Waldsaatgans verendet am Seitenkanal

Am südlichen Ende des Seitenkanalabschnitts südlich der Neudörpener Straße im Gebiet der Gemeinde Dörpen haben wir am Freitag eine Waldsaatgans vorgefunden, die kaum noch Lebenszeichen von sich gab. Das stark geschwächte Tier veränderte nur noch die Position seines Kopfes und zeigte ansonsten, auch bei Annäherung, keine Reaktionen; am nächsten Tag war es verendet.
Offensichtlich wurde der Kadaver erst in der Nacht von Sonntag auf Montag von Aasfressern entdeckt, denn heute waren Federn aus dem Körper der Gans gerupft und ein Auge ausgehöhlt worden. Man darf wohl annehmen, dass Krähen dafür verantwortlich waren.
Eine Anfrage beim Landkreis Emsland ergab, dass wegen der vorherrschenden Vogelgrippe eine Untersuchung der Gans vorgenommen werden sollte. Dazu kam ein Mitarbeiter des Veterinäramtes am Vormittag zum Fundort und entnahm eine Probe aus dem Rachen der Gans. Der Kadaver wurde in einen Plastiksack verstaut und zur Entsorgung mitgenommen. Über das Ergebnis der Untersuchung werden wir berichten.
Im Emsland ist die Waldsaatgans relativ selten anzutreffen. Dem Bericht „Gänsemonitoring und Gänsemanagement in Niedersachsen“ des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aus dem Jahr 2023 kann man entnehmen, dass Waldsaatgänse in Deutschland regelmäßig in den nordöstlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg überwintern. Westlich der Elbe tritt die Art nur vereinzelt auf. Bei der Interpretation der Daten sei aber auch zu berücksichtigen, dass die Art bestimmungskritisch sei und teilweise nur die Art(-engruppe) „Saatgänse spec.“ gemeldet wurden.
Hiermit dürfte gemeint sein, dass die Waldsaatgans und die Tundrasaatgans verwechselt werden könnten. Bei genauer Betrachtung unterscheiden sich die beiden Gänsearten aber im Erscheinungsbild. Die Tundrasaatgans ist kleiner mit einem gedrungeneren Körperbau und sie hat nur eine schmale orange Zeichnung am Schnabel. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
