gefahren im innerdeutschen Vergleich abbildet. Ein hoher Indexwert bedeutet dabei nicht ein absolutes Katastrophenszenario oder eine konkrete Schadensprognose, sondern zeigt an, dass eine Stadt oder ein Kreis im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland stärker von klimatischen Gefahren betroffen sein kann. Die Indexwerte sind daher ausdrücklich nicht linear oder absolut zu interpretieren.Wichtig ist zudem, dass der Index ausschließlich die potenzielle Anfälligkeit der Infrastruktur gegenüber klimatischen Risiken berücksichtigt. Bereits bestehende oder geplante Anpassungs- und Schutzmaßnahmen (z. B. Küstenschutz, Hochwasserschutz, technische Vorsorge) fließen nicht in die Berechnung ein, da entsprechende Informationen häufig nicht flächendeckend und vergleichbar vorliegen.

Ergänzend zu der Betrachtung der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim erscheinen uns die Werte für unsere nördlichen Nachbarn interessant:
Landkreis Leer: Gesamtindex now: 4,23, Gesamtindex 2050: 4,84;
Landkreis Aurich: Gesamtindex now: 4,56, Gesamtindex 2050: 4,97
Stadt Emden: Gesamtindex now: 5,45, Gesamtindex 2050: 5,59
Der Klimarisikoindex liegt in den Gebieten also deutlich höher als im Emsland.  [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Nahverkehrsplan des Landkreises Emsland: Bürger können Vorschläge einbringen

Nauaufstellung des Nahverkehrsplans

Wir haben am 18.12.2025 über die Neuaufstellung des Nahverkehrsplans, der der Steuerung der ÖPNV-Entwicklung im Emsland sowie der Feststellung von Entwicklungen und Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr dient, berichtet. Im laufenden öffentlichen Beteiligungsverfahren sind alle BürgerInnen dazu aufgerufen, sich bis einschließlich Samstag, den 31. Januar 2026, mit eigenen Vorschlägen und Wünschen daran zu beteiligen.

Hans Müller aus Neudörpen hat den nachfolgenden Vorschlag eingereicht:

Schnellbusverbindung zwischen dem Bahnhof Dörpen und der Stadt Oldenburg
Begründung:
Bedingt durch die Umstiegszeiten im Bahnhof Leer dauert die Reise mit einem Regionalzug aus dem nördlichen Emsland nach Oldenburg relativ lang. Viele Einwohner des Emslandes entscheiden sich deshalb für die Fahrt mit einem PKW nach Oldenburg.
Durch eine direkte Schnellbusverbindung zwischen Dörpen und Oldenburg über die B401 könnte ein attraktives Angebot geschaffen werden. Begünstigt würde ein solches Angebot durch den Fahrplan der Regionalbahn R15, denn in beiden Richtungen halten die Züge jeweils etwa 30 Minuten nach einer vollen Stunde in Dörpen. Zugreisende aus beiden Richtungen mit dem Ziel Oldenburg (oder einem Ort entlang der B401) könnten also hier in einem wenige Minuten später abfahrenden Schnellbus umsteigen; die Fahrten in Gegenrichtung sollten so gelegt werden, dass Reisende in Dörpen wieder ohne längere Wartezeit in den Regionalzug umsteigen könnten.

Der Bus sollte die B401 nicht verlassen, damit die Fahrzeit nach Oldenburg so kurz wie möglich bleibt. An der B401 könnten jedoch Reisende an einigen Orten zusteigen, damit auch für die Orte ein weiteres Angebot in Richtung Oldenburg geschaffen wird.

Wer den Vorschlag unterstützen, bzw. ergänzen möchte, könnte dies in einer E-Mail an nvp@emsland.de zum Ausdruck bringen. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 12.01.2026: Schöninghsdorf
Dienstag, 13.01.2026: Lengerich
Mittwoch, 14.01.2026: Lehrte
Donnerstag, 15.01.2026: Papenburg
Freitag, 16.01.2026: Meppen
Samstag, 17.01.2026: Haren
Sonntag, 18.01.2026: Haselünne
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 12.01.2026 bis Freitag 16.01.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53), Renkenberge – Wahn (K168) und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

DGB-Neujahrsempfang abgesagt

Aufgrund des Wetters hat der DGB den traditionellen Neujahrsempfang im Heimathaus Aschendorf am 11.01.2026 um 11 :00 Uhr abgesagt. [jdm].

MVZ Dörpen teilt mit: Vorübergehende Schließung wegen Umbauarbeiten

Das MVZ Dörpen bleibt in der Zeit vom 12.01.2026 bis 23.01.2026 wegen Umbaumaßnahmen geschlossen. Die Vertretung der Allgemeinmedizin übernehmen alle Hausärzte am Ort. Die Notfallvertretung der HNO-Praxis übernimmt Herr Tashkov im MVZ Papenburg.

Ab Montag, 26.01.2026 finden die Sprechstunden wieder wie gewohnt statt. Der Eingang der Praxis befindet sich dann für den Zeitraum der Baumaßnahme am hinteren Teil des Gebäudes." [www.doerpen.de]

DIZ: Lesungen am 20.01. und 19.03.2026

In knapp zwei Wochen, am 20. Januar um 19 Uhr, lädt das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ) ersten Veranstaltung im Jahr 2026 in das Arkadenhaus in Papenburg ein.  Nachdem für die Lesung von Susanne Siegert aus ihrem Buch "Gedenken neu denken" inzwischen 103 Eintrittskarten verkauft wurden, können nach einer Erhöhung des Platzkontingents durch das Arkadenhaus erfreulicherweise weitere Karten angeboten werden, die per Mail an mail@diz-emslandlager.de bestellt werden können.

Am 19. März lädt das DIZ aus Anlass des 90. Jahrestages der Erstveröffentlichung des Buches Die Moorsoldaten von Wolfgang Langhoff im Jahr 1935 zu einer Lesung der Journalistin und Autorin Esther Slevogt (Berlin) ein. Ihre Vorstellung der Biographie Langhoffs wird ergänzt durch die Lesung  eines Kapitels aus Die Moorsoldaten vom Schauspieler Thomas Lichtenstein (Oldenburg). Auch für diese Veranstaltung können Karten per Mail an mail@diz-emslandlager.de bestellt werden.

Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn zum Jahresende gestiegen

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn (Emsland, Grafschaft Bentheim) im Dezember 2025 gestiegen. 9.821 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 354 Personen mehr als im November und 120 Personen bzw. 1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug – wie im Dezember 2024 – 3,5 Prozent.

„Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk Nordhorn ist zum Jahreswechsel für diese Jahreszeit nicht unüblich, zeigt aber, dass auch unser regionaler Arbeitsmarkt nicht mehr der “Selbstläufer“ der vergangenen Jahre ist“, erläutert René Duvinage, Chef der Agentur für Arbeit Nordhorn, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Die schwierige wirtschaftliche Lage hält weiterhin an und hinterlässt zunehmend Spuren am Arbeitsmarkt in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Emsland“, so Duvinage. „Die Situation am Arbeitsmarkt in unserer Region verschärft sich zunehmend, in der Folge wird die Arbeitslosigkeit aufgrund unserer Beobachtungen und Rückmeldungen von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern möglicherweise weiter steigen“, erläutert der Arbeitsmarktexperte abschließend.

Die Spanne der Quoten in den Geschäftsstellenbezirken reichten im Dezember 2025 von 3,1% in Lingen bis 4,4 % in Papenburg. Im Dezember 2024 betrug die Quote hier 4,1 %. Die Arbeitslosigkeit stieg damit im Bereich der Geschäftsstelle Papenburg um 6,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. In der Geschäftsstelle Sögel lag die Arbeitslosigkeit im Dezember 2025 bei 3,2 % und reduzierte sich damit um 3,4 % gegenüber dem Dezember 2024. (Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn, Pressemitteilung, Arbeitsmarktreport Dezember 2025) [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

„Nacht der Ausbildung“ bei UPM in Dörpen am 6. Februar 2026

Die UPM-Betriebe in Dörpen laden am Freitag, den 6. Februar 2026 interessierte Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren und deren Eltern zur „Nacht der Ausbildung“ ein. Von 15.00 bis 21.00 Uhr können sich junge Leute bei einer Werksführung über die Ausbildungsberufe bei Nordland Papier GmbH, UPM Sales GmbH, nortrans Speditionsgesellschaft mbH und NorService GmbH informieren.

Aktuell wird in folgenden Berufen ausgebildet:
Industriemechaniker/-in
Industriekaufmann/-frau
Papiertechnologe/-technologin
Bachelor of Engineering – Fachrichtung Papiertechnik
Fachkraft für Lagerlogistik
Maschinen- und Anlagenführer/-in
Elektroniker/-in für Betriebstechnik
Zudem werden Plätze für FOS-Praktikanten/innen im technischen und kaufmännischen Bereich angeboten.

Während des zweieinhalbstündigen Rundgangs werden Auszubildende und Ausbilder vor Ort über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten informieren und gern auch Fragen beantworten. Um 18.30 Uhr findet die letzte Führung statt. Bitte achten Sie auf festes Schuhwerk.

Um die Organisation zu erleichtern, ist eine Anmeldung bis zum 02.02.2026 entweder per E-Mail an nachtderausbildung@upm.com, per Post an UPM Nordland Papier, Nacht der Ausbildung, Nordlandallee 1, 26892 Dörpen oder telefonisch unter 04963/401-1877 notwendig. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 05.01.2026 bis 09.01.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr wird die Straße Schlagbrückener Weg zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Theatergruppe Börger führt das Stück „Opa ward verköfft“ auf

Für Freunde des plattdeutschen Theaters öffnet sich in Börger in der aktuellen Theatersaison ab morgen der Vorhang. Der Klassiker ""Opa ward verköfft" entstammt der Feder von Franz Streicher und ist im Karl Mahnke Theaterverlag erschienen. Übersetzt ins Niederdeutsche wurde der Schwank von Dieter Jorschik.

In dem Stück geht es um den Bauern Kulenkamp, der den Opa loswerden will. Die Spieltermine im Gemeinde- und Kulturzentrum Börger sind: Sa., 03.01./So., 04.01.2026 - 15:00 Uhr: Seniorenaufführungen, Fr., 09.01.2026: 1. Aufführung, Sa.,17.01.2026: 2. Aufführung, Sa.,31.01.2026: 3. Aufführung. Mehr Infos ... [jdm]

Wasserabfluss im Seitenkanal zurzeit gesichert – Situation an der Wippinger Dever muss genau beobachtet werden

Inseln im Seitenkanal nördlich der Zuleitung der Wippinger Dever
Inseln im Seitenkanal nördlich der Zuleitung der Wippinger Dever

Über die im Seitenkanal Gleesen-Papenburg am Zufluss der Wippinger Dever entstandenen Inseln haben wir wiederholt berichtet. Dabei stand für uns die Frage im Mittelpunkt, ob der Kanalabschnitt zwischen der Neudörpener Straße und dem Mittelweg das aus Entwässerungsgräben in den Kanal eingeleitete Wasser auch zukünftig noch sicher ableiten kann. Dabei wären nach unserer Einschätzung nicht nur übliche Niederschlagsmengen in Betracht zu ziehen, sondern auch die Folgen möglicher Starkregenereignisse zu berücksichtigen.

Auf dieses Thema wird in den Medien und auch in Veröffentlichungen der Landesregierung hingewiesen. So greift das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die Gefahren durch Starkregen in der neuen Studie „Klimarisikoanalyse für Niedersachsen 2025“ auf. Im Abschnitt 4.3.2 wird erläutert, dass Starkregen überall in Niedersachsen auftreten kann. Dabei können kleinere Fließgewässer schnell anschwellen, sich in reißende Ströme verwandeln und großräumig über die Ufer treten. Durch geringe Fließgeschwindigkeiten und/oder fehlender Entwässerungs- oder Abflussmöglichkeit im Flachland kann das Wasser z. B. auf landwirtschaftlichen Flächen lange stehen und durch Staunässe Schäden an den Pflanzen verursachen. Darüber hinaus können Starkregenereignisse indirekt auch zu erhöhten Stoffeinträgen ins Grundwasser führen. Bedingt durch den Klimawandel wird davon ausgegangen, dass zukünftig mit einer Zunahme von Wetterextremen zu rechnen ist.

Hochwasser an der Wippinger Dever im Jahr 1998
Hochwasser an der Wippinger Dever im Jahr 1998

Diese Erkenntnisse waren für uns vor einigen Wochen Anlass, beim Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände um eine Bewertung der aktuellen Situation im Seitenkanal am Zufluss der Wippinger Dever nachzufragen, da hier der Wasserabfluss offensichtlich durch die entstandene Insellandschaft eingeschränkt ist.
Der Kreisverband hat uns nun mitgeteilt, dass man „im Moment keine Gefährdung für den Wasserabfluss“ sehe, und auch die letzte Gewässerschau habe nichts anderes ergeben. Dennoch sei es richtig, dass die Wippinger Dever in diesem Bereich weiter genau beobachtet werden müsse.
Auf unsere konkrete Frage, ob der Wasserabfluss der Wippinger Dever über den Seitenkanal auch bei einem Starkregenereignis gesichert sei, geht der Kreisverband in seinem Antwortschreiben allerdings nicht ein.

Zur Erinnerung: In einer Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Gemeinde Dörpen aus dem Jahr 1967 ist festgelegt, dass die Gemeinde Dörpen für die Folgen der Einleitung der Wippinger Dever in den Seitenkanal verantwortlich ist. Und es wird wohl kaum zu bestreiten sein, dass die Inselbildung im Kanal eine Folge der Einleitung des Entwässerungsgrabens ist, denn dieser führt reichlich Sediment und Treibgut mit sich, das sich dann im Seitenkanal ablagert. Als Beispiele seien hier Ausspülungen von Bisam- und Nutriahöhlen oder ins Wasser geratenes Mähgut von den Grabenseitenflächen genannt.

Treibgut verfängt sich an Ästen, die von den Inseln ins Wasser ragen.
Treibgut verfängt sich an Ästen, die von den Inseln ins Wasser ragen.

Die Folgen dieser Fracht aus der Wippinger Dever ist eine bereits jetzt ca. 150 Meter lange Insellandschaft und eine über zwei Meter hohe Schlammschicht im weiteren Verlauf des Kanals bis zum Mittelweg. Inseln und Schlamm müssten zumindest teilweise entfernt werden, wenn kein ausreichender Wasserabfluss in Fließrichtung des Seitenkanals mehr möglich ist. Doch aufgrund eines vor Jahrzehnten festgestellten Munitionsverdachtes für den Kanalabschnitt dürften Baggerarbeiten wohl kaum ohne eine vorherige Klärung der Ablagerung von Munition im Gewässer vorgenommen werden. Schon diese Munitionssondierung und eine evtl. erforderliche Bergung dürften Kosten verursachen, die die stark verschuldete Gemeinde kaum tragen könnte.

Es ist also an der Zeit, das Problem der Inselbildung im Seitenkanal verbunden mit der Klärung der Gefahren durch Weltkriegsmunition im Seitenkanal anzugehen und Lösungen für die Wasserableitung der Wippinger Dever zu suchen. Ansonsten könnten ein Starkregenereignis oder ein nächstes Hochwasser die Gemeinde unvorbereitet treffen und zumindest für das Umfeld des Seitenkanals östlich von Dörpen schlimmere Folgen nach sich ziehen als das Winterhochwasser 2023/2024. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Wetter 2025: Ein Sonnenjahr mit ungewöhnlicher Wärme und deutlichem Niederschlagsdefizit

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bereits einen Tag vor Jahresende eine Einordnung des Wetters im Jahr 2025 vorgenommen – es war sehr warm, sonnenreich und niederschlagsarm. Dies gilt so auch für Niedersachsen und auch für Dörpen. Die Jahresmitteltemperatur erreichte hier 10,4 °C und lag damit 1,8 Grad über dem Referenzwert 8,6 °C der Referenzperiode 1961-1990.

Die Jahresniederschlagsmenge betrug nur 600 l/m² und blieb rund ein Fünftel unter dem Mittel (746 l/m²). In Dörpen lag die Summe der Niederschläge an der DWD-Wetterstation bei etwa 670 l/m².

Die kältestete Phase etablierte sich Mitte Februar: Mit -15,2 °C meldete Bad Harzburg am 17.02. das Minimum für Niedersachsen. Zum Vergleich: In Dörpen wurden am 17.02. Minus 5,2 °C und am 18.02. Minus 7 °C gemessen, am Boden waren es Minus 10,5 °C. 

Das Frühjahr 2025 setzte als Sonnigstes neue Maßstäbe, und war in Niedersachsen zugleich außergewöhnlich trocken.

Der Sommer brachte am 02.07. mit subtropischen 38,7 °C in Barsinghausen-Hohenbostel (20 km westlich von Hannover) den Höhepunkt der warmen Jahreszeit. In Dörpen waren es an dem Tag 33,6 °C, und am 13.08. waren es mit 33,9 °C sogar noch etwas mehr.

In der insgesamt sehr positiven Sonnenscheinbilanz für Niedersachsen mit 1860 Stunden (Referenzwert 1456 Stunden), einem Plus von rund 28 Prozent, fielen lediglich Juli und Oktober aus dem Rahmen und wiesen als Monate eine negative Abweichung auf. In Dörpen wurden etwa 1800 Sonnenstunden erfasst. (Quelle und weitere Details: Pressemitteilung DWD, Werte für Dörpen wurden der Michael Theusners Wetter- und Klimaseite entnommen: mtwetter.de) [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.e/forum-d]

Burgdorf-Interview: E 233 und Sirenen, aber keine Geburtsstation in Sögel und keine Wohnungsbaugesellschaft

„Die Politik auf Bundesebene muss sich endlich durchringen zu großen Reformen, die es braucht, die aber auch wehtun werden.“ Mit diesem Nonsense-Satz endet die erste Antwort in dem Interview der Ems-Zeitung mit Landrat Marc-André Burgdorf. Dieser Satz heißt nichts und kann auch alles bedeuten. Etwas Kritik darf sein, aber mit dem „auch wehtun werden“ wird Einverständnis mit dem von der Bundesregierung betriebenen Sozialabbau signalisiert.

Dann ärgert sich Burgdorf darüber, dass die E 233 noch immer nicht gebaut worden ist, weil Planung, Genehmigung und Bauausführung in Deutschland lange brauchen. Vielleicht liegt es ja gar nicht daran, sondern daran, dass diese Straße die 1,2 Mrd. €, die sie mindestens kosten wird, einfach nicht wert ist. Und daran, dass die Gegner des Vorhabens, wie der Nabu einfach ein paar gute Argumente haben und das Ganze auch umweltfreundlicher und billiger zu haben wäre.

Das Krankenhaussterben hält Burgdorf offensichtlich für einen schicksalhaften Vorgang. Hier ist nicht zu kritisieren, dass der Landkreis die Zusammenschlüsse der Krankenhäuser auf Landkreisebene unterstützt hat. Aber mit der Schließung der Geburtsstation in Sögel hat Burgdorf sich offensichtlich abgefunden und gibt als Beruhigungspille aus, dass dies nicht den Anfang vom Ende des Hümmling-Hospitals bedeuten müsse. Was man aber vom Landrat und der Kreispolitik erwarten könnte, ist der Widerstand gegen die Krankenhauspläne der Bundes- und Landesregierung. Stattdessen werden die Parteipolitiker der CDU und SPD, die das Krankenhaussterben offensiv betreiben, von der hiesigen Politik hofiert.

Dass Klimaereignisse wie Hochwasser, Moorbrände oder Stromausfälle entsprechende Katastrophenschutzpläne brauchen, wird niemand bestreiten. Aber Burgdorf fordert im Zusammenhang mit seinem Lob des Ausbaus der Sireneninfrastruktur durch den Landkreis, die Bevölkerung müsse resilienter werden. Er selbst outet sich als Prepper, der Vorräte für den Kriegsfall angelegt hat.

Nun könnte man das als einen gewissen Fatalismus durchgehen lassen, wenn Burgdorf in der nächsten Antwort nicht die Hoffnung auf die Ansiedelung von Rüstungsindustrie äußern würde. Eine Geburtsstation kann es nicht mehr in Sögel geben, aber Produktionsstätten für Mordwerkzeug werden als erstrebenswerte Zukunftsvision angeboten. Logisch, dass bei solchen Zukunftsaussichten auch jeder Vorräte bunkern sollte. Das klingt nicht einfach nach Vorsorge. In der Friedensbewegung wird die Werbung für den sogenannten Zivilschutz für einen Teil der Kriegspropaganda gehalten.

Witzig wird es, wenn Burgdorf die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft durch den Landkreis Emsland mit der Begründung ablehnt, es brauche individuelle Lösungen vor Ort. Burgdorf tut hier so, als sei er Chef eines großen Landes, in dem die Regierung nicht weiß, was in den entlegenen Regionen so vor sich geht. Er ist aber Landrat eines Landkreises mit 335.000 Einwohnern. Da sollte der Landrat noch wissen, was so vorgeht, zumal die vom Landkreis Emsland in Auftrag gegebene Aktualisierung des Wohnraumversorgungskonzeptes genau benennt, wo welche Wohnungen fehlen. Man stelle sich vor, der Oberbürgermeister von Köln würde öffentlich sagen, er könne zur Wohnraumversorgung in Köln-Deutz leider nichts sagen.

Er verweist in seiner Antwort ausschließlich auf die Ausweisung von neuem Bauland, für die in der Tat die Gemeinden zuständig sind. Das Wohnraumversorgungskonzept schlägt aber ausdrücklich den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen durch die Öffentliche Hand vor. Das hatte auch die SoVD-Kreisvorsitzende Kötter gefordert. Eine Wohnungsbaugesellschaft auf Kreisebene könne gerade den finanzschwächeren Gemeinden helfen. Die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft würde dem Landkreis deutlich einfacher von der Hand gehen, als einer finanzschwachen Kommune. Eine kreisweite Wohnungsbaugesellschaft könnte zudem Rationalisierungseffekte beim Bau von Mietshäusern besser ausnutzen.

Burgdorf fällt stattdessen ein, Senioren sollten ihre Wohnungen aufgeben und an junge Familien vermieten. Dafür brauche es „aber alternativen Wohnraum für die ältere Generation“ fällt ihm dazu ein. Da hat er mal recht. [jdm]

Krickente ohne typisches Fluchtverhalten auf einem Graben nördlich von Neudörpen

Krickente
Ungewöhnlich: Krickente ohne Scheu auf einem Graben nördlich von Neudörpen

Krickenten sind in den Wintermonaten auf unseren Gewässern keine Seltenheit. In der Regel kann man diese Enten in größeren Gruppen auf breiteren Gewässern, wie dem Seitenkanal Gleesen-Papenburg, beobachten. Allerdings sind die Tiere in der Regel scheu und flüchten oft schon bei einer Annäherung von etwa 50 Metern.

Das Verhalten einer einzelnen weiblichen Ente auf einem schmalen Graben nördlich von Neudörpen gibt jedoch Rätsel auf. Die kleine Ente zeigte kaum Fluchtverhalten. Erst als wir uns ihr auf etwa zehn Meter genähert hatten, schwamm sie etwas beunruhigt auf dem Wasser, entfernte sich aber nicht von der Stelle. 
Stunden später war das Tier an derselben Stelle anzutreffen. Es ruhte mit eingezogenem Kopf am Ufer des Grabens. Wie zuvor schwamm die Ente bei Annäherung ein wenig auf der Stelle, ohne ein typisches Fluchtverhalten zu zeigen. [HM/erstveröffentlicht gruenealternatve.de/forum-d|

Ehepartner von Pflegebedürftigen dürfen nicht auf das Sozialhilfe-Niveau heruntergedrückt werden

Wenn ein Ehepartner so pflegebedürftig ist, dass er nur noch in einem Pflegeheim ausreichend gepflegt werden kann, stellt sich die Frage, wie die Heimkosten finanziert werden können. Die Pflegekasse trägt einen Teil der Kosten abhängig vom Pflegegrad: Pflegegrad 2 = 805 Euro, Pflegegrad 3 = 1.319 Euro, Pflegegrad 4 = 1.855 Euro, Pflegegrad 5 = 2.096 Euro.

Zusätzlich gibt es einen Leistungszuschlag, der von der Dauer des Aufenthalts im Pflegeheim abhängig ist: 15 Prozent des Eigenanteils an den Pflegekosten, wenn Sie bis zu 12 Monate in einem Pflegeheim leben, 30 Prozent bei mehr als 12 Monate, 50 Prozent bei mehr als 24 Monate und 75 Prozent bei mehr als 36 Monate in einem Pflegeheim-

Bei durchschnittlichen Heimkosten von 3500 € aufwärts kommt man mit den Leistungen der Pflegekasse allein nicht weit. Angesichts von 1.099 € Netto-Renten (Männer ca. 1.346 €, Frauen ca. 903 €) bleibt also eine deutliche Finanzierungslücke. Bei einem Ehepaar mit zusammen 2200 € Rente und 805 € Pflegezuschuss stünden rechnerisch 3005 € zur Verfügung. Also zuwenig. Und dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass der eine Ehepartner zu Hause bleibt und auch etwas zum Leben braucht.

Das, was fehlt an den Heimkosten und dem Lebensunterhalt des gesunden Ehepartners, wird vom Landkreis in Rahmen der Sozialhilfe übernommen. Im Emsland und bei vielen anderen Sozialämtern wird dabei das Einkommen des pflegebedürftigen Ehepartners vollständig für die Heimkosten herangezogen. Der gesunde Ehepartner muss von seinem Einkommen alles für die Heimkosten abgeben, was den Sozialhilfesatz übersteigt. Der Sozialhilfesatz errechnet sich aus dem Regelsatz von 563 € für den Lebensunterhalt und den Mietkosten. Hinzu kommen noch die Kosten für die Haftpflichtversicherung oder die Kfz-Versicherung, falls ein Auto mit so einem niedrigen Einkommen noch gehalten werden kann.

Für die gesunden Ehepartner bedeutet diese Regelung, dass sie von einem Tag auf den anderen auf ein Einkommensniveau sinken, das ihre ganze bisherige Lebensführung auf den Kopf stellt oder, besseres Bild, in den Keller führt. Die bisher selbstverständlich gezahlten Vereinsbeiträge, das in der Garage stehende Motorrad, die Ratenzahlung für das E-Bike, das monatliche Essengehen mit dem Stammtisch, die Zeitschriften- oder das Sky-Abo, die bisherigen Essengewohnheiten, sind alle nicht mehr finanzierbar. Hinzu kommt, dass der Bescheid des Landkreises über die Kostenübernahme, in dem auch steht, was vom Einkommen an das Heim gezahlt werden muss, erst nach langer Bearbeitungszeit kommt, so dass in der Zwischenzeit schon 2000 bis 3000 € Schulden beim Heim aufgelaufen sind.

Das Sozialamt holt sich aus dem Erbe des Ehepaars nach dem Versterben beider zudem noch den Großteil der gezahlten Hilfe zurück.

Die Internetseite Gegen-Hartz berichtet jetzt von Sozialgerichtsurteilen, die entschieden, dass Ehepartner von Pflegebedürftigen nicht auf das Bürgergeld-Niveau heruntergedrückt werden dürfen. Die Begründung dafür lautet, dass die Ehe und Familie unter dem grundgesetzlichen Schutz nach Art. 6 Grundgesetz stehen.

Laut dem im Artikel zitierten Rechtsanwalt Markus Karpinski würden Sozialämter häufig falsch handeln und Einkommen wie Vermögen des Ehegatten heranziehen. Der Paragraf 19 Abs. 2 des SGB XII werde falsch interpretiert. In diesem würde vermutet, dass sich Ehegatten gegenseitig unterstützten, nicht aber vorausgesetzt. Die Rechtsprechung habe bestätigt, dass vom Ehegatten nicht mehr Unterstützung gefordert werden dürfte, als die zu der er unterhaltsrechtlich verpflichtet sei. Das Sozialamt müsse dem Ehegatten mehr belassen als den Sozialhilfesatz, wenn ein Pflegebedürftiger Sozialhilfe erhalte. Der Ehepartner müsse regelmäßig die Hälfte des gemeinsamen Nettoeinkommens behalten dürfen.

Auch das Sozialamt des Landkreises Emsland praktiziert die übermäßige Heranziehung des Ehepartners. Dies darf nach Karpinskis Ausführungen jedoch nicht geschehen. Es würde nämlich einen Anreiz zur Trennung schaffen und somit gegen den besonderen Schutz von Ehe und Familie in Art. 6 des Grundgesetzes verstoßen. Diese Handhabung der Heranziehung fordert die Ehepartner praktisch zur Scheidung auf, damit sie noch ein über dem Minimum liegendes Einkommen behalten können. [jdm|

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer in der kommenden Woche nur am Montag, den 29.12.2025, in Sögel, und am Dienstag, den 30.12.2025, in Papenburg mit angekündigten Geschwindigkeitskontrollen rechnen. Darüber hinaus kann es allerdings weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer nur am Dienstag, den 23.12.2025, mit angekündigten Geschwindigkeitskontrollen in Emmeln rechnen. Darüber hinaus kann es allerdings weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Die WTD 91 meldet für die zwei Wochen vom 22.12.2025 bis 04.01.2026 keine Sperrungen. [jdm]

NOZ zur Entwicklung der Umsätze von UPM

Michael Kierstein hat gestern in einem Artikel auf NOZ-Online recherchiert, welchen Anteil der Geschäftsbereich Grafische Papiere am Gesamtumsatz und -gewinn von UPM hat. Er kommt letztlich zum Schluss, dass die Papiersparte 2024 zu rund 31,5 Prozent der Gewinne beitrug und im laufenden Jahr 2025 etwas mehr als elf Prozent.

Das geplante Joint Venture mit Sappi habe für UPM den Vorteil, dass das Risiko der sinkenden Erlöse in der Papiersparte vom Kernunternehmen ferngehalten werde, aber dass die Produktion und Verarbeitung von Papier derzeit kein Verlustgeschäft sei. Die absoluten Zahlen werden im Artikel genannt. [jdm]

Was ist das: Ein Brett mit zwei geschmückten Bögen?

Die touristische Internetpräsenz des Landkreises Emsland wartet derzeit mit einem Quiz über die hiesigen Bräuche auf. Gleich in der ersten Frage wird ein Gebilde aus zwei gekrüllten Holzbögen gezeigt und es wird gefragt, ob dies eine Tunschere oder einen Hochzeitsbogen darstelle. Diese Frage kann praktisch jeder Wippinger beantworten, aber natürlich besonders Heinz Holtermann, dessen Kreation auf dem Bild dargestellt ist. In der Antwort wird dann auch auf Wippingen verwiesen. [jdm]

Beteiligungsverfahren zum Nahverkehrsplan des Landkreises Emsland

Nahverkehrsplan 2025

Der Landkreis Emsland erarbeitet alle fünf Jahre einen Nahverkehrsplan, der der Steuerung der ÖPNV-Entwicklung im Emsland sowie der Feststellung von Entwicklungen und Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr dient.

Ein wesentlicher Bestandteil der Erarbeitung des Nahverkehrsplans ist das aktuell laufende öffentliche Beteiligungsverfahren.Hier haben nicht nur diverse Organisationen, Behörden und Kommunen, sondern vor allem auch Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit Stellungnahmen zum Plan abzugeben. Der Entwurf ist öffentlich unter www.emsland.de/nvp einsehbar.

Bis einschließlich Samstag, den 31. Januar 2026 werden Stellungnahmen unter nvp@emsland.de entgegengenommen, gesammelt und anschließend beantwortet sowie gegebenenfalls in den finalen Plan eingearbeitet.

Wer bisher den Eindruck hat, dass der ÖPNV seine Mobilitätswünsche kaum erfüllen kann, liegt wahrscheinlich nicht falsch. Im neuen emsländischen Nahverkehrsplan kommt das Wort Wippingen ein einziges Mal vor. Es lohnt sich aber vielleicht gerade deshalb, sich den Plan einmal anzuschauen und vielleicht eigene Wünsche zu formulieren und in den Prozess einzubringen. Der Plan zeigt die Komplexität der Aufgabe, aber es gibt auch einzelne Ideen, die vielleicht nur die Unterstützung der Bürger brauchen, um eine Verwirklichung zu finden.

So wird im Plan vorgeschlagen, einen ersten Einstieg in das Thema Linienbündelung im straßengebundenen ÖPNV zu ermöglichen. Das ist dann die Vision eines durchschaubaren Liniensystems mit Haupt und Nebenstrecken, wobei die schiere Anzahl der beteiligten Unternehmen die Aufgabe nicht einfacher macht. Auch über die Vor- und Nachteile einer Gemeinwirtschaftlichkeit solle diskutiert werden. Das wäre dann schon ein sehr weiter Schritt nach vorn. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 15.12.2025: Flechum
Dienstag, 16.12.2025: Esterwegen
Mittwoch, 17.12.2025: Lingen
Donnerstag, 18.12.2025: Meppen
Freitag, 19.12.2025: Wesuwe
Samstag, 20.12.2025: Dörpen
Sonntag, 21.12.2025: Freren
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 15.12.2025 bis 19.12.2025 von 08:00 – 16:30 Uhr wird die Straße ,Schlagbrückener Weg zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Klassisches in Papenburg und Sögel

Morgen, am Sonntag. 14.12.2025 gibt es um 15:00 Uhr · Stadthalle Forum Alte Werft Papenburg das Noël Adventskonzert. Zum 75. Jubiläum des Knabenchors Hannover erklingt ein festliches Weihnachtsprogramm mit dem renommierten Ensemble London Brass. Gemeinsam präsentieren sie britische und deutsche Advents- und Weihnachtslieder von Praetorius, Händel, Mendelssohn, Rutter und anderen. Schlagzeuger Andreas Greiter bereichert den festlichen Klang. Während der Knabenchor sein 75-jähriges Bestehen feiert, freut sich London Brass bereits auf sein 40. Jubiläum. Ein Abend voller Tradition, Virtuosität und festlicher Musik!

Ebenfalls morgen um 17:00 Uhr in der Villa Dieckhaus gibt es Weltklassik am Klavier. Internationale Pianisten spielen Meisterwerke von Bach bis Liszt — regelmäßig jeden zweiten Sonntag.

Das Märchen Hänsel und Gretel wird am Sonntag, 21.12.2025 um 15:00 Uhr in der Stadthalle Forum Alte Werft Papenburg mit einer anderen Handlung als von den Grimm-Brüdern bekannt aufgeführt. Hänsel und Gretel leben eigentlich vergnüglich mit ihren Eltern am Waldrand und freuen sich auf einen saftigen Geburtstagskuchen für Hänsel. Doch die Freude findet ein jähes Ende, als die Vermieterin Roggenschneider Mietschulden einfordert und als Anzahlung den Esel und die Beeren für den Kuchen mitnimmt. Hänsel und Gretel beschließen, wenigstens den Kuchen zu retten, und machen sich im Wald auf die Suche nach neuen Beeren. Dabei treffen sie auf einen gefräßigen Hasen, einen schlauen Raben und eine listige Hexe. Eine abenteuerliche, lustige und musikalische Geschichte für alle Märchenfans ab 5 Jahren.

Der Kulturkreis Clemenswerth Sögel wurde von der Sperrung der Aula des Gymnasiums hart getroffen. Für das Neujahrskonzert am 10 Januar 2026 wurde ein ungewöhnlicher Veranstaltungsort gefunden. Die Kölner Symphoniker werden um 17 Uhr im Autohaus Bartels, Hümmlinger Ring 1, 49751 Sögel, spielen. Der Kulturkreis wirbt hier mit freier Platzwahl. Das Konzert vereint heitere wie auch besinnliche Töne – mit schwungvollen Polkas aus dem Repertoire der Strauß- Dynastie ebenso wie mit bezaubernden Melodien aus weltberühmten Opern, Operetten und klassischen Musicals. Auszüge aus „Die lustige Witwe“, „Der Vetter aus Dingsda“ und natürlich der Königin der Operette, „Die Fledermaus“, dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie zauberhafte Arien und Ensembles aus beliebten Werken wie „My Fair Lady“. [jdm]

Lesung mit Susanne Siegert am 20. Januar 2026

Plakat Susanne Siegert

Zum Auftakt des Jahres 2026 lädt das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ) zu einer Lesung mit Susanne Siegert aus ihrem Buch Gedenken neu denken in das Arkadenhaus, Hauptkanal Links 68-72 in Papenburg ein. 

Aufgrund des bereits jetzt festzustellenden großen Interesses wird eine zeitnahe Bestellung von Eintrittskarten per Mail an: mail@diz-emslandlager.de empfohlen. [jdm]