Neues Bild zeigt verborgene Chemie im Herzen der Milchstraße

Herkunftsnachweis: ALMA(ESO/NAOJ/NRAO)/S. Longmore et al. Background: ESO/D. Minniti et al., 25.02.2026, eso2603
Astronom*innen haben die zentrale Region unserer Milchstraße in einem beeindruckenden neuen Bild festgehalten und dabei ein komplexes Netzwerk aus Filamenten kosmischen Gases in bisher unerreichter Detailgenauigkeit sichtbar gemacht. Die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) gewonnenen umfangreichen Daten ermöglichen es Astronom*innen, das Leben von Sternen in der extremsten Region unserer Heimatgalaxie neben dem supermassereichen Schwarzen Loch in ihrem Zentrum zu untersuchen.
„Es ist ein Ort der Extreme, für unsere Augen unsichtbar, aber jetzt in außergewöhnlicher Detailgenauigkeit sichtbar gemacht“, sagt Ashley Barnes, Astronom bei der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Deutschland, der zu dem Team gehört, das die neuen Daten erhoben hat. Die Beobachtungen liefern einen einzigartigen Einblick in das kalte Gas – den Rohstoff, aus dem Sterne entstehen – innerhalb der sogenannten zentralen Molekülzone (engl. Central Molecular Zone, kurz CMZ) unserer Galaxie. Es ist das erste Mal, dass das kalte Gas in dieser gesamten Region so detailliert untersucht wurde.
Die Region, die auf dem neuen Bild zu sehen ist, erstreckt sich über mehr als 650 Lichtjahre. Sie beherbergt dichte Gas- und Staubwolken, die das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie umgeben. „Es ist der einzige galaktische Kern, der nah genug an der Erde liegt, dass wir ihn so detailliert untersuchen können“, sagt Barnes. Der Datensatz zeigt die CMZ wie nie zuvor, von Gasstrukturen mit einem Durchmesser von Dutzenden von Lichtjahren bis hin zu kleinen Gaswolken um einzelne Sterne.
Die ausführliche Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) und die Bilder findet man auf der ESO-Homepage. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]