Umschlag von Bauteilen für Windenergieanlagen im Hafen Dörpen zieht sich noch hin
Ende Dezember 2025 wurden nördlich des Geländes der Dörpener Umschlaggesellschaft (DUK) östlich des Hafenbeckens Bäume entlang der Straße nach Dörpen-Haar (ehemalige B401) gefällt – Forum-D berichtete am 31.12.2025 darüber. Grund für die Baumfällung war nach den uns vorliegenden Informationen, dass die schmale Straße vom nördlichen Tor des DUK-Geländes bis zur breiteren, ehemaligen B401 für längere Fahrzeuge zu beengt war.
Am 20.02.2026 veröffentlichte die Emder Hafenförderungsgesellschaft e. V. eine Pressemitteilung zum Start des Hafendialogs Emden-Dörpen. Der Inhalt der Mitteilung wurde von der NOZ (Emszeitung) am 24.02.2026 weitgehend übernommen. Damit hatten die Initiatoren zumindest die Presse erreicht, was wohl auch ein Ziel des ganzen Dialogs war.
Nun ist ein halbes Jahr vergangen, und viel Bewegung konnten wir in dieser Zeit im Hafen Dörpen nicht beobachten. Deswegen haben wir bei der Emder Hafenförderungsgesellschaft zum aktuellen Stand der Kooperation zwischen den beiden Häfen nachgefragt. Folgende Auskunft haben wir erhalten:
Das Kabeltrommelprojekt mit Zwischenlagerung der aus dem Seehafen Emden kommenden Trommeln im Dörpener Hafen wird im Mai 2027 planmäßig anlaufen. Diese Trommeln kommen aus verschiedenen Werken über den Seehafen Emden und per Binnenschiff nach Dörpen, und von dort werden die Baustellenabschnitte per LKW beliefert.
Im laufenden Jahr konnte mit Projektladungen in offenen Containern begonnen werden, wird weiter mitgeteilt. Die Einheiten kamen per Zug und LKW, wurden in Dörpen gelagert und zum Montagetermin auf die Baustelle geliefert. An der Etablierung der Zwischenlagerung von Windkraftanlagen werde noch im Hintergrund gearbeitet, und bis zur Umsetzung werde es noch etwas dauern.
Der nächste „Hafendialog Emden-Dörpen“ werde Ende September im Seehafen Emden stattfinden. Bis dahin wird es wohl kaum neue Erfolgsmeldungen geben, denn auch die Windenergiebranche ist zurückhaltender bei Investitionsentscheidungen geworden, weil sinkende Vergütungssätze in den EEG-Ausschreibungen und steigende Kosten für Windkraftanlagen eine Umsetzung von Windparkprojekten an ihre wirtschaftlichen Grenzen bringen können. Wenn dann noch erhöhte Kosten für Netzanschlüsse, z. B. durch lange Strecken bis zum Einspeisepunkt entstehen, wie dies beim Windpark Neubörger der Fall sein könnte, dürfte die Gewinnerzielungsabsicht mit Fragezeichen versehen werden.
Zudem könnten Proteste in den an Windparks angrenzenden Gemeinden Verzögerungen verursachen, falls die Planungen überarbeitet werden müssten, um die Anwohner nicht zu sehr zu verprellen. Beispielsweise wurde der Protest gegen den Windpark im Eleonorenwald auf dem Hümmling erst nach Abschluss der Planungen deutlich stärker und löste öffentliche Proteste aus. Es bleibt also abzuwarten, ob der Hafen Dörpen ab 2027 einen Aufschwung durch den Umschlag von Komponenten für Windenergieanlagen verzeichnen kann. Nötig wäre es. [HM/gruenealternative.de/forum-d]
