Klimademo Köln

Tausende Menschen haben gestern in Köln, Berlin, Hamburg und München für eine schnellere Energiewende in Deutschland demonstriert. Die Veranstalter sprachen von etwa 80.000 Menschen, in Köln sollen es 15.000 gewesen sein, wobei die Polizeiangaben von 4500  dem Augenschein nach etwas realistischer erscheinen.

Es ging den Demonstranten vor allem um Protest gegen die Blockade der Energiewende durch die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die derzeit keine Chance auslässt, um die Durchsetzung der erneuerbaren Energien zu behindern und die Konzerne mit  einer Fossilstrategie zu unterstützen. Dabei geht es um das Heizungsgesetz, um den Bau neuer Gaskraftwerke, die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes oder das Netzpaket.

Sogar arme afrikanische Länder bauen ohne den Umweg über Öl und Gas ihre Strominfrastruktur mit günstigen Solarpaneelen aus China auf und nicht nur Chinas Autoindustrie stellt immer neue Rekorde bei der Entwicklung und dem Verkauf von E-Autos auf.

Eigentlich war es in Deutschland schon Konsens, dass angesichts der drohenden Klimakatastrophe und der negativen Folgen der Abhängigkeit von Öl und Gas ein Wechsel zu erneuerbaren Energien ohne Alternative sei. Aber derzeit üben sich CDU/CSU und die SPD als folgsame Schüler von Donald Trump darin, den gesunden Menschenverstand zugunsten von US-Frackinggas und Öl der Energiekonzerne außen vor zu lassen.

Dass die deutsche fossile Strategie auch ein Ausfluss der militärischen Eskalationspolitik Deutschlands ist, die auf Konfrontation mit China und Russland setzt, statt eine gemeinsame Strategie zur Beendigung der Klimaerwärmung zu finden, war auf den Demonstrationen kein Thema. Kein Thema war auch der Beitrag des Militärs zur Klimaerwärmung. [jdm]