Mit der Papierfabrik Hainsberg aus Freital ist ein mittelständischer Papierproduzent in eine finanzielle Schieflage geraten, der mit seinen Recyclingpapieren der Marke Lettura sogar ein besonderes Produkt produziert. Es ist das dritte Mal, dass das Unternehmen einen Antrag auf das vorläufige Insolvenzverfahren stellen muss, zuletzt wurde 2024 ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung erfolgreich beendet.

Die vorläufige Insolvenzverwalterin konnte noch keine konkreten Gründe nennen, die erneut zur wirtschaftlichen Misere führten. Die Papierbranche stehe unter massivem Druck durch hohe Produktionskosten, etwa Energie- und Personalkosten, und kämpfe gegen einen deutlichen Rückgang bei der Nachfrage, heißt es im Bericht der Sächsischen Zeitung. Die beiden geschäftsführenden Inhaber hatten den Betrieb 2010 übernommen und mit ihrer Hoya Papier GmbH verschmolzen. Die 85 Beschäftigten erwirtschafteten 2024 laut Eröffnungsbeschluss zum Insolvenzverfahren einen Jahresumsatz von 28 Millionen Euro. Allerdings veröffentlichte die Firma zuletzt 2020 einen Jahresabschluss.

Die Insolvenzverwalterin führt jetzt Gespräche mit Kunden und Lieferanten, um schnell über eine Fortführung des Geschäftsbetriebes entscheiden zu können.

Die neue Chefin der UPM-Papierproduktionsstandorte in Deutschland, Eva Kriegbaum, hatte vor kurzem in einem Ems-Zeitungs-Artikel erklärt, dass Nordland Papier in Dörpen als größte UPM-Fabrik in Deutschland „extrem gut aufgestellt“ sei und dank einer breiten Produktpalette weiter einen anerkannten Markt bediene und logistisch mit der Anbindung an Straße, Wasser und Schiene ideale Voraussetzungen biete. Sie sah eine „Riesenchance“in dem geplanten Joint Venture von UPM mit dem Zellstoff- und Papierkonzern Sappi. [jdm]