Dokumentarfilm „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ im November im Kino Papenburg
Der im Mai 2026 verstorbene Leeraner Ehrenbürger Albrecht Weinberg durfte als Kind während der Nazi-Zeit nur noch die Jüdische Schule in der Ubbo-Emmius-Straße besuchen. Deswegen zog die Familie Weinberg von Rhauderfehn nach Leer. Der Vater war Viehhändler und Schlachter. Die Eltern Flora (geb. Grünberg, Jg. 1886) und Alfred Weinberg (Jg. 1889) wurden 1942 von Berlin aus ins KZ Theresienstadt gebracht und von dort im Oktober 1944 in das KZ Auschwitz, wo sie von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. Albrecht Weinberg überlebte – wie seine beiden Geschwister – den Holocaust.
Sechzig Jahre nach dem Exil in Amerika kehrt er in seine alte Heimat Ostfriesland zurück. Nicht, weil er Deutschland noch einmal sehen will, sondern weil er fast blind ist und auf Hilfe angewiesen ist. In Leer kommt er am vermeintlichen Ende seines Lebens an — und findet dort etwas, womit niemand mehr gerechnet hat: einen Neubeginn an der Seite von Gerda Dänekas, einst seine Pflegerin, nun seine Freundin und Mitbewohnerin. Zusammen sind sie die älteste WG Deutschlands.
Der Dokumentarfilm „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ zeigt das Leben von Weinberg. Im Film beginnt Albrecht zu erzählen: von seinem Leben, von „Mama“ und „Papa“, von dem, was bleibt, wenn alles verloren ging. Der Zuschauer erlebt, wie Schüler neben dem alten Mann im Rollstuhl hinknien und in Tränen ausbrechen, weil die Wucht seiner Geschichte kaum auszuhalten ist. Albrecht trägt das Grauen in seinem Kopf und im Herzen ein kindliches Vertrauen gegenüber den Menschen, die ihm begegnen. Zugewandt, liebevoll, immer neugierig und offen.
Selbst ein ehemaliger Wehrmachtssoldat, der ihm begegnet, kann daran nichts ändern. Albrecht weint, er lacht, er fährt mit dem Leeraner Bürgermeister Karussell und erinnert sich an jedes Detail einer Vergangenheit, die nicht vergehen darf. Bis zuletzt bleibt seine größte Angst das Vergessen.
Albrecht Weinberg starb am 12. Mai 2026 im Alter von 101 Jahren. Er hinterlässt Hunderte Freunde und Weggefährten sowie seine beste Freundin Gerda, die nun nicht mehr mit Albrecht, aber mit seinem Film durch Deutschland reist – gegen das Vergessen.
Der Film läuft auch in den Kinos im Emsland und Ostfriesland. Im Kino Papenburg läuft er vom 05.11.2026 – 11.11.2026, davon am 10.11. und 11.11.26 in der Reihe FILMBAR. Mehr Infos zum Film bei https://mindjazz-pictures.de/filme/albrecht-weinberg/. [jdm]

