Landestierschutzverband reicht Klage gegen den Einsatz der CO₂-Betäubung von Schweinen ein
Der Landestierschutzverband Niedersachsen reicht Verbandsklage gegen das Veterinäramt Vechta ein. Ziel ist ein europaweites Verbot der umstrittenen Betäubung von Schweinen mit CO2, bevor sie geschlachtet werden. Dies berichtet der NDR. Im April 2024 waren Aktivisten der Tierrechtsorganisation „Animal Rights Watch“ in einen Schweine-Schlachthof in Lohne eingestiegen und hatten Kameras installiert, die verstörende Aufnahmen machten.
Die CO₂-Betäubung von Schweinen steht seit vielen Jahren in der Kritik, weil sie bei den Tieren Panik, Atemnot und starke Stressreaktionen auslösen kann. Wenn solche Praktiken dokumentiert werden, wie im betroffenen Schlachthof erfolgt, müssen Behörden prüfen, ob ein Einschreiten erforderlich ist, schreibt der Landestierschutzverband Niedersachsen e. V. auf seiner Homepage.
Veterinärämter spielen dabei eine zentrale Rolle, erläutert der Verband weiter. Auf Grundlage der Vorschriften des Tierschutzgesetzes seien diese Behörden dafür verantwortlich, tierhaltende Betriebe, aber auch die Schlachthöfe zu kontrollieren, damit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Der Landestierschutzverband hat sich nun zu einer Klage entschieden, weil aus Sicht des Verbandes eine grundsätzliche Entscheidung zur Art und Weise einer Betäubung erforderlich erscheint und der Landkreis auf Aufforderung eine Anordnung im Rahmen § 16a zum Unterbinden der CO₂-Betäubung zu erlassen nicht reagiert hat.
Der Verband ist der Auffassung, dass diese Praxis gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen europäische Vorgaben zum Schutz von Tieren bei der Tötung verstößt. Man wirft dem zuständigen Veterinäramt vor, trotz der bekannten Probleme und einer fachlichen Aufforderung nicht eingegriffen zu haben. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]