Eichenprozessionsspinner nun wieder deutlich zu erkennen

Eichenprozessionsspinner 06/2026
EPS an einer Astgabelung

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) sind inzwischen so groß, dass sie leicht an Eichenbäumen zu finden sind. Insbesondere bei kleineren, jungen Eichen findet man sie an den unteren Astgabeln in einer Höhe von wenigen Metern. Gern werden die Nester unterhalb des vom Hauptstamm abgehenden Astes angelegt. Zurzeit findet man auch mehrere Nester nah beieinander, wie auf unserem Bild aus der Dörpener Füchtelmörte zu sehen ist.

Andererseits findet man aber auch Nester des Eichenprozessionsspinners am Stamm nahe am Boden, insbesondere wenn die Sonnenstrahlen nicht durch Schatten von belaubten Zweigen, Büschen oder hohen Gräsern abgehalten werden und so die Oberfläche des Baumes erwärmen.

Bei dem Schädling handelt es sich um eine heimische Art, die sich in den vergangenen Jahren aus südlicheren Regionen nach Norddeutschland ausgebreitet hat. Und der Klimawandel wird wohl bewirken, dass sich die wärmeliebenden Tiere bei uns weiterhin wohlfühlen und ausbreiten.

EPS am Stammfuß einer Eiche

Das Umweltbundesamt bietet übrigens eine Übersetzung eines niederländischen Leitfadens zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners auf seiner Homepage an. Unsere Beobachtungen werden darin bestätigt und ergänzt:
„Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt junge und halb ausgewachsene Eichen entlang von Straßen in einer offenen Landschaft mit wenig Unterwuchs anderer Pflanzenarten. Solitäre Eichen können auch von Eichenprozessionsspinnern kolonisiert werden. Besonders Plätze an Straßen, Mauern, Straßenpflaster, Rasen und Sandböden sind bei sonnigem Wetter im Frühling wegen der Wärmeabstrahlung des Untergrundes attraktiv.“

Wer sich also solchen Bäumen nähert, sollte zunächst den Blick in den unteren Kronenbereich der Bäume richten und die Äste „abscannen“, um unangenehme Überraschungen unter dem schattenspendenden Baum zu vermeiden.
Die Gemeinde Dörpen lässt übrigens auch in diesem Jahr eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an publikumsintensiven Bereichen wie Schulen oder Kindergärten durchführen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Nistkästen sollen Bruttätigkeit von Meisen unterstützen – Natürlicher Feind des Eichenprozessionsspinners

 An den Eichen entlang der Versener Straße wurden einige der insgesamt 335 Nistkästen angebracht. Im Hintergrund ist ein bereits installierter Nistkasten zu sehen. (Fotos: Landkreis Emsland)
An den Eichen entlang der Versener Straße wurden einige der insgesamt 335 Nistkästen angebracht. (Foto Landkreis Emsland)

Die Kreisstraßenmeisterei will in diesem Jahr 335 Nistkästen entlang von Kreisstraßen und dortigen Fuß- und Radwegen aufhängen, um gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) vorzugehen. Meisen sind wichtige natürliche Fressfeinde des EPS und sollen bei dessen Bekämpfung mit eigens angefertigten Brutkästen unterstützt werden. "Die Brutästen sollen dafür sorgen, dass sich Meisen zahlreich ansiedeln, um den Baumschädling biologisch zu bekämpfen. Das ist umweltgerecht und nachhaltig", wird Landrat Marc-André Burgdorf in einer Pressemitteilung des Landkreises zitiert. Hergestellt werden die Kästen in Kooperation mit der St. Lukas Qualifizierung und der Arbeit Caritas GmbH.

Eichenprozessionsspinner am Eichenstamm
Eichenprozessionsspinner am Eichenstamm

Der EPS gehört zur Leibspeise unterschiedlicher Vogelarten, allen voran Meisen, die insbesondere die Raupen im frühen Larvenstadium an ihre Jungtiere verfüttern. Bereits seit 2020 installiert der Landkreis Emsland daher an seinen Kreisstraßen Nistkästen für Meisen. Von der Kreisstraßenmeisterei Bawinkel, die für das südliche und mittlere Emsland zuständig ist, waren bislang 235 Nistkästen angebracht worden, von der Kreisstraßenmeisterei Dörpen mit Wirkungsbereich im nördlichen Emsland weitere 100 Kästen.

Das Vorkommen der Raupe ist durch das Fortschreiten der Klimaerwärmung mittlerweile gleichmäßig auf das gesamte Kreisgebiet verteilt. Kontakte mit den Brennhaaren der Raupe können zu Hautrötungen verbunden mit starkem Juckreiz führen. Darüber hinaus kann es zu Reizungen der Atemwege und der Augen kommen.

Spezialfirma bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an der Neudörpener Straße am 19.06.2020
Spezialfirma bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an der Neudörpener Straße am 19.06.2020

Zusätzlich zu den Meisen-Nistkästen werden zur Bekämpfung des EPS weiterhin die Raupennester bei starkem Befall durch Fachfirmen abgesaugt. Biozideinsätze, heißt es in der Pressemitteilung, wie sie im geringen Umfang ausschließlich in den Jahren 2020 und 2021 im südlichen Emsland erfolgt waren, würden hingegen nicht mehr durchgeführt. Das ist wohl nicht ganz richtig, denn in der Samtgemeinde Dörpen wurden 2021 auch Biozide eingesetzt. 2021 hängte die Kreisstraßenmeisterei allerdings auch in Wippingen Nistkästen auf. [jdm]

Gemeinde bekämpft Eichenprozessionsspinner mit Biozid

Der Eichenprozessionsspinner soll in Wippingen jetzt in publikumsintensiven Bereichen der Gemeinde mit dem Biozid NeemProtect bekämpft werden. Dazu zählen der Heimathof, der Schulhof, der Sportplatz und der Niederkasseler Weg. Das kündigte Bürgermeister Gerdes auf der letzten Gemeinderatssitzung an.

Die bisher praktizierte Methode der Absaugung der Gespinste sei sehr aufwendig und sehr teuer. Die Gemeinde Wippingen schließe sich jetzt der bereits von einigen Gemeinden der Samtgemeinde Dörpen praktizierten Bekämpfung mit dem Biozid an, weil diese gute Erfahrungen damit gemacht hätten. Laut Wikipedia handelt es sich bei NeemProtect um einen auch für den biologischen Landbau zugelassenen Extrakt aus Bestandteilen des Neembaumes. Das Pflanzenschutzgift wird mit einer Sprühkanone in die Kronen von befallenen Bäumen gesprüht. Der Bereich, der vom Sprühnebel betroffen sein kann, muss während der Aktion gesperrt werden, kann aber sofort danach frei gegeben werden. Eine Abdrift des Sprühnebels soll verhindert werden; es gelten deshalb mehrere Vorschriften für den Zeitpunkt der Ausbringung.

Faltblatt des Julius-Kühn-Instituts

Die Aussage auf der Gemeinderatssitzung, es handele sich beim Besprühen der Bäume um eine vorbeugende Maßnahme, stimmt nicht überein mit der Aussage im Produktbeschreibungsblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Dort heißt es: "Eine vorsorgliche Ausbringung des Biozidprodukts ohne einen zuvor festgestellten Befall auf Grundlage von Monitoringdaten ist nicht zulässig." Damit das Gift wirksam ist, muss es während des ersten und zweiten Larvenstadiums direkt nach dem Massenschlupf der EPS-Larven von April bis Mai ausgebracht werden.

Das Julius-Kühn-Institut hält ein aktuelles Faltblatt mit Hinweisen zur Lebensweise, der Verbreitung, der Biologie, den Schäden und gesundheitlichen Gefahren zum Download bereit. [jdm]

Eichenprozessionsspinner: Straßenmeisterei hängt Meisenkästen auf

Meisennistkasten an der K113

In dem Ortsteil Strootburg an der K113 wurden etliche Meisennistkästen an den Straßen-Eichenbäumen aufgehängt. Es handelt sich hierbei um eine Eigeninitiative der Kreisstraßenmeisterei zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS).

Frau Alsmeier von der Kreisstraßenmeisterei Bawinkel berichtet auf Anfrage, dass die Straßenmeisterei im Süden des Landkreises bereits vor ca. zwei Jahren die ersten Kästen aufgehängt habe, weil das Problem mit dem Befall der Bäume durch den EPS dort schon etwas früher auftrat. Teilweise gebe es Nester, die sich vollständig um den Stamm herum entwickelten.

Die Kohlmeise sei neben dem Kuckuck, der aber sehr selten sei, der einzige Vogel, der die Raupen auch noch fresse, wenn sie bereits Brennhaare entwickelt hätten. Die etwas kleinere Blaumeise fresse die Raupe nur so lange, wie sie noch keine Brennhaare entwickelt habe. Im Haselünner Bereich habe man EPS-Nester gefunden, die die Picklöcher als typisches Zeichen aufwiesen, dass die Kohlmeisen sich dort bedient hätten. Insofern hoffe man, dass die Stärkung des natürlichen Fressfeindes des EPS das Problem eindämmen helfe.

Bisher hat die Straßenmeisterei im Südkreis etwa 450 Stück aufgehängt, die auch gut mit Meisen besetzt sind. Nicht jeder Standort ist geeignet. Man achtet beim Aufhängen darauf, dass auch ein Umfeld in Form einen Windschutzstreifens oder einer Ortslage besteht, das den Meisen auch weitere Nahrungsmöglichkeiten bietet. Die Nistkästen sind aus Naturholz und nicht gestrichen, weil die Meisen die Kästen sonst nicht annehmen.

Die Straßenmeisterei Dörpen, deren Bereich sich nördlich der B 408 bei Haren erstreckt, hängt derzeit etwa 200 Nistkästen auf. Diese Arbeit muss bis Ende Februar beendet sein, weil die Meisen ab dann ihre Häuschen beziehen wollen. [jdm/Klaus Lübken]

Nester des Eichenprozessionsspinners auf Gehwegen

Nest des Eichenprozessionsspinners, das auf den Fahrradweg gefallen ist
Nest des Eichenprozessionsspinners, das auf den Fahrradweg gefallen ist

Mit dem Regen sind wohl einige Nester des Eichenprozessionsspinners aus Bäumen gefallen; es sind Tiere und Nester auf Fahrradwegen zu sehen. Dies ist eine weitere Gefahr, denn Mensch und Tier könnten hineintreten und Reste mit in die Wohnung schleppen, bzw. Hunde oder Katzen hätten die Haare in ihren Pfotenballen.

Tückisch ist, dass man die Nester auf der Straße auch für aufgeweichte Pferdeäpfel halten könnte und die Gefahr nicht erkennt. [HM]

Eichenprozessionsspinner: Sehr weit verbreitet – Bekämpfung wirklich nur durch Fachleute?

Spezialfirma bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an der Neudörpener Straße am 19.06.2020
Spezialfirma bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an der Neudörpener Straße

Heute war auf der Kreisstraße zwischen Dörpen und Neudörpen eine Spezialfirma dabei, die von dem Eichenprozessionsspinner betroffenen Bäume von dem Schädling zu reinigen. Als Schädling wird das Tier aus zwei Gründen betrachtet: 1. Unbehindert schädigt es die Bäume durch Kahlfraß und 2. können die giftigen Raupenhaare zu allergieähnlichen Symptomen führen.

Eichenprozessionsspinner am Eichenstamm
Eichenprozessionsspinner am Eichenstamm

Das Leben der Raupen ist kompliziert und besteht aus mehreren Stadien vom Ei zum Falter. Dabei werden oben in der Baumkrone und unten am Stamm Nester für die Ruhephasen angelegt. Die Tiere ziehen in einer langen Prozession hintereinander am Baum umher, um zu fressen; daher der Name.

Spezialfirma bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an der Neudörpener Straße am 19.06.2020
Die Eichenprozessionsspinner werden abgesaugt

Die beiden Mitarbeiter an der Neudörpener Straße zogen von einem mit dem weißen Punkt als befallen gekennzeichneten Baum zum nächsten mit einem Hubsteiger, der mit einem kräftigen Spezialsauger beladen war. Damit wurden die Nester und die Raupenprozession von der Wurzel bis zur Krone abgesaugt.

Wiederholt wurde in der Ems-Zeitung über die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners berichtet. Danach gibt es auch im nördlichen Emsland Bereiche, in denen nahezu jede Eiche befallen ist. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Aufkommen der Schädlinge offenbar stark vermehrt. Wird nun nicht konsequent gegengesteuert, dürfte das Problem in den nächsten Jahren überhaupt nicht mehr beherrschbar sein. (mehr …)