Steht den Milchbauern das Wasser bis zum Hals?
Milcherzeuger seien das Rückgrat der Landwirtschaft, insbesondere in den Grünland-Regionen. Die Weidetierhaltung spiele eine zentrale Rolle für den Erhalt unserer Kulturlandschaft, ließ die niedersächsische Landwirtschaftsministerin in einer Pressemitteilung vom 20.03.2026 mitteilen. Doch während den Milchbäuerinnen und- bauern aufgrund der desaströsen Preissituation seit Monaten das Wasser bis zum Hals stehe, bagatellisierten ausgerechnet ihre (Minister-) Kolleginnen und Kollegen von CDU und CSU die Situation und sprächen lediglich von einer Herausforderung.
So versucht Miram Staudte einmal mehr, sich bei den konventionellen Landwirten beliebt zu machen und darzustellen, dass nicht CDU oder CSU die Interessen der Branche vertreten, sondern die Grünen. Dass diese Strategie politisch nicht aufgehen kann, hört man sogar auch aus Grünen-Kreisen immer wieder. Die konventionellen Landwirte werden in der Mehrzahl nicht zum Grünen-Wähler werden.
Und fraglich ist auch, ob die Einschätzung der C-Parteien zur Lage auf dem Milchmarkt wirklich so falsch ist, wie Staudte es darstellen möchte, und wenn doch, ist daran vor allem die Überproduktion als Ursache anzusehen. Die hohe Milchmenge ist ein Problem des konventionellen Milchmarktes. Das Milchgeschäft geht so lange gut, wie ein hoher Exportanteil gehalten werden kann, falls nicht, geht der Preis runter.
Die konventionellen Betriebe haben in den letzten zwei Jahren sehr gut verdient. Viele Unternehmer haben zurzeit eher ein Steuerproblem. Nach einigen Monaten niedrigerer Milchpreise jetzt den Staat zu rufen, erscheint unverhältnismäßig, zumal die konventionellen Notierungen wieder steigen.
Der Biomarkt ist national, Biomilch eher knapp verfügbar und der Milchpreis stabil bei ca. 65 Cent. Die niedersächsische Regierung wäre also besser beraten, wenn sie den Umstieg von der konventionellen Produktion auf die Biomilchwirtschaft stärker fördern würde, zum Beispiel, indem sie die Weideprämie auch auf das Jungvieh ausweiten würde. Das wäre ein Anreiz für eine artgerechtere Jungviehaufzucht. Die Unterstützung der Überproduktion ist dagegen keine Lösung und auch keine Grüne Politik, die sich bis an die Wahlurne auswirkt. Die niedersächsischen Grünen werden mit ihrer Landwirtschaftspolitik wohl kaum ihre Stammwähler erreichen, und die Grünen-Wahlkämpfer werden mit ziemlich leeren Händen dastehen, wenn sie am Infostand auf die Leistungen der Grünen Landwirtschaftspolitik in Niedersachsen angesprochen werden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]