Nutrias auch über Tag auf Futtersuche
Die anhaltenden winterlichen Bedingungen erschweren offenbar zunehmend die Futtersuche der Nutrias. Während man die Tiere sonst in der Regel tagsüber nur im Wasser schwimmen sieht, kann man sie nun auch gelegentlich am helllichten Tag in der Nähe von Gewässern laufen sehen. Zurzeit scheinen sich die Tiere vornehmlich mit Eicheln zu versorgen. Diese liegen in der Regel relativ leicht auffindbar unmittelbar unter dem Laub der Bäume. So kann man unter Eichenbäumen vereinzelt umgewühlte Laubflächen von mehreren Quadratmetern vorfinden, beispielsweise am Seitenkanal nördlich der Neudörpener Straße in Dörpen. (Hier suchen allerdings auch Biber nach Futter, weswegen die aufgewühlten Flächen nicht nur den Nutrias zuzuordnen sind.)
Ebenso findet man durchwühlte Flächen unter den Eichen an der Straße entlang der Bäke (Wippinger Dever) südlich von Neudörpen. Auf dem Weg zu den Bäumen müssen die an dem Gewässer lebenden Tiere allerdings die Straße überqueren. Das ist offenbar einer großen Nutria zum Verhängnis geworden, denn das Tier lag gestern tot auf der Straße. Da aus dem Kopf Blut ausgetreten war, darf man davon ausgehen, dass es überfahren wurde. Mit einer Körperlänge von ca. 55 cm war die Nutria ein relativ großes Exemplar, denn die Maximalkörperlänge beträgt in der Regel 60 cm bis 65 cm.
Nutrias unterliegen in Niedersachsen übrigens dem Jagdrecht und zählen somit zu den jagdbaren Tieren. Auch im Straßenverkehr verendete Tiere (Fallwild) gehören rein formal dem Jagdpächter. Und der sollte die auf Straßen verendeten Nutrias auch bei der Meldung seiner Jagdstrecke angeben. Laut dem Landesjagdbericht Niedersachsen 2024/2025 betrug der Anteil des Fallwildes bei Nutrias lediglich 428 von insgesamt 53.320 gemeldeten Tieren, was weniger als ein Prozent entspricht. Dies lässt Zweifel daran aufkommen, ob die Mehrzahl der im Straßenverkehr umgekommenen Tiere tatsächlich von der Statistik erfasst wird. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

