Gewerbegebiet an der B 70: Gemeinde Dörpen kauft Fläche zurück
Der erste Verkauf einer Gewerbefläche östlich der Bundesstraße 70 war für die Leitung der Gemeinde mit viel Hoffnung auf eine aufblühende wirtschaftliche Zukunft in Dörpen verbunden. Und nachdem Anfang 2023 ein Bauzaun aufgestellt worden war und eine erste Bodenbearbeitung stattgefunden hatte, zeigte sich die Spitze der Kommune sehr optimistisch und tat dies auch so im Mitteilungsblatt „Dörpen wörtlich”, Ausgabe II./2023 kund. Die erste Gewerbehalle wachse aus dem Boden, wurde berichtet. Und das Spitzentrio aus Gemeindedirektor, Wirtschaftsförderer und Bürgermeister ließ sich vor dem Firmenschild des Käufers fotografieren.
Auffällig war allerdings, dass der Investor selbst nicht auf dem Foto zu sehen war. Offenbar hatte er keine Zeit für die Herren der Gemeinde – wichtige Geschäfte, darf man vermuten.
Ob dies schon ein schlechtes Omen war, bleibt dahingestellt. Es wurden zwar einige Container auf der Gewerbefläche abgestellt, und ein Stromgenerator schien auch arbeiten mit elektrischen Geräten zu ermöglichen, aber viel mehr ereignete sich seit drei Jahren nicht auf der Fläche. Gelegentlich sah man den Unternehmer aber auf der Fläche werkeln.
Bei einem zufälligen Zusammentreffen an der Gewerbefläche ergab sich im Juni 2024 die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch über seine Pläne. Die Verzögerungen beim Bau einer Gewerbehalle lägen an einem Missverständnis zwischen ihm und dem beauftragten Planungsbüro, teilte er mit. Er sei der Meinung gewesen, den Auftrag klar formuliert zu haben, aber das Büro hätte wohl auf einen schriftlichen Auftrag gewartet. Außerdem sei die deutsche Bürokratie bei der Antragstellung für den Bau für ihn als Niederländer beschwerlich, erklärte er. Bald gehe es aber voran.
Im Herbst 2024 wurde dann eine Videoüberwachung des Geländes installiert. Hier bestand evtl. ein Zusammenhang mit einem bevorstehenden größeren Zeltfest (XXL-Frühschoppen) auf einer angrenzenden Fläche. Einige Monate später wurde die Überwachung der Fläche wieder aufgegeben.
Seit Ende 2025 hielt sich in der Gemeinde das Gerücht, der Investor sei verstorben und sein Vorhaben im Gewerbegebiet östlich der B 70 werde nicht fortgeführt. Dies bestätigte die Verwaltung nun auf Nachfrage. Man habe das Grundstück zurückgenommen, weil der Käufer plötzlich verstorben sei. Aus Rücksicht auf die schwierige Situation der Witwe duldet man den aktuellen Zustand auf dem Grundstück, dies auch, weil es bisher nicht erneut verkauft werden konnte.
Das Aufblühen des Gewerbegebiets östlich der B 70 lässt also weiterhin auf sich warten. Für eine blühende Landschaft kann hier nur das Jakobskreuzkraut sorgen, wenn die Flächen nicht bald gemäht werden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenalternative.de/forum-d]

