Helle Nutrias an der Wippinger Dever südlich von Neudörpen
Auf der Wippinger Dever (Bäke) südlich von Neudörpen ist zurzeit eine Nutriafamilie mit mehreren Jungtieren unterschiedlicher Farbvarianten zu sehen. Bereits im Jahr 2018 haben wir dort sehr helle Tiere beobachtet und fotografiert. Nun sind hier neben Tieren mit einem hellen, fast weißem Fell auch besonders dunkle Jungtiere zu sehen. Dies zeigt, dass der Genpool der Tiere an der Bäke noch immer ein breites Spektrum umfasst. Auf unserem Foto sind ein sehr helles und ein dunkles Exemplar zu sehen.
Nutrias wurden bis in die 1990er Jahre in verschiedenen Zuchtformen in Farmen gehalten, um damit Felle für Pelze zu gewinnen. Als die Nachfrage nach Pelzen nachließ, wurden die Farmen aufgegeben oder vernachlässigt, dabei – so wird berichtet – entkamen viele Tiere und siedelten sich erfolgreich an nahen Gewässern an. Aber auch zuvor entkamen Nutrias aus Pelzfarmen, wie in der BfN-Schrift „Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Wirbeltiere zu lesen ist. Als frühe Quelle wird angegeben: Studnitz, G. von (1935): Sumpfbiber in freier schleswig-holsteinischer Wildbahn. Schr. Naturw. Ver. Schl.-Holst. 21: 287-290.
Mittlerweile sind Nutrias bundesweit verbreitet. Mit ihren Höhlensystemen, die vom Ufer weit unter angrenzende Flächen gegraben werden, richten sie große Schäden an Ufern, Deichen und landwirtschaftlichen Flächen an. Lange kalte Winter können sich negativ auf eine Nutriapopulation auswirken, denn die Tiere finden im gefrorenen Boden nur schwer Nahrung. Mehr hierzu findet man in unseren Berichten vom 17.01.2026 und vom 29.01.2026. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
