Dörpen: Geringe Bautätigkeit im Privatwohnungsbau – Boom bei Mietwohnungen
Gestern hat Forum-D über die Entwicklung der Baupreise auf der Grundlage der Informationen des Statistischen Bundesamtes berichtet. Uns schien interessant, ob die allgemein steigenden Preise im Bausektor sich auch auf die Bautätigkeit in Dörpen auswirkt. Unsere Anfrage an die Gemeindeverwaltung in Dörpen ergab folgende Informationen und Einschätzungen:
Nach einer aktuell erstellten Statistik hat die Gemeinde in den letzten 25 Jahren im Durchschnitt pro Jahr 18,6 Baugrundstücke verkauft. Größere Schwankungen habe es auch in der Vergangenheit (insbesondere bis 2011) gegeben, wird festgestellt. Diese Schwankungen hingen aber meist mit der Verfügbarkeit von Grundstücken und der Freigabe neuer Baugebiete zusammen, also nicht vornehmlich mit gestiegenen Baukosten, lautet die Einschätzung der Verwaltung. Einen massiven Einbruch habe es aber vom Jahr 2022 auf das Jahr 2023 gegeben.
Für das Jahr 2023 zeigt die Grafik lediglich einen Verkauf von zwei Grundstücken auf, somit ist der Bauplatzverkauf in dem Jahr fast vollständig zum Erliegen gekommen. Ursächlich war – nach Einschätzung der Verwaltung – der Ausbruch des Krieges in der Ukraine mit der Folge massiver Preissteigerungen und einem Anstieg des Zinsniveaus für Baukredite. Seitdem erholt sich der Markt offenbar, wenn auch langsam. Immerhin aber konnten im Jahr 2025 wieder 11 Grundstücke verkauft werden. Für das laufende Jahr dürften sich die Verkäufe auf einem ähnlichen Niveau einpendeln, wird angenommen. Aktuell steigende Preise und ebenfalls wieder anziehende Zinsen seien der Erholung aber nicht zuträglich, wird festgestellt.
Allerdings ist in der Verwaltungsspitze der Eindruck entstanden, dass die Menschen sich langsam anpassen, indem sie sich durch kleinere und weniger aufwändige Häuser wieder einer Finanzierbarkeit annähern. Dies stützt die Erwartung, dass die Bauplatzverkäufe langsam weiter steigen werden. Ein Niveau wie vor 2023 sei aber kurzfristig nicht zu erwarten.
Insgesamt kann von einer niedrigen Bautätigkeit in Dörpen aber nach Einschätzung der Verwaltung ohnehin nicht die Rede sein, denn: „Einen regelrechten Boom erleben wir gerade in Dörpen im Mietwohnungsbau. In erheblichem Umfang befinden sich größere Projekte in der Planung, in der Genehmigung und zum Teil ja auch schon in der aktiven Ausführung.“ Das sei ein klares Zeichen dafür, dass Dörpen als Wohnort weiter attraktiv sei und wachse.
„Ein Teil der Menschen, die jetzt erst einmal in Mietwohnungen ziehen, wird den Wunsch haben, später selbst zu bauen und dazu auch wirtschaftlich in der Lage sein“, lautet die optimistische Prognose der Verwaltungsspitze der Gemeinde Dörpen [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
