Die Absicht eines Zusammenschlusses von UPM-Kymmene Corporation („UPM“) und Sappi Limited („Sappi“) im Bereich grafischer Papiere wird von der EU-Kommission weiterhin kritisch betrachtet. Die erste Anhörung in der vergangenen Woche ist wohl nicht so verlaufen, dass die Kommission den Zusammenschluss für unbedenklich hält. Die Kommission befürchtet als Folge eines Zusammenschlusses eine Einschränkung des Wettbewerbs bei grafischen Papieren, was zu höheren Preisen führen könnte.

In der Anhörung konnten UPM und Sappi keine Zugeständnisse an die Kommission machen. Der Verkauf von Teilbereichen sei angesichts des Mangels an Käufern keine Lösung für das Problem der befürchteten übergroßen Marktmacht. Diese Informationen wurden weder von den beteiligten Firmen noch der Kommission offiziell mitgeteilt; die Nachrichtenagentur Reuters berief sich bei ihren Meldungen auf „mit der Angelegenheit vertraute Personen“.

UPM und Sappi gehen allem Anschein nach davon aus, dass die Entscheidung der Kommission, die noch bis zum 11. November Zeit hat, ihre Pläne bestätigt. Sie haben nicht nur Gunnar Eberhardt, bisher Executive Vice President von UPM Communication Papers, zum Chief Executive Officer und Stephen Blyth, bisher CFO der Sappi Europe SA, zum Chief Financial Officer für das geplante Joint Venture ernannt.

Sie haben vier weitere Manager für das vorläufige Management Team ernannt: Jan Gustafsson, Senior Vice President, Human Resources, (derzeit UPM), Marco Eikelenboom, Senior Vice President, Sales & Marketing, (derzeit Sappi Europe SA), Antti Hermonen, Senior Vice President, Operations, (derzeit UPM), Jan-Sander van Tuijl, Senior Vice President, Supply Chain.(derzeit Sappi Europe SA).

Die EU hat derweil mitgeteilt, dass sie 1,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bereitstellt, um 351 Arbeitnehmer in Finnland zu unterstützen, die von vier Papierherstellern – Metsä Group, Stora Enso, UPM Communication Papers und SAPPI – entlassen wurden.

Die Begründung lautete, dass die Papierindustrie in den letzten Jahren vor erheblichen Herausforderungen stand, weil die Nachfrage aufgrund der Digitalisierung zurückgegangen sei. Außerdem haben die EU-Sanktionen gegen Russland in Form der Schließung der Grenze zu Russland und dem Stopp der Holzimporte die finnische Papierindustrie beeinträchtigt.

Das Geld soll der Unterstützung der entlassenen Arbeitnehmer durch Maßnahmen wie Hilfe bei der Arbeitssuche und Berufsberatung usw. dienen. Bei der EU-Hilfe handelt es sich um die Refinanzierung von 60% der Hilfen, die Finnland seit Januar 2026 für die betroffenen Arbeitnehmer geleistet hatte. [jdm]