75 Jahre Emslandplan – Imagefilm von 1952
In einem Aufsatz in dem von der Emsländischen Landschaft herausgegebenen Buch zu „75 Jahre Emslandplan“ berichtet Philipp Scheid über die Entstehung eines Imagefilms mit dem Titel „Moordämmerung„.
Es handelt sich um einen 14:38 Minuten langen Bericht über die Emslanderschließung (auf Filmportal.de aufrufbar). Der Film wurde damals vom Bundesministerium für den Marshallplan in Auftrag gegeben. Als „Bericht“ würde man diesen Film heute nicht mehr bezeichnen wollen. In Stil und Text erinnert die „Moordämmerung“ an Wochenschauen mit der pathetischen Sprache und der Musik im Stile Wagners.
Die erste Hälfte des Films stellt die Armut und schwere Arbeit in den emsländischen Moorgebieten dar, wobei gleichzeitig eine Idylle beschworen wird. Im zweiten Teil des Films werden die Maschinen – Trecker, Greifbagger, Walzen für den Straßenbau und der Ottomeyerpflug – gezeigt, wie sie die Landschaft umwälzen und den Menschen Arbeit und „unser tägliches Brot “ geben. Natürlich gibt es im Film keine Hinweise drauf, dass noch 7 Jahre zuvor Zwangsarbeiter bei der Moorerschließung unter todbringenden Bedingungen im Moor arbeiten mussten.
Der Film ist in Ton und Text schwer erträglich. Aber er ist wegen seiner Bilder von dokumentarischem Interesse. Philipp Scheid schreibt: „Paradoxerweise ist uns der Zustand dieser alten Welt am Vorabend des Emslandplans nur noch in jenen fotografischen und filmischen Zeugnissen gegenwärtig, die diesen Wandel einst befördern sollten.“ [jdm]
