UPM Ettringen: Werksleitung und Betriebsrat bewerten Sozialplan unterschiedlich
Im Frühjahr 2025 gab UPM Pläne zur endgültigen Schließung seiner Papierfabrik in Ettringen, Deutschland, bekannt. Die Auseinandersetzungen über einen Sozialplan sind nun abgeschlossen. Der Personalabbau betrifft nach neuen Angaben von UPM 189 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Nach dieser Schließung wird die Produktionskapazität für ungestrichene mechanische Papiere um 270.000 Tonnen pro Jahr reduziert. Die Produktion von grafischem Papier in Ettringen wird am 31. Dezember 2025 eingestellt.
Nach Bekanntgabe der Schließungsabsicht wurde zwischen Betriebsrat und Werksleitung über einen Sozialplan verhandelt. Im Juli 2025 kam es zu einer Kundgebung vor dem UPM-Sitz in Augsburg, weil die Belegschaft das Angebot der Werksleitung für nicht sozialverträglich hielt.
Im August schließlich lehnte UPM die Forderungen des Betriebsrates ab und beantragte eine Einigungsstelle. Hierbei handelt es sich um eine „neutrale“ Einrichtung, in der Vertreter von Geschäftsleitung und Betriebrat unter Vorsitz eines Arbeitsrichters tagen und eine Lösung suchen.
Jetzt ist dieses Einigungsverfahren abgeschlossen. Laut einer UPM-Pressemitteilung „werden marktorientierte Abfindungs- und Rentenmaßnahmen umgesetzt und eine Transfergesellschaft gegründet“.
In einem Bericht des Bayrischen Rundfunks wird der Ettringer Werksleiter Ohnesorg zitiert, „der Abschluss (sei) vergleichbar mit anderen Abschlüssen in anderen Industriebereichen derzeit.“ Rentennahe Mitarbeiter ab 59 Jahren könnten demnach über die Transfergesellschaft auch die Zeit bis mindestens zu einer Rente mit Abschlägen überbrücken.
Ganz anders sieht dies der Betriebsratsvorsitzende Bernd Ulbrich, der „sehr unzufrieden mit dem Ergebnis“ ist. Nachdem Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sich zunächst nicht einig geworden waren, habe man letztlich dem Kompromissangebot des Schlichters zustimmen müssen, um überhaupt noch eine Transfergesellschaft erreichen zu können, sagte Ulbrich dem BR. Genaue Zahlen zur Abfindungsregelung wurden nicht genannt.
Um nach der Schließung sichere Bedingungen in der Fabrik zu gewährleisten, wird nach Angaben von UPM ein Nachsorgeteam eingerichtet. [jdm]