Wofür der Wasser- und Bodenverband die Beiträge braucht

Verbandskarte des WBV Wippinger- und Haardever
Verbandskarte des WBV Wippinger- und Haardever

Der Wasser- und Bodenverband „Wippinger- und Haardever“ wird demnächst seine jährlichen Beitragsbescheide an alle Grundstücksbesitzer verschicken. Es wird eine Beitragserhöhung geben. Wir haben deshalb nachgefragt, wofür dieser Beitrag gebraucht wird und was der Wasser- und Bodenverband eigentlich so macht.

Hochwasserschaden an der Kluser Straße
Hochwasserschaden an der Kluser Straße

Wilhelm Apke ist der Verbandsvorsteher des Verbandes, der für den Bereich zwischen der Füchtelmörte an der B 401 bis zum Werpeloher Grenzgraben, und in der West-Ost-Richtung von Kluse bis Neubörger zuständig ist.

Apkes Verband ist für die Pflege der Gräben „Dritter Ordnung“ zuständig. Das sind die kleinen Gräben zwischen den Äckern, die das Oberflächenwasser in die Gräben „Zweiter Ordnung“ leiten. Die Wippinger Dever (auch Beeke genannt), die Haardever und die Goldfischdever sind Gewässer „Zweiter Ordnung“. Diese leiten das Wasser in die großen Gewässer „Erster Ordnung“, wie dem Küstenkanal und der Ems.

Hochwasser 2024 mit Blickrichtung Heyenhorst
Hochwasser 2024 mit Blickrichtung Heyenhorst

Für 2024 hatte der Verband die Beiträge nicht erhöht, weil Rücklagen vorhanden waren. Und dann kam das Hochwasser der Jahreswende 2023/2024, das an vielen Gräben zu Schäden an den Böschungen führte. An vielen Stellen brachen die Ufer ab und wurden zu Steilhängen.

Hochwasserschaden an der Kluser Straße
Hochwasserschaden an der Kluser Straße

Im Laufe des Jahres 2024 wurden diese Schäden wieder beseitigt. Apke: „Der Bagger konnte einfach an den Gräben von Schaden zu Schaden fahren.“ Diese Arbeiten kosteten den Verband etwa 60.000 €, so dass die Rücklagen aufgebraucht wurden. Die Beiträge für 2025 werden deshalb von 10,13 € auf 13,50 € pro Hektar und Jahr erhöht. Der Mindestbeitrag, der für die kleinen Grundstücke von Eigenheimbesitzern erhoben wird, wird von 4,10 € auf 5,46 € erhöht.

Veranlagungsbescheid 2023 (Ausriss)

Wenn Sie Ihren eigenen Veranlagungsbescheid, der vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände verschickt wurde, anschauen, wird Ihnen auffallen, dass aber mehr Geld verlangt wird. Der Veranlagungsbescheid enthält auch einen Beitrag für den Unterhaltungsverband 104, der im letzten Jahr 23,50 €/ha betrug und in diesem Jahr auf 25 € erhöht wird.

Der Unterhaltungsverband ist für die Gewässer „Zweiter Ordnung“ zuständig und erstreckt sich von Papenburg bis Werpeloh. Dieser Verband pflegt nicht nur die kleinen Bäche, wie die Dever. Er sorgt auch dafür, dass das Wasser in die Kanäle und in die Ems abfließen kann. Nur mit dem Abfließen in die Ems ist das nicht so einfach. Bis zum Wehr in Herbrum ist die Ems gezeitenabhängig. Das Wasser der Zuflüsse muss mit Hilfe von 19 Schöpfwerken und Sielen in die Ems gepumpt werden. Das kostet Geld für die Elektrizität und die Wartung der Gebäude und Maschinen. Der Unterhaltungsverband 104 hat einen jährlichen Umsatz von 1,7 Mio. €.

Die meisten Schöpfwerke wurden kurz nach dem II. Weltkrieg gebaut und einige müssen langsam ersetzt werden. Deshalb müssen auch Rücklagen für Ersatzbauten geschaffen werden.

Mitglieder des Wasser- und Bodenverbands, sowie des Unterhaltungsverbandes 104 sind alle Grundeigentümer im Verbandsgebiet. Die Verbände sind gemäß Wasserverbandsgesetz öffentlich-rechtliche Körperschaften. Beim Wasser- und Bodenverband „Wippinger- und Haardever“ wurden in einer Mitgliederversammlung 12 Personen als jeweilige Vertreter der einzelnen Gemarkungen (Dörpen, Neudörpen, Lehe, Neulehe, Renkenberge, Wippingen, usw.) in den Verbandsausschuss gewählt. Sie wählten Wilhelm Apke zu ihrem Verbandsvorsteher. Ein ähnlicher Aufbau findet sich beim Unterhaltungsverband. Hier ist Wilhelm Apke Verbandsausschussmitglied.

Die Verbände haben sich zu einem Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände zusammengeschlossen. Der Verband hat eine zentrale Geschäftsstelle und einen Betriebshof in Walchum. Er beschäftigt 19 Mitarbeiter.

Früher ging es immer nur darum, das Wasser aus der Fläche zu entfernen, um ackern zu können. Der Klimawandel und sinkende Grundwasserstände bringen die Frage auf die Tagesordnung, wie das Wasser in der Fläche gehalten werden kann. Im Süden des Emslandes wird derzeit an der Lotter Beeke ein Konzept zum flächigen Wasserrückhalt entwickelt.

Wilhelm Apke sieht für sein Verbandsgebiet keine leicht zu realisierenden Möglichkeiten. Das Gefälle der vom Hümmling kommenden Bäche und Gräben sei sehr stark, so dass eine große Zahl von Wehren und Staustufen in den Gewässern „Zweiter Ordnung“ erstellt werden müssten, die alle auch die Durchgängigkeit für Fische gewährleisten und jederzeit verstellbar sein müssten. Wasserrückhaltesysteme in den kleinen Gräben der „Dritten Ordnung“ ergäben wenig Sinn, weil das meiste Wasser über das Grundwasser abfließe und nicht über die oberirdischen Gräben. Das sei leicht erkennbar, weil viele dieser Gräben in regenarmen Zeiten trocken fallen, so dass Wehre und Staustufen keine Wirkung entfalten könnten.

Abschlussbericht Lotter Beeke

Wenn man sich den Abschlussbericht des Projektes „Nachhaltiges Wassermengenmanagement im Einzugsgebiet der Lotter Beeke“ anschaut, stellt sich das Wassermanagement doch sehr komplex dar. Grundsätzlich können Grundwasserstände durch eine Hemmung der Abflüsse erhöht werden. Aber es bestehen erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Flächen.

An der Lotter Beeke wurde das gesamte Projektgebiet zunächst auf die Grundwasserstände hin untersucht. Maßnahmen wurden schließlich nur dort empfohlen, wo der Grundwasserspiegel 1,5 bis 3 m unter der Oberfläche lag. Lagen besondere Bodenarten vor, die den Grundwasserspiegel beeinflussen (gespannte Grundwasserleiter) wurde nichts empfohlen, weil man davon ausging, dass dort der Grundwasserspiegel nicht beeinflusst werden kann. Und natürlich wurden die Grundstücksbearbeiter einbezogen, um die auf Messungen und Annahmen beruhenden Feststellungen mit den Beobachtungen der Bauern auf ihre Realitätstauglichkeit hin zu überprüfen.

Als Maßnahmenarten kommen grundsätzlich eine aktive und passive Stauhaltung im Graben, eine Anhebung der Grabensohle, Remäandrierung und der Bau von Rückhaltebecken in Frage. An der Lotter Beeke empfahlen die Gutachter letztlich zur Erhöhung der Grundwasserstände aktive, saisonal variable Staumaßnahmen an Gewässern 3. Ordnung und gegebenenfalls auch an Gewässern 2. Ordnung an insgesamt 189 Standorten. [jdm/Fotos Jan Frericks (3)]

Vom Krieg und dem Kriegsende in Wippingen

Vom letzten Krieg und vom Kriegsende in Wippingen am 10. April 1945 können heute nur noch wenige erzählen. Johann Tangen, geb 1933, hat vor einigen Jahren stichpunktartig einige Erlebnisse zusammen geschrieben. Tangen war bei Kriegende 12 Jahre alt. Hier einige seiner Erinnerungen:

  • Die amerikanischen und englischen Bomber flogen immer wieder über das Emsland zu den Großstädten Hamburg, Bremen, Wilhelmshaven und Hannover. An einem Tag im Sommer musste ich das Mittagessen zu den Männern auf das Feld nachbringen, welches weit außerhalb in der Nähe des Gutshofes Renkenberge lag.. Hier wurde von den Männern mit einem Bindemäher der Roggen gemäht. Ein Bombergeschwader tauchte auf, flog über uns her und die Deutschen schossen dazwischen. Wir mussten schnell mit den Pferden in den nächsten Wald fliehen, bis das Geschehen vorbei war.
  • Am 25. Januar 1943 flog ein Bombergeschwader über Wippingen. Ein Flugzeug wurde von deutschen Jägern angeschossen und schwer beschädigt. Das beschädigte Flugzeug warf Bomben ab, die auf das freie Feld an der Kluser Straße zwischen  Kossen und Wesseln fielen. Das Flugzeug war mit 8 Besatzungsmitgliedern besetzt. 2 Männer konnten sich mit ihrem Fallschirm retten. Einer der Männer landete bei Schmunkamp im Roggenfeld. Nach Erzählungen von Wilhelmine Schmunkamp (60 Jahre später) hatte dieser Mann sehr bitterlich geweint, wurde aber trotzdem von SA-Leuten aus Ahlen abgeholt. Die übrigen Besatzungsmitglieder kamen bei dem Absturz auf dem Müll bei Dörpen ums Leben. Wegen des Bombenabwurfs wurden wir aus der Schule entlassen und mussten in kleinen Gruppen  nach Hause gehen.
  • In der Nacht vom 27. auf den 28 September 1943 stürzte auf dem Ortsteil Harpel in der Nähe von Kuper-Wöste ein britisches Flugzeug ab. An Bord befanden sich sechs Soldaten im Alter von 19 bis 22 Jahren mit ihrem 21jährigen Piloten. Beim Absturz starben alle Insassen und die Trümmer der maschine wurden überall verstreut. Gut kann ich mich an den Geruch der verkohlten Leichen erinnern, da ich zusammen mit meinem Vater am darauf folgenden Tag auf dem Kartoffelacker von Borchers, ein Schwager meines Vaters, nebenan Kartoffeln sammeln musste. Zunächst wurden die Soldaten auf dem Wippinger Friedhof bestattet links in der durch eine Hecke abgetrennte Ecke für Ausländer. Nach dem Krieg erfolgte die Umbettung auf den britischen Waldfriedhof bei Kleve.
  • Wippingen gehörte zu jener Zeit zum Ortsverband Neubörger. Zum Hitler-Jugend-Treffen gingen die Kinder nach Neubörger, um sich Wehrmachtsparolen anzuhören. Während  eines Treffens wurden zwei englische Soldaten vorgeführt, die im Füchtelmoor mit dem Flugzeug notgelandet waren. Die SA-Männer sagten: "Stellt die beiden an die Wand und schießt ihnen eine Kugel durch den Kopf!" Die beiden Engländer wurden aber abgeführt und kamen in Gefangenschaft.
  • Vor dem Einmarsch der Kanadier war eine deutsche Einheit auch in Wippingen stationiert. Sie war auf den Höfen Abeln, Fehrmann und Deters. Eines Nachts fuhr ein PKW von Kluse kommend in Richtung Wippingen. Kurz vor Wippingen wurde dieses Auto vom Tiefflieger beschossen, da sich das Auto in der Dunkelheit mit Scheinwerferlicht auf der Straße befand. Ein Offizier aus dem mit zwei Offizieren besetzten Auto starb bei dem Angriff, der zweite Offizier konnte sich retten.
  • Am Chorraum der Wippinger Kirche sollte vor dem Krieg angebaut werden, doch durch den Krieg wurde dieser bau stillgelegt.Pastor Gilhaus befahl uns, alle Steine, die auf dem Kirchplatz lagen in den halbfertigen Anbau der Kirch einzugraben. Alle Kinder mussten diese Steine gut antreten und eine dicke Schicht Sand darüber streuen, um sie zu verstecken.
  • Am weißen Sonntag war mein Vater nach Neubörger zur Kirche gefahren. Von dort wiederkommend, berichtete er, das der Ortsgruppenleiter Heinrich Wöste einen sehr nervösen Eindruck machte und hin und her lief. Hatte er Angst vor einem Überfall? Sofort packten wir alle Wertsachen, Porzellan, Decken und Essbares ind Kisten und vergruben sie. Niemand durfte etwas merken. So waren wenigstens ein paar Habseligkeiten vor Raub und Brand geschützt. Nicht alle Wertsachen wurden wieder gefunden, da man sich nicht alle Stellen gemerkt hatte, an denen man etwas vergraben hatte.
  • Es war am 09. April 1945, ich weiß es noch genau, ich wollte vom Messdienerunterricht nach Hause. Ich sah zwei Männer an der Beeke-Brücke arbeiten. Die Männer schnauzten mich an „Mach, dass du nach Hause kommst!“ Ich eilte nach Hause. Zuhause angekommen, hörten wir einen Knall - die Brücke  war gesprengt worden Die Front kam näher, Zeitungen und Nachrichten erreichten uns nicht mehr. Vater entschloss sich, uns Kinder und Mutter nach Haasken (Püngel), das Elternhaus meiner Mutter, zu bingen. Es sei sicherer als zu Hause an der Hauptstraße. Bei Haasken angekommen, konnten wir noch sehen, dass es in der Nähe der Kirche in Börger brannte.
  • Als ein Kanadier bei Haasken ein Motorrad ohne Reifen entdeckte, fragte er den Landwirt Hermann Haasken, wo denn die Reifen seien. Hermann  Haasken gab zur Antwort, dass Militär habe diese mitgenommen. Der Kanadier zog daraufhin seine Pistole, doch Haasken gab keine andere Antwort. Im selben Augenblick kam der serbische Gefangene, der bei Haasken in Arbeit war und sagte: "Bauer gut". Der kanadische Soldat ging unverrichterter Dinge weiter. Nur wenige Tage blieben wir bei Haasken, schon bald ging es wieder nach Hause.
  • Die Nacht zum 10. April verlief sehr ruhig, doch schon früh am Morgen kamen Panzer von Neudörpen kommend in Richtung Strootburg. Mein Vater und Franz Sievers liefen den Panzern mit weißen Fahnen entgegen. Unsere damalige Hausgehilfin erzählte mir später, dass mein Vater ganz kreidebleich und mit Zittern in den Knien zurückkam, denn sie hatten Glück gehabt, es waren keine deutschen Panzer.
  • Mit Strom- und Telefonmasten und großen Türen wurde die Brücke über die Beeke wieder hergestellt. Mit diesen Hilfsmitteln war eine provisorische Brücke entstanden.
  • In Neubörger war ein Umschlagplatz für Munition und Naturalien. Die Straße von Kluse nach Neubörger war sehr schmal und die großen Fahrzeuge mussten den Sandstreifen mitbenutzen. In dieser Wagenspur hatten sich tiefe Löcher gebildet. Die kanadischen Fahrzeuge schafften Bausteine heran, mit diesen wurden die großen Löcher gepflastert.
  • Die Männer aus Wippingen und Umgebung, die gesund waren, mussten nun jeden Tag nach Neubörger um Munition, Benzin  und Naturalien zu verladen. Bei Borchers-Apke war ein kleiner Umschlagplatz. Kurz vor ihrem Haus gab es eine Brücke, die überquert werden musste, wenn man Ware holen wollte. In dieser Brücke war ein Schlagloch und die beladenen Wagen verloren oft ihre Waren - auch schon mal einen vollen Benzinkanister - und rollten in kleine Gräben. Leute, die diese Waren "fanden" nahmen sie mit und nutzten sie für ihre eigenen Zwecke. [jdm]

Neue Zweigpraxis des MVZ Birkenallee eröffnet am 3. März 25 in Dörpen

Bürgermeister Manfred Gerdes (von links), Ihor Alexeiev, der Geschäftsführer des MVZ Birkenallee
Volker Eissing, Petra Göbel, Wilhelm Schomaker von der Schomaker Baugruppe und
Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken freuen sich über die Stärkung und den Ausbau der
Gesundheitsversorgung in Dörpen. (Foto: Daniel Mäß)
Bürgermeister Manfred Gerdes (von links), Ihor Alexeiev, der Geschäftsführer des MVZ Birkenallee
Volker Eissing, Petra Göbel, Wilhelm Schomaker von der Schomaker Baugruppe und
Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (Foto: Daniel Mäß)

In einer Pressemitteilung informierte die Gemeinde Dörpen über die Eröffnung einer neuen Zweigpraxis des MVZ Birkenallee in den Praxisräumen der bisherigen Praxis Dr. Harald Papke in Dörpen an der Hauptstraße 84 am 3. März 2025.

Die hausärztliche Versorgung wird der Allgemeinmediziner Ihor Alexeiev leisten. Die Standortleitung übernimmt Petra Göbel. Sie hat einen Abschluss als Physician Assistant (PA) und absolviert zudem aktuell ein Masterstudium im Bereich Gesundheitsmanagement. Die Praxis ist montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 13 Uhr und montags, dienstags und donnerstags zudem von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Patienten können sich unter der Telefonnummer 04963 8878 melden und werden dann mit der digitalen Telefonassistenz „Emma“ in Verbindung gesetzt, die alle Anliegen digital verarbeitet. Wer damit nicht so gut zurechtkommt, hat auch die Möglichkeit einfach seinen Namen sowie Kontaktdaten zu nennen und wird daraufhin vom Praxispersonal zurückgerufen.

Neben der hausärztlichen Versorgung wird auch Diagnostik in zahlreichen Fachdisziplinen wie zum Beispiel Dermatologie, Rheumatologie und Kardiologie sowie perspektivisch Orthopädie durch Physician Assistants der Praxis vorgenommen. Auf Basis der erhobenen Befunde werden die Patienten dann bei Bedarf zur Therapierung an Fachärzte weitervermittelt. Dazu kooperiert das MVZ Birkenallee unter anderem mit dem Universitätsklinikum Münster, dem Rheumazentrum Düsseldorf oder auch der Charité in Berlin.

Harald Papke ist nun beim MVZ Birkenallee angestellt. Er steht in Zukunft jeden Mittwochvormittag in der neuen Dörpener Praxis im Rahmen einer Sprechstunde zur Verfügung.

Die Vorgängerpraxis Papke hatte von der Gemeinde Dörpen Fördergelder für die Anstellung einer Ärztin bekommen, der aber dann gekündigt wurde. Die Gemeinde sah sich dann nicht in der Lage, dieses Fördergeld zurück zu fordern, weil die Förderrichtlinien zu ungenau formuliert waren (wir berichteten). Hallo-Wippingen fragte sowohl Dr. Eissing, als auch die Gemeinde Dörpen schriftlich an, ob für diese neue Praxis wieder Fördergelder gezahlt wurden. Darauf erhielten wir bisher noch keine Antwort. [jdm/(Foto: Daniel Mäß]

Dörpen: 25.000 Euro Schaden durch unzureichende Förderrichtlinie für Ärzte?

Die Gemeinde Dörpen nimmt für die Verpflichtung eines Arztes/einer Ärztin, sich in Dörpen niederzulassen, viel Geld in die Hand. Dass dies nötig sein kann, zeigt sich gerade in Rhede, wo für den verstorbenen Dr. Ulrich Stein kein Nachfolger gefunden werden konnte. Die hierfür entworfene Förderrichtlinie wurde im Juni 2024 geändert (siehe Sitzungsvorlage vom 28.05.2024).

Die Gemeinde scheint bei der Abfassung der Förderrichtlinie nicht alle Vertragsverletzungen abgedeckt zu haben, die eine Rückerstattung der Förderung zur Folge haben können. Deshalb wurde wohl die Neufassung erforderlich. Im Rahmen einer Förderung gemäß der Richtlinie sei es bislang möglich gewesen, dass ein angestellter Arzt den Förderantrag stellt, die Fördersumme jedoch an die Praxis fließt, bei der der Arzt angestellt sei, erklärte Dörpens Pressesprecher Daniel Mäß. Die Richtlinie sei „aus gegebenem Anlass“ angepasst worden, erfuhr die Ems-Zeitung noch von der Gemeinde. Was es damit genau auf sich hatte, erklärte die Verwaltung jedoch auch auf Nachfrage der Zeitung nicht, und diese ließ es damit auf sich beruhen.

Vermutlich ging es um den folgenden Fall, über den die NOZ am 05.09.2022 berichtete. Eine Gynäkologin, die zuvor gefördert durch die Gemeinde ihre Facharztausbildung am Marien-Hospital in Papenburg absolviert hatte, wurde in einer Dörpener Hausarztpraxis angestellt. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) unterstützte die Praxis bei der Anstellung der Ärztin mit Fördermittel nach § 2 der Strukturfonds-Richtlinie der KVN. Die Fördermittel waren gebunden an bestimmte Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anstellung, z. B. Einrichtung eines zusätzlichen Sprechzimmers, zusätzlicher IT-Ausstattung, Vergrößerung des Wartezimmers, Geräte etc. Eine Auszahlung der Fördermittel erfolgte, nachdem die Rechnungen als Nachweise für die Umsetzung solcher Maßnahmen bei der KVN eingereicht worden waren.

Im Oktober 2023 teilte uns die KVN mit, dass das Arbeitsverhältnis in der Praxis beendet worden sei. Die Praxis habe von der KVN eine Frist von sechs Monaten erhalten, um einen anderen Arzt oder eine andere Ärztin einzustellen. Sollte dies nicht erfolgen, würde die KVN die Situation erneut prüfen und die Fördermittel würden ggf. zurückgefordert.

Nachdem die von der KVN gesetzte Frist überschritten war und offenbar keine neue Ärztin, bzw. kein neuer Arzt für die Praxis gefunden werden konnte, wurden die Fördermittel anteilig zurückgefordert. Am 22.08.2024 war die Rückzahlung laut KVN allerdings noch nicht erfolgt. Weitere Nachfragen zum Stand der Rückzahlung beantwortet die KVN nicht.

Im Juni 2024 wurden die zwei neuen Absätze in die bisherige Förderrichtlinie der Gemeinde eingefügt. Eine Praxis müsste zukünftig die Förderung zurückzahlen, wenn der neu eingestellte Arzt (bzw. die Ärztin) die Praxis verlasse und nicht innerhalb von sechs Monaten eine Nachfolgeregelung gefunden sei. Somit wurde die Förderrichtlinie den KVN-Bedingungen angepasst. Falls ein zuvor in einer Praxis angestellter Arzt jedoch eine eigene Praxis gründen wolle, werde mit der Änderung der Richtlinie dafür wiederum eine Förderung möglich.

Einen Sinn ergeben die Änderung der Richtlinie und die Aussage des Pressesprechers der Gemeinde, wenn man berücksichtigt, dass es am Arbeitsgericht Lingen ein Gerichtsverfahren der angestellten Ärztin gegen den Hausarzt der Praxis gab, das mit einem Vergleichsbeschluss am 2.1.2024 endete.

Möglicherweise wurde der Förderantrag an die Gemeinde von der Ärztin gestellt, aber die Fördersumme kam der Praxis für die Einrichtung der Räumlichkeiten für die Ärztin zu Gute. Die Ärztin wurde dann von der Praxis entlassen, aber der Gegenwert der Fördersumme verblieb in der Praxis. Wer sollte jetzt etwas an die Gemeinde zurückzahlen: Die Ärztin, die gerade ihren Job verloren hatte und von dem Fördergeld nicht (mehr) profitieren konnte? Oder die Hausarztpraxis, die das Geld zwar verbaut hatte, aber gar keinen Förderantrag gestellt hatte?

Die für die Öffentlichkeit undurchschaubaren Hintergründe der Förderpraxis in Dörpen stießen auch auf das Interesse des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen e.V. (BdS), die die Gemeinde um Aufklärung bat. In der Antwort der Gemeinde hieß es, dass Rückzahlungsansprüche nicht geltend gemacht wurden, weil der Justiziar der Gemeinde zu der Einschätzung gelangt sei, dass nicht exakt abgeschätzt werden könne, ob und inwieweit Rückzahlungsansprüche möglicherweise tatsächlich bestünden bzw. mit Aussicht auf Erfolg geltend gemacht werden könnten.

Dabei ging es laut Steuerzahlerbund um eine Summe von ca. 25.000 Euro, die nach dem Ausscheiden der Ärztin (nach Tätigkeit von etwa einem Jahr) noch zurückzufordern waren. Somit ist der Gemeinde Dörpen anscheinend ein Schaden von ca. 25.000 Euro entstanden, weil die Formulierungen der bisherigen Förderrichtlinie unzureichend waren und juristisch nicht durchsetzbar erschienen.

Der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen legt übrigens Wert auf die Feststellung, dass die Landarztförderung als solche nicht kritisiert werde. Es handele sich in Dörpen vielmehr um einen handwerklichen Fehler, der zu einem Schaden geführt habe. „Dieser Fehler wurde nun mit Neufassung der Satzung korrigiert. Man hat also daraus gelernt“, lautet das wohlwollende Fazit des Steuerzahlerbundes.

Bleibt noch offen, ob und gegebenenfalls. wie die Gemeinde versucht hat, eine Rückzahlung der Förderung außergerichtlich zu erreichen. [jdm]

Rund um Gruppe: Heute war der 200. Arbeitseinsatz

Hint.: . Wilhelm Apke, Heinz Berling, Josef Koers, Norbert Westhoff, Willi Brinkmann, 
v.: Josef Schmunkamp, Aloys Haasken,Hermann Püsken, Hermann Haasken
Hint.: . Wilhelm Apke, Heinz Berling, Josef Koers, Norbert Westhoff, Willi Brinkmann,
v.: Josef Schmunkamp, Aloys Haasken,Hermann Püsken, Hermann Haasken

Seit 2015 kümmert sich die Wippinger Rund-um-Gruppe um die Pflege des Kirchenumfeldes und das Umfeld des Pfarrer-Schniers-Hauses. Dass das große Gelände vollen Arbeitseinsatz erfordert kann man meistens auch deutlich hören. Denn die Gruppe nutzt nicht nur ihre Körperkräfte, sondern der Lärm der Laubbläser, des Treckers und weiterer Geräte zeugt von vollem Maschineneinsatz.

Heute traf sich die Gruppe zu ihrem 200. Arbeitseinsatz und hatte zu diesem Anlass den Kirchenvorstand zu einer kleinen Bestandsaufnahme und zu einer kleinen feierlichen Zusammenkunft beim Grillen eingeladen. Christian Griep-Raming, Anne Pieper und Thomas Deuling vom Kirchenvorstand folgten dieser Einladung gern und brachten auch kleine Geschenke mit.

v. r.: Josef Schmunkamp, Hermann Püsken, Norbert Westhoff, Aloys Haasken, Wilhelm Apke, Christian Griep-Raming, Josef Koers, Willi Brinkmann, Anne Pieper, Heinz Berling, Hermann Haasken, Thomas Deuling

Im Rahmen der Rückschau gedachte die Arbeitsgruppe ihrer verstorbenen Mitglieder Wilhelm Düthmann, Gerd Meyer und Rudi Kaiser, die lange an den Arbeiten beteiligt waren.

Die Gruppe wies bei einer Begehung den Kirchenvorstand auf einige kleinere Probleme, z. B. bei der Pflasterung, hin, die allein mit der Gartenpflege nicht gelöst werden können und ein Eingreifen der Kirchengemeinde erfordern. [jdm]

Landwirtschaftlicher Ortsverein Wippingen

Landwirtschaftlicher Ortsverein Wippingen Viele, die nicht in der Landwirtschaft tätig sind, werden sich fragen: .,Was ist das für ein Verein und was macht der eigentlich?" Er vertritt die Interessen der Landwirtschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Außerdem fördert er die Weiterbildung der praktischen Landwirte durch Vorträge, Vorführungen und andere geeignete Veranstaltungen und unterstützt alle Bestrebungen, die diesem Ziel dienen. So wurden in den letzten Jahren in Verbindung mit den Landwirtschaftlichen Ortsvereinen Neubörger und Renkenberge Vortragsveranstaltungen und Lehrfahrten durchgeführt. z. B. im Jahr 2000 ein Vortrag von den Herren Paul Schulte und G. Brüning zu den Themen "Neuregelung der Tier- und Flächenprämie". dem "neuen Milchquotensystem" sowie der "Schweinehygieneverordnung". Außerdem haben wir die Expo in Hannover besucht. Der Landwirtschaftliche Ortsverein ist über die Mitgliedschaft in der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes beim Niedersächsischen Landvolk und damit im Deutschen Bauernverband vertreten. Jeder versucht auf seiner Ebene die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten, wenn es sein muss auch auf Demonstrationen. wenn die Bedürfnisse der Bauern von der Politik nicht ausreichend berücksichtigt werden. Hier sei an die Kundgebungen am 15.01.01 in Oldenburg und auf dem Bauerntag in Münster erinnert. Beim Emsländischen Landvolk werden die Mitglieder des Ortsvereins rechtlich beraten. Viele lassen hier auch ihre Buchführung erledigen. Seitdem das Monopol für Strom und Telefon gefallen ist, wurden erfolgreich neue, wesentlich preisgünstigere Tarife ausgehandelt.
1998 feierte der Landwirtschaftliche Ortsverein Wippingen sein 50jähriges Bestehen Im Jahr 1998 feierte der Landwirtschaftliche Ortsverein Wippingen sein 50jähriges Bestehen.
Der Vorstand Vorsitzender Wilhelm Borchers. 26892 Wippingen. Harpel 16. Tel: 04966/224 Weitere Vorstandsmitglieder: Wilhelm Borchers. 26892 Wippingen. Harpel 16. Tel: 04966/224 Johann Frericks, 26892 Wippingen, Püngel 4. Tel: 04966/227 Wilhelm Apke, 26892 Wippingen, Strootburg 8. Tel: 04966/571. Christian Wegmann, 26892 Wippingen, Strootburg 6. Tel: 04966/405. Vorstand Landwirtschaftlicher Ortsverein Wippingen 2008