UPM und Sappi unterzeichnen verbindliche Vereinbarung über ein Joint-Venture
Die beiden Konzerne UPM und Sappi haben nun eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures im Bereich grafischer Papiere unterzeichnet. Anfang Dezember 2025 war eine Meldung über eine unverbindliche Absichtserklärung zu dieser Transaktion veröffentlicht worden. Das geplante Joint Venture umfasst das gesamte Geschäft von UPM Communication Papers sowie das Grafikpapiergeschäft von Sappi in Europa. Es wird zu gleichen Teilen UPM und Sappi gehören, was angesichts der Bewertung der zukünftigen Partner überrascht: Das UPM-Communication-Papers-Geschäft wird mit 1,1 Mrd. Euro bewertet (Unternehmenswert), das Europageschäft von Sappi mit 320 Mio. Euro. Der Input von UPM ist damit weit höher als der von Sappi. Der kombinierte Unternehmenswert des Joint Ventures beträgt somit 1.420 Mio.
Bis zum Abschluss des geplanten Joint Ventures durch Erfüllung sämtlicher gesetzlicher und behördlicher Anforderungen werden die Unternehmen weiterhin unabhängig im Wettbewerb zueinander stehen, wird in einer Pressemitteilung erläutert. Die Transaktion erfordere neben der Erfüllung weiterer Bedingungen die Zustimmung der Aktionäre von Sappi Limited und unterliege der Prüfung durch die Europäische Kommission und der zuständigen Kartellbehörden sowie der Genehmigung durch die Behörden in anderen Ländern wie den USA und China. Es werde erwartet, dass der Vollzug bis Ende 2026 erfolgen könne. Das Joint Venture würde nach Vollzug in Betrieb genommen. Zurzeit befinde sich das Joint Venture in Phase II der EU Fusionskontrolle.
Als Gegenleistung für die in das geplante Joint Venture eingebrachten Vermögenswerte wird UPM Barmittel in Höhe von 475 Mio. Euro, sowie eine Forderung aus einem vorrangigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 88 Mio. Euro, eine Forderung aus einem zusätzlichen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 10 Mio. Euro und 50 % Anteile am Joint Venture erhalten, die einem Buchwert von 167 Mio. Euro entsprechen.
Das Joint Venture muss dafür beim Abschluss der Transaktion Schulden zur Finanzierung der an UPM und Sappi zu zahlenden Barmittel aufnehmen. Um eine angemessene Eigenkapitalausstattung und Bilanz für das Joint Venture sicherzustellen, haben die Parteien vereinbart, dass ein Teil des Kaufpreises durch Gesellschafterdarlehen finanziert wird.
Und: Im Rahmen des zu übertragenden Geschäftsumfangs werden 411 Mio. Euro Netto-Pensionsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten basierend auf der Jahresendbilanz 2025 in das Joint Venture transferiert.
Die Finanzakrobatik ist für Laien kaum nachzuvollziehen. Somit bleibt uns nur, die Auswirkungen des Geschäfts auf UPM Nordland Papier zu beobachten. Wer sich aber intensiver mit der Vereinbarung befassen möchte, findet dazu weitere Informationen in der ausführlichen Mitteilung von UPM. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]