{"id":24294,"date":"2026-02-19T20:46:34","date_gmt":"2026-02-19T19:46:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hallo-wippingen.de\/wp\/?p=24294"},"modified":"2026-02-22T20:00:59","modified_gmt":"2026-02-22T19:00:59","slug":"wie-merz-und-reiche-betriebswirtschaft-statt-volkswirtschaft-betreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hallo-wippingen.de\/wp\/2026\/02\/wie-merz-und-reiche-betriebswirtschaft-statt-volkswirtschaft-betreiben\/","title":{"rendered":"Wie Merz und Reiche Betriebswirtschaft statt Volkswirtschaft betreiben"},"content":{"rendered":"\n<p>Neoliberale und konservative&nbsp; Politiker verf\u00fcgen deshalb \u00fcber keine Wirtschaftskompetenz, weil sie nicht in der Lage sind, volkswirtschaftlich zu denken. F\u00fcr sie ist die ganze Welt ein Betrieb. Sie k\u00f6nnen auch den Staat nur betriebswirtschaftlich begreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, der Million\u00e4r Friedrich Merz, Maskenh\u00e4ndler Jens Spahn oder Carsten \u201eIch hab schon mal ein Jahr gearbeitet\u201c Linnemann kennen deshalb keine Mittel, wie man die Wirtschaft eines Landes voranbringen kann. Ihre einzigen immer wiederkehrenden Mittel sind 1. die Senkung der Lohnkosten durch Reallohnsenkung und Sozialabbau, 2. die Senkung der Betriebskosten durch staatliche Subventionen an die Konzerne und 3. die Senkung der Konzernsteuern. Damit ist ihre Phantasie ersch\u00f6pft. Diese drei Dinge ergeben betriebswirtschaftlich auch Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer aber einen Blick \u00fcber den Firmenzaun wirft, stellt fest, dass es da drau\u00dfen noch eine andere Welt gibt. Da gibt es z. B. die potentiellen Kunden, die auch in der Lage sein m\u00fcssen, die Produkte der Konzerne kaufen zu k\u00f6nnen. Da gibt es eine Infrastruktur, die die Firmen zur Produktion brauchen. Da gibt es ein Bildungssystem, auf das die Firmen angewiesen sind. Da gibt es ein Rechtssystem.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaft eines Staates mit betriebswirtschaftlichen Augen und Begriffen erfassen zu wollen, ist etwas vollkommen Sinnloses. Neoliberale und Konservative reden zwar gern vom Markt, aber sind nicht in der Lage zu erkennen, dass Tauschverh\u00e4ltnisse sich f\u00fcr beide Gesch\u00e4ftspartner lohnen m\u00fcssen, wenn sie auf Dauer praktiziert werden sollen. Merz und Co. wollen deshalb die Welt mit wirtschaftlicher und milit\u00e4rischer Brachialgewalt dominieren, statt in dauerhafte gegenseitig vorteilhafte Beziehungen zu investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Merzens Weigerung eines h\u00f6heren Spitzensteuersatzes und die Verweigerung von Verm\u00f6gens- und Erbschaftssteuern verbunden mit Einkommenssenkungen f\u00fcr die Masse hilft, die deutsche Wirtschaft direkt in den Abgrund zu f\u00fchren. Alleinige Nutznie\u00dfer ihrer Politik sind die international ausgerichteten Konzerne. Deren B\u00f6rsenwerte steigen, was Merz als Ergebnis&nbsp; guter Politik betrachtet. Nur kann es den deutschen B\u00fcrgern vollkommen egal sein, wie deren B\u00f6rsenwerte stehen. Das ist nur der Ma\u00dfstab f\u00fcr das Verm\u00f6gen der Oligarchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Masseneinkommen sinkt und damit die allgemeine Nachfrage. Die Folge ist der Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen. Das ist seit den Erkenntnissen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Maynard_Keynes\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">John Maynard Keynes <\/a>eigentlich Allgemeinwissen, aber bei den Konservativen bis heute nicht angekommen. Reiche und Merz k\u00f6nnen die Welt nur mit den Augen des Konzernchefs betrachten, der jede Ausgabe, die nicht unmittelbar seinem Profit dient, ablehnt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/zitrone-ausgequetscht-merz-stellt-sich-gegen-steuererhoehungen,VBYKiJO\" target=\"_blank\">Die Zitrone ist ziemlich ausgequetscht<\/a>&#8222;, sagte Merz im Politikpodcast &#8222;Machtwechsel&#8220;. Mit Reichensteuer, Kirchensteuer und Solidarit\u00e4tszuschlag liege die Gesamtbelastung f\u00fcr hohe Einkommen bereits bei fast 50 Prozent. Trotzdem haben in Deutschland die Oligarchen ihr Verm\u00f6gen 2025 um 30% erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Das ist ziemlich viel f\u00fcr ausgequetschte Zitronen. Diese ausgequetschten Zitronen sitzen auf so viel Geld, dass sie nicht wissen, wohin damit. In Produktionsanlagen k\u00f6nnen sie nicht investieren, weil die Menschen immer weniger kaufen k\u00f6nnen. Sie benutzen das Geld also dazu, um Aktien zur\u00fcckzukaufen. Wenn ein neuer Trend auftaucht, z. B. KI, investieren sie besinnungslos. Die Firma Tesla ist deshalb aktuell mehr wert als alle anderen Autokonzerne zusammen. Das ist vollkommen realit\u00e4tsfern und reine Spekulation. Aber die ausgequetschten Zitronen kaufen Tesla-Aktien gerade weil sie so teuer sind und sie so ihr Geld los werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kriegskurs der europ\u00e4ischen Staaten und allen voran Deutschlands kommt den ausgequetschten Zitronen auch sehr gelegen. Sie stellen ihr \u00fcbersch\u00fcssiges Geld dem Staat in Form von Staatsanleihen zur Verf\u00fcgung. Der Kredithunger, der durch \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c f\u00fcr R\u00fcstung ausgel\u00f6st wird, gibt den Oligarchen wieder satte Gewinne, die sie wieder anlegen m\u00fcssen. Aber von all dem hat ein Arbeiter oder Angestellter in Deutschland nichts. Im Gegenteil: das Bild der ausgequetschten Zitrone trifft auf abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte durchaus zu. Mieten, Energiekosten und Lebenshaltungskosten k\u00f6nnen oft nur noch mit Abstrichen finanziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Blogger J\u00f6rg Lipinski weist in einem <a href=\"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/economic-history-die-erste-weltwirtschaftskrise-1857-und-ihr-schnelles-ende\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Beitrag \u00fcber die erste echte Krise der Weltwirtschaft von 1857 <\/a>darauf hin, dass diese sozusagen aus Versehen durch keynsianische Politik \u00fcberwunden wurde. In dieser Wirtschaftskrise kam es nicht zu einer Inflation, sondern zu einem Preisverfall, der wertm\u00e4\u00dfig die folgende Lohnsenkung erheblich \u00fcbertroffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Rosenberg_(Historiker)\" target=\"_blank\">Historiker Hans Rosenberg <\/a>beschrieb, dass trotz aller Versuche, die L\u00f6hne zu dr\u00fccken und dem niedrigen Preisstande anzupassen, das Lohnniveau eine bemerkenswerte Stabilit\u00e4t behauptete und in den kapitalistischen L\u00e4ndern die Nominallohnsenkung durchschnittlich kaum mehr als 10 % betragen habe. In nicht wenigen Branchenzweigen und Wirtschaftsbezirken sei es zudem \u00fcberhaupt nicht zu einer Lohnsenkung, sondern lediglich zu einer Abschw\u00e4chung der aufsteigenden Lohnbewegung gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rosenbergs Fazit zu 1857: \u201eUnd da letzten Endes der \u201eKonsum der Konsumenten\u201c den Produktionsumfang bestimmt, so haben schlie\u00dflich nach dem Aufschwung der auf den wirtschaftlichen Gesamtorganismus zur\u00fcckwirkenden Verbrauchsg\u00fcterindustrien auch die kapitalproduzierenden Industrien sich wieder zu erholen vermocht. Mit dem Steigen der Nachfrage nach erzeugten Fertigg\u00fctern und dem Wiederanziehen der Preise ist der Boden f\u00fcr die Wendung von der Schrumpfungs- und Stagnierungs- zur Anstiegstendenz bereitet worden.\u201c [<em>jdm<\/em>]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neoliberale und konservative&nbsp; Politiker verf\u00fcgen deshalb \u00fcber keine Wirtschaftskompetenz, weil sie nicht in der Lage sind, volkswirtschaftlich zu denken. F\u00fcr sie ist die ganze Welt ein Betrieb. Sie k\u00f6nnen auch den Staat nur betriebswirtschaftlich begreifen. 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