Holz- und Zellstoffkonzern Mercer in roten Zahlen
Der in Vancouver in Kanada ansässige Holz- und Zellstoffkonzern mit großen Betriebsstandorten in Deutschland verzeichnete für das Jahr 2025 einen Umsatzrückgang um knapp 9 % auf 1,9 Mrd. USD (1 USD = 0,885 Euro). Der operative Verlust (Ebitda) betrug 22 Mio. USD, im Jahr zuvor war noch ein operativer Gewinn in Höhe von 244 Mio. USD ausgewiesen worden. Nach Nettoverlusten von 242 Mio. USD (2023) und 85 Mio. USD (2024) folgte 2025 ein weiterer Verlust von 498 Mio. USD, berichtet das Holz-Zentralblatt.
Mercer ist ein weltweit agierender Hersteller des Hauptrohstoffes für die Tissue-Industrie, von nördlichem gebleichtem Langfaser- und Kurzfaser-Kraftzellstoff (NBSK = Northern Bleached Softwood Kraft; NBHK = Northern Bleached Hardwood Kraft). Das Unternehmen betreibt in Deutschland zwei Zellstoffwerke. Das erste deutsche Werk von Mercer befindet sich in Rosenthal am Rennsteig, rund 300 km südlich von Berlin. Neben Kraftzellstoff (NBSK) produziert das Unternehmen heute etwa 5.000 t Tallöl und mehr als 400.000 MWh Ökostrom pro Jahr. Im Sommer 2023 wurde Mercers Lignin Center am Standort Rosenthal in Betrieb genommen. Es ist die erste Anlage ihrer Art in Mitteleuropa, die es ermöglicht, täglich bis zu einer Tonne Lignin zu extrahieren.
Mercer Stendal befindet sich in der Nähe der Stadt Arneburg im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde liegt rund 130 Kilometer westlich von Berlin am Westufer der Elbe, etwa 12 Kilometer nordöstlich von Stendal. Ursprünglich war die Anlage auf eine Produktion von 520.000 Tonnen NBSK-Zellstoff und etwa 100 MW Bioenergie ausgelegt. Nach mehreren umfassenden Erweiterungsprojekten, einschließlich des 2014 abgeschlossenen Blue Mill-Projekts, verfügt das Werk heute über eine Produktionskapazität von 740.000 Tonnen NBSK-Zellstoff, 148 MW Ökostrom sowie über eine moderne Extraktionsanlage für Terpentin und Tallöl. Wie alle Zellstoffwerke von Mercer produziert das Werk Stendal genügend grüne Energie, um den internen Bedarf zu decken und zugleich Energie in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]