„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für eine Besserung am Arbeitsmarkt nach wie vor nicht ausreichend. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt im Oktober vergleichsweise schwach aus“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, am Freitag anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober 2026 im Vergleich mit dem September um 40.000 auf 2.955.000 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat jedoch um 4.000 gestiegen. Verglichen mit dem Oktober des letzten Jahres liegt sie um 44.000 höher. Die Arbeitslosenquote hat sich im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im September auf 4,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigung berücksichtigt neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt im Oktober gegenüber dem Vormonat um 9.000 gesunken. Mit 3.592.000 war sie um 28.000 höher als vor einem Jahr.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2026 gegenüber dem 2. Quartal 2026 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2 % gestiegen, nachdem es bereits in der ersten Jahreshälfte 2026 gewachsen war. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, entwickelten sich die Konsumausgaben preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorquartal leicht positiv. Dagegen gingen die Investitionen laut den vorläufigen Erkenntnissen zurück. Die in der ersten Jahreshälfte noch sehr dynamische Entwicklung der Exporte schwächte sich im 3. Quartal 2026 merklich ab.

Damit liegt Deutschlands Wachstum unter dem Durchschnitt der Eurozone von 0,4 %. Aber das liegt ebenso wie das Wachstum in Japan auf einem sehr niedrigen Niveau. Das Wachstum in Russland liegt mit einer Jahresprognose von 1,1 % auf ähnlich schwachem Level. Westeuropa und Russland sind dabei, sich weiter gegenseitig in den Keller zu drücken.

Andere Zahlen zeigen die USA mit einem Wachstum von 3,4 % im dritten Quartal, China mit 4,5 % und Indien mit 6,5 %. [jdm]