St. Vinzenz Hospital schließt Innere Medizin
Das St. Vinzenz Hospital wird die Fachabteilung für Innere Medizin offiziell zum Ende des Jahres schließen. Zeitgleich wurde für die Abteilung psychosomatische Medizin und Psychotherapie incl. Tagesklinik ein Antrag auf Bettenerweiterung gestellt. Das teilt die Klinik auf ihrer Homepage mit.
Das entspreche den aktuellen gesundheitspolitischen Vorgaben und der zukünftigen Reformpolitik im Gesundheitswesen mit dem Ausbau von Ambulanzstrukturen und der Schließung kleiner stationärer Einheiten. Die stationäre Versorgung Innere Medizin werde durch die umliegenden emsländischen Kliniken, das Ludmillenstift Meppen, das Bonifatius Hospital Lingen und das Hümmling Hospital Sögel sichergestellt. Die Klinik verweist angesichts verkürzter stationärer Verweildauern auf das ambulante Leistungsangebot der Inneren Medizin in den medizinischen Versorgungszentren (MVZ) am Standort Haselünne, dem MVZ Innere Medizin / Gastroenterologie / Kardiologie und dem MVZ Hausärzte.
Damit geht die Zentralisierung des stationären Gesundheitswesens im Emsland weiter. Hier werden keine Standorte als Ganzes geschlossen, aber dennoch werden die Wege für die Patienten im Emsland immer länger.
Die Profilierung des St. Vinzenz Hospitals als spezialisierte Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie biete angesichts der demografischen Entwicklung und des zunehmenden Bedarfs an psychischer und psychosomatischer Versorgung eine zukunftsorientierte Perspektive auch für gerontopsychiatrische Patienten, um eine umfassende Versorgung für die Menschen im Emsland sicherzustellen.
Mitte des Jahres hatte der Krankenhausplanungsausschuss Niedersachsen Einvernehmen über die Erhöhung der Planbetten im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie um 20 Planbetten zum 01.07.2026 und um 8 Planbetten zum 01.01.2027 sowie über die Erhöhung der Planbetten im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie um 2 Planbetten zum 01.01.2027 für das St. Vinzenz Hospital Haselünne hergestellt.
„Mit dem aktuellen Antrag auf zusätzliche Betten in der psychosomatischen Medizin möchten wir in Haselünne angesichts des steigenden Versorgungsbedarfs der Vollversorgung im psychiatrischen und psychosomatischen Bereich ein weiteres Stück näherkommen,“ betont Walter Borker, Verwaltungsdirektor des St. Vinzenz Hospitals Haselünne. Bisher ist die Klinik dazu noch nicht in der Lage, aber die Kündigung des Koperationsabkommens seitens der AMEOS-Klinik Osnabrück macht eine solche Entwicklung erforderlich.
Die Schließung der inneren Medizin macht diese Pläne wegen der freiwerdenden Räumlichkeiten leichter, aber den Verlust werden die Menschen dennoch spüren. Die Schließung ist eine Folge der Krankenhausschließungspläne der Bundesregierung und der Länder; diese machen kleine Einheiten der Grundversorgung systematisch unrentabel. Das Krankenhauswesen wird an Profitinteressen ausgerichtet und nicht an den Interessen der Patienten.
Laut einem Bericht der NOZ sind etwa 50 Beschäftigte von der Schließung betroffen, die aber in den Krankenhäusern des emsländischen Verbundes weiter beschäftigt werden könnten. [jdm]