Drei CDU-Ministerpräsidenten kritisieren die geplante Rentenreform. Aber sie greifen nur einen Punkt heraus: die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Derzeit beziehen etwa 2,5 Mio. Menschen diese Rente; pro Jahr kommen etwa 280.000 hinzu. Bei einer Abschaffung der abschlagsfreien Rente hätte ein Durchschnittsrentner einen Verlust von etwa 110 € pro Monat.

Interessant ist, dass diese „Kritiker“ eine andere Rentenkürzung mit viel größeren Auswirkungen überhaupt nicht auf dem Schirm haben. Es gibt derzeit etwa 5 Mio. Witwer- oder Witwenrentner. Davon sind 4.4 Mio. Frauen. Und etwa 900.000 Witwer/Witwen beziehen nur die Hinterbliebenenrente. Jährlich kommen 350.000 RentenbezieherInnen hinzu.

Wie wir schon mehrfach berichteten (hier und hier) , bedeutet die Rentenreform für Witwer/Witwen Einkommensverluste von mehreren Hundert Euro pro Monat. Das ist für die CDU-Ministerpräsidenten aber wohl nicht so interessant. Ist das einfach nur eine für sie übliche Frauenfeindlichkeit oder haben Datenanalysten ausgerechnet, dass vor allem gut Verdienende mit einer einfachen Erwerbsbiografie zu ihren Wählern gehören und man diese nicht abschrecken will?

Die SPD beharrt darauf, sich mit dieser Rentenreform ihr eigenes Grab zu schaufeln. Ein Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion verwies laut NOZ auf eine Äußerung ihres Fraktionsvorsitzenden Miersch, dass das Rentenpaket nicht „aufgeschnürt“ werden dürfe. [jdm]