China schafft Zölle für 53 afrikanische Staaten ab
Seit dem 1. Mai 2026 können 53 der 54 afrikanischen Staaten (Eswatini ist wegen Taiwan ausgeschlossen) ihre Waren zollfrei nach China exportieren. Umgekehrt dürfen die Staaten aber Zölle auf chinesische Waren erheben. Bisher galt das nur für die 33 ärmsten Länder Afrikas.
Während Rohstoffe oft bereits zollfrei waren, profitieren nun vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse und verarbeitete Güter von wegfallenden Zollsätzen, die zuvor zwischen 8 % und 30 % lagen. China ist Afrikas größter Handelspartner mit einem Rekordvolumen von 348 Milliarden USD im Jahr 2025. Die neue Politik soll helfen, das massive Handelsdefizit Afrikas in Höhe von 102 Milliarden Dollar im Jahr 2025 abzumildern.
China unterstützt damit die Afrikanische Union, die den Aufbau einer panafrikanischen Wirtschaft zum Ziel hat. Für China bedeutet dies den Verzicht auf 1,4 Mrd. Dollar Zolleinnahmen.
Der Verzicht auf die Zölle wird aber allein nicht helfen. Denn Afrika exportiert vor allem Rohstoffe und importiert Industriegüter. Diese Asymmetrie führt zu anhaltenden Handelsdefiziten.
Die chinesische Regierung möchte als nächstes die nichttarifären Barrieren, etwa die Anerkennung von Qualitäts- und Lebensmittelstandards der afrikanischen Länder, reduzieren. Damit unterlägen die Länder nicht mehr dem Diktat fremder Qualitätsstandards und hätten dann auch Produkte, die sie tatsächlich liefern könnten. [jdm]