Arbeitsstände Endlagersuche 2026
Nur die türkis gefärbten Flächen sind laut BGE mögliche Endlagerstandorte

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat heute letztmalig einen aktuellen Arbeitsstand zur Endlagersuche veröffentlicht, bevor Ende nächsten Jahres die Standortregionen für die Erkundung vorgeschlagen werden. Mit dem aktuellen Arbeitsstand reduziert die BGE die Fläche, die sie im Standortauswahlverfahren weiter betrachtet, auf weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes. Im Jahr 2025 waren noch etwa 25 Prozent der Fläche Deutschlands im Rennen.

Für uns Emsländer ist vor allem interessant, dass der Salzstock Wahn bei Wippingen/Renkenberge/Kluse mit der Teilgebietsnummer 024_00TG_029_00IG_S_s_z weiterhin als Standort in Frage kommt. Der Großteil der bisher noch nicht eingeordneten Fläche wird voraussichtlich Gebiete der Kategorien B und/oder A enthalten, wobei einzelne Bereiche auch zukünftig noch den Kategorien D oder C zugeordnet werden könnten.

Der Salzstock bei Börger/Spahnharrenstätte mit der Teilgebietsnummer 030_00TG_048_00IG_S_s_z wurde als Gebiet der Kategorie B eingestuft. Dies bedeutet, dass dieses Gebiet eine gute Eignung aufweist, jedoch nicht zu den Gebieten mit der besten Eignung zählt.

Der Salzstock Lathen mit der Teilgebietsnummer 028_00TG_040_00IG_S_s_z wurde als Gebiet der Kategorie C eingestuft. Dies bedeutet, dass dieses Gebiet eine geringe Eignung aufweist.

Die beiden Salzstöcke bei Kamperfehn/Bad Zwischenahn mit der Teilgebietsnummer 029_00TG_043_00IG_S_s_z sind ebenfalls noch im Rennen.

Mit dem Teilgebiet „Unterkreide“ zwischen Haselünne, Meppen und Lingen mit der Teilgebietsnummer 007_00TG_202_02IG_T_f_kru ist auch eins der wenigen Gebiete mit dem Wirtsgestein Tongestein noch in der Bearbeitung und wird als potentiell geeignet eingestuft.

Die großen Tongesteingebiete in Ostfriesland sind sämtlich aus der Betrachtung herausgefallen. Hier gab es laut dem BGE-Mitarbeiter Sönke Reiche in der Zoom-Konferenz der BGE drei Gründe, die zum Ausschluss führten. Die Tongesteine waren nicht mächtig genug, die Gesteine zu stark mit Sanden und Pyrit verunreinigt und vor allem war der Abstand zu den möglichen zukünftigen eiszeitlichen Rinnen nicht groß genug, bzw. man müsste das Lager so tief anlegen, dass es technisch kaum machbar wäre.

Die weiter betrachteten Gebiete befinden sich sowohl in Süddeutschland als auch in Ostdeutschland sowie im Norden und Nordwesten Deutschlands. Iris Graffunder, Vorsitzende der Geschäftsführung der BGE, sagt: „Mit dem Fortschritt in diesem Jahr stellt die BGE den Zeitplan bei der hochkomplexen, wissenschaftsbasierten Endlagersuche sicher. Wir werden die Flächen bis Ende 2027 weiter einengen, bis nur noch wenige Standortregionen im Rennen sind, die wir für die Erkundung vorschlagen. Die heutige Veröffentlichung schafft zugleich frühzeitige Transparenz für die Menschen in Deutschland.“ 

Für die Beurteilung der Wirtsgesteine haben die BGE-Expert*innen Millionen geologischer Datensätze über den Untergrund Deutschlands ausgewertet. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem laufenden Standortauswahlverfahren einen hervorragenden Standort für die hochradioaktiven Abfälle in Deutschland finden werden“, sagt Iris Graffunder.

Genau hier ruft die Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt auf, weiterhin zu zweifeln. In einer Pressemitteilung schreibt sie, „Die Atommüll-Schlinge zieht sich weiter zu. Spätestens jetzt müssen die Menschen in den betroffenen Gebieten der BGE kritisch auf die Finger schauen. Insbesondere müssen sie einfordern, die Datengrundlage zur Einstufung der Gebiete endlich offenzulegen.“

Bisher könne niemand unabhängig überprüfen, ob die als ‚geeignet‘ eingestuften Gebiete tatsächlich geeignet seien, hochradioaktiven Abfall für Hunderttausende von Jahren sicher zu verwahren. Die dazu erforderlichen geologischen Daten seien für die Öffentlichkeit weiter unter Verschluss. Die im Standortsauswahlgesetz versprochene Transparenz könne so nicht hergestellt werden.

Nur eine kritische Öffentlichkeit könne verhindern, dass am Ende doch wieder ein ungeeigneter Standort das Rennen mache – wie schon in Gorleben, der Asse und Schacht Konrad.

Die BGE hat ihre Daten von öffentlichen und privaten Stellen gesammelt. Bei diesen handelt es sich teilweise um geschützte Firmengeheimnisse, die nicht veröffentlicht werden dürfen. Bei dem bisherigen Verfahren vergleicht die BGE lediglich vorhandene Daten und versucht zum Teil aus Analogieschlüssen Empfehlungen zu generieren.

Im nächsten Jahr sollen einige wenige Standorte benannt werden, bei denen dann erstmals tatsächlich oberirdisch Untersuchungen zur Geeignetheit stattfinden. [jdm]