Vor ungewohnt großer Zuschauerkulisse beschloss der Gemeinderat heute den Abschluss eines Vertrages mit der Firma Smals I.K.W BV über Rahmenbedingungen für den Abbau von Boden in der Gemeinde Wippingen. In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung sollten die damit zusammenhängenden finanziellen Festlegungen beschlossen werden.

Die räumliche Ausdehnung des Vorhabens von Smals wurde schon auf der öffentlichen Versammlung am 12. Juni 2025 vorgestellt. Eine genauere Beschreibung des Vorhabens und der Folgen findet sich auch in der Beschlussvorlage mit Präsentation, die in der Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Martin Hempen vorgestellt und erläutert wurde.

Im Anschluss wurde diskutiert, wie verhindert werden könne, dass die Einnahmen aus dem Sandabbau einfach im allgemeinen Haushalt der Gemeinde versickerten. Denn immerhin sei der Wald, der hier verkauft werde, so etwas wie das Tafelsilber der Gemeinde. Hempen und anderen schwebt deshalb vor, dass die Einnahmen z. B. in den Kauf von Grundstücken für Bau- und Gewerbegebiete fließen sollten. Für Hermann-Josef Pieper war auch die Beteiligung an Projekten, wie einem Windpark, denkbar, weil hier Werte und neue Einnahmen für die Gemeinde geschaffen würden. Hempen wies darauf hin, dass die Kommunalverfassung eine Festlegung der Einnahmen für bestimmte Zwecke nicht zulasse. Johannes Kuper meinte, die Mittelverwendung müsse man sowieso den jeweiligen Ratsmitgliedern überlassen. Christian Koers fand es beruhigend, dass die Einnahmen im Laufe einer langen Zeit generiert würden und somit keine Gefahr bestehe, das ganze Geld für ein einzelnes Projekt auszugeben.

Seite 13 der Präsentation: Grundwasserverhältnisse

Die Folie auf Seite 13 der Präsentation stellt die Veränderungen des Grundwassers durch die Ausbaggerung des Südsees dar. Es komme auf der Südseite (Richtung Gutshofstraße) zu einer lokal sehr begrenzten Grundwasserabsenkung und auf der Nordseite des Sees zu einer Grundwasseraufhöhung. Diese mache sich auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen durchaus bemerkbar. Aber – so Hempen – ihm sei von Landwirten versichert worden, dass dies sich dort eher positiv auswirken würde.

Wer überwacht eigentlich, dass die Auflagen, zu denen Smals sich verpflichtet hat, auch tatsächlich eingehalten werden? Diese Frage tauchte mehrfach auf. Der Landkreis sei für die Kontrolle der Ausgleichsmaßnahmen und Einhaltung der Umweltauflagen zuständig. In der Vergangenheit habe der Landkreis Ausgleichsmaßnahmen wohl eher nachlässig überwacht. Aber dies scheine sich in letzter Zeit geändert zu haben. Der Landkreis sei auch für die Kontrolle der Einhaltung des Säuregrades beim Wasser des Baggersees und der Kontrolle der Abbaumengen zuständig. Smals müsse einmal pro Jahr eine unabhängige Untersuchung mit einer Echolotboje beauftragen.

Es könne sein, dass Smals wegen der Erweiterung des Nordsees den Kiefernweg noch einmal verlegt haben möchte. In dem Fall müsse die Umleitung von Smals finanziert werden. Befürchtungen, dass die Zuwegung in Richtung des Gehöftes Holt von Smals einfach beseitigt werden könnte, konnte Hempen zerstreuen. Der Weg sei im Besitz der Gemeinde und somit könne nur das passieren, was die Gemeinde zulasse.

An der Erneuerung des Radwegs auf dem Harpel wird sich die Firma Smals finanziell beteiligen. Hempen stellte in Aussicht, dass die Radwegserneuerung und der Ausbau eines Sichtdreiecks an der Ecke Kiefernweg/Harpel zeitnah in Angriff genommen werden. [jdm]