Berentzen verhandelt Übernahmeangebot der Sazerac Company, INC.
Werden New-Orleans-Jazz und Rote Bohnen mit Reis den nächsten Korn- und Hansemarkt in Haselünne bestimmen? Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft hat heute bestätigt, dass sie sich in Verhandlungen mit der Sazerac Company, INC., einem Hersteller von alkoholischen Getränken mit Sitz in New Orleans, USA, über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb sämtlicher ausstehender Aktien von Berentzen befindet. Berentzen werde den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit über den Fortgang entsprechend den rechtlichen Anforderungen informieren.
Die ursprünglichen Eigentümerfamilien sind schon 2008 ausgestiegen. Die 9,6 Millionen Aktien befinden sich zu 81 % in Streubesitz, 2,1 % sind Eigenaktien. Nur die Lazard-Gruppe mit 7% und die Schweizer Aevum Fondation de Prévoyance mit 9,9 % verfügen über einen größeren Bestand an Stammaktien. Der Wert des Unternehmens wird mit mit rund 33 Millionen Euro beziffert. Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg über das Interesse der Amerikaner berichtet hatte, war der Aktienkurs um sieben Prozent gestiegen.
Knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes von 163 Millionen Euro wird mit Spirituosen erwirtschaftet, der Rest entfällt auf Saft, Limonade und Wasser. Um die Eigenmarke Mio Mio, einem Cola/Orangenlimo-Getränk, ist ein Rechtsstreit mit der Paulaner-Brauerei anhängig. Es geht dabei darum, dass Berentzen das Design von dem Spezi-Getränk geklaut haben soll.
Berentzen hat 430 Mitarbeiter an sechs Standorten. Sazerac Company, INC gehört laut Wikipedia William Goldring und seiner Familie. Das Unternehmen mit Sitz in New Orleans, Louisiana, betreibt neun Brennereien, hat 2.000 Mitarbeiter und operiert in 112 Ländern. Es ist eines der beiden größten Spirituosenunternehmen in den Vereinigten Staaten, mit einem Jahresumsatz von etwa 1 Milliarde Dollar, der aus dem Verkauf von etwa 300 Getränkemarken besteht. [jdm]
