Grundwasserstände sinken weiter – Umweltminister Schneider fordert Rückhalten des Wassers in der Landschaft
Am 17. September 2026 hat Forum-D berichtet, dass der Grundwasserstand an der Messstelle des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Neubörger auf 2,60 m unter Geländeoberkante (GOK) gesunken und damit – wie seit Wochen – als „sehr niedrig“ einzustufen war. Mittlerweile wird ein Wert von 2,66 m unter GOK angegeben, womit sich der Grundwasserstand dem bisher gemessenen Niedrigstwert von 2,73 m unter GOK nähert. Dieser Wert wurde Mitte November 2018, also nach einem extrem trockenem Sommer gemessen.
Der Deutsche Wetterdienst schrieb damals: „Hitze, Niederschlagsarmut und viel Sonne erreichten diesmal in Deutschland Dimensionen wie in südlichen Urlaubsländern.“
Zum Sommer 2026 schreibt der DWD: „Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird.“
In diesen Sätzen zeigen sich Parallelen der beiden Sommer, und es scheint nicht ausgeschlossen, dass der Grundwasserstand im Emsland, und damit auch an der Messstelle in Neubörger im laufenden Jahr ebenso weiter sinken wird wie 2018. Niedersachsenweit liegt der Grundwasserstand heute an 40 von 161 Messstellen unter den zuvor jeweils gemessenen Niedrigstständen. Das sollte den politischen Entscheidungsträgern zu denken geben.
Und tatsächlich hat sich Bundesumweltminister Schneider hierzu seine Gedanken gemacht: „Wasser möglichst schnell abzuleiten und nasse Flächen trockenzulegen, das war Wasserpolitik der letzten Jahrhunderte“, so Schneider (laut taz) am vergangenen Montag in Berlin. Heute sei die Aufgabe, Wasser so gut wie möglich in der Landschaft zu halten.
Der Bundesumweltminister rief die Länder dazu auf, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem guten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren, berichtet der BR24 vom Bayerischen Rundfunk. Recht hat er – Maßnahmen zum Rückhalten von Niederschlagswasser in der Fläche sind dringend geboten. Anfangen könnte man mit Staumaßnahmen bei Gräben an den Enden der Entwässerungssysteme.
Der Umweltminister könnte sich allerdings auch selbst um Wasserrückhaltung auf Flächen des Bundes bemühen, statt diese Aufgabe nur den Ländern zuzuweisen. Beispielsweise könnte er seinen Partei- und Ministerkollegen Pistorius davon überzeugen, dass die kleineren Gräben im Bundeswehrschießgebiet der WTD 91 im Emsland aufgestaut werden. Zumindest bei nicht ganzjährig wasserführenden Gräben dürften auch Umwelt- und Tierschutzverbände oder Angelvereine kaum etwas gegen die Aufstauung des Winterniederschlags haben, denn in diese sommertrockenen Gräben werden wohl kaum Fische vordringen. [HM/erstveröffentlicht auf Gruenealternative.de/forum-d]