Das Glühwürmchen
Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen aber auch nicht anders. Albert Buntenbroich, deutscher Satiriker
Am Weiher gekuschelt vom Waldesrand
Die Ewigkeit Zeuge im Sternenband
von der göttlichen Stille wie betrunken
ein Menschlein ganz einsam in sich versunken
voller Sehnsucht nach Liebe, Wärme und Licht,
wartet auf eine Stimme, die zu ihm spricht.
Und dann auf einmal im magischen Reigen,
ein Glühwürmchen, lautlos durchbricht es das Schweigen,
wie vom Schicksal geführt tanzt es auf und nieder
unser Menschlein verzückt, das Leben hat ihn wieder
folgt es dem Lichtlein in die dunkle Nacht
es gibt ihm Hoffnung, hat über ihn Macht
Und dann ist der Zauber mit einem Male vorbei
Der Weiher, die Stille, man hört einen Schrei
Glaube und Hoffnung, auf nichts ist Verlass
und das, was bleibt, ist einfach nur nass
Es funkeln die Sterne noch immer überm Wald
Das Glühwürmchen ist verloschen, dem Menschlein ist kalt
U.S.
Die Veröffentlichung eines Sammelsuriums von Veröffentlichungen auf sozialen Netzwerken hatten mich dazu getrieben, ein scheinbar persönliches Erlebnis noch einmal aufzulegen.
Dabei ist das Glühwürmchen überall präsent. Das Verlöschen und in der Kälte sitzen wird allseits wahrgenommen, aber kaum als Problem der eigenen Wahrnehmung begriffen. Die Ausprägungen hier zu diskutieren, würde den Rahmen eines Diskurses sprengen.
Als Nils Bohr in den 20er Jahren an der Universität Göttingen vor einem erlauchten Publikum zu seinem Atommodell vortrug, waren viele enttäuscht. Anstatt erleuchtende wissenschaftliche Erklärungen abzugeben, hatte er über ein Glühwürmchen vorgetragen. Seine Ausführung waren voller Zweifel über seine Theorie. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]
